Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #5
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin». Краткое содержание книги:
Wenn ihr vom Central Park in die Stadt wollt, dann rate ich euch, nehmt die U-Bahn. Mit einem fliegenden Schwein geht es schneller, ist aber auch viel gefährlicher.
Die Sau jagte am Plaza Hotel vorbei und dann weiter in die Schluchten der Fifth Avenue. Mein genialer Plan war, am Seil hochzuklettern und mich auf den Rücken des Schweins zu setzen. Leider war ich zu sehr damit beschäftigt, Straßenlaternen und Häusern auszuweichen.
Und ich lernte noch etwas: Im Sportunterricht an einem Seil hochzuklettern, mag ja noch gehen. Es ist aber etwas ganz anderes, ein Seil hochzuklettern, das am Flügel eines mit hundertfünfzig Stundenkilometern davonjagenden Schweins befestigt ist.
Wir flogen im Zickzack mehrere Straßen entlang und rasten dann auf der Park Avenue nach Süden.
Boss! He, Boss! Aus dem Augenwinkel sah ich Blackjack, der neben uns herjagte und hin und her schoss, um den Schweineflügeln auszuweichen.
»Pass auf!«, rief ich ihm zu.
Spring auf!, wieherte Blackjack. Ich kann dich auffangen. Glaube ich zumindest!
Das war nicht gerade beruhigend. Direkt vor uns lag die Grand Central Station. Über dem Haupteingang stand die Riesenstatue des Hermes, die vermutlich deshalb nicht aktiviert war, weil sie sich so hoch oben befand. Ich jagte mit halbgottzerschmetterndem Tempo auf ihn zu.
»Bleib in der Nähe«, sagte ich zu Blackjack. »Ich habe eine Idee.«
Ach, ich hasse deine Ideen.
Ich schwang mit aller Kraft nach außen. Statt gegen die Hermes-Statue zu knallen, sauste ich um sie herum und wickelte das Seil unter ihre Arme. Ich dachte, das könnte das Schwein anpflocken, aber ich hatte den Schwung von dreißig Tonnen fliegender Sau unterschätzt. Als das Schwein die Statue vom Sockel riss, ließ ich los. Hermes hob ab und nahm meinen Platz als Schweinepassagier ein, während ich im freien Fall auf die Straße zuraste.
Für den Bruchteil einer Sekunde dachte ich an damals, als meine Mom in einem Süßigkeitenladen in der Grand Central Station gearbeitet hatte. Ich dachte daran, wie übel es sein würde, als Fettfleck auf dem Straßenpflaster zu enden.
Dann jagte ein Schatten unter mich und wusch – schon saß ich auf Blackjacks Rücken. Es war nicht gerade eine sanfte Landung, und als ich »AU!« schrie, war meine Stimme eine Oktave höher als sonst.
Tut mir leid, Boss, murmelte Blackjack.
»Egal«, quietschte ich. »Folg diesem Schwein!«
Das Schwein war an der East 42nd Street nach rechts abgebogen und hielt jetzt auf die Fifth Avenue zu. Als es über die Dächer stieg, konnte ich hier und da in der Stadt Feuer sehen. Offenbar ging es bei meinen Freunden übel zur Sache. Kronos griff an mehreren Fronten an. Aber für den Moment hatte ich meine eigenen Probleme.
Die Hermes-Statue hing noch immer am Seil. Sie knallte gegen ein Haus nach dem anderen und drehte sich um sich selbst. Als das Schwein über ein Bürohaus hinwegfegte, durchpflügte Hermes einen Wassertank auf dem Dach und ließ Wasser und Holzstücke aufstieben.
»Dichter ran«, sagte ich zu Blackjack.
Er wieherte abwehrend.
»Nur in Rufweite«, sagte ich. »Ich muss mit der Statue reden.«
Jetzt bist du ja wohl endgültig durchgedreht, Boss, sagte Blackjack, gehorchte aber. Als ich dicht genug dran war, um das Gesicht der Statue deutlich zu sehen, schrie ich: »Hallo, Hermes! Befehlsfolge: Dädalus 23. Fliegende Schweine killen. Aktivierung starten.«
Sofort bewegte die Statue ihre Beine. Sie wirkte verwirrt angesichts der Tatsache, dass sie nicht mehr auf der Grand Central Station stand, sondern stattdessen hinter einer geflügelten Sau durch die Luft sauste. Die Statue bretterte durch die Seitenwand eines Klinkergebäudes, was offenbar ihren Zorn erregte. Sie schüttelte den Kopf und fing an, die Leine hochzuklettern.
