Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)
Die geliehene Zeit: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)
1 ... 49 50 51 52 53 54 55 56 57 ... 278
Перейти на страницу:

»Nein«, sagte ich. »Dafür haben wir Bazillen.«

»Tatsächlich? Und wie sehen Bazillen aus?«

Ich richtete den Blick auf eine Darstellung von »Amerika«, eine attraktive junge Maid mit Fransenrock und Kopfputz und einem Krokodil zu ihren Füßen.

»Nun, zumindest würden sie keine derart pittoresken Statuen abgeben«, sagte ich.

Das Krokodil zu Amerikas Füßen erinnerte mich an Meister Raymonds Laden.

»Hast du das ernst gemeint, dass du nicht möchtest, dass ich zu Meister Raymond gehe?«, fragte ich. »Oder möchtest du nur nicht, dass ich mir Löcher in die Brustwarzen stoßen lasse?«

»Ich möchte ganz entschieden nicht, dass du dir Löcher in die Brustwarzen stoßen lässt«, sagte er entschlossen. Er nahm mich beim Ellbogen und drängte mich weiter, ehe ich mich von Amerikas entblößten Brüsten noch unziemlich inspirieren ließ. »Aber nein, ich möchte auch nicht, dass du zu Meister Raymond gehst. Es gibt Gerüchte über den Mann.«

»In Paris gibt es über jeden Gerüchte«, stellte ich fest, »und ich würde wetten, dass Meister Raymond sie alle kennt.«

Jamie nickte, und sein Haar glänzte in der blassen Frühlingssonne auf.

»Oh, aye, das denke ich auch. Aber ich glaube, ich kann das Nötige genauso in den Wirtshäusern und Salons erfahren. Es heißt, Master Raymond steht im Zentrum eines gewissen Kreises, aber es sind keine jakobitischen Sympathisanten.«

»Tatsächlich? Was sind sie dann?«

»Kabbalisten und Okkultisten. Hexer vielleicht.«

»Jamie, du machst dir doch nicht ernsthaft Gedanken über Hexer und Dämonen, oder?«

Wir hatten einen Teil des Gartens erreicht, der als der »Grüne Teppich« bekannt war. So früh im Jahr war das Grün der gewaltigen Fläche zwar noch ein schwacher Hauch; trotzdem hatten sich Menschen darauf niedergelassen, die den seltenen warmen Tag genossen.

»Nicht über Hexer, nein«, sagte er schließlich, nachdem er uns eine Stelle in der Nähe einer Forsythienhecke gesucht und sich auf den Rasen gesetzt hatte. »Möglicherweise aber über den Comte St. Germain.«

Ich erinnerte mich an den Ausdruck in den dunklen Augen des Comte St. Germain in Le Havre und erschauerte trotz des Sonnenscheins und meines Schultertuchs.

»Du meinst, er steckt mit Meister Raymond unter einer Decke?«

Jamie zuckte mit den Schultern. »Ich weiß es nicht. Aber du warst es doch, die mir von den Gerüchten über St. Germain erzählt hat, oder? Und wenn Meister Raymond zu diesem Kreis gehört … dann denke ich, du solltest dich unbedingt von ihm fernhalten, Sassenach.« Er lächelte mich ironisch an. »Ich würde dich lieber nicht noch einmal vor dem Scheiterhaufen retten müssen.«

»Das wäre mir auch lieber.«

Die Tauben balzten auf dem Rasen unter einem blühenden Forsythienbusch. Die Damen und Herren des Hofes gingen auf den Wegen, die durch die Skulpturengärten führten, ganz ähnlichen Tätigkeiten nach. Der größte Unterschied war, dass die Tauben dabei leiser waren.

Eine Vision in blasser aquafarbener Seide schwebte über unserem Ruheplatz und erging sich laut und hingerissen über die Göttlichkeit der Theateraufführung des gestrigen Abends. Die drei Damen, die ihn begleiteten, äußerten sich zwar weniger spektakulär, plapperten seine Meinung jedoch getreu nach.

»Superb! Wirklich superb, La Couelles Stimme!«

»Oh, superb! Ja, wundervoll!«

»Hinreißend, hinreißend! Superb ist das einzige Wort dafür!«

Die Stimmen – alle vier – klangen schrill wie Nägel, die aus einem Stück Holz gezogen werden. Im Vergleich dazu äußerte das Taubenmännchen, das nicht weit von meiner Nase entfernt sein Glück versuchte, ein leises, wohlklingendes Gurren, das sich von einem tiefen, verliebten Brummen zu einem dahingehauchten Pfeifen erhob, während der Täuberich seine Brust aufplusterte und sich wiederholt verneigte, um seiner Geliebten das Herz zu Füßen zu legen. Bis jetzt schaute sie recht unbeeindruckt drein.

Ich richtete den Blick an der Taube vorbei auf den Höfling in aquafarbenem Satin, der zurückgehastet war, um ein spitzenbesetztes Taschentüchlein aufzuheben, das ihm eine seiner Begleiterinnen spröde als Köder hingeworfen hatte.

»Die Damen nennen ihn ›L’Andouille‹«, sagte ich. »Ich frage mich, warum?«

Jamie grunzte schläfrig und öffnete ein Auge, um dem Höfling nachzublicken.

