Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn
- Автор: Коллинз Сьюзен
- Язык: немецкий
- Жанр: Любовно-фантастические романы
Электронная книга - «Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn». Краткое содержание книги:
»Wird sie aber nicht. Ist doch Geheimsache. Muss es sein«, sage ich. »Außerdem ist es ja nicht genau das Gleiche wie die Spiele. Es können mehrere überleben. Wir reagieren nur deshalb so heftig, weil … na ja, du weißt schon, warum. Du gehst aber trotzdem, oder?«
»Klar. Ich will Snow genauso fertigmachen wie du.«
»Es wird nicht so sein wie bei den anderen Spielen«, sage ich entschieden, denn ich will mich selbst überzeugen. Dann dämmert mir der eigentliche Reiz der Situation. »Diesmal spielt auch Snow mit.«
Bevor wir noch etwas sagen können, taucht Haymitch auf. Er war nicht auf der Versammlung, er hat andere Sorgen. »Johanna ist wieder auf der Station.«
Ich hatte gedacht, Johanna hätte wie ich ihre Prüfung bestanden und wäre nur nicht den Scharfschützen zugeteilt worden. Ihre Stärke ist das Axtschleudern, mit dem Gewehr dagegen ist sie nur durchschnittlich. »Wieso, was ist los? Hat sie sich verletzt?«
»Es ist im Block passiert. Ihr wisst ja, dort versuchen sie, die Schwächen eines Soldaten herauszukitzeln. Bei ihr haben sie die Straße geflutet«, sagt Haymitch.
Das verstehe ich nicht. Johanna kann doch schwimmen. Jedenfalls meine ich mich daran zu erinnern, dass sie beim Jubel-Jubiläum ein bisschen geschwommen ist. Natürlich nicht wie Finnick, aber mit ihm kann sich keiner von uns messen. »Na und?«
»So wurde sie im Kapitol gefoltert. Sie haben sie nass gemacht und dann mit Elektroschocks gequält«, sagt Haymitch. »Und im Block hatte sie dann eine Art Dejá-vu. Vor lauter Panik wusste sie nicht mehr, wo sie war. Sie bekommt jetzt wieder Beruhigungsmittel.« Finnick und ich stehen nur da, es hat uns die Sprache verschlagen. Jetzt fällt mir ein, dass Johanna nie duscht. Und wie sie sich einmal bei den Übungen zwingen musste, hinaus in den Regen zu gehen, als käme nicht Wasser, sondern Säure vom Himmel. Und ich hatte das auf den Morfix-Entzug geschoben.
»Es wäre gut, wenn ihr beide sie besuchen würdet«, sagt Haymitch. »Wenn sie überhaupt so etwas wie Freunde hat, dann euch zwei.«
Was für eine schreckliche Vorstellung. Ich weiß ja nicht, was für ein Verhältnis Finnick zu Johanna hat. Ich jedenfalls kenne sie kaum. Keine Verwandten. Keine Freunde. Nicht mal ein Andenken aus 7, das sie zu der Einheitskleidung in ihre anonyme Schublade legen könnte. Nichts.
»Ich geh mal lieber gleich zu Plutarch und erzähle es ihm«, sagt Haymitch. »Das wird ihm gar nicht gefallen. Er möchte für die Kameras möglichst viele Sieger im Kapitol haben. Das macht sich im Fernsehen besser, meint er.«
»Kommst du auch mit, und Beetee?«, frage ich.
»Möglichst viele junge, attraktive Sieger«, verbessert sich Haymitch. »Soll heißen: Nein, wir bleiben hier.«
Finnick marschiert sofort hinunter zu Johanna, während ich noch ein paar Minuten draußen herumstehe und auf Boggs warte. Ich unterstehe jetzt seinem Kommando, also muss ich mich wohl an ihn wenden, wenn ich irgendwelche Extrawünsche habe. Als ich ihm erzähle, was ich vorhabe, stellt er mir eine Ausgangserlaubnis aus, mit der ich während der Besinnungsstunde in den Wald darf, vorausgesetzt, dass ich in Sichtweite der Wachen bleibe. Schnell laufe ich in meine Wohneinheit, überlege, ob ich den Fallschirm mitnehmen soll, aber es hängen zu viele schreckliche Erinnerungen daran. Stattdessen gehe ich über den Flur und nehme eine der großen weißen Kompressen, die ich aus 12 mitgebracht habe. Quadratisch, reißfest, genau das, was ich brauche.
Im Wald suche ich eine Kiefer und streife mehrere Handvoll Nadeln von den Zweigen. Nachdem ich einen ordentlichen Haufen auf der Kompresse gesammelt habe, hebe ich sie an den Seiten hoch, verdrehe die Ecken miteinander und binde sie mit einer Ranke zusammen, sodass ich ein apfelgroßes Bündel habe.
An der Tür des Krankenzimmers bleibe ich einen Augenblick in der Tür stehen und betrachte Johanna. Mir wird bewusst, dass sie hauptsächlich durch ihre schroffe Art so aggressiv wirkt. Dahinter verbirgt sich eine zerbrechliche junge Frau, die mit weit aufgerissenen Augen gegen die betäubende Wirkung der Medikamente kämpft. Voller Angst davor, was der Schlaf bringen könnte. Ich gehe zu ihr und reiche ihr das Bündel.