Ich schaute auf die Straße hinunter. Wir hatten fast die Bibliothek erreicht, deren Treppe von riesigen Marmorlöwen flankiert wurde. Plötzlich kam mir ein bizarrer Gedanke: Konnten wohl auch Steinstatuen Automaten sein? Es kam mir arg weit hergeholt vor, aber …
»Schneller«, sagte ich zu Blackjack. »Du musst das Schwein überholen. Und es anpöbeln.«
Äh, Boss …
»Verlass dich auf mich«, sagte ich. »Ich weiß, was ich tue … glaube ich.«
Aber klar doch. Mit mir kann man’s ja machen.
Blackjack jagte durch die Luft. Er konnte verdammt schnell fliegen, wenn er wollte. Er überholte das Schwein, auf dessen Rücken jetzt ein metallener Hermes saß.
Blackjack wieherte. Du riechst nach Schinken! Er trat dem Schwein mit seinen Hinterhufen gegen die Schnauze und legte einen Sturzflug hin. Das Schwein schrie vor Wut und nahm die Verfolgung auf.
Wir jagten auf die Vordertreppe der Bibliothek zu. Blackjack bremste kurz, um mich abspringen zu lassen, dann flog er weiter zum Haupteingang.
Ich schrie: »Löwen! Befehlsfolge: Dädalus 23. Fliegende Schweine killen. Aktivierung starten!«
Die Löwen standen auf und sahen mich an. Vermutlich dachten sie, das sollte ein Witz sein. Aber dann: »WIIIIIEEK!«
Das riesige rosa Schweinemonster landete mit einem Knall und ließ den Bürgersteig bersten. Die Löwen starrten es an, konnten ihr Glück gar nicht fassen und griffen an. Sie hatten üble Krallen. Im selben Moment sprang ein ziemlich mitgenommener Hermes auf den Kopf der Sau und schlug erbarmungslos mit seinem Caduceus auf sie ein.
Ich zog Springflut, aber es gab für mich nichts mehr zu tun; die Sau löste sich vor meinen Augen auf. Fast tat sie mir leid. Ich hoffte, sie würde unten im Tartarus den Eber ihrer Träume treffen.
Als das Monster vollkommen zu Staub zerfallen war, schauten die Löwen und die Hermes-Statue sich verwirrt um.
»Jetzt könnt ihr Manhattan verteidigen«, sagte ich zu ihnen, aber das schienen sie nicht gehört zu haben. Sie rannten die Park Avenue hinab, und ich befürchtete, sie würden weiter nach fliegenden Schweinen Ausschau halten, bis irgendwer sie deaktivierte.
He, Boss, sagte Blackjack. Können wir eine Donut-Pause einlegen?
Ich wischte mir den Schweiß von der Stirn. »Zu gern, Großer, aber der Kampf läuft noch.«
Ich konnte sogar hören, dass er näher kam. Meine Freunde brauchten Hilfe. Ich sprang auf Blackjacks Rücken und wir flogen nach Norden, dem Lärm der Explosionen entgegen.
Chiron schmeißt eine Party
Die Stadt war ein einziges Kriegsgebiet. Überall überflogen wir kleinere Scharmützel. Ein Riese riss im Bryant Park Bäume aus, während Dryaden ihn mit Nüssen bewarfen. Vor dem Waldorf-Astoria verprügelte eine Bronzestatue von Benjamin Franklin einen Höllenhund mit einer aufgerollten Zeitung. Drei Hephaistos-Kinder bekämpften mitten im Rockefeller Center ein Dracaenae-Geschwader.
Ich wäre gern gelandet um ihnen zu helfen, aber Rauch und Lärm sagten mir, dass die Hauptkämpfe weiter südlich stattfanden. Unsere Verteidigungslinien brachen zusammen. Der Feind näherte sich dem Empire State Building.
Wir drehten eine rasche Runde über der Umgebung. Die Jägerinnen hatten eine Verteidigungslinie auf der 37th Street aufgebaut, nur drei Blocks nördlich vom Olymp. Im Osten auf der Park Avenue führten Jake Mason und einige andere Hephaistos-Kinder eine Armee aus Statuen gegen den Feind. Im Westen hatten die Demeter-Hütte und Grovers Naturgeister die Sixth Avenue in einen Dschungel verwandelt, der eine Schwadron von Kronos’ Halbgöttern aufhielt. Der Süden war für den Moment gesichert, aber die Flanken der feindlichen Armee beschrieben einen Bogen. Noch einige Minuten, und wir würden gänzlich umzingelt sein.
»Wir müssen da landen, wo sie uns am meisten brauchen«, murmelte ich.