Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Прочее научное » Der Arzt von Stalingrad
Der Arzt von Stalingrad - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Arzt von Stalingrad

Электронная книга - «Der Arzt von Stalingrad». Краткое содержание книги:

Das große Epos der Kriegsgefangenschaft: Mitten in der Hölle des Plenni-lagers sucht ein Arzt die Würde seines Berufs, die Würde des Menschen zu wahren. Vor dem Hintergrund des riesigen Lagers von Stalingrad spielt sich das erregende und erschütternde Geschehen ab. Dem Lagerarzt Dr. Böhler glückt jene legendäre Operation, die mit Windeseile in allen Gefangenenbaracken von Odessa bis Astrachan mythischen Ruhm gewinnt. Bei Petroleumbeleuchtung in einer eisumtosten russischen Bauernkate, mit nichts ausgerüstet als mit einem Drillbohrer, einem Schlosserhammer, einem Stemmeisen und dem alten Taschenmesser eines Landsers, hatte er die komplizierte Schädeloperation gewagt.
Sonderausgabe mit Genehmigung der Lichtenberg Verlag GmbH, München Printed in Western Germany • BK Dieses eBook ist umwelt- und leserfreundlich, da es weder chlorhaltiges Papier noch einen Abgabepreis beinhaltet! ©
FÜR ALLE, DIE NICHT ZURÜCKKEHRTEN FÜR ALLE, VON DEREN SCHICKSAL NIEMAND WEISS...
GEDULD IST DIE KUNST ZU HOFFEN VAUVENARGUES
1 ... 51 52 53 54 55 56 57 58 59 ... 92
Перейти на страницу:

»Ich müßte dich totschlagen«, hatte Dr. Kresin nach den Ohrfeigen gesagt. »Du unvernünftiges, geiles Luder!« Dann hatte er sich in seiner alten Manier die Haare gerauft und gestöhnt. »Die Kasalinsskaja ist nymphoman, jetzt geht es bei der Salja auch damit los! Mein Gott - gibt es denn keine anderen Männer als diese Deutschen? Da fängt man diese Burschen, sperrt sie aus Strafe, weil sie Mütterchen Rußland verwüsteten, ein . und was geschieht? Ihre bloße Anwesenheit macht die russischen Weiber zu Huren!«

Janina lag mit geschlossenen Augen in den Kissen. Tränen rannen ihr über die Wangen.

»Jetzt heult sie auch noch!« brummte Dr. Kresin.

»Sie sind ein Schwein, Doktor! Ich liebe Jens.«

»Das ist im Endeffekt doch immer gleich! Es geht euch doch nur darum.«

»Waren Sie nie jung, Doktor?« schluchzte sie.

»Jung, ja! Aber wir waren anders! Wir lebten damals doch unter Väterchen Zar und nannten unsere Eltern Sie! Wenn wir ein Mädchen küßten, waren wir verlobt ... verflucht noch mal ... die Leichtigkeit, mit der ihr liebt, die Selbstverständlichkeit, mit der ihr euch auf den Rücken legt und den Männern winkt, die haben wir bei Gott nie gekannt! Wir hatten eine Ehre . und wenn wir liebten, dann war es bitter ernst, und wir rückten mit Blumen bei den Eltern an! Das andere, das Abladen der jungen Kraft.«, Kresin lachte auf, »dafür gab es in St. Petersburg genug Mädchen, die für fünf Rubel.«

Janina wandte sich ab. »Sie sind schrecklich. Bitte, gehen Sie!«

»Das werde ich nicht. Ich werde dir Moralpauken halten. Die Ohrfeigen waren nur die Einleitung! Auf Dr. Schultheiß schießen! So ein Blödsinn! Und warum? Warum, du Idiotin?«

»Er hat die deutsche Schwester umarmt und gestreichelt.«

»Er hat . er hat. Bist du mit ihm verheiratet?!«

»Vor Gott - ja.«

Dr. Kresin blieb der Mund offen . verblüfft sah er Janina an. Sie lächelte.

»Was heißt das?« brummte Kresin. »Er hat bei dir geschlafen, was?«

»Ja. Er gehört mir, mir ganz allein! Lippe an Lippe haben wir gelegen und Seite an Seite. Wir haben unseren Atem getrunken und waren wie ein Feuer, das schlackenlos verbrennt.«

»So was«, stöhnte Dr. Kresin. »Wie eine Siebzehnjährige. Eine Nacht ist doch kein Versprechen fürs Leben!«

»Bei uns doch! Bei mir doch!« schrie Janina. »Mit sechzehn hat man mich auf der Komsomolzenschule vergewaltigt . damals haßte ich alle Männer. Worotilow zwang mich in sein Bett, weil er stark war und keine Widerrede duldete. Er zerbrach mich jede Nacht. Aber Jens.« Sie legte sich zurück und sah an die Decke - Glück überzog ihre blassen Züge. »Jens war wie der Frühlingswind, der über die Weizenfelder streicht, der die Wasser kräuselt, der die Bäume rauschen läßt, der die Blumen aus der Erde lockt.«

Dr. Kresin sah Janina mit schiefem Kopf an. Die Unmöglichkeit, mit seinem robusten Sinn dem schwärmerischen Glück Janinas zu folgen, ließ ihn knurren. Er stand von dem Bett auf und nahm die Pistole an sich, die auf dem Boden lag, fachmännisch musterte er sie.

