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Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern

Электронная книга - «Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern». Краткое содержание книги:

Noch immer wütet auf Krynn der mörderische Krieg zwischen den Heerscharen des Guten und des Bösen. Die Übermacht der tyrannischen Drachenkönigin Takhisis zwingt die Ritter von Solamnia, sich auf Burg Vingaard zurückzuziehen. Huma, einer der Ritter, erkennt in letzter Minute, daß sich sein bester Freund von Paladin, dem Gott des Lichts, abgewandt hat und auf Vingaard in dunkle Machenschaften verstrickt ist. Aber der Kampf gegen den Verräter ist nur ein weiterer Teil von Humas gefährlicher Prüfung...
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Gewaltsam schüttelte er den Kopf, woraufhin Garvin verwirrt die Stirn runzelte. Huma vertrieb die gottlosen Gedanken aus seinem Kopf. Dieses Schwert war nicht Paladins Vermächtnis an die Ritterschaft. Trotz all seiner majestätischen Macht war etwas daran, was Huma trotz seines Verlangens ganz krank machte. Es war sowieso nicht wichtig. Er hatte alles verloren, als er durch den Spiegel gefallen war. Es war hoffnungslos.

Nein! Er richtete sich auf und schenkte Garvin ein entschuldigendes Lächeln wegen seines merkwürdigen Verhaltens. Es blieb immer noch Zeit, sofern er jemanden zum Zuhören bringen konnte.

»Garvin, wo kann ich Fürst Oswal finden?«

»Jetzt?« Der andere Ritter starrte von dem Unterstand aus in den düsteren Himmel. »Das Abendessen ist schon vorbei, soviel weiß ich. Er wird in seinem Quartier sein. Er bereitet sich auf den Ritterrat von morgen abend vor.«

»Sie wollen bis morgen abend warten, um den neuen Großmeister zu wählen? Die Diener der Königin können noch heute vor unseren Toren stehen! Zumindest die Drachen!«

Garvin nickte. »Das sagte Fürst Oswal auch, aber der Rat ist der Rat.«

»Dann muß ich ihn sofort sprechen.«

Huma stürmte in den Regen hinaus.

Seit Beginn des Krieges hatte es nie so gegossen wie jetzt, fand Fürst Oswal. Bisher war es nie mehr als Sprühregen gewesen. Jetzt war es fast so, als könnte der Regen alles fortspülen.

Der Oberste Kommandant fuhr aus seinen Tagträumen auf. Er wurde wohl allmählich alt, zürnte er sich selbst, wenn er an Regen dachte, während das Schicksal der Ritterschaft und der Welt vielleicht davon abhing, daß jemand die Narren vom Rat dazu brachte, sich mit ihrer Entscheidung über den zukünftigen Großmeister zu beeilen. Er hatte seine eigenen Chancen verspielt, weil er seine Unentschlossenheit beim Rückzug eingestanden hatte. Es war nur ein kleiner Fehler gewesen, Entsetzen über die plötzliche Wendung und die Erkenntnis, daß sie diesen Angriff nicht zurückschlagen konnten. Aber es hatte hohe Verluste gegeben.

Oswals Neffe Bennett spielte sein eigenes Spiel. Er hielt sich immer innerhalb der Grenzen von Kodex und Maßstab, doch er war ehrgeizig und versuchte, die Entscheidung zu beeinflussen. Logischerweise sollte einer der drei Ordensmeister Nachfolger des Großmeisters werden. Aber Bennett fand, daß er seinem Vater folgen sollte. Trake hatte sich das immer gewünscht. Jetzt stand ihm nur Oswal im Weg.

»Fürst Oswal?«

Er blickte auf und bemerkte, daß Rennard ihn intensiv musterte. Der bleiche Ritter stand neben dem einzigen anderen Stuhl in Oswals Zimmer.

Rennard. Trotz seines kühlen Gehabes schätzte der Oberste Kommandant Rennard fast so sehr wie Huma. Nur – Huma war bei der Niederlage im Feld geblieben. Offenbar hatte er bis zuletzt die Stellung gehalten.

»Was gibt es, Rennard?«

»Ihr habt noch immer nicht gesagt, was Ihr plant. Ich fände es klug – «

Draußen entstand Lärm, als sich die zwei Wachen vor seiner Tür mit jemandem herumstritten. Der Ankömmling war hartnäckig, und seine Stimme klang überraschend vertraut.

»Rennard, was – «

Der blasse Ritter hatte die Tür geöffnet und – der alte Ritter konnte es kaum fassen – starrte jetzt mit offenem Mund den arg mitgenommenen Ritter an, der mit den zwei Wachen rang. Fürst Oswal brauchte nicht lange, um den Mann zu erkennen, woraufhin auch er in überraschtem Entzücken die Augen aufsperrte.

»Huma!«

Die Posten verstummten sofort, als sie den Tonfall ihres Vorgesetzten bemerkten. Rennard fing sich ebenfalls und sagte, gelassen wie immer, bloß: »Laßt ihn passieren.«

Der befreite Huma stürmte ins Zimmer. »Oswal, mein Fürst, Rennard – «

»Achtung, Huma!« unterbrach ihn der hagere Ritter.

