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Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn

Электронная книга - «Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn». Краткое содержание книги:

Möge das Gute siegen! Möge die Liebe siegen! Das grandiose Finale! Katniss gegen das Kapitol! Schwer verletzt wurde Katniss von den Rebellen befreit und in Distrikt 13 gebracht. Doch ihre einzige Sorge gilt Peeta, der dem Kapitol in die Hände gefallen ist. Die Regierung setzt alle daran, seinen Willen zu brechen, um ihn als Waffe gegen die Rebellen einsetzen zu können. Gale hingegen kämpft weiterhin an der Seite der Aufständischen, und das, zu Katniss' Schrecken, ohne Rücksicht auf Verluste. Als sie merkt, dass auch die Rebellen versuchen, sie für ihre Ziele zu missbrauchen, wird ihr klar, dass sie alle nur Figuren in einem perfiden Spiel sind. Es scheint ihr fast unmöglich, die zu schützen, die sie liebt.
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»Ihr werdet der Sache auf bestmögliche Weise dienen«, sagt Plutarch. »Und es ist entschieden worden, dass ihr uns im Fernsehen am meisten nützt. Denkt daran, was für eine Wirkung Katniss hatte, als sie in ihrem Spotttölpelkostüm herumlief. Das hat der Rebellion überhaupt erst den richtigen Dreh gegeben. Merkt ihr, dass sie die Einzige ist, die sich nicht beschwert? Weil sie nämlich die Macht der Bildschirme begreift.«

In Wirklichkeit beschwert Katniss sich nicht, weil sie nicht vorhat, beim »Star-Trupp« zu bleiben, jedoch erkannt hat, dass sie erst mal ins Kapitol muss, bevor sie irgendeinen anderen Plan verfolgen kann. Doch wenn ich jetzt zu nachgiebig bin, könnte das auch verdächtig sein.

»Aber wir tun nicht nur so, als ob, oder?«, frage ich. »Das war echte Talentverschwendung.«

»Keine Sorge«, sagt Plutarch. »Es wird genügend echte Ziele geben, auf die ihr schießen könnt. Aber lasst euch nicht in die Luft jagen. Ich habe genug um die Ohren, auch ohne euch ersetzen zu müssen. Jetzt ab ins Kapitol, und zeigt, was ihr könnt!«

An dem Morgen, als wir ausrücken, verabschiede ich mich von meiner Familie. Zwar erzähle ich nicht, wie sehr die Abwehr des Kapitols an die Waffen in der Arena erinnert, aber allein dass ich in den Krieg ziehe, ist schrecklich genug. Meine Mutter hält mich lange Zeit ganz fest. Ich spüre die Tränen auf ihrer Wange; als ich damals in die Spiele ziehen musste, hat sie sie zurückgehalten. »Mach dir keine Sorgen. Mir kann gar nichts passieren. Ich bin ja noch nicht mal ein richtiger Soldat. Nur eine von Plutarchs Fernsehmarionetten«, beruhige ich sie.

Prim bringt mich bis zur Tür der Krankenstation. »Wie geht es dir?«

»Besser, jetzt, wo du hier bist und Snow dir nichts anhaben kann«, sage ich.

»Wenn wir uns das nächste Mal sehen, sind wir von ihm befreit«, sagt Prim entschlossen. Dann schlingt sie mir die Arme um den Hals. »Pass auf dich auf.«

Ich überlege, ob ich mich noch von Peeta verabschieden soll, komme aber zu dem Schluss, dass es uns beiden nicht guttun würde. Dafür stecke ich die Perle in die Tasche meiner Uniform. Ein Andenken an den Jungen mit dem Brot.

Ein Hovercraft bringt uns ausgerechnet nach Distrikt 12, wo ein provisorischer Verladebahnhof außerhalb des Kampfgebiets errichtet wurde. Diesmal keine Luxuszüge, sondern ein Güterwaggon, rappelvoll mit dunkelgrau uniformierten Soldaten, die mit dem Kopf auf ihren Rucksäcken schlafen. Nach mehreren Reisetagen steigen wir in einem der Tunnel aus, die durch die Berge zum Kapitol führen, und marschieren dann noch sechs Stunden zu Fuß, wobei wir darauf achten, immer auf der grünen Leuchtlinie entlangzugehen, die den sicheren Weg nach oben kennzeichnet.

Wir kommen am Feldlager der Rebellen heraus, das sich über zehn Straßenabschnitte vor dem Bahnhof erstreckt, an dem Peeta und ich auch früher schon angekommen sind. Dort wimmelt es schon von Soldaten. Unserer Gruppe wird eine Stelle zugewiesen, wo wir unsere Zelte aufschlagen können. Schon seit über einer Woche halten die Rebellen dieses Areal. Sie haben die Friedenswächter vertrieben, was Hunderte Menschenleben gekostet hat. Die Truppen des Kapitols haben sich zurückgezogen und weiter im Zentrum der Stadt neu formiert. Zwischen uns liegen, leer und einladend, die Straßen mit den versteckten Sprengladungen. Bevor wir weiter vorrücken können, werden wir erst mal alle Kapseln vernichten müssen.

