Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #5
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin». Краткое содержание книги:
Der Boden dröhnte. Risse zeigten sich auf der Straße, den Bürgersteigen und an den Seiten der Gebäude. Skeletthände griffen in die Luft, als die Toten sich einen Weg in die Welt der Lebenden suchten. Sie kamen zu Tausenden, und sobald sie aus dem Boden auftauchten, wurden die Monster des Titanen nervös und wichen zurück.
»Stehen bleiben!«, befahl Kronos. »Die Toten können es mit uns nicht aufnehmen.«
Der Himmel wurde dunkel und kalt und die Schatten verdichteten sich. Ein raues Kriegshorn erscholl, und als die toten Soldaten mit Gewehren und Schwertern und Speeren in Stellung gingen, brauste ein riesiger Streitwagen durch die Fifth Avenue und hielt direkt neben Nico an. Die Pferde waren lebende Schatten, aus Dunkelheit geformt; der Wagen war mit Obsidian und Gold verziert und mit schmerzhaften Todesszenen dekoriert. Die Zügel hielt Hades, der Herr der Toten, persönlich, und hinter ihm standen Demeter und Persephone.
Hades trug eine schwarze Rüstung und einen Umhang von der Farbe frischen Blutes. Auf seinem bleichen Haupt saß der Helm der Finsternis: eine Krone, die puren Schrecken ausstrahlte. Vor meinen Augen änderte sie ihre Form – vom Drachenkopf über einen Kreis aus schwarzen Flammen zu einem Kranz aus Menschenknochen. Aber das eigentlich Unheimliche war etwas anderes: Der Helm griff in meine Gedanken und weckte meine ärgsten Albträume, meine geheimsten Ängste. Ich hätte mich gern in einem Loch verkrochen, und ich wusste, dass es der feindlichen Armee genauso ging. Nur Kronos’ Macht und Autorität verhinderten, dass seine Truppen davonstürzten.
Hades lächelte kalt. »Hallo, Vater. Du siehst … jung aus.«
»Hades«, knurrte Kronos. »Ich hoffe, du bist mit deinen Damen gekommen, um mir den Treueid zu schwören.«
»Ich fürchte, nein«, sagte Hades seufzend. »Mein Sohn hier hat mich davon überzeugt, dass ich bei meinen Feinden Prioritäten setzen sollte.«
Er sah mich voller Abscheu an. »Sosehr ich einige Emporkömmlinge unter den Halbgöttern verachte, es wäre nicht so gut, wenn der Olymp fiele. Die Streitereien mit meinen Geschwistern würden mir fehlen. Und wenn wir uns in einem Punkt einig sind – dann, dass du als Vater die pure KATASTROPHE warst.«
»Stimmt«, murmelte Demeter. »Kein Sinn für Landwirtschaft.«
»Mutter!«, tadelte Persephone. Hades zog sein Schwert, eine doppelte Klinge aus stygischem Eisen mit Silberanteilen. »Und jetzt kämpf mit mir! Denn heute wird das Haus des Hades zum Retter des Olymps ausgerufen.«
»Das hier hält mich nur unnötig auf«, fauchte Kronos.
Er schlug mit seiner Sense auf den Boden. Ein Riss öffnete sich zu beiden Seiten und zog einen Kreis um das Empire State Building. Eine Mauer aus Kraft stieg schimmernd aus dem Riss auf und trennte Kronos’ Vorhut, meine Freunde und mich von den beiden Armeen.
»Was macht er da?«, murmelte ich.
»Er siegelt uns ein«, sagte Thalia. »Er reißt die magischen Schranken um Manhattan nieder – und schneidet nur das Empire State Building ab. Mit uns.«
Und wirklich, hinter der neuen Schranke sprangen die Motoren der Autos wieder an. Fußgänger öffneten die Augen und starrten verdutzt die vielen Monster und Zombies um sie herum an. Ich hatte keine Ahnung, was sie durch den Nebel sahen, aber ich bin sicher, es war ziemlich unheimlich. Autotüren wurden geöffnet. Und an der Ecke stiegen Paul Blofis und meine Mom aus ihrem Prius.
»Nein«, sagte ich. »Nicht …«
Meine Mutter konnte durch den Nebel sehen. Ich konnte ihrem Gesicht ansehen, dass sie begriff, wie ernst die Lage war. Ich hoffte, sie würde klug genug sein, um wegzulaufen. Aber sie fing meinen Blick auf, sagte etwas zu Paul und sie rannten geradewegs auf uns zu.
Ich konnte nicht rufen. Das Letzte, was ich wollte, war, Kronos’ Aufmerksamkeit auf sie zu lenken.
Zum Glück lenkte Hades ihn ab. Er griff die Wand aus Kraft an, aber sein Wagen knallte dagegen und kippte um. Hades kam fluchend auf die Füße und schleuderte schwarze Energie gegen die Wand, doch die Schranke hielt stand.
»ANGRIFF!«, brüllte er.
