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Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern

Электронная книга - «Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern». Краткое содержание книги:

Noch immer wütet auf Krynn der mörderische Krieg zwischen den Heerscharen des Guten und des Bösen. Die Übermacht der tyrannischen Drachenkönigin Takhisis zwingt die Ritter von Solamnia, sich auf Burg Vingaard zurückzuziehen. Huma, einer der Ritter, erkennt in letzter Minute, daß sich sein bester Freund von Paladin, dem Gott des Lichts, abgewandt hat und auf Vingaard in dunkle Machenschaften verstrickt ist. Aber der Kampf gegen den Verräter ist nur ein weiterer Teil von Humas gefährlicher Prüfung...
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Immer noch tobte und wütete Wyrmvater beim Getöse des Hammers.

Huma lief den Gang hinunter, besessen von der Furcht, daß er sich irrte. Vielleicht würde er nur Gold und Edelsteine finden, die ihm jetzt nichts nützten. Vielleicht würde er auch gar nichts finden.

Huma fiel der Länge nach hin, und seine Augen erhaschten einen kurzen, entsetzlichen Blick von dem, worüber er gestolpert war. Ein zermalmter Schädel grinste ihn an, während ein ausgerenkter Arm spöttisch auf ihn zeigte. Die zerbröckelnden Überreste einer Rüstung umhüllten den größten Teil des Körpers. Huma gelang es, den Fall etwas abzufangen, obwohl der Aufprall ihn doch benommen machte.

Er stand auf und betrachtete traurig die Reste des Skeletts. Es war sehr alt, und die Rüstung war fast völlig verrostet. Es gab jedoch ein paar sichtbare Gravuren. Mit gebanntem Grausen wischte Huma den Staub vom Brustpanzer und sah die Insignien eines Ritters der Rose.

Wie von selbst kam ihm ein Gebet über die Lippen. Hier lag ein Ritter, der es so weit geschafft hatte, nur um dann umzukommen.

Umkommen.

Wie vielleicht auch Huma.

Gleichzeitig mit diesem ungebetenen Gedanken erkannte er die neue Gefahr. Das Hämmern hatte so plötzlich aufgehört, wie es begonnen hatte. Fast ohne es zu merken, ging Huma ein paar Schritte weiter und stolperte geradewegs in einen unermeßlichen Schatz.

Es gab ohne Ende Münzen, Gold und Silber, mehr als Huma je gesehen hatte. Sie glitzerten berauschend. Dazwischen lagen zahlreiche seltene Kleinodien, viele juwelenbesetzt. Halsketten aus großen, makellosen Perlen. Kristalline Figürchen, vielleicht aus Smaragd oder Jade. Rüstungen, die wie neu aussahen, manche so prächtig, daß sie bestimmt für mächtige Herrscher angefertigt worden waren, die sich solche Handwerkskunst und so ausgefallene Dekorationen leisten konnten. Es gab sogar kostbare Waffen, auch wenn die meisten nutzlos waren, weil sie mehr der Schönheit wegen hergestellt worden waren.

Klopfenden Herzens ging er rasch alles durch, was in dem Raum lag. All das vor der Nase hätte er gern für eine einzige Waffe hingegeben, mit der er den riesigen Höhlenbewohner bekämpfen konnte.

»Wo bist du hingelaufen, Menschlein?«

Huma erstarrte wieder. Wyrmvater war ganz nah. Jede Sekunde konnte der Gang vor Huma sich mit Feuer füllen.

»Der Schmied hat dich im Stich gelassen, Ritter von Solamnia. Ja, jetzt kenne ich dich. Ich rieche die drei an dir, stärker als je zuvor. Du bist ein Ritter von Solamnia, ein wahrer Gläubiger, anders als deine Vorgänger. Sie hielten sich für gläubig, aber sie haben nur so getan. Aber du bist anders. Ich frage mich, wie du wohl schmeckst.«

Rostige Streitäxte. Juwelenbesetzte Schwerter, die nur zu Zeremonien taugten. Das konnte nicht der immense Hort sein, von dem der Drache geredet hatte – außer wenn Wyrmvater sich die Schätze in seinem Wahn erträumt hatte.

Auch den Spiegel?

»Jetzt hab’ ich dich!«

Huma hörte das Schleifen und Schaben, als der gewaltige Kopf sich durch den Gang wand. Er fuhr herum und erkannte, daß der relativ magere Schatz an Gold und Edelsteinen nur aus einer anderen Höhle übergelaufen war. Er griff in den obersten Teil des Schatzhaufens und begann zu wühlen. Richtig! Schon nach wenigen Sekunden fand sich eine Öffnung. Bis jetzt war sie nur klein, und auch als er weiterarbeitete, wuchs sie nur langsam, so daß er jede Sekunde die sengende Hitze von Wyrmvaters Atem an seinem Hinterteil erwartete. Es war eine anstrengende Arbeit. Das ständige Nachrutschen von Gold stellte eine wirksame Schwelle dar. Huma fluchte vor sich hin, als sich weitere Gegenstände und noch mehr Gold über ihn ergossen, um zu ersetzen, was er schon beiseite geschafft hatte. Der Ritter atmete tief durch. Graben reichte nicht aus. Nachdem er verknotetes Geschmeide aus der Öffnung gezogen hatte, begann er wie ein Maulwurf hineinzukriechen.

