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Die Saga von Garth und Torian

Электронная книга - «Die Saga von Garth und Torian». Краткое содержание книги:

Die Saga von Garth und Torian - Ungeahnte Kräfte wurden frei, als der Magier der Tremonen starb. Torian aus Scrooth, verwantwortlich für den Tod des Zauberers, entgeht mit seinem ehemaligen Gegner Garth dem Inferno – aber nur, um noch gefahrvollere Abenteuer bestehen zu müssen. Denn in der Ruinenstadt Rador wartet die Vergangenheit und ersinnt einen teuflischen Plan...
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Der Krieger knurrte triumphierend, und Torian wechselte die Waffe blitzschnell in die linke Hand. Seine Klinge kam hoch, vollführte eine blitzschnelle, komplizierte Drehung um das Schwert des anderen herum und bohrte sich knirschend durch seinen Brustpanzer. Der Tempelkrieger sackte lautlos in sich zusammen.

Und ein furchtbarer Schlag traf Torians Hinterkopf.

Ohne den Helm hätte er ihm wahrscheinlich den Schädel zerschmettert. So zwang er ihn nur in die Knie, aber für die Dauer von zwei, drei Herzschlägen war er völlig wehrlos. Jeder der Reiter hätte ihn niederstrecken können.

Sie taten es nicht.

Statt dessen zogen sie sich sogar ein Stück zurück und stiegen von ihren Pferden. Cuul lachte leise.

Torian stemmte sich mühsam hoch, versuchte die roten Schmerzringe vor seinen Augen wegzublinzeln und hob das Schwert, das mit einem Male Zentner zu wiegen schien. Cuuls Gestalt bog und verzerrte sich vor seinem Blick, die Nacht um ihn herum war voller Bewegung und hin und her huschender Schatten. Er wartete auf den tödlichen Hieb.

Aber der kam nicht.

Torian begriff, daß sie mit ihm spielten. Sein unerwarteter Widerstand hatte sie überrascht, aber er war kein wirklicher Gegner für Cuuls Krieger. Nur ein weiteres Opfer, das durch seine erbitterte Gegenwehr ihr Interesse weckte. Sie würden eine Weile mit ihm spielen und ihn dann töten, wenn er ihnen zu langweilig wurde. Wie die Katzen eine Maus, an der sie das Interesse verloren.

Er blockte einen Schlag ab und stach zu, aber der Mann war bereits zurückgesprungen; sein Stich ging ins Leere. Ein höhnisches Lachen drang unter dem Helm des Kriegers hervor.

Torian konnte sich im letzten Moment unter einem waagerecht geführten Streich wegducken, der ihm glatt den Kopf von den Schultern getrennt hätte, wich einem halbherzig geführten Lanzenstoß aus und versuchte den Speer zu packen, führte die Bewegung aber nicht zu Ende, sondern wich hastig einer heranwirbelnden Axt aus, die mit einem saugenden Geräusch vor ihm in den Boden fuhr. Er ließ sich fallen, rollte zweimal blitzschnell um die eigene Achse und trat nach dem Knie eines anderen Mannes. Der Krieger war nicht darauf gefaßt und verlor den Halt, doch sofort war ein anderer zur Stelle und hob schützend seinen Schild.

Torian quälte sich auf die Beine. Sein Herz raste. Er hatte es jetzt nur noch mit zwei Angreifern zu tun – die anderen hatten sich zurückgezogen und bildeten einen weiten, aber undurchdringbaren Kreis um Torian und die beiden Krieger, wie eine lebende Arena. Selbst wenn er diese beiden besiegte, dachte Torian verzweifelt, hatte er keine Chance. Die Krieger spielten Katz und Maus mit ihm. Er wußte, daß er den ungleichen Kampf nur wenige Sekunden lang würde durchhalten können. Die herabgelassenen Visiere verdeckten die Gesichter der Männer, so daß er keine Gefühlsregung erkennen konnte, aber er glaubte zu spüren, daß sie die Lust an dem Kampf bereits verloren. Vielleicht, dachte er, hatten sie auch gemerkt, daß sie sich eine besonders bissige Maus ausgesucht hatten, die ihnen gefährlich werden konnte.

Lauernd umkreisten sie ihn. Von irgendwoher drang Hufschlag an sein Ohr, aber er nahm ihn kaum wahr, denn die Krieger griffen im selben Moment wieder an – und diesmal gleichzeitig, aus entgegengesetzten Richtungen. Beide waren gleichstarke Gegner, so daß er sich nur willkürlich einem zuwenden konnte und dem zweiten den Rücken zuwenden mußte.

Es gelang ihm, den ersten Hieb zu parieren. Er ließ seine Klinge an der seines Gegners vorbeischarren, sprang vor und streckte den Mann mit einem Faustschlag zu Boden, wobei er ganz bewußt in Kauf nahm, daß dessen Schwert ihn an der Schulter traf. Die Klinge fuhr durch sein Kettenhemd und bohrte sich in sein Fleisch. Seine Schulter schien in Flammen aufzugehen. Die Wunde war weder besonders tief noch besonders gefährlich, aber sie schmerzte höllisch. Mit einem Aufschrei warf sich Torian zur Seite und hieb noch im Fallen nach dem zweiten Krieger. Er traf nicht, aber der wuchtige Schlag trieb den Mann zurück. Taumelnd kam Torian wieder auf die Beine. Schmerz wühlte in seiner Schulter, und sein linker Arm war nun vollends gelähmt.

