Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #5
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin». Краткое содержание книги:
»Das weiß ich noch.« Ich starrte ihn an und versuchte, mir vorzustellen, dass Dionysos ein liebender Vater sein könnte. Ich fragte mich, wie viele andere Olympier jetzt gerade an ihre Halbgottkinder dachten. »Ich werde mein Bestes tun.«
»Dein Bestes«, murmelte Dionysos. »Na, wenn das kein Trost ist. Geh jetzt. Dir stehen einige böse Überraschungen bevor und ich muss Blinky schlagen!«
»Böse Überraschungen?«
Er machte eine Handbewegung und die Kneipe war verschwunden.
Ich war wieder in der Fifth Avenue. Annabeth hatte sich nicht bewegt. Sie wirkte auch nicht so, als ob sie sich über meine Abwesenheit wunderte oder so.
Sie merkte, dass ich sie anstarrte, und runzelte die Stirn. »Was ist los?«
»Äh … nichts, glaube ich.«
Ich sah mich auf der Straße um und fragte mich, was Mr D wohl mit der bösen Überraschung gemeint haben könnte. Wie viel schlimmer könnte es denn noch werden? Mein Blick blieb an einem ramponierten blauen Auto hängen. Die Motorhaube war übel verbeult, als ob jemand versucht hätte, mit einem Hammer tiefe Krater hineinzuschlagen. Meine Haut prickelte. Warum kam dieser Wagen mir so bekannt vor? Dann ging mir auf, dass es ein Prius war.
Pauls Prius!
Ich jagte die Straße entlang.
»Percy!«, rief Annabeth. »Wo willst du hin?«
Paul saß bewusstlos auf dem Fahrersitz. Meine Mom schnarchte neben ihm. Mein Gehirn kam mir vor wie Brei. Wieso sah ich sie erst jetzt? Sie saßen hier seit über einem Tag im Verkehr fest, um sie herum tobte die Schlacht, und ich hatte sie nicht einmal bemerkt.
»Sie … sie haben sicher dieses blaue Licht am Himmel gesehen.« Ich rüttelte an den Türen, aber die waren verschlossen. »Ich muss sie rausholen.«
»Percy«, sagte Annabeth sanft.
»Ich kann sie nicht hier sitzen lassen!« Ich hörte mich leicht wahnsinnig an. Ich hämmerte auf die Windschutzscheibe. »Ich muss sie rausholen. Ich muss …«
»Percy, warte … warte doch einen Moment.« Annabeth winkte Chiron zu, der eine Ecke weiter mit anderen Zentauren redete. »Wir können den Wagen in eine Seitenstraße schieben, okay? Es passiert ihnen schon nichts.«
Meine Hände zitterten. Nach allem, was ich in den vergangenen Tagen durchgemacht hatte, kam es mir schwach und dumm vor, aber beim Anblick meiner Eltern wäre ich fast zusammengebrochen.
Chiron kam angaloppiert. »Was ist … Ach je. Ich verstehe.«
»Sie haben mich gesucht«, sagte ich. »Meine Mom muss gespürt haben, dass etwas nicht stimmte.«
»Wahrscheinlich«, sagte Chiron. »Aber Percy, es passiert ihnen schon nichts. Und das Beste, was wir für sie tun können, ist, uns auf unsere Aufgabe zu konzentrieren.«
Dann sah ich auf der Rückbank des Prius etwas und mein Herz setzte einen Schlag aus. Hinter meiner Mutter stand, mit einem Sicherheitsgurt befestigt, ein schwarz-weißer griechischer Krug, der fast einen Meter hoch war. Sein Deckel war mit einem Lederriemen gesichert. »Das kann nicht sein«, murmelte ich.
Annabeth presste ihre Hand ans Fenster. »Das ist unmöglich. Den hattest du doch im Plaza gelassen.«
»In einen Safe eingeschlossen«, sagte ich zustimmend.
Chiron entdeckte das Gefäß und machte große Augen. »Das ist doch nicht …«
»Der Krug der Pandora.« Ich erzählte ihm von meinem Gespräch mit Prometheus.
»Dann gehört der Krug dir«, sagte Chiron düster. »Er wird dich verfolgen und alles tun, damit du ihn öffnest, egal, wo du ihn stehen lässt. Er wird immer dann auftauchen, wenn du gerade besonders schwach bist.«
So wie jetzt, dachte ich. Während ich meine hilflosen Eltern ansah.
Ich erinnerte mich, wie Prometheus gelächelt hatte, weil er uns armen Sterblichen doch so gern helfen wollte. Gib die Hoffnung auf, und ich weiß, dass du dich ergibst. Ich verspreche, Kronos wird gnädig sein.
Wut wallte in mir auf. Ich zog Springflut und durchbohrte das Fenster auf der Fahrerseite wie Plastikfolie.
