Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #5
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin». Краткое содержание книги:
Unsere Verbündeten waren inzwischen bis zu den Türen des Empire State Building zurückgewichen. Die gesamte feindliche Armee hatte sie umstellt.
Uns blieb keine Wahl. Wir konnten mit keiner weiteren Hilfe rechnen. Annabeth und ich würden den Rückzug antreten müssen, um nicht vom Olymp abgeschnitten zu werden.
Dann hörte ich im Süden ein Dröhnen. Es war nicht gerade ein Geräusch, das man in New York oft hört, aber ich erkannte es sofort: die Räder eines Streitwagens.
Eine Mädchenstimme schrie: »ARES!«
Und ein Dutzend Streitwagen warf sich in die Schlacht. Über jedem wehte ein Banner mit dem Symbol des Eberkopfes. Jeder Wagen wurde von einem Gespann aus Skelettpferden mit Feuermähnen gezogen. Insgesamt dreißig frische Kämpfer, mit funkelnder Rüstung und vor Hass lodernden Augen, senkten im selben Moment ihre Lanzen – und bildeten eine spitze Mauer des Todes.
»Die Kinder des Ares!«, sagte Annabeth verblüfft. »Woher wusste Rachel das?«
Ich hatte keine Antwort für sie. Der Angriff wurde angeführt von einem Mädchen in einer mir bekannten roten Rüstung, ihr Gesicht war von einem Eberkopfhelm verdeckt. Sie hob einen Speer, der vor Elektrizität Funken sprühte. Clarisse war persönlich zu unserer Rettung erschienen. Während die Hälfte ihrer Streitwagen die Monsterarmee angriff, führte Clarisse die anderen sechs geradewegs auf den Drakon zu.
Der Drache bäumte sich auf und warf Mrs O’Leary ab. Mein armer Hund knallte wimmernd gegen eine Mauer. Ich stürzte hin, um ihm zu helfen, aber der Drache wandte sich bereits der neuen Bedrohung zu. Sogar mit nur einem Auge konnte er zwei Wagenlenker lähmen. Sie knallten in eine Reihe von Autos. Die anderen vier Wagen griffen ihn weiter an. Das Monster bleckte die Hauzähne und bekam einen Mundvoll von Speeren aus himmlischer Bronze hineingepfeffert.
»EEEESSSSS!!!!«, kreischte der Drache, was vermutlich drakonisch für »AAAWUUU!!!!« war.
»Ares, zu mir!«, kreischte Clarisse. Ihre Stimme klang schriller als sonst, aber ich nahm an, das lag daran, dass sie kämpfte.
Auf der anderen Straßenseite gaben die sechs Streitwagen den Partyponys neue Hoffnung. Sie galoppierten zum Eingang des Empire State Building und die feindliche Armee war für einen Moment verwirrt.
Inzwischen umzingelten Clarisse’ Wagen den Drakon. Lanzen zersplitterten an den Schuppen des Monsters. Skelettpferde spien Feuer und wieherten. Zwei weitere Wagen kippten um, aber die Kämpfer sprangen einfach wieder auf, zogen die Schwerter und kämpften weiter. Sie hackten Löcher in die Schuppen des Monsters und wichen dem Gift aus, als ob sie das ihr Leben lang trainiert hätten, was natürlich auch der Fall war.
Niemand hätte behaupten können, die Ares-Leute wären nicht mutig. Clarisse war die ganze Zeit an vorderster Front, zielte mit dem Speer auf den Kopf des Drakon und versuchte, ihm das andere Auge auszustechen. Aber jetzt ging die Sache vor meinen Augen schief. Der Drakon verschlang einen Ares-Kämpfer, stieß einen anderen zur Seite und spritzte Gift auf einen dritten, der mit schmelzender Rüstung voller Panik floh.
»Wir müssen ihnen helfen«, sagte Annabeth.
Sie hatte Recht. Ich war vor Staunen erstarrt gewesen. Mrs O’Leary versuchte, sich aufzurappeln, aber dann wimmerte sie wieder. Eine ihrer Pfoten blutete.
»Halt dich zurück, Mädchen«, sagte ich zu ihr. »Du hast schon genug geleistet.«
Annabeth und ich sprangen auf den Rücken des Monsters und rannten in Richtung Kopf, um seine Aufmerksamkeit von Clarisse abzulenken.
Ihre Hüttengenossen warfen Speere und die meisten zerbrachen, aber einige blieben im Maul des Monsters stecken. Der Drakon biss die Zähne zusammen, bis sein Maul ein Brei aus grünem Blut, gelbem schaumigem Gift und zersplitterten Waffen war.
»Du schaffst das«, schrie ich Clarisse zu. »Ein Kind des Ares wird ihn vernichten!«
Durch ihren Helm konnte ich nur ihre Augen sehen – aber ich wusste, dass irgendetwas nicht stimmte. Ihre blauen Augen leuchteten vor Angst. Clarisse sah nie so aus. Und blaue Augen hatte sie auch nicht.
