Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #5
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin». Краткое содержание книги:
Ich zog mich nicht gern zurück, wusste aber, dass sie Recht hatte. Ich sah zu, wie die letzten Telchinen den East River ansteuerten. Widerstrebend drehte ich mich um und lief zum Empire State Building zurück.
Wir grenzten unseren Operationsbereich auf zwei Blocks ein und stellten das Kommandozelt am Empire State Building auf. Chiron erzählte, dass die Partyponys aus fast allen Staaten der USA Abordnungen geschickt hatten. Vierzig aus Kalifornien, zwei aus Rhode Island, dreißig aus Illinois … an die fünfhundert waren seinem Aufruf insgesamt gefolgt, aber auch bei dieser Menge konnten wir nur wenige Blocks verteidigen.
»Meine Fresse«, sagte ein Zentaur namens Larry. Sein T-Shirt identifizierte ihn als GROSSER HÄUPTLING SUPERTYP, ORTSGRUPPE NEW MEXICO. »Das war noch witziger als unser letztes Treffen in Vegas!«
»Auf jeden Fall«, sagte Owen aus South Dakota. Er trug eine schwarze Lederjacke und einen Helm aus dem Zweiten Weltkrieg. »Die haben wir ja wohl plattgemacht.«
Chiron klopfte Owen auf die Schulter. »Das habt ihr gut gemacht, Freunde, aber wir dürfen jetzt nicht übermütig werden. Man sollte Kronos niemals unterschätzen. Warum geht ihr nicht erst mal zum Frühstücken in dieses Lokal an der 33rd Street? Ich habe gehört, dass die Ortsgruppe Delaware dort einen Vorrat an Malzbier gefunden hat.«
»Malzbier!« Sie rannten sich fast gegenseitig über den Haufen, als sie davongaloppierten.
Chiron lächelte. Annabeth umarmte ihn und Mrs O’Leary leckte sein Gesicht.
»Uäääh«, murmelte er. »Das reicht, Töle. Ja, ich freue mich auch, dich zu sehen.«
»Chiron, danke«, sagte ich. »Ihr habt wirklich die Situation gerettet!«
Er zuckte mit den Schultern. »Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat. Zentauren reisen schnell, wie du weißt. Wir können unterwegs den Raum krümmen. Aber dennoch, es war nicht leicht, alle zusammenzubringen. Die Partyponys sind nicht gerade gut organisiert.«
»Wie seid ihr denn durch die magischen Verteidigungslinien um die Stadt gekommen?«, fragte Annabeth.
»Die haben uns ein wenig aufgehalten«, gab Chiron zu. »Aber ich glaube, sie sollten vor allem Sterbliche aussperren. Kronos will nicht, dass schnöde Sterbliche seinen großen Sieg beschmutzen.«
»Dann können vielleicht auch andere Verstärkungstruppen durchkommen«, sagte ich hoffnungsvoll.
Chiron strich sich über den Bart. »Vielleicht, aber wir haben nicht viel Zeit. Sowie Kronos seine Truppen wieder gesammelt hat, wird er erneut angreifen. Ohne das Überraschungselement auf unserer Seite …«
Ich wusste, was er meinte. Kronos war nicht besiegt. Noch längst nicht. Ich hatte gehofft, Kronos sei unter dem Arsch dieses hyperboreischen Riesen zerquetscht worden, aber ich wusste es besser. Er würde zurückkommen, spätestens in der kommenden Nacht.
»Und Typhon?«, fragte ich.
Chirons Gesicht verdunkelte sich. »Die Götter werden müde. Dionysos ist gestern ausgeschaltet worden. Typhon hat seinen Wagen zerschlagen und der Weingott ist irgendwo über den Appalachen abgestürzt. Seither hat ihn niemand gesehen. Auch Hephaistos ist erledigt. Er wurde so hart getroffen, dass er in West Virginia einen neuen See geschaffen hat. Er wird wieder gesund werden, aber nicht schnell genug, um zu helfen. Die anderen kämpfen noch. Sie haben Typhons Vormarsch aufhalten können, aber sie können ihn nicht stoppen. Er wird morgen um diese Zeit in New York eintreffen. Und wenn Typhon und Kronos ihre Truppen erst zusammenschließen …«
»Aber dann haben wir keine Chance«, sagte ich. »Noch einen Tag halten wir nicht durch.«
»Das müssen wir aber«, sagte Thalia. »Ich werde um uns herum ein paar neue Fallen aufstellen.«
Sie sah erschöpft aus. Ihre Jacke war mit Schlamm und Monsterstaub bedeckt, aber irgendwie kam sie auf die Füße und taumelte davon.
»Ich helfe ihr«, entschied Chiron. »Und ich sollte dafür sorgen, dass meine Brüder es mit dem Malzbier nicht übertreiben.«
Ich fand, »übertreiben« fasste das Wesen der Partyponys gut zusammen, aber Chiron trabte davon und Annabeth und ich waren allein.
