Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #5
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin». Краткое содержание книги:
Der blaue Riese knurrte: »Oha.« Auf der Parkbank bleckte die Empusa ihre Hauzähne zu einem Lächeln.
»Percy, du weißt, dass die Titanen und ihre Nachkommen nicht alle schlecht sind«, sagte Prometheus. »Du hast Kalypso kennengelernt.«
Mein Gesicht glühte. »Das ist etwas anderes.«
»Wieso? Wie ich hatte sie nichts verbrochen, und doch wurde sie für immer in die Verbannung geschickt, einfach, weil sie die Tochter des Atlas ist. Wir sind nicht deine Feinde. Lass es nicht zum Schlimmsten kommen«, bat er. »Wir bieten euch Frieden.«
Ich sah Ethan Nakamura an. »Du musst das hier doch schrecklich finden.«
»Ich weiß nicht, was du meinst.«
»Wenn wir uns auf diesen Handel einlassen, dann kriegst du keine Rache. Du kannst uns nicht alle umbringen. Und das willst du doch, oder?«
Sein Auge loderte auf. »Ich will Respekt, Jackson, sonst nichts. Von den Göttern habe ich den nie bekommen. Und du willst, dass ich in euer blödes Camp komme und meine Zeit im Gedränge in der Hermes-Hütte vergeude, weil ich nicht wichtig bin. Nicht einmal anerkannt!«
Er hörte sich genau an wie Luke, als er vier Jahre zuvor versucht hatte, mich im Wald beim Camp umzubringen. Bei dieser Erinnerung tat meine Hand weh, dort, wo der Skorpion mich gestochen hatte.
»Deine Mom ist die Göttin der Rache«, sagte ich zu Ethan. »Und das sollten wir respektieren?«
»Nemesis steht für Gleichgewicht. Wenn jemand zu viel Glück hat, macht sie ihn eine Nummer kleiner.«
»Und deshalb hat sie dir das Auge genommen?«
»Das war Bezahlung«, knurrte er. »Im Gegenzug hat sie mir geschworen, dass ich eines Tages das Gleichgewicht der Macht ändern werde. Ich werde den zweitrangigen Göttern größere Achtung verschaffen. Ein Auge war da ein niedriger Preis.«
»Tolle Mom.«
»Immerhin hält sie Wort, anders als die Olympier. Sie bezahlt immer ihre Schulden – im Guten wie im Bösen.«
»Klar«, sagte ich. »Ich habe dir das Leben gerettet, und als Lohn dafür hast du Kronos bei der Auferstehung geholfen. Total gerecht.«
Ethan griff nach seinem Schwert, aber Prometheus hielt ihn zurück.
»Aber, aber«, sagte der Titan. »Wir sind in diplomatischer Mission hier.«
Prometheus musterte mich, wie im Versuch, meinen Zorn zu verstehen. Dann nickte er, als ob er soeben einen Gedanken aus meinem Gehirn gefischt hätte.
»Das, was mit Luke passiert ist, macht dir zu schaffen«, sagt er. »Hestia hat dir nicht die ganze Geschichte gezeigt. Wenn du mehr wüsstest …«
Der Titan streckte die Hand aus.
Thalia stieß einen Warnschrei aus, aber ehe ich reagieren konnte, berührte Prometheus’ Zeigefinger meine Stirn.
Plötzlich stand ich wieder in May Castellans Wohnzimmer. Kerzen flackerten auf dem Kaminsims und wurden von den Spiegeln an den Wänden reflektiert. Durch die Küchentür konnte ich Thalia am Tisch sitzen sehen, während Ms Castellan ihr das verletzte Bein verband. Die sieben Jahre alte Annabeth saß neben ihr und spielte mit einer kleinen Knautschmedusa.
Hermes und Luke standen im Wohnzimmer.
Das Gesicht des Gottes verschwamm im Kerzenlicht, als könne er sich nicht entscheiden, welche Form er ihm geben sollte. Er trug einen marineblauen Trainingsanzug und geflügelte Reeboks.
»Warum zeigst du dich gerade jetzt?«, wollte Luke wissen. Seine Schultern waren angespannt, als ob er mit einem Kampf rechnete. »In all den Jahren habe ich dich gerufen, habe gebetet, dass du auftauchen würdest, aber nichts ist passiert. Du hast mich bei ihr gelassen.« Er zeigte zur Küche hinüber, als könne er den Anblick seiner Mutter nicht ertragen und noch viel weniger ihren Namen aussprechen.