»ARES!«, brüllte sie mit dieser seltsam schrillen Stimme. Sie hob den Speer und griff den Drakon an.
»Nein«, murmelte ich. »WARTE!«
Aber das Monster schaute sie an – fast verachtungsvoll – und spuckte ihr sein Gift direkt ins Gesicht.
Sie schrie auf und stürzte.
»Clarisse!« Annabeth sprang vom Rücken des Monsters und stürzte zu ihr, während die anderen Ares-Camper versuchten, ihre gefallene Hüttenälteste zu beschützen. Ich bohrte Springflut zwischen zwei Schuppen des Ungeheuers und konnte seine Aufmerksamkeit auf mich lenken.
Ich wurde abgeworfen, landete aber auf den Füßen. »NA LOS, du blöder Wurm! Schau mich an!«
In den nächsten Minuten sah ich nur Zähne. Ich zog mich zurück und wich dem Gift aus, aber ich konnte dem Vieh nichts tun.
Aus dem Augenwinkel sah ich einen Streitwagen in der Fifth Avenue landen.
Dann rannte jemand auf uns zu. Eine Mädchenstimme, die vor Kummer zitterte, rief: »NEIN! Ein Fluch auf dich! WARUM?«
Ich wagte einen Blick, aber was ich sah, ergab keinen Sinn. Clarisse lag auf dem Boden, dort, wo sie gelandet war. Ihre Rüstung dampfte vom Gift. Annabeth und die Ares-Camper versuchten, ihr den Helm abzunehmen. Neben ihnen kniete mit vom Weinen geschwollenem Gesicht ein Mädchen in Campkleidung. Und zwar … Clarisse!
Die Gedanken wirbelten nur so durch meinen Kopf. Warum hatte ich das nicht schon längst gesehen? Das Mädchen in Clarisse’ Rüstung war viel dünner und nicht so groß. Aber warum sollte sich irgendwer als Clarisse ausgeben?
Ich war so verblüfft, dass der Drakon mich fast in zwei Teile zerbissen hätte. Ich wich aus und das Vieh bohrte seinen Kopf in eine Klinkerwand.
»WARUM?«, wollte die echte Clarisse wissen und legte die Arme um das andere Mädchen, während die Camper noch immer versuchten, den vom Gift zerfressenen Helm zu entfernen.
Chris Rodriguez sprang aus dem fliegenden Streitwagen und kam angerannt. Er und Clarisse waren offenbar damit aus dem Camp gekommen, auf den Fersen der Ares-Camper, die dem anderen Mädchen gefolgt waren, im Glauben, es sei Clarisse. Aber einen Sinn ergab das noch immer nicht.
Der Drakon zog seinen Kopf aus der Klinkerwand und schrie vor Wut.
»Achtung!«, warnte Chris.
Statt sich zu mir umzudrehen, wirbelte der Drakon herum in die Richtung, aus der Chris’ Stimme gekommen war. Er bleckte vor der Gruppe aus Halbgöttern seine Hauzähne.
Die echte Clarisse sah zum Drakon hoch und ihr Gesicht füllte sich mit purem Hass. Ich hatte diesen Ausdruck erst einmal gesehen: Ihr Vater, Ares, hatte mich so angeblickt, als ich ihm Mann zu Mann im Kampf gegenübergetreten war.
»DU WILLST DEN TOD?«, schrie Clarisse den Drakon an. »NA, DANN KOMM HER!«
Sie entriss einer Gefallenen den Speer. Ohne Rüstung oder Schild ging sie auf den Drakon los.
Ich versuchte, ihr zu Hilfe zu kommen, aber Clarisse war schneller. Sie sprang zur Seite, als das Monster zuschlug und den Boden vor ihr zu Staub zermahlte. Dann sprang sie auf den Kopf des Ungeheuers. Als der hochschnellte, bohrte sie ihm mit solcher Gewalt ihren elektrischen Speer in das heile Auge, dass der Schaft zersplitterte und die gesamte magische Kraft der Waffe entfesselte.
Lichtbögen zischten über dem Kopf des Ungeheuers und die elektrische Ladung ließ es am ganzen Leib erbeben. Clarisse sprang herunter und rollte sich auf dem Bürgersteig in Sicherheit, während Rauch aus dem Schlund des Drakons quoll. Das Fleisch des Drakons löste sich auf und er zerfiel zu einem hohlen Tunnel aus Schuppen.
Wir anderen starrten Clarisse voller Bewunderung an. Ich hatte noch nie gesehen, wie jemand ganz allein ein dermaßen riesiges Monster angriff. Aber Clarisse achtete nicht auf uns. Sie rannte zu der Verwundeten, die ihr die Rüstung gestohlen hatte.
Endlich konnte Annabeth ihr den Helm abnehmen. Wir drängten uns um sie herum: die Ares-Leute, Chris, Clarisse, Annabeth und ich. Die Schlacht auf der Fifth Avenue tobte noch immer, aber für einen Moment gab es nur unseren kleinen Kreis und die Gefallene.