Der Hufschlag war näher gekommen. Auch wenn er wußte, daß jede noch so winzige Unachtsamkeit das Ende bedeuten konnte, blickte er auf und erstarrte.

In diesem Moment wäre er ein leichtes Opfer gewesen, doch auch sein Gegner wurde durch das unerwartete Erscheinen eines Fremden abgelenkt. Eine hünenhafte Gestalt mit einem wehenden roten Umhang um die Schultern preschte auf den Hof und hielt direkt auf Cuul zu.

»Torian!« brüllte Garth und ließ sein Schwert wirbeln. »Paß auf!«

Gedankenschnell fuhr Torian herum. Er ahnte den Schwerthieb des Kriegers mehr, als er ihn sah, aber er besaß nicht mehr die Kraft, ihm vollends auszuweichen.

Und doch rettete die schnelle Bewegung ihm das Leben.

Die Klinge traf ihn nicht mit voller Wucht, sondern prallte nur mit der Breitseite gegen seinen Helm. Trotzdem war der Hieb hart genug, Torian abermals in die Knie brechen zu lassen. Er fiel, fing den Sturz ungeschickt mit dem unverletzten rechten Arm ab und erwartete den tödlichen Streich.

Doch der alles beendende Schmerz blieb auch diesmal aus. Statt dessen vernahm er einen gedämpften Schrei und sah die Hufe eines in rasendem Galopp vorbeipreschenden Pferdes direkt neben sich. Dann fühlte sich Torian von einer unglaublich starken Hand hochgerissen und klammerte sich mit letzter Kraft an der Mähne des Pferdes fest, bevor die Welt um ihn herum endgültig in Dunkelheit versank.

Er konnte nicht lange bewußtlos gewesen sein, denn als er die Augen aufschlug, herrschte noch immer Nacht, und sein Herz raste wie ein wildgewordenes Hammerwerk. Es gab kaum eine Stelle an seinem Körper, die nicht weh tat.

Ruckartig richtete er sich auf – etwas, das er besser nicht getan hätte, wie er in derselben Sekunde begriff. Ein rasender Schmerz erwachte in seinem Schädel. Ein jäher Schwindelanfall ließ ihn zurücksinken, und als wäre das allein noch nicht genug, wurde ihm Übel.

»Ganz ruhig«, sagte eine vertraute Stimme. »Es wird noch etwas dauern, bis du wieder Bäume ausreißen kannst, du Held.«

»Garth«, murmelte er. In seinem Kopf drehte sich alles. »Du bist zurückgekommen.«

»Sicher.« Der Dieb beugte sich grinsend über ihn. »Ich bin zwar verrückt, aber ich konnte dich schließlich nicht allein lassen. Man sieht ja, daß du nur Blödsinn anstellst.«

Torian lächelte pflichtschuldig, auch wenn es ihm schwerfiel, aber hinter seiner Stirn überschlugen sich die Gedanken. Außerdem gab es nicht viel, was er hätte sagen können.

Garth war zurückgekehrt, und das war alles, was jetzt zählte. Torian verspürte ein tiefes, warmes Gefühl von Dankbarkeit, etwas, das er ohnehin nicht in Worte hätte fassen können, ohne sich selbst albern vorzukommen. So atmete er nur ein paarmal tief durch und kämpfte den rasenden Kopfschmerz und die Übelkeit zurück, so gut er konnte.

Vorsichtig hob er die Hand und tastete seine Schläfe ab. Unter seinen Fingerspitzen fühlte er halb geronnenes, klebriges Blut und eine mächtige Beule.

»Kopfschmerzen?« fragte Garth hämisch.

Torian widerstand im letzten Moment der Versuchung zu nicken. »Ja«, sagte er gepreßt.

»Gut«, sagte Garth. »Immerhin – du hast noch etwas, was dir weh tun kann. Hätte dich die Klinge eine Handbreit tiefer getroffen, brauchtest du dir über Schmerzen keine Sorgen mehr zu machen. Und ich hätte die Arbeit, dich zu begraben.«

Torian richtete sich erneut auf, langsamer und wesentlich vorsichtiger als beim ersten Mal. Erst jetzt- und auch jetzt nur langsam und bruchstückhaft – fielen ihm Einzelheiten des Kampfes wieder ein, und jetzt spürte er neben dem Kopfschmerz auch ein dumpfes, aber nicht mehr übermäßig schmerzvolles Pochen in seiner linken Schulter. Zugleich fühlte er den angenehmen Druck eines fest angezogenen Verbandes. Er mußte wohl doch länger geschlafen haben, als er bisher geglaubt hatte.

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