Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #5
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin». Краткое содержание книги:
»AHHHHH!« Die Wellen schlugen über Hyperion zusammen, er ging unter und sein Licht wurde gelöscht.
Ich landete auf der Seeoberfläche, als Hyperion gerade wieder auf die Füße kam. Seine goldene Rüstung war triefnass und seine Augen loderten nicht mehr, sahen aber weiterhin mörderisch aus.
»Du wirst brennen, Jackson«, brüllte er.
Wieder trafen unsere Schwerter aufeinander, und die Luft lud sich mit Ozon auf.
Überall um uns herum tobte noch immer die Schlacht. An der rechten Flanke führte Annabeth mit ihren Geschwistern einen Angriff an. Auf der linken schlossen Grover und seine Naturgeister sich wieder zusammen und umwickelten die Feinde mit Büschen und Unkraut.
»Genug gespielt«, sagte Hyperion zu mir. »Wir kämpfen an Land.«
Ich wollte schon so etwas Kluges wie »nein« von mir geben, als der Titan einen Schrei ausstieß. Eine Wand aus Kraft stieß mich durch die Luft – genau wie es Kronos auf der Brücke getan hatte. Ich wurde an die dreihundert Meter rückwärtsgeschleudert und knallte auf den Boden. Ohne meine Unverwundbarkeit wäre jeder Knochen in meinem Körper gebrochen.
Stöhnend kam ich auf die Füße. »Ich finde eure Titanentricks einfach zum Kotzen.«
Hyperion kam mit unfassbarer Geschwindigkeit auf mich zu.
Ich konzentrierte mich auf das Wasser und zog daraus Kraft.
Hyperion griff an. Er war stark und schnell, konnte aber keinen Treffer landen. Der Boden um seine Füße loderte immer wieder auf, doch ebenso rasch löschte ich das Feuer.
»Aufhören«, brüllte der Titan. »Hör auf mit dem Wind!«
Ich wusste nicht so recht, was er meinte; ich war zu sehr mit Kämpfen beschäftigt.
Hyperion stolperte, als werde er weggestoßen. Wasser traf ihn im Gesicht und ließ seine Augen brennen. Der Wind wurde stärker und Hyperion taumelte rückwärts.
»Percy«, rief Grover überrascht. »Wie machst du das denn?«
Wie mach ich was?, dachte ich.
Dann schaute ich nach unten und sah, dass ich mitten in meinem eigenen persönlichen Hurrikan stand. Wolken aus Wasserdampf wirbelten um mich herum, Winde, so mächtig, dass sie Hyperion zurückwarfen und in einem Umkreis von zwanzig Metern das Gras platt machten. Feindliche Krieger warfen ihre Speere nach mir, aber der Sturm wirbelte sie zur Seite.
»Super«, murmelte ich. »Aber da geht noch was!«
Blitze flackerten um mich herum. Die Wolken wurden dunkler und der Regen wirbelte immer schneller. Ich erreichte Hyperion und warf ihn zu Boden.
»Percy!«, schrie Grover wieder. »Schmeiß ihn hier rüber!«
Ich ließ mich von meinen Reflexen leiten und schlug und stach. Hyperion konnte sich nur mit Mühe verteidigen. Seine Augen versuchten immer wieder, sich zu entzünden, aber der Hurrikan löschte die Flammen.
Allzu lange würde ich einen solchen Sturm aber nicht in Gang halten können. Ich spürte, wie meine Kräfte nachließen. Mit einer letzten Kraftanstrengung schleuderte ich Hyperion quer über das Schlachtfeld, dorthin, wo Grover schon wartete.
»Ich lasse nicht mit mir spielen!«, brüllte Hyperion.
Er kam wieder auf die Füße, aber Grover hob seine Rohrflöte an die Lippen und begann zu spielen. Leneus schloss sich ihm an. Überall im Wald stimmten die Satyrn in die Weise ein, eine fröhliche Melodie, wie ein Bach, der über Steine fließt. Der Boden vor Hyperions Füßen sprang auf. Knotige Wurzeln wickelten sich um seine Beine.
»Was ist das?«, rief er empört. Er versuchte, die Wurzeln abzuschütteln, aber er war noch immer geschwächt. Die Wurzeln wurden dicker, bis es aussah, als trüge er hölzerne Stiefel.
»Aufhören!«, brüllte er. »Eure Waldmagie ist einem Titanen nicht gewachsen!«
Aber je mehr er zappelte, umso rascher wuchsen die Wurzeln. Sie rankten sich um seinen Leib, wurden dicker und härter. Die goldene Rüstung verschmolz mit dem Holz und wurde zum Teil eines riesigen Stammes.
Die Musik erklang weiter. Hyperions Truppen wichen überrascht zurück, als ihr Anführer vom Wald absorbiert wurde. Er streckte die Arme aus und sie wurden zu Ästen, aus denen Zweige hervorsprangen und Blätter wuchsen. Der Baum wurde größer und dicker, bis nur noch das Gesicht des Titanen mitten im Stamm zu sehen war.
