Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #5
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin». Краткое содержание книги:
Das ist überall, Boss.
Ich entdeckte ein vertrautes silbernes Eulenbanner am Südwestende der Kampfzone, an der 33rd Street beim Park Avenue Tunnel. Annabeth und zwei ihrer Geschwister wehrten einen hyperboreischen Riesen ab.
»Dorthin!«, rief ich Blackjack zu. Er ließ sich auf die Schlacht zufallen.
Ich sprang von seinem Rücken und landete auf dem Kopf des Riesen. Als der Riese aufschaute, rutschte ich an seinem Gesicht herunter und schlug dabei mit dem Schild auf seine Nase ein.
»RAARRRR!« Der Riese taumelte rückwärts und blaues Blut tröpfelte aus seinen Nasenlöchern.
Ich kam auf dem Boden auf und raste in Deckung. Der Hyperboreer stieß eine Wolke aus weißem Nebel aus und die Temperatur sank. Die Stelle, auf der ich gelandet war, war jetzt mit Eis überzogen, und ich war wie ein gezuckerter Donut mit Reif belegt.
»He, du Miststück!«, rief Annabeth. Ich hoffte, dass sie den Riesen meinte und nicht mich.
Der blaue Knabe brüllte und drehte sich zu ihr um, wobei er mir die ungeschützte Rückseite seiner Beine zuwandte. Ich stach zu und traf ihn in der Kniekehle.
»WAAAHHH!« Der Hyperboreer krümmte sich. Ich rechnete damit, dass er herumfahren würde, aber er gefror. Wirklich, er verwandelte sich buchstäblich in festes Eis. Dort, wo ich ihn getroffen hatte, öffnete sich ein Riss in seinem Körper. Er wurde größer und verzweigte sich, bis der Riese zu einem Berg aus blauen Scherben zerfiel.
»Danke.« Annabeth krümmte sich und versuchte, zu Atem zu kommen. »Und das Schwein?«
»Kotelett«, sagte ich.
»Gut.« Sie bewegte die Schulter. Offenbar machte die Wunde ihr noch immer zu schaffen, aber sie sah mein besorgtes Gesicht und verdrehte die Augen. »Mir geht’s gut, Percy. Los, weiter. Es sind noch jede Menge Feinde übrig.«
Sie hatte Recht. An die nächste Stunde erinnere ich mich nur vage. Ich kämpfte wie noch nie zuvor – ich watete durch Legionen von Dracaenae, forderte bei jedem Hieb Dutzende von Telchinen heraus, zerstörte Empusen und schaltete feindliche Halbgötter aus. Aber egal, wie viele ich auch besiegte, immer neue nahmen ihre Plätze ein.
Annabeth und ich rannten von einem Block zum anderen und versuchten, unsere Verteidigung zu verstärken. Zu viele unserer Freunde lagen verwundet in den Straßen. Zu viele waren verschollen.
Als die Nacht kam und der Mond höher stieg, waren wir Schritt für Schritt zurückgewichen und in allen Richtungen nur noch einen Block vom Empire State Building entfernt. Einmal kämpfte Grover neben mir und schlug Schlangenfrauen mit seiner Keule auf den Kopf. Dann verschwand er im Gewühl und ich hatte Thalia an meiner Seite, die die Monster durch die Kraft ihres magischen Schildes vertrieb. Mrs O’Leary sprang aus dem Nirgendwo hervor, packte mit den Zähnen einen laistrygonischen Riesen und warf ihn wie eine Frisbee-Scheibe in die Luft. Annabeth schlich sich mit Hilfe ihrer Tarnkappe hinter die feindlichen Linien. Wo immer ein Monster ohne erkennbaren Grund mit überraschtem Gesicht zu Staub zerfiel, wusste ich, dass Annabeth dahintersteckte.
Aber es reichte einfach nicht.
»Haltet die Stellung«, rief Katie Gardner irgendwo zu meiner Linken.
Das Problem war nur, dass viel zu wenige von uns übrig waren, um irgendetwas zu halten. Der Eingang zum Olymp war keine sieben Meter hinter mir. Ein Ring aus tapferen Halbgöttern, Jägerinnen und Naturgeistern bewachte die Türen. Ich schlug und hackte und zerstörte alles, was mir vor die Nase kam, aber auch ich wurde langsam müde und konnte nicht überall zugleich sein.
Hinter den feindlichen Truppen, einige Blocks weiter nach Osten, leuchtete ein helles Licht auf. Ich hielt es für den Sonnenaufgang, aber dann sah ich, dass Kronos in einem goldenen Wagen auf uns zukam. Ein Dutzend laistrygonischer Riesen schritt mit Fackeln vor ihm her. Zwei Hyperboreer trugen seine schwarz-lila Banner. Der Titanenherrscher sah munter und ausgeruht aus, er befand sich auf dem Höhepunkt seiner Kräfte. Er ließ sich Zeit bei seinem Vormarsch, damit ich mich müde kämpfen konnte.
