Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #5
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin». Краткое содержание книги:
Luke stürzte zur Tür hinaus. Thalia und Annabeth liefen hinterher. May Castellan wollte ihnen folgen, aber Hermes hielt sie zurück.
Als die Tür zuknallte, brach May in Hermes’ Armen zusammen und fing an zu zittern. Ihre Augen wurden groß, leuchteten grün und sie klammerte sich verzweifelt an Hermes’ Schultern.
»Mein Sohn«, schrie sie mit brüchiger Stimme. »Gefahr. Grauenhaftes Schicksal!«
»Ich weiß, meine Liebste«, sagte Hermes traurig. »Glaub mir, ich weiß.«
Das Bild verschwand. Prometheus nahm seine Hand von meiner Stirn.
»Percy?«, fragte Thalia. »Was … was war das?«
Ich merkte, dass ich in Schweiß gebadet war.
Prometheus nickte mitfühlend. »Schockierend, nicht wahr? Die Götter wissen, was passieren wird, unternehmen aber nichts, nicht einmal für ihre Kinder. Wie lange haben sie gebraucht, um dir deine Weissagung zu erzählen, Percy Jackson? Glaubst du nicht, dass dein Vater weiß, was dir widerfahren wird?«
Ich war zu betroffen, um zu antworten.
»Perrrcy«, sagt Grover warnend. »Er spielt mit deinen Gedanken. Er versucht, dich wütend zu machen.«
Grover konnte Gefühle lesen, also wusste er vermutlich, dass das Prometheus durchaus gelang.
»Gibst du wirklich deinem Freund Luke die Schuld?«, fragte mich der Titan. »Und was ist mit dir, Percy? Lässt du dich von deinem Schicksal bestimmen? Kronos macht dir ein viel besseres Angebot.«
Ich ballte die Fäuste. Sosehr ich auch verabscheute, was Prometheus mir gezeigt hatte – Kronos verabscheute ich noch viel mehr. »Ich mache dir meinerseits ein Angebot. Sag Kronos, er soll den Angriff abblasen, Luke Castellans Körper verlassen und sich in die Tiefen des Tartarus zurückziehen. Dann vernichte ich ihn vielleicht nicht.«
Die Empusa fauchte und aus ihren Haaren loderten neue Flammen auf. Prometheus aber seufzte nur.
»Falls du dir die Sache doch noch anders überlegst«, sagte er, »habe ich ein Geschenk für dich.«
Ein griechischer Krug tauchte auf dem Tisch auf. Er war etwas unter einen Meter hoch, hatte einen Durchmesser von dreißig Zentimetern und war mit schwarz-weißen geometrischen Mustern verziert. Der Tondeckel war mit Lederriemen befestigt.
Grover jammerte, als er ihn sah.
Thalia schnappte nach Luft. »Das ist doch nicht …«
»Doch«, sagte Prometheus. »Du hast ihn erkannt.«
Als ich den Krug ansah, hatte ich ein seltsames Gefühl von Furcht, aber ich hatte keine Ahnung, warum.
»Er hat meiner Schwägerin gehört«, erklärte Prometheus. »Pandora.«
Ich spürte einen Kloß im Hals. »Die mit der Büchse der Pandora?«
Prometheus schüttelte den Kopf. »Ich weiß nicht, wo das mit der Büchse herkommt. Es war niemals eine Büchse. Es war ein pithos, eine Art Einweckgefäß. Ich denke mal, das Einmachgefäß der Pandora klingt nicht ganz so toll, aber egal. Ja, sie hat diesen Krug geöffnet, und er enthielt die meisten der Dämonen, die die Menschheit bis jetzt verfolgen. Angst, Tod, Hunger, Krankheit.«
»Vergiss mich nicht«, schnurrte die Empusa.
»Allerdings«, gab Prometheus zu. »Die erste Empusa war ebenfalls in diesem Gefäß gefangen und wurde von Pandora freigelassen. Aber was ich seltsam an dieser Geschichte finde, ist, dass immer Pandora die Schuld gegeben wird. Sie wurde bestraft, weil sie neugierig war. Und die Götter wollen, dass ihr genau das für die Lehre aus der Geschichte haltet: Die Menschen sollen nichts erforschen. Sie sollen keine Fragen stellen. Sie sollen tun, was ihnen aufgetragen wird. Percy, dieses Gefäß war eine von Zeus und den anderen Göttern ersonnene Falle. Es war eine Rache an mir und meiner gesamten Familie – meinem armen schlichten Bruder Epimetheus und seiner Frau Pandora. Die Götter wussten, dass Pandora das Gefäß öffnen würde. Sie waren bereit, zusammen mit uns die gesamte Menschheit zu bestrafen.«
Ich dachte an meinen Traum von Hades und Maria di Angelo. Zeus hatte ein ganzes Hotel zerstört, um zwei kleine Halbgötter zu vernichten, einfach um seine Haut zu retten, weil er Angst vor einer Weissagung hatte. Er hatte eine unschuldige Frau getötet und deshalb sicher nicht schlechter geschlafen. Und Hades war auch nicht besser. Er hatte nicht genug Macht, um sich an Zeus zu rächen, deshalb hatte er das Orakel verflucht und ein junges Mädchen zu einem schrecklichen Schicksal verurteilt. Und Hermes … warum hatte er Luke im Stich gelassen? Warum hatte er ihn nicht wenigstens gewarnt oder versucht, ihn besser zu erziehen, damit er kein so böses Ende nehmen würde?