»Amerikanisches Modell. Woher?«

»Ausrüstung als Partisanin! Wir bekamen sie, als die Deutschen Stalingrad genommen hatten.«

»Und so lange trägst du sie mit dir herum?«

»Ja.« Janinas Gesicht verfiel wieder. Es war, als ob jede seelische Regung sich in ihrem Antlitz spiegelte. »Ich wollte mich mit ihr erschießen, wenn ich unheilbar lungenkrank sein würde.«

Dr. Kresin sah die Pistole noch einmal an. Er legte den Sicherungsflügel herum, nachdem er die Waffe entladen hatte. »Hier«, sagte er, indem er ihr die Pistole zuwarf. »Nimm sie wieder. Ich werde dir sagen, wann du sie an die schöne Schläfe setzen kannst.«

»Durch den Mund ist sicherer!« sagte Janina giftig. Sie faßte die Waffe nicht an.

»Gut. Auch durch den Mund. Aber vergiß nicht, vorher noch einmal deinen Jens zu küssen . hinterher wird es unästhetisch!«

Er verließ das Zimmer. Starr saß Janina im Bett.

»Bestie!« sagte sie laut.

Dann warf sie die Pistole in die Ecke.

Dr. Kresin hatte nie darüber gesprochen, wie er auch jetzt mit Dr. Böhler nicht über Sellnow sprach, der nach seiner Ansicht längst nicht mehr unter den Lebenden war.

So wurde es Dezember. Das Weihnachtsfest stand bevor ... in der Stolowaja probten jetzt Orchester, Chor, Solisten. Die Kulissen waren gemalt, die Beleuchtung montiert, der Regisseur schimpfte mit den Darstellern, der Dirigent schnauzte mit den Musikern - einmal warf Peter Fischer sogar seine Trompete hin und schrie sein berühmtes: »Leckt mich am Arsch! Wenn ich auf der Trompete furzen soll, dann soll mir das einer vormachen!« Es war vollendetes Theater mit Krach und Proben, mit Haareraufen und darstellerischen Meisterleistungen. Ab und zu erschien Leutnant Markow in der Sto-lowaja und brüllte: »Stillgestanden!« Dann fuhr alles empor, es wurde Ruhe, man stand stramm, Markow ging von Mann zu Mann, besah sich die Kulissen, spuckte auf die Partitur des Dirigenten und verließ den Saal.

»Daß der noch lebt«, sagte Hans Sauerbrunn. »Der müßte vor Haß schon längst geplatzt sein.«

Karl Georg winkte ab und schraubte an seiner Trommel herum. »Der ist sehr friedlich geworden«, meinte er. »Früher hätte er uns die Instrumente zertreten. Heute spuckt er nur dem Dirigenten aufs Notenblatt. Das ist ein gutes Zeichen.«

Vier Tage vor Weihnachten. Die Arbeitskommandos hatten aus den Wäldern schon Tannen geholt, was Worotilow übersah, denn es lagen von der Division noch keine Bestimmungen vor, ob Weihnachten mit Tannenbäumen gefeiert werden durfte oder nicht. Gottesdienste waren seit einiger Zeit wieder erlaubt, und der kleine, schmalbrüstige, verhungerte Pastor schwankte von Block zu Block und hielt seine Bibelstunden und sonntags in der Stolowaja vor einem Kistenaltar, mit einem Sack als Altardecke und einem rührend roh gezimmerten Kruzifix seinen Gottesdienst. Er wußte nicht, daß ein Kunststudent aus Dresden seit Monaten an den Abenden an einem großen Kruzifix schnitzte, dessen Holz man im Außenlager 81 gesucht hatte.

An diesem vierten Tag vor Weihnachten, als man die Kulissen wieder aufbaute und die Generalprobe steigen sollte, als die letzte Kostümprobe mit Orchester und Beleuchtung unter Krach endete und Peter Fischer laut »Scheiße!« schrie - an diesem Tag kam eine Nachricht in das Lager, die bei der Kasalinsskaja einen Schreikrampf auslöste.

Ein russischer Fahrer, der Verpflegung brachte, hatte Nachricht von Dr. von Sellnow.

Er war nicht tot, wie Dr. Kresin fest annahm, er war nicht einmal in die Sümpfe von Kasymsskoje transportiert worden, sondern er lebte in einem kleinen, bisher unbekannten Schweigelager bei Nish-nij Balykleij, nördlich von Stalingrad, an der Wolga - dort, wo sich der breite Wasserlauf teilte und viele Sandbänke inmitten des russischsten aller Flüsse liegen. In diesem Lager mit der geheimnisvollen Nummer 53/4 lebte er in einer kleinen Baracke, aß gekochte Kartoffelschalen und mußte acht Stunden lang das Eis der Wolga für die Fischer aufhacken, die durch die Eislöcher ihre schmalen Netze zogen.

Die Kasalinsskaja schrie und lachte, weinte und tanzte in einem. Sie war völlig aufgelöst und küßte das Bulldoggengesicht Dr. Kre-sins, fiel Dr. Böhler um den Hals und schloß sich dann in ihrem Zimmer ein, wo man sie laut schluchzen hörte.

Worotilow war zu Dr. Böhler gekommen und hatte sich auf die Kante des Tisches gesetzt. Sein Gesicht war hell und zufrieden.

»Ich kenne Nishnij Balykleij nicht, aber es kann nicht schlimmer sein als Kasymsskoje oder Workuta. Auf jeden Fall ist er in der Nähe. Ich werde versuchen, in Stalingrad mit dem General zu sprechen. Vielleicht können wir ihn einmal besuchen.«

»Man weiß noch nicht, daß Wadislav Kuwakino auf einem Auge blind bleiben wird. Kuwakino weiß es selbst noch nicht . er trägt noch den Verband um den Kopf. Bisher hat keiner gewagt, es ihm zu sagen. Wenn er es erfährt, wird Sellnow erledigt sein. Darüber mache ich mir gar keine Illusionen.«

1 ... 51 52 53 54 55 56 57 58 59 ... 92
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)