Die Armeen der Toten trafen auf die Monster des Titanen und die Fifth Avenue versank im absoluten Chaos. Sterbliche schrien und versuchten, sich in Sicherheit zu bringen; Demeter winkte mit der Hand und eine ganze Kolonne von Riesen wurde zum Weizenfeld; Persephone verwandelte die Speere der Dracaenae in Sonnenblumen. Nico hackte und schnitt sich den Weg durch die Feinde und versuchte, nach besten Kräften die Fußgänger zu verschonen. Meine Eltern rannten auf mich zu und wichen Monstern und Zombies aus, aber ich hatte keine Möglichkeit, ihnen zu helfen.
»Nakamura zu mir«, sagte Kronos. »Riesen – ihr erledigt die da!«
Er zeigte auf meine Freunde und mich. Dann verschwand er im Foyer.
Eine Sekunde lang war ich wie gelähmt. Ich hatte mit einem Kampf gerechnet, aber Kronos ignorierte mich einfach, als wäre ich der Mühe nicht wert. Das machte mich ziemlich wütend.
Der erste hyperboreische Riese schlug mit seiner Keule nach mir. Ich rollte mich zwischen seinen Beinen durch und bohrte ihm Springflut in den Hintern, worauf er zu einem Haufen aus Eisscherben zerfiel. Der zweite Riese hauchte Annabeth, die sich kaum auf den Füßen halten konnte, mit Frost an, aber Grover zog sie beiseite, während Thalia sich ans Werk machte. Sie sprang wie eine Gazelle den Rücken des Riesen hoch, zog ihr Jagdmesser über seinen riesigen blauen Nacken und schuf damit die größte kopflose Eisskulptur auf der ganzen Welt.
Ich starrte durch die magische Schranke. Nico kämpfte sich auf meine Mom und Paul zu, aber die warteten nicht gerade auf Hilfe. Paul entriss einem gefallenen Helden ein Schwert und war verdammt gut darin, eine Dracaena zu beschäftigen. Er stach sie in den Bauch und sie löste sich auf.
»Paul?«, rief ich überrascht.
Er drehte sich zu mir um und grinste. »Ich hoffe, das war gerade ein Monster. Auf dem College hab ich bei Shakespearestücken mitgemacht, da hab ich ein bisschen den Umgang mit Schwertern gelernt.«
Ich mochte ihn jetzt gleich noch viel lieber, aber nun ging ein laistrygonischer Riese auf meine Mom los. Sie wühlte in einem verlassenen Streifenwagen herum – vielleicht suchte sie den Notruf – und kehrte dem Riesen den Rücken.
»Mom!«, schrie ich.
Sie wirbelte herum, als das Monster sie fast erreicht hatte. Ich hielt das Gerät in ihrer Hand für einen Regenschirm, aber dann riss sie den Abzug zurück und ihr Schuss schleuderte den Riesen an die sieben Meter rückwärts, voll in Nicos Schwert.
»Gut gemacht«, sagte Paul.
»Wann hast du denn schießen gelernt?«, fragte ich.
Meine Mom blies sich die Haare aus dem Gesicht. »Vor ungefähr zwei Sekunden. Percy, wir kommen hier zurecht. Geh!«
»Ja«, sagte Nico zustimmend. »Die Armee übernehmen wir. Du musst Kronos erledigen.«
»Na los, Algenhirn«, sagte Annabeth. Ich nickte. Dann sah ich den Schutthaufen am Straßenrand an. Mein Herz setzte einen Schlag aus. Ich hatte Chiron vergessen. Wie hatte mir das nur passieren können?
»Mrs O’Leary«, sagte ich. »Bitte, Chiron liegt da drunter. Wenn irgendwer ihn ausbuddeln kann, dann du. Such ihn! Hilf ihm!«
Ich weiß nicht, wie viel sie verstanden hatte, aber sie sprang auf den Schutthaufen und fing an zu scharren. Annabeth, Thalia, Grover und ich rannten auf die Fahrstühle zu.
Wir schlagen die Ewige Stadt zu Klump
Die Brücke zum Olymp löste sich gerade in ihre Bestandteile auf. Als wir aus dem Fahrstuhl auf den weißen Marmorübergang traten, öffneten sich vor unseren Füßen sofort Risse.
»Springt!«, sagte Grover, aber er hatte gut reden, schließlich ist er zum Teil eine Bergziege.
Er hüpfte auf den nächsten Steinquader, während der erste sich unter unseren Füßen schräg legte.
»Bei den Göttern, ich habe Höhenangst!«, schrie Thalia, als sie und ich lossprangen, aber Annabeth schaffte es nicht mehr. Sie stolperte und schrie: »Percy!«
Ich packte ihre Hand, als die Steinplatte unter uns abstürzte und zu Staub zerfiel. Eine Sekunde lang dachte ich, Annabeth würde uns beide nach unten reißen; ihre Füße baumelten in der Luft und ihre Hand rutschte ab, bis ich nur noch ihre Finger hielt. Dann packten Grover und Thalia meine Beine und ich fand irgendwie neue Kraft. Annabeth würde nicht abstürzen.