Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #5
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin». Краткое содержание книги:
»Du wirst jeden brauchen, den du kriegen kannst«, sagte sie. »Ich habe eben in meinen Schild geschaut. Da ist eine Armee …«
»Die nach Süden in den Central Park vorrückt«, sagte ich. »Ja, ich weiß.«
Ich erzählte ihr einen Teil meiner Träume. Ich ließ die Vision von May Castellan aus, weil ich nicht darüber reden wollte, und sagte auch nichts über Ethans Vermutung, dass Luke in seinem Körper gegen Kronos kämpfte. Ich wollte Annabeth keine falschen Hoffnungen machen.
»Glaubst du, Ethan ahnt etwas von deiner schwachen Stelle?«, fragte sie.
»Ich weiß nicht«, gab ich zu. »Er hat Kronos nichts gesagt, aber wenn er es herausfindet …«
»Das dürfen wir nicht zulassen.«
»Ich werde ihm nächstes Mal härter auf den Kopf schlagen«, schlug ich vor. »Irgendeine Vorstellung, von was für einer Überraschung Kronos da geredet hat?«
Sie schüttelte den Kopf. »Ich habe im Schild nichts gesehen, aber ich kann Überraschungen nicht leiden.«
»Ich auch nicht.«
»Also«, sagte sie. »Willst du noch immer mit mir darüber streiten, ob ich mitkomme?«
»Nö. Du würdest mich ja doch nur zusammenschlagen.«
Sie brachte ein Lachen zustande, und es tat gut, das zu hören. Ich packte mein Schwert und wir gingen hinaus, um unsere Streitmacht zusammenzurufen.
Thalia und die Hüttenältesten warteten am See im Park auf uns. Die Lichter der Stadt leuchten in der Dämmerung auf. Ich nahm an, dass viele Lampen eine Zeitschaltung hatten. Straßenlaternen brannten am Seeufer und ließen Wasser und Bäume noch gespenstischer aussehen.
»Sie kommen«, bestätigte Thalia und zeigt mit einem silbernen Pfeil nach Norden. »Eine von meinen Späherinnen hat gerade berichtet, dass sie den Harlem River überquert haben. Es war unmöglich, sie aufzuhalten. Die Armee …« Sie zuckte mit den Schultern. »Sie ist riesig.«
»Wir werden sie am Rand des Parks stellen«, sagte ich. »Grover, seid ihr bereit?«
Er nickte. »So bereit wie überhaupt nur möglich. Wenn meine Naturgeister sie überhaupt irgendwo aufhalten können, dann dort.«
»Ja, das werden wir!«, sagte eine weitere Stimme. Ein sehr alter, fetter Satyr drängte sich durch die Menge und stolperte dabei über seinen eigenen Speer. Er trug eine Rüstung aus Baumrinde, die nur seinen halben Bauch bedeckte.
»Leneus?«, fragte ich.
»Spiel doch nicht den Überraschten«, schnaubte er. »Ich bin schließlich der Vorsitzende des Rates und du hast mich gebeten, Grover zu suchen. Also, ich habe ihn gefunden, aber ich werde doch nicht zulassen, dass ein schnöder Ausgestoßener ohne meine Hilfe die Satyrn anführt!«
Hinter seinem Rücken machte Grover Würgebewegungen, aber der alte Satyr grinste, als sei er der Held des Tages. »Keine Angst! Diesen Titanen werden wir es zeigen!«
Ich wusste nicht, ob ich lachen oder wütend sein sollte, aber ich schaffte es, keine Miene zu verziehen. »Äh … okay. Na, Grover, dann werdet ihr ja nicht allein sein. Annabeth und die Athene-Hütte werden sich hier postieren. Und ich und … Thalia?«
Sie berührte meine Schulter. »Selbstverständlich. Die Jägerinnen sind bereit.«
Ich sah die anderen Hüttenältesten an. »Dann habt ihr eine ebenso wichtige Aufgabe. Ihr müsst die übrigen Zugänge nach Manhattan bewachen. Ihr wisst, wie gerissen Kronos ist. Er hofft, uns mit seiner großen Armee abzulehnen und irgendwo anders eine weitere Truppe einzuschmuggeln. Ihr müsst dafür sorgen, dass das nicht passiert. Hat sich jede Hütte eine Brücke oder einen Tunnel ausgesucht?«
Die Hüttenältesten nickten düster.
»Dann los«, sagte ich. »Gute Jagd für euch alle!«
Wir hörten die Armee, ehe wir sie sahen.
Der Lärm war wie Kanonendonner, gemischt mit dem Geschrei der Menge in einem Footballstadion – als ob uns alle Patriots-Fans von New England mit Panzerfäusten angriffen.