Neben mir tauchte Annabeth auf. »Wir müssen zurück zur Tür. Und sie um jeden Preis halten.«
Sie hatte Recht. Ich wollte gerade den Rückzug befehlen, als ich das Jagdhorn hörte.
Es durchschnitt den Schlachtenlärm wie ein Feueralarm. Ein Chor von Hörnern antwortete überall um uns herum und hallte von den Häusern in Manhattan wider.
Ich schaute Thalia an, aber die runzelte nur die Stirn.
»Das sind keine Jägerinnen«, versicherte sie mir. »Wir sind alle hier.«
»Wer ist es?«
Die Hörner wurden lauter. Ich wusste wegen des Echos nicht, woher sie genau kamen, aber es klang, als sei eine ganze Armee im Anmarsch.
Ich hatte Angst, es könnten weitere Feinde sein, aber Kronos’ Truppen sahen ebenso verwirrt aus wie wir. Riesen ließen ihre Keulen sinken, Dracaenae zischten. Sogar Kronos’ Ehrengarde sah besorgt aus.
Dann schrien auf unserer Linken hundert Monster wie aus einem Munde auf. Kronos’ gesamte Nordflanke preschte vor. Ich gab uns schon verloren, aber sie griffen gar nicht an. Sie rannten an uns vorbei und stießen mit ihren südlichen Verbündeten zusammen.
Ein neuer Hornstoß zerriss die Nacht. Die Luft schimmerte. Von einer Sekunde zur anderen erschien eine vollständige Kavallerie, wie mit Lichtgeschwindigkeit vorgerückt.
»Yeah, Baby«, schrie eine Stimme. »PARTY!«
Ein Pfeilregen schoss über unsere Köpfe und Hunderte von Dämonen zerfielen zu Staub. Aber es waren keine normalen Pfeile. Sie pfiffen im Vorüberfliegen. Einige waren mit Windrädchen besetzt. Andere hatten Boxhandschuhe anstelle von Pfeilspitzen.
»Zentauren!«, rief Annabeth.
Die Partypony-Armee explodierte in einem Wirbel aus Farben mitten unter uns: Batikhemden, Afroperücken in allen Regenbogenfarben, überdimensionale Sonnenbrillen und Gesichter mit Kriegsbemalung. Einige hatten sich Sprüche auf die Flanken geschrieben, wie ROSSPOWER oder KRONOS GO HOME.
Hunderte von ihnen füllten die Straße. Mein Gehirn konnte nicht alles verarbeiten, was ich da sah, aber ich wusste, wenn ich der Feind wäre, dann würde ich abhauen.
»Percy!«, brüllte Chiron durch das Meer aus wilden Zentauren. Sein Oberkörper steckte in einer Rüstung, er hatte seinen Bogen in der Hand und grinste zufrieden. »Tut mir leid, dass wir so spät kommen!«
»MANN!«, brüllte ein weiterer Zentaur. »Quatscht später. JETZT WERDEN MONSTER GEKLATSCHT!«
Er lud eine doppelläufige Paintball-Pistole und bemalte einen feindlichen Höllenhund knallrosa. Die Farbe war offenbar mit dem Staub von himmlischer Bronze oder etwas Ähnlichem vermischt, denn sowie sie den Höllenhund traf, fiepte das Monster jämmerlich und löste sich zu einer rosa-schwarzen Pfütze auf.
»PARTYPONYS!«, brüllte ein Zentaur. »SÜDFLORIDA!«
Irgendwo auf der anderen Seite des Schlachtfeldes antwortete eine schnarrende Stimme: »ORTSGRUPPE HERZ VON TEXAS!«
»HAWAII MACHT EUCH PLATT«, brüllte ein Dritter.
Ich hatte noch nie etwas so Wunderbares gesehen. Die Titanenarmee machte kehrt und floh, vertrieben von einer Flut aus Paintballs, Pfeilen, Schwertern und Baseballschlägern.
»Stehen bleiben, ihr Idioten«, schrie Kronos. »Bleibt stehen und … argh!«
Er kam nicht weiter, denn ein Hyperboreer war in panischer Angst rückwärtsgestolpert und hatte sich auf Kronos gesetzt. Der Herr der Zeit verschwand unter einem riesigen blauen Hintern.
Wir trieben sie noch einige Blocks weiter, dann brüllte Chiron: »ANHALTEN! Ihr habt’s versprochen, ANHALTEN!«
Das war nicht leicht, aber schließlich wurde der Befehl doch überall unter den Zentauren weitergegeben, und sie traten den Rückzug an und ließen den Feind entkommen.
»Chiron ist clever«, sagte Annabeth und wischte sich den Schweiß vom Gesicht. »Wenn wir sie verfolgen, werden wir zu sehr ausgedünnt. Wir müssen uns neu zusammenschließen.«
»Aber der Feind …«
»Sie sind noch nicht geschlagen«, meinte sie. »Aber die Dämmerung zieht herauf. Zumindest haben wir Zeit gewonnen.«