Sofort nahm Huma Haltung an. Rennard drehte sich zu Oswal um, welcher nickte. Den Wachen erklärte Rennard: »Geht wieder auf eure Posten. Befehl des Obersten Kommandanten.«

Als sich die Tür geschlossen hatte, blickte Fürst Oswal den bebenden Ritter an. Huma hatte etwas zu sagen und wollte es offensichtlich sagen, bevor es den Kopf sprengte.

»Rühren, Huma. Komm, setz dich. Erzähl uns, welches Wunder dich von den Toten zurückgebracht hat.«

 Huma kniete vor dem älteren Ritter. Erleichtert sprudelte er endlich seine Geschichte heraus.

Fürst Oswal und Rennard hörten gebannt zu, während Huma seine Geschichte Stück für Stück berichtete. Die Mission von Magus – die Jagd der Schwarzen Garden – die allgegenwärtigen Schreckenswölfe – die Berge, die Höhle, der Drache, das Schwert… Wäre es nicht Huma gewesen, der erzählte, so hätte keiner der beiden Ritter ein Wort geglaubt. Ihm aber glaubten sie alles.

Das gewaltige Metallgetöse, das so sehr den Klängen der burgeigenen Schmiede glich, interessierte Fürst Oswal am meisten. Er fragte Huma nach dessen Meinung über den Lärm.

»Ein Ort der Götter. Anders kann man es nicht beschreiben. Wenn es nicht Reorx selbst ist, der irgendwo in diesem Berg das Metall schmiedet… Ich kann nichts mehr hinzufügen, außer daß ich das Gefühl habe, dorthin zurückzumüssen«, sagte Huma, um gleich hinzuzufügen: »So Paladin will.«

»Gut.« Das war alles, was der Oberste Kommandant vorerst sagen konnte. Rennard nickte nur.

Fürst Oswal dachte einen Augenblick nach. »Das mit dem Schwert klingt faszinierend. Könnte es –?«

Huma unterbrach ihn auf der Stelle. »Ich fürchte, es ist für uns verloren. Wyrmvater ist sein Sarg.«

Sein Ton war vorsichtig. Er wollte, daß sie das Schwert vergaßen, nicht nur weil es ihm nicht geheuer war, sondern auch wegen Humas Versuchung, es zu ergreifen und zu schwingen.

Der Oberste Kommandant nahm seine Worte für bare Münze. »Ich vertraue deinem Urteil.« Er sah von Huma zu Rennard und wieder zurück. »Mir scheint, daß diese Angelegenheit keinen Aufschub duldet. Uns rennt die Zeit davon.«

Während er seine nervöse Begeisterung bezähmte, sagte Huma rasch: »Ich brauche nur ein Reittier. Ein Pferd – oder sind Drachen in der Nähe? Vielleicht einen von ihnen?«

Der Oberste Kommandant runzelte die Stirn. »Ich kann einfach nichts für dich tun, Huma. Noch nicht. Wenn ich dich auf eine so abenteuerliche Mission schicke, kann ich jede Chance vergessen, die Ritterschaft vor den Händen derer zu bewahren, die mehr an Macht und Ansehen als am Kodex und am Maßstab interessiert sind. Du wirst warten müssen, bis ein neuer Großmeister gewählt ist.«

Huma war überrascht. »Aber – « Huma konnte nicht glauben, daß seine Mission aus einem so lächerlichen Grund verzögert und vielleicht ganz verhindert wurde.

»Ich glaube, ich kann die Sache gewinnen, Huma. Es tut mir leid, aber du wirst warten müssen. Rennard, er gehört zu deinen Leuten. Kümmere dich darum, daß er sich waschen kann, zu essen bekommt und einen Schlafplatz erhält. Ich will einen sauberen Kopf auf seinen Schultern sehen, wenn der Tag anbricht.«

»Ja, mein Fürst.« Rennard legte Huma eine freundliche, aber feste Hand auf die Schulter. Der junge Ritter stand widerstrebend auf.

Schweigend gingen sie fort. Huma wurde immer bedrückter. Nicht nur seine Mission war bedroht, sondern auch das Leben eines Mannes, der ihm am ehesten den Vater ersetzt hatte. Niemand anders als Fürst Oswal konnte die Ritter in einer solchen Zeit anführen. Trotz all seiner Vorzüge fehlte Bennett die Erfahrung. Das wußte sogar Huma. Die Ritter von Solamnia brauchten eine starke Führung, die nur Fürst Oswal garantieren konnte. Ohne Oswal würde die Ritterschaft zerbrechen.

Wenn nicht der Oberste Kommandant das Kommando hatte, so erkannte Huma plötzlich, würde er nie zu dem Berg zurückkehren können.

18

In dieser Nacht ließ der Regen nicht nach. Huma konnte trotz seiner Erschöpfung nicht schlafen. Wie Fürst Oswal sah er in dem plötzlichen Wechsel von ewiger Wolkendecke zu unablässigem Regen eine Vorbedeutung.

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