Sie wischte den Monsterschleim von ihrem Messer. Ich hatte ihr Hunderte von Malen dabei zugesehen, aber ich hatte nie darüber nachgedacht, warum ihr dieses Messer so wichtig war.
»Immerhin geht es deiner Mom gut«, sagte ich vorsichtig.
»Soweit es einem im Kampf gegen Typhon gut gehen kann.« Sie schaute mir in die Augen. »Percy, sogar jetzt, wo die Zentauren da sind, glaube ich langsam …«
»Ich weiß.« Ich hatte das unangenehme Gefühl, dass das hier vielleicht unsere letzte Gelegenheit zum Reden sein könnte, und es kam mir vor, als müsste ich ihr noch eine Million Dinge sagen. »Hör mal, ich hatte da ein paar … ein paar Visionen, die Hestia mir gezeigt hat.«
»Du meinst, von Luke?«
Vielleicht war das einfach geraten, aber ich hatte das Gefühl, dass Annabeth wusste, was ich ihr verschwiegen hatte. Vielleicht hatte ja auch sie Träume gehabt.
»Ja«, sagte ich. »Von dir und Thalia und Luke. Von eurer ersten Begegnung. Und der Begegnung mit Hermes.«
Annabeth schob das Messer zurück in die Scheide. »Luke hat versprochen, dafür zu sorgen, dass mir niemand je wehtut. Er sagte … er sagte, wir würden eine neue Familie sein und die würde besser sein als seine alte.«
Ihre Augen erinnerten mich an die der Siebenjährigen in der Gasse – wütend, verängstigt und voller verzweifelter Sehnsucht nach einem Freund.
»Thalia hat vorhin mit mir gesprochen«, sagte ich. »Sie hat Angst …«
»Dass ich Luke nicht gegenübertreten kann«, sagte Annabeth unglücklich.
Ich nickte. »Aber es gibt noch etwas, das du wissen solltest. Ethan Nakamura glaubt, dass Luke in seinem Körper noch lebt und Kronos vielleicht sogar bekämpft.«
Annabeth versuchte, es zu verbergen, aber ich konnte fast sehen, wie sie in Gedanken die Möglichkeiten durchging und vielleicht neue Hoffnung schöpfte.
»Ich wollte dir das eigentlich nicht sagen«, gab ich zu.
Sie schaute am Empire State Building hoch. »Percy, mein ganzes Leben hatte ich das Gefühl, dass sich alles ändert, dauernd. Ich hatte nie jemanden, auf den ich mich verlassen konnte.«
Ich nickte. Das war etwas, womit die meisten Halbgötter sich identifizieren konnten.
»Ich bin mit sieben weggelaufen«, sagte sie. »Dann glaubte ich, in Luke und Thalia eine Familie gefunden zu haben. Aber die brach fast sofort wieder auseinander. Was ich sagen will, ist … ich finde es schrecklich, wenn ich im Stich gelassen werde, wenn alles immer nur vorübergehend ist. Ich glaube, deshalb möchte ich auch Architektin werden.«
»Um etwas Dauerhaftes zu schaffen«, sagte ich. »Ein Monument, das tausend Jahre überlebt.«
Sie hielt meinem Blick stand. »Ich schätze mal, das klingt wieder nach meiner tödlichen Schwäche.«
Vor Jahren hatte Annabeth mir im Meer der Ungeheuer erzählt, dass ihr größter Fehler die Hybris sei – die Einbildung, alles schaffen zu können. Ich hatte sogar ein wenig von ihrem tiefsten Verlangen gesehen, das ihr durch den Zauber der Sirenen gezeigt worden war. Annabeth hatte sich ihre Eltern zusammen vorgestellt, wie sie vor einem neu aufgebauten und von Annabeth entworfenen Manhattan standen. Luke war auch dort gewesen – auf der Seite der Guten, um sie zu Hause willkommen zu heißen.
»Ich glaube, ich weiß, wie dir zumute ist«, sagte ich. »Aber Thalia hat Recht. Luke hat dich schon so oft verraten. Er war schon vor Kronos schlecht. Ich will nicht, dass er dich noch mal verletzt.«
Annabeth schob die Lippen vor. Ich wusste, sie versuchte, nicht wütend zu werden. »Und du wirst sicher verstehen, dass ich hoffe, du irrst dich vielleicht doch.«
Ich wandte mich ab. Ich hatte das Gefühl, mein Bestes getan zu haben, aber deshalb fühlte ich mich auch nicht besser.
Auf der anderen Seite der Straße hatten die Apollo-Leute ein Feldlazarett eingerichtet, um die Verwundeten zu behandeln – Dutzende von Campern und fast ebenso viele Jägerinnen. Ich sah den Sanitätern bei der Arbeit zu und dachte an unsere geringen Chancen, den Olymp zu halten …