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Nijura - das Erbe der Elfenkrone

Электронная книга - «Nijura - das Erbe der Elfenkrone». Краткое содержание книги:

Als die junge Halbelfe Nill im Wald ein rätselhaftes Messer findet, ahnt sie nicht, dass sie damit zur Schlüsselfigur in einem alles bedrohenden Konflikt geworden ist. Ein unglaubliches Verbrechen hat den Frieden der Welt erschüttert: Elrysjar, die magische Halbkrone der Moorelfen, wurde von einem Menschen gestohlen! Als ihr Träger ist er unverwundbar und erlangt die blinde Ergebenheit aller Moorelfen. Verführt von seiner neuen Macht, hat der geheimnisvolle Menschenkönig bereits eine Armee Grauer Krieger um sich geschart, um die Welt mit seiner Schreckensherrschaft zu überziehen. Nur eine Waffe kann ihm Einhalt gebieten – geschmiedet aus der zauberkräftigen Halbkrone der Freien Elfen, die dem neuen König noch nicht Untertan sind.
Das Messer braucht eine Trägerin – und es hat sich dafür Nill erwählt. Schnell wird Nill zum Spielball aller Mächte und Interessen. Gejagt von den Grauen Kriegern und unterstützt nur von einigen wenigen mutigen Gefährten, macht sich Nill auf die gefährliche Reise zum Turm des Königs.
Mit atemberaubender Spannung verstrickt Jenny-Mai Nuyen ihre Leser in eine Fantasy-Welt voller überraschender Wendungen – und in eine bewegende Geschichte über Liebe, Loyalität und Verrat.
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»Rück das Messer raus!« Kaveh deutete mit seinem Dolch auf Scapa, woraufhin die Bogen seiner Ritter sich knirschend spannten.

Aber der Herr der Füchse würdigte sie keines Blickes. »Den Steindorn gebe ich niemals her, schon gar nicht einem Elf! Du glaubst wohl, ich bin übergeschnappt? Ich weiß, dass der König von Korr dein Herr ist.« Aber er klang bereits sehr viel unsicherer.

Kaveh blähte vor Zorn die Nasenflügel. »Gib ihn mir. Du weißt nicht, was du anrichtest, Dieb.« Als Scapa keine Anstalten machte, sich zu rühren, setzte Kaveh hinzu: »Es gibt nur eine, die berechtigt ist, das Messer zu tragen.« Sein Blick schwenkte zu Nill herüber. Scapa folgte ihm verwundert.

Sofort begann Nills Herz zu rasen.

Du siehst schön aus, wenn du schläfst.

Bestohlen. Er hatte sie belogen und bestohlen.

»Sie ist das Weiße Kind«, erklärte Kaveh widerwillig, als ihm unangenehm zu werden schien, wie eindringlich Scapas Blick auf ihr ruhte. »Sie ist dazu bestimmt, den König zu töten. Und darum muss das Messer in ihrer Hand bleiben.«

Scapas Augen wurden schmal. »Ist das wahr?«

Nill wich seinem Blick aus und sah zu Boden. Die Antwort darauf hätte sie selbst gerne gewusst.

Eine Weile beobachtete Scapa sie durchdringend, dann trat er einen Schritt zurück. »Ich traue euch nicht«, sagte er feindselig. »Wenn sie den König töten kann, werde ich bei ihr bleiben und aufpassen, dass sie es auch wirklich tut.«

»Nein, danke!«, sagte Kaveh. »Jeder von uns würde sein Leben dafür geben, dass sie unversehrt den Turm des Königs erreicht.«

»Ach, deshalb also der peinliche Auftritt in meinem Fuchsbau gestern Abend.«

Nill starrte Kaveh an. Das Gesicht des Prinzen färbte sich rot.

»Nein«, knurrte Kaveh und vermied es, in Nills Richtung zu blicken. »Wir hätten das natürlich auch so getan – weil Nill unsere Gefährtin ist, du Idiot!«

»Ja, klar.« Scapa schnaubte verächtlich und sein Blick wanderte von einem Elf zum nächsten. Plötzlich zog er etwas unter dem Hemd hervor. Erleichtert erkannte Nill den Steindorn wieder. Sein Messer warnend auf die Elfen gerichtet, kam Scapa auf Nill zu. Er stand so nah neben ihr, dass sie ihm den steinernen Dorn aus der Hand hätte reißen können. Aber das musste sie nicht. Er übergab ihn freiwillig. Nill nahm ihn und drückte den kalten Stein instinktiv mit beiden Händen an sich.

»Wenn ihr glaubt, ich lasse euch einfach mit dem Messer ziehen, habt ihr euch geschnitten. Ich werde mitkommen und ich werde neben ihr stehen, wenn sie den König tötet«, sagte Scapa.

Kaveh sah ihn fassungslos an. Es konnte sich ihnen doch kein Dieb anschließen! Aber Scapa wirkte aus einem unerklärlichen Grund fest entschlossen, sie zu belästigen.

»Nein. Auf keinen Fall kommst du mit.« Kaveh verschränkte die Arme.

»Doch, auf jeden Fall.«

»Nein.«

»Oh doch.«

»Nein!«

»Doch!«

Kaveh löste die Arme, hob entgeistert seinen Dolch und senkte ihn wieder. »Also – bist du taub? DU KOMMST NICHT MIT!«

Scapa lächelte und wischte sich das Blut mit dem Ärmel ab. »Du kannst mich nicht davon abhalten, euch hinterher zu schleichen, Schweineprinz.«

»Oh doch. Und wie.« Kaveh hob den Dolch und ging mit großen Schritten auf ihn zu.