»Mm? Oh, ›die Wurst‹. Es bedeutet, dass er seinen besten Freund nicht in der Hose behalten kann. Du kennst die Sorte ja … Hofdamen, Dienstboten, Kurtisanen, Pagen. Sogar Schoßhunde, wenn die Gerüchte stimmen«, fügte er hinzu und blinzelte in die Richtung des verschwundenen Herrn in Aqua, aus der sich jetzt eine Hofdame näherte, ein wuscheliges weißes Bündel schützend an den ausladenden Busen geklammert. »Ziemlich unvorsichtig. Ich würde mich mit meinem nicht in die Nähe eines dieser japsenden kleinen Haarbüschel trauen.«

»Deinem besten Freund?«, sagte ich belustigt. »Warum nennen Männer ihn so? Frauen tun das doch auch nicht.«

Jamies Brust bewegte sich auf und ab, als er lachte. Ich rollte mich auf ihn und genoss es, ihn unter mir zu spüren. Ich presste die Hüften nach unten, doch dank der zahlreichen Unterröcke blieb es eine Andeutung.

»Nun«, sagte Jamie in aller Logik, »deins richtet sich ja auch nicht von selbst auf oder senkt sich oder geht seine eigenen Wege, ganz gleich, was du selbst dazu zu sagen hast. Soweit ich weiß, zumindest«, fügte er hinzu und zog fragend die Augenbraue hoch.

»Nein, Gott sei Dank nicht. Ich frage mich, wie die Franzosen den Ihren wohl bezeichnen«, sagte ich mit einem Blick auf einen vorübergehenden Gecken in grünem Moiré.

Jamie lachte so heftig auf, dass die Tauben in der Forsythie aufschraken. Sie flatterten indigniert davon, so dass es graue Federchen regnete. Der wuschelige weiße Schoßhund, bis jetzt zufrieden damit, seiner Herrin wie ein Stoffbündel auf dem Arm zu hängen, erwachte zu plötzlichem Verantwortungsbewusstsein. Wie ein Pingpongball schoss er aus seinem warmen Nest und machte sich begeistert an die Verfolgung der Tauben. Dabei bellte er wie von Sinnen, während ihm seine Herrin ähnlich rufend folgte.

»Ich weiß es nicht, Sassenach«, sagte er, als er sich wieder so weit erholt hatte, dass er sich die Tränen abwischen konnte. »Der einzige Franzose, von dem ich es weiß, hat seinen ›Georges‹ genannt.«

»Georges!«, sagte ich so laut, dass es die Aufmerksamkeit einer kleinen Gruppe von Spaziergängern erregte. Einer, ein kleines, aber energetisches Exemplar in dramatischem Schwarz mit weißen Satinverzierungen, blieb vor mir stehen und verneigte sich so tief, dass sein Hut den Boden zu meinen Füßen berührte. Eins seiner Augen war noch zugeschwollen, und seine Nase trug eine leuchtende Beule, doch sein Benehmen war unbeeinträchtigt.

»A votre service, Madame«, sagte er.

Ohne die verdammten Nachtigallen wäre vielleicht alles gutgegangen. Es war heiß in dem Salon, in dem gespeist wurde, überall drängten sich Höflinge und Zuschauer, eine meiner Korsettstangen hatte sich gelöst und pikste mich beim Einatmen heftig unterhalb der linken Niere, und ich litt an jener häufigsten aller Schwangerschaftsbeschwerden, dem Drang, alle paar Minuten zu urinieren. Dennoch wäre vielleicht alles gutgegangen. Es war schließlich ein ernstlicher Bruch der Etikette, den Tisch vor dem König zu verlassen, auch wenn dieses Mittagessen nur ein legerer Anlass war, verglichen mit den formellen Abendgesellschaften, wie sie in Versailles üblich waren – zumindest gab man mir das zu verstehen. Allerdings ist »leger« ein relativer Begriff.

Gut, es gab nur drei Sorten von eingelegtem Gemüse, keine acht. Nur eine Suppe, klar, nicht angedickt. Das Wild war nur gebraten und wurde nicht en brochette aufgetragen, und der Fisch war zwar köstlich in Wein pochiert, wurde aber filetiert serviert, nicht am Stück und mit Krabben gefüllt auf einem Meer aus Aspik.

Doch als frustrierte ihn so viel rustikale Einfachheit, hatte sich einer der Köche eine bezaubernde Vorspeise einfallen lassen – ein Nest, geschickt aus Gebäckstreifen konstruiert und mit echten blühenden Apfelzweigen verziert, auf dessen Rand zwei Nachtigallen saßen, gehäutet und gebraten, mit Äpfeln und Zimt gefüllt und dann wieder in ihre Federn gekleidet. Und in dem Nest saß das komplette Kükengelege, die winzigen ausgestreckten Flügelstummel knusprig braun, die zarte nackte Haut mit Honig glasiert, die geschwärzten Schnäbel geöffnet, so dass die Mandelfüllung gerade eben zu sehen war.

1 ... 49 50 51 52 53 54 55 56 57 ... 278
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)