Am Nordende des Sees brach die Vorhut der Armee aus dem Wald – ein Krieger in goldener Rüstung führte ein Bataillon aus laistrygonischen Riesen mit riesigen Bronzeäxten. Hunderte von weiteren Monstern tauchten hinter ihnen auf.
»Stellung beziehen!«, schrie Annabeth.
Ihre Hüttengenossen schwärmten aus. Wir wollten die feindliche Armee dazu bringen, sich am See aufzuteilen. Um zu uns zu gelangen, würden sie den Wegen folgen müssen, und das bedeutete, dass sie in schmalen Kolonnen beide Ufer entlangmarschieren würden.
Zuerst schien unser Plan zu funktionieren. Sie teilten sich und kamen auf beiden Ufern auf uns zu. Als sie den halben Weg hinter sich gebracht hatten, legten unsere Verteidigungsanlagen los. Auf dem Wanderweg loderte griechisches Feuer auf und äscherte viele Monster sofort ein. Andere schlugen um sich und waren in grüne Flammen gehüllt. Die Athene-Leute warfen Fanghaken nach den größten Riesen und zerrten sie zu Boden.
In den Wäldern auf der rechten Seite gaben die Jägerinnen eine Salve aus Silberpfeilen auf die feindlichen Linien ab und vernichteten zwanzig oder dreißig Dracaenae, aber hinter ihnen kamen noch viele andere. Ein Blitzstrahl zischte vom Himmel und ließ einen laistrygonischen Riesen zu Asche verbrennen, und ich wusste, dass Thalia hier ihre Tochter-des-Zeus-Nummer abzog.
Grover hob seine Flöte und spielte eine lebhafte Melodie. Aus dem Wald erklang ein Brüllen, als jeder Baum, Felsen und Busch einen Geist abzusondern schien. Dryaden und Satyrn hoben ihre Keulen und stürzten los. Die Bäume wickelten sich um die Monster und erwürgten sie. Gras wuchs um die Füße der feindlichen Bogenschützen. Steine wirbelten auf und trafen die Dracaenae im Gesicht.
Der Feind rückte immer weiter vor. Riesen brachen durch die Bäume und Najaden schwanden dahin, sobald ihre Lebensquellen zerstört wurden. Höllenhunde sprangen die Grauwölfe an und schleuderten sie zur Seite. Feindliche Bogenschützen erwiderten das Feuer und eine Jägerin fiel aus einem hohen Baum.
»Percy!« Annabeth packte meinen Arm und zeigte auf den Stausee. Der Titan in der goldenen Rüstung wartete nicht darauf, dass seine Truppen am Ufer vorrückten. Er kam auf uns zu und ging dabei einfach über das Wasser.
Eine griechische Feuerbombe explodierte über seinem Kopf, aber er hob die Hand und zog die Flammen aus der Luft.
»Hyperion«, sagte Annabeth entsetzt. »Der Herr des Lichtes. Der Titan des Ostens.«
»Schlimm?«, vermutete ich.
»Neben Atlas ist er der größte Titanenkrieger. In den alten Zeiten haben vier Titanen die vier Himmelsrichtungen kontrolliert. Hyperion im Osten war der mächtigste. Er war der Vater von Helios, dem ersten Sonnengott.«
»Ich werde ihn aufhalten«, versprach ich.
»Percy, nicht einmal du kannst …«
»Sorg du dafür, dass unsere Truppe zusammenbleibt.«
Wir hatten uns aus gutem Grund am See aufgebaut. Ich konzentrierte mich auf das Wasser und spürte, wie dessen Kraft mich durchspülte.
Ich ging auf Hyperion zu und lief über das Wasser. Genau, Kumpel. Dieses Spiel kann ich auch.
Einige Meter vor mir hob Hyperion sein Schwert. Seine Augen waren genau wie in meinem Traum – golden wie die des Kronos, aber heller, wie Miniatursonnen.
»Das Balg des Meeresgottes«, sagte er nachdenklich. »Du bist doch der, der Atlas wieder unter der Last des Himmels gefangen hat?«
»Das war nicht so schwer«, sagte ich. »Ihr Titanen seid ungefähr so helle wie meine Sportsocken.«
Hyperion fauchte. »Du willst es hell?«
Sein Körper loderte auf und wurde zu einer Säule aus Licht und Hitze. Ich wandte mich ab, wurde aber trotzdem geblendet.
Instinktiv hob ich Springflut – gerade noch rechtzeitig. Hyperions Klinge schlug gegen meine. Die Schockwelle jagte einen meterhohen Ring aus Wasser über die Oberfläche des Sees.
Meine Augen brannten noch immer. Ich musste sein Licht löschen.
Ich konzentrierte mich auf die Flutwelle und zwang sie zum Umdrehen. Unmittelbar ehe sie mich traf, ließ ich mich von einem Wasserstrahl hochschleudern.