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Die Verwandlung. Internationale SF- Erzählungen.

Электронная книга - «Die Verwandlung. Internationale SF- Erzählungen.». Краткое содержание книги:

Herausragende Erzählungen internationaler Autoren, u.a. aus Australien, den USA, Polen und den Niederlanden. Stories, die mit den renommiertesten Preisen des Genres - dem NEBULA und dem HUGO AWARD - ausgezeichnet wurden.
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»Mein Bett ist zu klein.«

»Dabei ist es nicht Ihr Bett, das plötzlich geschrumpft ist.«

»Natürlich nicht.«

»Was verspüren Sie … physisch?«

»Meine Knochen tun mir weh. Mein Kopf scheint zu platzen … Ein Besenstiel stößt dagegen.«

Mit bewußter Kaltherzigkeit starrte der Mann sie an. »Sie täuschen etwas vor …?«

»Aber nein … Ich werde größer, weil Sie das so entschieden haben!«

»Das stimmt nicht ganz. Anfangs hatten wir beschlossen, daß Sie Ihr Gedächtnis wiederfinden sollten. Wenn das von einem Wachstumsphänomen begleitet wird, so ist das ganz und gar ungewöhnlich …«

»Werde ich zu meiner ursprünglichen Körpergröße zurückfinden?«

»Zu Ihrer menschlichen Körpergröße …? Ich weiß nicht.«

»Rufen Sie unverzüglich meine Schöpfer zusammen! Sie können dieses Phänomen erklären …«

»Ihre Väter sind seit langem tot. Man kann nur mit ihren Erben Kontakt aufnehmen …«

»Werde ich mit ihnen sprechen können?«

»Ja. Denn an diesem Punkt geht das Experiment über meinen Einfluß hinaus …«

»Welches Experiment?«

»Ihr neuer Verteidiger erwähnte bereits Ihre Visionen, die uns immer wieder stutzig gemacht haben …«

»Meine Vorahnungen?«

»Ja … Ihretwegen wurde das Projekt der Erschaffung von Zwittern gestoppt.«

»Aus welchen Gründen?«

»Wenn Ihre Vorahnungen stimmen, stachelt der Zwitter die Androiden zur Revolte an, provoziert Aufstände und flieht anschließend mit einer Bande von Kriminellen.«

»Indem er eine Mauer überwindet.«

»Indem er die ionische Mauer überwindet, die wir errichtet haben, um uns vor der Zersetzung der Zeit zu schützen … Der Staat ist stark, doch das Risiko einer Destabilisierung können wir nicht eingehen.«

»Hätte ich mich in eine Maschine verwandelt, welche die Zukunft vorhersagen kann?«

»Ohne unser Wissen.«

»Wer ist der Schatten?«

»Der Anführer. Möglicherweise der neue Adam.«

Der Mann kicherte.

»Ruhen Sie sich jetzt aus«, sagte er leise. »Der Weg ist lang, und die Antworten, die Sie verlangen, übersteigen meine Kompetenz.«

Allmählich wurde sein Bild unscharf und hohl wie das Leichentuch eines Phantoms; am Ende löste es sich gänzlich auf.

Die kleine Eva lag auf dem Bett der Zelle, horchte in ihren wachsenden Körper hinein und achtete nicht auf die Signale der Überlebenscodes, die gegen die dumpfen Schläge des genetischen Maulwurfs ankämpften, der in ihrem künstlichen Fleisch kauerte. Sie spürte, wie ein Kribbeln durch ihr Rückenmark ging. Sie spürte, wie ihre Muskeln sich dehnten, sich zusammenrollten, um anschließend Schwung zu bekommen – die Müdigkeit, verbunden mit dem fatalistischen Gefühl, das angesichts ihrer gegenwärtigen Situation über sie gekommen war, erfüllte sie mit einer Art träger Gleichgültigkeit.

Ihre Erinnerungen bahnten sich einen Weg durch ihr geöffnetes, sprühendes Hirn – sie sah sich über eine gepflasterte Straße gehen, es war vier Uhr morgens, sie war unsicher auf den Beinen und unterhielt sich mit den Männern von der Müllabfuhr. Ging sie nach einer Liebesnacht heim? Einer Nacht mit dem Mann, dem sie in den für sie programmierten Filmen begegnet war?

Handelte es sich um die Vergangenheit? Um die Zukunft? Um Blitzlichter aus der subversiven Zeit?

Sie wußte nichts von einer ionischen Mauer – Algie, die Justizroboter, hatten die Wirklichkeit inszeniert, sie in Träume verwandelt, um sie von diesem Mann, von diesem Schatten zu trennen. Die Ingenieure menschlicher Herkunft hatten sie in Gleichungen verwandelt – sie alle logen! Und der Schatten mit seinem derart menschlichen Kuß würde demnächst ein zeitweiliges Verschwinden der Wirklichkeit nutzen, um sie ihren Wächtern zu entreißen, und dabei, wenn nötig, noch einmal die Mauer überwinden.