Mitchell fragt nach Hoverplane-Bombardements, denn wir fühlen uns ziemlich nackt hier auf offenem Feld, aber Boggs sagt, damit sei nicht zu rechnen. Die Luftflotte des Kapitols hier und in Distrikt 2 wurde bei dem Einmarsch größtenteils zerstört. Wenn sie überhaupt noch Hoverplanes haben, werden sie nicht riskieren, dass sie abgeschossen werden. Sie brauchen sie, damit Snow und seine Vertrauten notfalls im letzten Moment in einen Präsidentenbunker flüchten können. Unsere eigenen Hoverplanes wurden nicht mehr eingesetzt, nachdem die Luftabwehr des Kapitols die ersten Angriffswellen stark dezimiert hatte. Dieser Krieg wird auf der Straße geführt werden, er wird hoffentlich nur oberflächlichen Schaden an Verkehrswegen und Gebäuden anrichten und nicht allzu viele Menschenleben fordern. Die Rebellen wollen das Kapitol, so wie das Kapitol seinerzeit Distrikt 13 wollte.

Nach drei Tagen laufen wir in Gruppe 451 Gefahr, vor Langeweile zu desertieren. Cressida und ihr Team filmen uns beim Schießen. Wir gehörten zum Desinformationsteam, erzählen sie uns. Würden die Rebellen Plutarchs Kapseln gezielt abschießen, würde das Kapitol schon nach zwei Minuten merken, dass wir das Hologramm haben. Wir verbringen also viel Zeit damit, Unwichtiges zu zerstören, um sie abzulenken. Hauptsächlich schießen wir Regenbogenglas von den bonbonfarbenen Gebäudefassaden herab. Ich habe den Verdacht, dass sie diese Bilder mit der Zerstörung bedeutender Ziele im Kapitol zusammenschneiden. Ab und zu ist dann doch mal ein richtiger Scharfschütze gefragt. Acht Hände fahren hoch, aber nie fällt die Wahl auf Gale, Finnick oder mich.

»Selber schuld, warum hast du auch so ein Kameragesicht«, sage ich zu Gale. Wenn Blicke töten könnten.

Ich glaube, die wissen nicht so recht, was sie mit uns dreien anfangen sollen, speziell mit mir. Ich habe mein Spotttölpelkostüm dabei, aber bisher haben sie mich nur in Uniform gefilmt. Manchmal schieße ich mit dem Gewehr, manchmal bitten sie mich, Pfeil und Bogen zu benutzen. Es kommt mir so vor, als wollten sie ihren Spotttölpel nicht ganz verlieren, meine Rolle jedoch auf die eines Infanteristen reduzieren. Da es mir egal ist, finde ich es eher amüsant, mir die Diskussionen vorzustellen, die in Distrikt 13 darüber geführt werden.

Während ich mich lauthals beklage, weil wir keine richtigen Einsätze haben, bin ich insgeheim mit meinen eigenen Plänen beschäftigt. Jeder von uns hat einen Stadtplan vom Kapitol bekommen. Die Stadt bildet ein fast vollkommenes Quadrat. Der Plan ist durch Linien in ein Gitternetz aus kleineren Quadraten unterteilt, mit Buchstaben am oberen Rand und Zahlen am linken Seitenrand. Ich schaue es mir ganz genau an, präge mir jede Kreuzung und jede Seitenstraße ein, aber das ist läppisch im Vergleich zu dem, was die Kommandanten machen. Sie arbeiten Plutarchs Hologramm ab. Jeder von ihnen hat einen Handapparat, Holo genannt, der Bilder produziert, wie wir sie in der Kommandozentrale gesehen haben. Sie können jede Stelle in dem Netz heranzoomen und sehen, was für Kapseln dort auf sie warten. Das Holo ist ein rechnerunabhängiges Gerät, eigentlich nur ein besserer Stadtplan, denn es kann weder Signale senden noch empfangen. Aber meiner Papierversion ist es doch haushoch überlegen.

Das Holo wird eingeschaltet, indem ein bestimmter Kommandant seinen Namen nennt. Einmal in Betrieb genommen, reagiert es auch auf die anderen Stimmen in der Truppe. Wenn Boggs also zum Beispiel getötet oder außer Gefecht gesetzt würde, könnte jemand sein Holo übernehmen. Sagt einer aus der Gruppe dreimal hintereinander das Wort Nachtriegel, explodiert das Holo und jagt alles im Umkreis von fünf Metern in die Luft. Das ist eine Sicherheitsmaßnahme für den Fall, dass wir besiegt werden. Es versteht sich von selbst, dass wir sie alle ohne Zögern anwenden würden.

Ich brauche also nur Boggs’ Holo zu klauen, wenn es eingeschaltet ist, und damit zu verschwinden, ehe er es merkt. Aber wahrscheinlich wäre es einfacher, ihm die Zähne zu klauen.

Am vierten Morgen trifft Soldat Leeg 2 eine falsch markierte Kapsel. Sie setzt keinen Schwarm mutierter Mücken frei, worauf die Rebellen vorbereitet sind, sondern lässt einen Pfeilregen niedergehen. Einer der Pfeile trifft Leeg 2 in den Kopf. Noch ehe die Ärzte bei ihr sind, ist sie tot. Plutarch verspricht schnellen Ersatz.

Am nächsten Abend trifft das neue Mitglied unserer Gruppe ein. Ohne Handfesseln und ohne Wärter. Kommt aus dem Bahnhof geschlendert, sein Gewehr schlenkert an dem Gurt, den er über der Schulter trägt. Wir reagieren mit einer Mischung aus Schock, Verwirrung, Abwehr, aber auf Peetas Handrücken prangt ein frischer Stempelaufdruck mit der Nummer 451. Boggs nimmt ihm die Waffe ab und geht telefonieren.

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