»Ihr könnt mich nicht einsperren!«, brüllte er. »Ich bin Hyperion! Ich bin …«
Die Rinde schloss sich über seinem Gesicht.
Grover ließ die Flöte sinken. »Du bist ein sehr schöner Ahornbaum.«
Einige der anderen Satyrn fielen vor Erschöpfung in Ohnmacht, aber sie hatten gute Arbeit geleistet. Der Obertitan war vollständig von dem riesigen Ahornbaum umschlossen. Der Stamm hatte einen Umfang von fast sieben Metern und seine Äste waren dicker als die aller anderen Bäume im Park. Der Baum sah aus, als stünde er dort seit Jahrhunderten.
Die Armee des Titanen trat den Rückzug an. Die Athene-Hütte brach in Jubel aus, aber unser Sieg war nur von kurzer Dauer.
Denn nun ließ Kronos seine Überraschung von der Leine.
»WIIIIIIIIEK!«
Der Schrei hallte im gesamten Norden Manhattans wider. Halbgötter und Monster erstarrten gleichermaßen vor Entsetzen.
Grover warf mir einen panischen Blick zu. »Wieso klingt das wie … das kann nicht sein!«
Ich wusste, was er dachte. Zwei Jahre zuvor hatte Pan uns ein »Geschenk« gemacht – einen riesigen Wildeber, der uns durch den Südwesten getragen hatte (nachdem er vorher versucht hatte, uns umzubringen). Der Eber hatte ähnlich gequiekt, aber was wir jetzt hörten, wirkte höher, schriller, fast so … fast so, als ob der Eber eine wütende Freundin hätte.
»WIIIIIIIIEK!« Eine riesige rosa Kreatur tauchte über dem Stausee auf – ein albtraumhafter Riesenkarnevalswagen mit Flügeln!
»Eine Sau!«, rief Annabeth. »In Deckung!«
Die Halbgötter sprangen auseinander, als die geflügelte Schweinedame sich fallen ließ. Ihre Flügel waren rosa wie die eines Flamingos und passten wunderbar zu ihrer Haut, aber es war trotzdem schwer, sie niedlich zu finden, als ihre Hufe auf den Boden aufknallten und eins von Annabeths Geschwistern nur um Haaresbreite verpassten. Das Schwein trampelte umher und riss einen halben Hektar Wald um, während es eine Wolke aus giftigen Gasen ausrülpste. Dann hob es wieder ab und kreiste über uns in der Luft.
»Erzähl mir bloß nicht, dass dieses Viech aus der griechischen Mythologie stammt«, beschwerte ich mich.
»Ich fürchte, doch«, sagte Annabeth. »Die krommyonische Sau. Sie hat damals griechische Ortschaften terrorisiert.«
»Lass mich raten«, sagte ich, »Herkules hat sie besiegt.«
»Nix da«, sagte Annabeth. »Soviel ich weiß, hat kein Held sie je besiegt.«
»Na toll«, murmelte ich.
Die Titanenarmee erholte sich von ihrem Schock. Vermutlich war ihnen aufgegangen, dass das Schwein es nicht auf sie abgesehen hatte.
Uns blieben nur Sekunden, ehe sie wieder losschlagen würden, und unsere Truppen waren noch immer in Panik. Jedesmal, wenn die Sau rülpste, wimmerten Grovers Naturgeister auf und zogen sich in ihre Bäume zurück.
»Dieses Schwein muss weg.« Ich entriss einem von Annabeths Geschwistern seinen Fanghaken. »Das übernehme ich. Ihr haltet die übrigen Feinde auf. Schlagt sie zurück!«
»Aber Percy«, sagte Grover. »Was, wenn wir das nicht schaffen?«
Ich sah, wie müde er war. Die Magie hatte ihn wirklich ausgelaugt. Annabeth, die mit einer üblen Schulterverletzung kämpfte, wirkte auch nicht viel fitter. Und ich wusste nicht, was die Jägerinnen machten, denn jetzt befand sich die rechte Flanke des Feindes zwischen ihnen und uns.
Ich wollte meine Freunde in dieser schlechten Form nur ungern alleinlassen, aber die Sau war im Moment die größte Bedrohung. Sie würde alles zerstören: Häuser, Bäume, schlafende Sterbliche. Sie musste aufgehalten werden.
»Zieht euch zurück, wenn es sein muss«, sagte ich. »Aber versucht, sie wenigstens zu verlangsamen. Ich bin, so schnell ich kann, wieder da.«
Ehe ich mir die Sache anders überlegen konnte, schwenkte ich den Fanghaken wie ein Lasso. Als die Sau zum nächsten Angriff herabstieß, warf ich ihn aus. Er verfing sich am Schweineflügel. Das Schwein kreischte vor Wut und flog schlingernd davon, wobei es das Seil mit mir gen Himmel riss.