Wenn ich schon den Visionen ausgeliefert bin, sagte sie sich, dann soll es wenigstens diese sein …

Originaltiteclass="underline" ›MÉMO-DOULEURS‹ • Copyright© 1983 by Éditions Denoel, Paris • Erstmals erschienen in Jacques Mondoloni, ›Papa 1er‹ • Mit freundlicher Genehmigung des Autors und Dina German, Literarische Agentur, Paris • Copyright © 1996 der deutschen Übersetzung by Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co. KG, München • Aus dem Französischen übersetzt von Gabrielle und Georges Hausemer

Achim StößerDeutschland

VIRULENTE WIRKLICHKEIT

Any sufficiently advanced technology is indistinguishable from magic.[5]

- Arthur C. Clarke

Der Minutenzeiger kroch auf die Null zu, während der Stundenzeiger kurz vor der Dreizehn lauerte.

Alyssa konnte sich kaum noch auf ihre Arbeit konzentrieren, immer wieder haschte ihr Blick nach der Uhr in der Bildschirmecke. Der Sekundenzeiger überholte den Minutenzeiger, doch dieser sprang ihm nach, und gleichzeitig erreichten beide die Null; die Uhr schlug, der Sekundenzeiger lief weiter, während sein größerer Bruder sich ausruhte.

Mittwoch, dreizehn Uhr: Feierabend, Wochenende.

Alyssa beendete die Sitzung, dehnte und reckte sich. Die zwölf Wochenarbeitsstunden gingen nicht mehr so spurlos an ihr vorüber wie früher. Auf dem Terminal meldete die Kücheneinheit, daß das Mittagessen fertig war.

Sie stand auf und schlenderte ins Wohneßzimmer, wo die Vorspeise, ein grüner Salat mit Rapunzeln, Kresse und Keimlingen, bereits auf dem Tisch stand. Sie hatte der Küche die Wahl überlassen, aß lustlos und abwesend; sie war nicht wirklich hungrig.

Das Telefon läutete. »Ja?« sagte Alyssa; Alexander erschien auf dem Bildschirm.

Er nickte grüßend. »Entschuldige, du ißt gerade? Ich habe nicht daran gedacht, daß bei euch erst Mittag ist.«

»Wo bist du? Noch in Wagga Wagga?«

»Nein, nein, in Wollongong. Ein Computerfehler in der Bahnleitzentrale hat ganz New South Wales lahmgelegt. Ich werde frühestens in einer Stunde in Sydney sein, dann bin ich gegen 19:00 Uhr MEZ in Frankfurt.«

»Schade, so spät erst.«

Alexander hob bedauernd die Schultern. »Leider, leider. Noch dazu wird dann für mein Zeitgefühl gerade die Morgendämmerung anbrechen. Nichts zu machen. Bis heute abend, Schatz. Und viel Spaß in Fancy.«

»Wer sagt denn, daß ich nach Fancy gehe?«

»Gehst du nicht, jetzt, wo du die Temps hast?«

»Sicher. Bis bald, und komm gut an.« Alyssa warf ihm eine Kußhand zu, und der Schirm zeigte wieder eine Rousseausche Dschungellandschaft.

Sie schluckte den letzten Bissen der gebackenen Bananen, kratzte ein paar Buchweizenreste zusammen, stand vom Eßtisch auf und ging ins Schlafzimmer.

Auf dem Boden lagen immer noch die alten Databoots und -gloves, die Eyephones, die dem Träger ein bewegtes Stereobild vermittelten, und doch nur noch Spielzeug waren, jetzt, wo sie die Tempatches hatte, funkelnd, glänzend neu. Erst dreimal hatte sie damit Fancy besucht.

Sie machte es sich auf dem Wasserbett bequem und stülpte die Klammer über den Kopf. Die kühlen Kontaktplättchen legten sich an ihre Schläfen, Alphawellen drangen in ihr Gehirn, der Raum um sie verblaßte, und Alyssa wurde Gwendolyn.

Prinzessin Gwendolyns Zimmer war groß und hell, die weichen Teppiche auf dem Boden und an den Wänden leuchteten in bunten Farben. Es wimmelte auf ihnen von Phantasietieren; Gwendolyn mochte einen ganz besonders, auf dem nur schwarz-weiße Fabelwesen abgebildet waren: brütende Skunks; karottenkauende Pandas; ein Pinguinschwarm am Himmel; Zebras, die sich faul auf dicken Ästen räkelten; Elstern, die nach Schwertfischen tauchten; Weißkopfadler und wundertätige Nonnen.

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Jede hinlänglich hochentwickelte Technik ist von Zauberei nicht zu unterscheiden.

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