»Wir nehmen den Gang raus«, sagte ich. »Dann schieben wir sie aus der Gefahrenzone. Und schaffen diesen blöden Krug zum Olymp.«
Chiron nickte. »Ein guter Plan. Aber Percy …«
Was immer er sagen wollte – er kam nicht mehr dazu. Ein mechanischer Trommelwirbel wurde in der Ferne immer lauter – das Schrappschrappschrapp eines Hubschraubers.
An einem normalen Montagmorgen in New York wäre das kein Grund zur Aufregung gewesen, aber nach zwei Tagen des Schweigens schien mir ein sterblicher Hubschrauber das Seltsamste, was ich je gehört hatte. Ein paar Ecken weiter brüllte und johlte die Monsterarmee, als der Hubschrauber in Sichtweite kam. Es war ein dunkelrotes ziviles Modell, und auf die Seite war ein hellgrünes Logo gemalt: DE. Die Wörter unter dem Logo waren zu klein, um noch lesbar zu sein, aber ich wusste, was dort stand: DARE ENTERPRISES.
Ich spürte einen Kloß im Hals. Ich schaute zu Annabeth hinüber und konnte ihr ansehen, dass auch sie das Logo erkannt hatte. Ihr Gesicht war so rot wie der Hubschrauber.
»Was will die denn hier?«, fragte Annabeth. »Wie ist sie durch die Sperre gekommen?«
»Wer?« Chiron sah verwirrt aus. »Welche Sterbliche wäre denn töricht genug …?«
Plötzlich kippte der Hubschrauber nach vorn.
»Der Morpheuszauber!«, sagte Chiron. »Der idiotische sterbliche Pilot ist eingeschlafen.«
Ich sah voller Entsetzen zu, wie der Hubschrauber zur Seite abdrehte und auf eine Reihe von Bürobauten zuhielt. Selbst wenn er nicht hineinraste, würden die Götter der Luft ihn vermutlich plattmachen, weil er dem Empire State Building zu nahe gekommen war.
Ich war wie gelähmt, aber Annabeth stieß einen Pfiff aus und Guido der Pegasus kam aus dem Nirgendwo herbeigefegt.
Hier wird ein stattlicher Hengst gewünscht?, fragte er.
»Los, Percy«, knurrte Annabeth. »Wir müssen deine Freundin retten.«
Ein Dieb kommt uns zu Hilfe
Folgendes ist meine Definition von »gar nicht lustig«: mit einem Pegasus auf einen führerlosen Hubschrauber zufliegen. Wenn Guido nicht so ein genialer Flieger gewesen wäre, wären wir zu Konfetti zerhackt worden. Ich hörte Rachel schreien. Aus irgendeinem Grund war sie nicht eingeschlafen, aber ich konnte den Piloten über seinen Geräten hängen sehen, er wurde hin und her geworfen, als der Hubschrauber auf einen Büroblock zuschaukelte.
»Vorschlag?«, fragte ich Annabeth.
»Ihr nehmt Guido und haut ab«, sagte sie.
»Und was hast du vor?«
Als Antwort sagte sie »Hü!« und Guido setzte zum Sturzflug an.
»Runter!«, schrie Annabeth.
Wir streiften fast die Rotoren und ich spürte, wie sie an meine Haaren rissen. Als wir an der Seite des Hubschraubers vorbeijagten, packte Annabeth die Tür.
Und dann ging alles schief.
Guido knallte mit dem Flügel gegen den Hubschrauber. Er sackte ab, mit mir auf dem Rücken, während Annabeth am Hubschrauber baumelte.
Ich hatte solche Angst, dass ich kaum denken konnte, aber als Guido sich um sich selbst drehte, sah ich, wie Rachel Annabeth in den Hubschrauber zog.
»Hoch mit dir«, schrie ich Guido an.
Mein Flügel, stöhnte er. Er ist gebrochen.
»Du kannst es schaffen!« Verzweifelt versuchte ich mich zu erinnern, was Silena uns im Pegasusreitunterricht beigebracht hatte. »Entspann ihn einfach. Breite die Flügel aus und gleite.«
Wir fielen wie ein Stein – voll auf das Straßenpflaster hundert Meter unter uns zu. Im letzten Moment breitete Guido die Flügel aus. Ich sah die Gesichter mehrerer Zentauren, die uns anstarrten. Dann stoppte Guido unseren Sturz, segelte etwa fünfzehn Meter und ließ sich auf das Pflaster fallen, Pegasus über Halbgott.
Au!, stöhnte Guido. Meine Beine. Mein Kopf. Meine Flügel.
Chiron galoppierte mit einem Arztkoffer heran und machte sich an dem Pegasus zu schaffen.
Ich kam auf die Füße. Als ich hochschaute, kroch mein Herz in meine Kehle. Der Hubschrauber würde in wenigen Sekunden mit dem Gebäude zusammenstoßen.