Er hatte sich schon tief in den Stoß gegraben, als er den heißen, stinkenden Atem des Drachen spürte. Hier konnte Wyrmvater sein Feuer nicht benutzen, ohne seinen eigenen Schatz zu zerstören. Daher dehnte der Drache Hals und Kopf bis hin zum Eingang der Schatzkammer.

Der Kopf des Ungeheuers bog genau rechtzeitig um die Ecke, um den Ritter in die andere Kammer verschwinden zu hören.

Nach einem Augenblick verzogen sich die Lippen des großen Reptils zu einem bösartigen Lächeln, und der enorme Drache begann, sich aus der Kammer zurückzuziehen.

Zuerst war alles dunkel, was Huma komisch vorkam, nachdem so viele Gänge von selbst geleuchtet hatten. Huma fragte sich, warum es hier anders war.

Ohne sehen zu können, krabbelte er mühsam durch den unermeßlichen Schatz. Das mußte sicher der Hauptschatz sein, aber wie sollte er im Dunkeln irgend etwas finden? Gab es überhaupt etwas zu finden? Irgendwie hatte er das Gefühl, es mußte etwas da sein. Wenn das alles eine Prüfung war, mußte es einen Weg geben, den Drachen zu besiegen.

Seine Hand streifte etwas, das sich wie ein Schwertgriff anfühlte, und auf einmal erleuchtete ein dämmriggrüner Glanz die Höhle. Überrascht zuckte Huma zurück. Er hatte gehofft; er hatte gebetet. Jetzt hatte er das Ding doch noch gefunden. Bloß… Bloß merkwürdigerweise fürchtete er sich, es zu berühren. Als ob ihn ein Instinkt davor warnen würde.

Nimm mich. Schwing mich. Benutze mich. Ich werde dein lebender Wille sein.

Die Worte erklangen deutlich in seinem Bewußtsein. Klare, süße, verführerische Worte.

Sie kamen von dem Schwert selbst.

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Humas Hand schwebte über dem Schwert. Der Glanz blieb bestehen, doch die Worte wiederholten sich nicht. Die Waffe war beeindruckend. Das Heft war hinreißend mit Edelsteinen besetzt. Von einem dicken, grünen Stein darunter schien der Glanz auszugehen. Die Klinge selbst war so scharf wie gerade erst geschmiedet. Humas Verlangen, sie zu berühren, wurde fast unbezwingbar stark. Mit diesem Schwert würde nicht einmal Wyrmvater ihn besiegen können.

Wyrmvater! Der Bann war gebrochen, als Huma der Drache einfiel. Mit dem Schwert – nein! Der Ritter zog sich davon zurück. Das Schwert war böse. Es suchte keinen Gefährten; es suchte einen Sklaven, der seinen Willen tat.

Als er sich von der Klinge abwendete, bemerkte er, daß das Licht von einer polierten Fläche in einer Ecke zurückgeworfen wurde. Huma watete durch die Münzen und Schmuckstücke, um das Ding genauer betrachten zu können.

Es war, wie er gehofft hatte. Ein exquisiter Spiegel, doppelt so groß wie Huma. Der Spiegel, von dem Wyrmvater geredet hatte. Huma rief sich die blicklosen Augen des Höhlenbewohners ins Gedächtnis und fragte sich, was ein blinder Drache mit einem Spiegel machte. Wyrmvater hatte seine Schätze eindeutig über Jahrhunderte hinweg zusammengetragen.

Spiegel. Das war der dritte. Einer gehörte der Nymphe. Ein anderer hing in Magus’ Zitadelle. Alle magisch. Stammten sie alle von demselben Handwerker? Er glaubte kaum, daß er das jemals erfahren würde.

»Menschlein, ich will mit dir reden.«

Huma zuckte zusammen, als Wyrmvaters Stimme den Raum erfüllte. Plötzlich erstrahlte die Kammer in hellem Licht, und Huma verwünschte sich, weil er seinen Fehler nicht eher erkannt hatte. Es gab keine weiteren Zugänge zu der Höhle, weil die Decke der Zugang war! Der alte Drache war dabei, den riesigen Felsbrocken beiseite zu schieben, der den Deckel seiner hausgroßen Schatztruhe darstellte. Huma überflog suchend die Unmengen von Beutestücken, doch seine Augen blieben immer wieder an der verruchten Smaragdklinge hängen.

»Menschlein.« Wyrmvater schnüffelte, wobei ein breites Lächeln über sein gräßliches Gesicht zog. »Ist der Geruch von Reichtümern nicht berauschend?«

Huma war davon überzeugt, daß er nur zehn Sekunden bis zu dem Schwert brauchte. Würde er so viel Zeit haben?

»Es hilft nichts, wenn du dich versteckst, Menschlein. Ich kann dich aufspüren. Ich kann diese Kammer in Schutt und Asche legen. Aber ich brauche dich nicht zu töten. Vielleicht gibt es eine andere Möglichkeit.«

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