Vielleicht spielte Prometheus wirklich mit meinen Gedanken.
Aber was, wenn er Recht hat?, fragte ein Teil von mir. Wieso sollen die Götter eigentlich besser sein als die Titanen?
Prometheus klopfte auf den Deckel von Pandoras Krug. »Nur ein Geist blieb darin, als Pandora sie geöffnet hatte.«
»Hoffnung«, sagte ich.
Prometheus sah sehr zufrieden aus. »Sehr gut, Percy. Elpis, der Geist der Hoffnung, wollte die Menschheit nicht im Stich lassen. Hoffnung verschwindet nicht ohne Erlaubnis. Sie kann nur von einem Menschenkind freigelassen werden.«
Der Titan schob den Krug über den Tisch.
»Ich gebe ihn dir als Erinnerung daran, wie die Götter sind«, sagte er. »Behalte Elpis, wenn du willst. Aber wenn du beschließt, dass du genug Zerstörung gesehen hast, genug sinnloses Leid, dann mach das Gefäß auf. Lass Elpis frei. Gib die Hoffnung auf, und ich weiß, dass du dich ergibst. Ich verspreche, Kronos wird gnädig sein. Er wird die Überlebenden verschonen.«
Ich starrte den Krug an und hatte ein sehr schlechtes Gefühl. Bestimmt war Pandora ein schwerer Fall von ADHD gewesen, genau wie ich. Ich konnte nichts auf sich beruhen lassen. Ich mochte keine Versuchungen. Und was, wenn das hier meine Entscheidung war? Vielleicht ging es bei der Weissagung darum, ob ich diesen Krug geschlossen ließ oder ihn öffnete.
»Ich will dieses Ding nicht«, knurrte ich.
»Zu spät«, sagte Prometheus. »Das Geschenk ist bereits überreicht. Ich kann es nicht zurücknehmen.« Er erhob sich. Die Empusa glitt heran und schob ihren Arm in seinen.
»Morrain«, rief Prometheus dem blauen Riesen zu. »Wir gehen. Hol deine Fahne.«
»Oha«, sagte der Riese.
»Wir sehen uns bald wieder, Percy Jackson«, versprach Prometheus. »So oder so.«
Ethan Nakamura warf mir einen letzten hasserfüllten Blick zu. Dann machten die Vermittler kehrt und schlenderten durch den Central Park davon, als ob es ein ganz normaler Sonntagnachmittag wäre.
Schweine fliegen
Im Plaza zog Thalia mich beiseite. »Was hat Prometheus dir gezeigt?«
Widerstrebend erzählte ich ihr von der Vision von May Castellans Haus. Thalia rieb sich den Oberschenkel, als ob sie sich an eine alte Wunde erinnerte.
»Das war eine schlimme Nacht«, gab sie zu. »Annabeth war noch so klein. Ich glaube nicht, dass sie alles verstanden hat, was sie da sehen musste. Sie wusste nur, dass es schlimm für Luke war.«
Ich schaute aus den Hotelfenstern zum Central Park hinüber. Im Norden brannten kleine Feuer, ansonsten kam mir die Stadt unnatürlich friedlich vor. »Weißt du, was mit May Castellan los ist? Ich meine …«
»Ich weiß, was du meinst«, sagte Thalia. »Ich habe sie nie bei so einer, äh, Episode erlebt, aber Luke hat mir von den glühenden Augen und ihren seltsamen Reden erzählt. Ich musste ihm versprechen, nie darüber zu reden. Wodurch das alles verursacht worden ist, weiß ich aber nicht. Und wenn Luke es gewusst hat, dann hat er es mir jedenfalls nie erzählt.«
»Hermes hat es gewusst«, sagte ich. »Irgendwie hat May Teile von Lukes Zukunft gesehen, und Hermes hat gewusst, was passieren würde – dass Luke sich in Kronos verwandelt.«
Thalia runzelte die Stirn. »Da kannst du nicht sicher sein. Vergiss nicht, dass Prometheus die Bilder manipuliert hat, er hat dir das Geschehene im schlechtestmöglichen Licht gezeigt. Hermes hat Luke wirklich geliebt. Das konnte ich ihm ganz einfach ansehen. Und Hermes war in jener Nacht dort, weil er nach May sehen wollte, sich um sie kümmern wollte. Er war nicht nur ein Versager.«