»Was ist das?«, fragt sie heiser. Ihre Haare sind feucht und stehen über der Stirn wie Stacheln ab.
»Das hab ich für dich gemacht. Etwas, das du in deine Schublade legen kannst.« Ich lege es ihr in die Hände. »Riech mal.«
Sie hält das Bündel an die Nase und schnuppert vorsichtig. »Riecht nach zu Hause.« Tränen steigen ihr in die Augen.
»Das hatte ich gehofft. Wo du doch aus 7 stammst«, sage ich. »Weißt du noch, als wir uns zum ersten Mal gesehen haben? Da warst du ein Baum. Jedenfalls für kurze Zeit.«
Plötzlich packt sie mit eisernem Griff mein Handgelenk. »Katniss, du musst ihn töten.«
»Keine Sorge.« Ich widerstehe dem Impuls, mich zu befreien.
»Schwör es. Bei etwas, das dir wichtig ist«, sagt sie.
»Ich schwöre es. Bei meinem Leben.« Doch sie lässt meinen Arm nicht los.
»Beim Leben deiner Familie«, verlangt sie.
»Beim Leben meiner Familie«, sage ich. Von meinem Überlebenswillen ist sie wohl nicht richtig überzeugt. Jetzt lässt sie mich los und ich reibe mir das Handgelenk. »Was glaubst du denn, weshalb ich da unbedingt hinwill, du Dummchen?«
Da lächelt sie sogar ein bisschen. »Ich musste es einfach hören.« Sie drückt sich das Bündel mit Kiefernnadeln an die Nase und schließt die Augen.
Die restlichen Tage vergehen wie im Flug. Nach einem kurzen morgendlichen Aufwärmprogramm verbringe ich den ganzen Tag mit meiner Gruppe auf dem Schießplatz. Meistens übe ich mit dem Gewehr, doch eine Stunde am Tag ist für das Training mit den Spezialwaffen vorgesehen. Das heißt, ich kann mit meinem Spotttölpelbogen üben und Gale mit seinem schweren, für militärische Zwecke umfunktionierten Bogen. Der Dreizack, den Beetee für Finnick entwickelt hat, besitzt zahlreiche Sonderfunktionen, aber das Beste ist, dass Finnick ihn werfen und wieder zurückholen kann, indem er auf einen Knopf an einer Metallmanschette drückt, die er am Handgelenk trägt.
Manchmal schießen wir auf Friedenswächter-Puppen, um uns mit den Schwächen ihrer Schutzausrüstung vertraut zu machen. Mit den wunden Punkten sozusagen. Trifft man ungeschützte Haut, spritzt das unechte Blut nur so. Unsere Puppen sind rot getränkt.
Es ist beruhigend zu sehen, wie treffsicher alle aus unserer Gruppe sind. Außer Finnick und Gale gehören noch fünf Soldaten aus 13 dazu. Jackson, eine Frau mittleren Alters und Boggs’ Stellvertreterin, wirkt etwas schwerfällig, trifft jedoch Ziele, die wir anderen ohne Zielfernrohr nicht einmal sehen. Sie ist weitsichtig, wie sie sagt. Dann sind da die Schwestern Leeg, beide in den Zwanzigern, die wir Leeg 1 und Leeg 2 nennen. In Uniform sehen sie sich so ähnlich, dass ich sie nicht auseinanderhalten kann, bis mir auffällt, dass Leeg 1 eigenartige gelbe Flecken in den Augen hat. Zwei ältere Männer, Mitchell und Homes, reden nicht viel, können einem jedoch aus fünfzig Metern Entfernung den Staub von den Schuhen schießen. Ich sehe andere Gruppen, die auch ziemlich gut sind, und verstehe nicht ganz, warum wir einen Sonderstatus haben. Bis zu dem Morgen, an dem Plutarch zu uns kommt.
»Gruppe vier-fünf-eins, ihr seid für einen Sonderauftrag ausgewählt worden«, sagt er. Ich beiße mir auf die Lippe, in der verrückten Hoffnung, dass es der Auftrag ist, Snow zu töten. »Wir haben jede Menge Scharfschützen, Kamerateams dagegen sind recht knapp. Deshalb haben wir euch acht dazu auserkoren, unser Star-Trupp zu sein. Ihr werdet die Gesichter auf dem Bildschirm sein, die den Einmarsch begleiten.«
Enttäuschung, Schock und schließlich Wut machen sich in der Gruppe breit. »Soll das heißen, dass wir am eigentlichen Kampf gar nicht beteiligt sind?«, fragt Gale schroff.
»Ihr werdet kämpfen, aber vielleicht nicht immer an vorderster Front. Falls man bei einem solchen Krieg überhaupt eine Front ausmachen kann«, sagt Plutarch.
»Das will keiner von uns.« Auf Finnicks Bemerkung folgt zustimmendes Gemurmel, nur ich bleibe still. »Wir werden kämpfen.«