»Halt!« Nill lief dazwischen und breitete die Arme aus. »Guck doch, er blutet schon wegen dir«, murmelte sie Kaveh eindringlich zu.

»Er wird gleich noch mehr bluten«, erklärte Kaveh.

Nill hielt ihn fest, als er sich an ihr vorbeischieben wollte. »Du kannst ihn doch nicht einfach – erstechen! Bist du verrückt? Das ... das lasse ich nicht zu.«

Zu ihrer Überraschung senkte Kaveh tatsächlich den Dolch. Er drehte sich um, fuhr sich mit den Händen über die Zöpfe und atmete tief aus. Dann wandte er sich mit erzwungener Ruhe wieder an Nill.

»Es geht um deine Sicherheit«, sagte er gepresst.

»Du sollst entscheiden, ob wir wirklich einen Dieb mitnehmen.«

Nill sah Scapa an. Sein Blick war weder flehend noch bittend, sondern so finster wie immer. »Er soll verraten, wieso das Messer ihn interessiert«, hörte sie sich selbst sagen. »Ich muss wissen, wieso er den König töten will.«

Kaveh nickte unwirsch. »Du sollst den Mund aufmachen!«

Aber bevor Scapa etwas sagen konnte, erklangen Geräusche. Etwas abseits, wo der Hang seichter war, schlitterte Bruno die Felsen hinab und galoppierte mit einem erschrockenen Grunzen auf Kaveh zu.

Kaveh riss die Augen auf. »Da kommen Graue Krieger!«, zischte er. Sofort starrten alle in die Höhe – dahin, wo der Pfad am Abhang entlang führte.

»Dieser verdammte Feuergeruch! Die Grauen Krieger riechen ihn sofort«, fluchte Kaveh. Er wandte sich an die Ritter und Nill. »Los, in diese Richtung!«

Er lief ihnen voraus und blieb nur kurz vor Scapa stehen, um seinen Dolch auf ihn zu richten. »Du kommst mit, Dieb!«

»Schön, dass du das endlich verstanden hast«, sagte Scapa bissig. Dann schloss er sich, einen guten Abstand wahrend, den Gefährten an.

Sie liefen geduckt an den Felsen entlang, bis sich der Abhang in einem Gesteinshaufen verlor und sie den Pfad wieder sehen konnten. Es dauerte nicht lange, da vernahmen sie donnernde Hufschläge. Einen Augenblick später preschte ein Trupp Grauer Krieger den Pfad entlang. Die sandige Erde wirbelte auf und Kieselsteine sprangen durch die Luft. Graue Mäntel flatterten. Ein paar Herzschläge später waren die Reiter hinter den Staubwolken verschwunden und das Wiehern der Pferde verlor sich in der Ferne.

»Die haben nach uns gesucht«, flüsterte Kaveh.

»Irgendwoher wissen sie, dass wir das magische Messer haben.« In einer blitzartigen Bewegung fuhr er herum und packte Scapa am Kragen seines schwarzen Umhangs. Ebenso rasch lag Scapas Dolch dem Prinzen am Hals.

»Einen Verräter braucht es nicht dazu, dass eine Gruppe Freier Elfen mit einem Wildschwein aus den Dunklen Wäldern auffällt!«, zischte Scapa.

Mit zornfunkelnden Augen ließ Kaveh ihn wieder los. »Die schlauen Sprüche kannst du dir sparen, Dieb. Wenn du nicht willst, dass ich dir die Faust in den Mund stopfe, dann halt ihn gefälligst.«

»Und wenn du noch mal wagst, deine dreckigen Elfengriffel auf mich zu legen, dann schwöre ich beim Himmel, dass ich sie dir abhacke!«

»Hört auf damit!«, rief Nill.

Verblüfft starrten die Elfen und Scapa sie an. Aber Nill hatte genug von den kindischen Spielchen – sie hatte genug von der Geheimniskrämerei, den Beschuldigungen und den Drohungen! Auch Scapas Blick erwiderte sie wütend.

»Reißt euch zusammen und benehmt euch nicht wie kleine Kinder! Offensichtlich suchen diese Grauen Krieger nach dem Messer. Oder nach uns, das spielt ja keine Rolle. Wir sollten jedenfalls losgehen, anstatt zu streiten!« Nill drückte Scapa und Kaveh auseinander, um zwischen ihnen hindurch zu gehen. Nach ein paar Schritten drehte sie sich um.

Die Ritter, Kaveh und Scapa starrten sie noch immer an, als hätten sie bis jetzt nicht gewusst, dass sie sprechen konnte. Bruno war der Erste, der schließlich auf Nill zukam.

»Offensichtlich ist Bruno heute geistreicher als ihr«, setzte Nill hinzu, als sich die Jungen noch immer nicht regten.

Scapa besann sich endlich und kam zu ihr.

»Der Dieb soll erst erzählen, wieso er so fest entschlossen ist, uns mit seiner Gesellschaft zu quälen!«, rief Kaveh und holte ihn ein.

Scapa würdigte ihn keines Blickes; er sah Nill an.

»Das werde ich nur Nill sagen.« Dann schritt er an ihnen vorbei und kletterte über die letzten Felsbrocken zum Pfad zurück.

Der letzte Gefährte

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Главный герой
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