»Luke, du musst ihr Ehre erweisen«, mahnte Hermes. »Deine Mutter hat ihr Bestes getan. Und ich, ich durfte deinen Weg nicht beeinflussen. Die Kinder der Götter müssen ihren eigenen finden.«
»Es war also nur zu meinem Besten, dass ich auf der Straße aufgewachsen bin, mich selbst versorgen und gegen Monster kämpfen musste.«
»Du bist mein Sohn«, sagte Hermes. »Ich wusste, dass du die Fähigkeit dazu hattest. Ich bin als Baby aus meiner Wiege gekrochen und habe mich auf den Weg nach …«
»Ich bin aber kein Gott! Wenigstens einmal hättest du etwas sagen können. Du hättest mir helfen können, als …« Er holte zitternd Atem und wurde leiser, damit er in der Küche nicht zu hören war.
»Als sie einen ihrer Anfälle hatte und mich geschüttelt hat und schreckliche Dinge über mein Schicksal gesagt hat. Als ich mich im Schrank versteckt habe, damit sie mich nicht findet, mit diesen … diesen leuchtenden Augen. Hat es dich überhaupt interessiert, dass ich solche Angst hatte? Hast du überhaupt gewusst, dass ich weggelaufen bin?«
In der Küche plapperte Ms Castellan vor sich hin, schenkte für Thalia und Annabeth Kool-Aid ein und erzählte Geschichten über Luke als Baby. Thalia rieb sich nervös das verbundene Bein. Annabeth schaute ins Wohnzimmer und hielt für Luke ein verkokeltes Plätzchen hoch. Ihre Lippen formten die Frage: Können wir jetzt gehen?
»Luke, mir ist das alles sehr wichtig«, sagte Hermes langsam. »Aber Götter dürfen nicht direkt in sterbliche Angelegenheiten eingreifen. Das besagt eines unserer uralten Gesetze. Vor allem, wenn dein Schicksal …« Er verstummte. Er starrte die Kerzen an, als ob ihm etwas Unangenehmes eingefallen wäre.
»Was?«, fragte Luke. »Was ist mit meinem Schicksal?«
»Du hättest nicht zurückkommen dürfen«, murmelte Hermes. »Es ist für euch beide eine Qual. Aber ich sehe jetzt ein, dass du zu alt bist, um ohne Hilfe auf der Flucht zu sein. Ich werde mit Chiron im Camp Half-Blood sprechen und ihn bitten, dich von einem Satyrn holen zu lassen.«
»Wir kommen sehr gut ohne deine Hilfe zurecht«, knurrte Luke. »Und was wolltest du über mein Schicksal sagen?«
Die Flügel an Hermes’ Reeboks flatterten ruhelos. Er musterte seinen Sohn, als versuchte er, sich dessen Gesicht einzuprägen, und plötzlich durchflutete mich ein Gefühl von Kälte. Mir ging auf, dass Hermes wusste, was May Castellans Gemurmel zu bedeuten hatte. Keine Ahnung, wieso, aber als ich in sein Gesicht schaute, war ich mir sicher. Hermes wusste, was eines Tages mit Luke geschehen würde; dass er den Weg des Bösen einschlagen würde.
»Mein Sohn«, sagte er. »Ich bin der Gott der Reisenden, der Gott der Straßen. Wenn ich eins weiß, dann, dass du deinen eigenen Weg finden musst, auch wenn es mir das Herz zerreißt.«
»Du liebst mich nicht.«
»Ich schwöre … ich liebe dich. Geh ins Camp. Ich werde dafür sorgen, dass du bald einen Auftrag bekommst. Vielleicht kannst du die Hydra besiegen oder die Äpfel der Hesperiden holen. Du wirst die Chance haben, ein großer Held zu werden, ehe …«
»Ehe was?« Lukes Stimme zitterte jetzt. »Was hat meine Mom gesehen, dass sie so geworden ist? Was wird mir passieren? Wenn du mich liebst, dann sag es mir!«
Hermes verzog das Gesicht. »Ich kann nicht!«
»Dann ist es dir egal!«, schrie Luke.
In der Küche verstummte abrupt das Gespräch.
»Luke?«, rief May Castellan. »Bist du das? Geht es meinem Jungen gut?«
Luke drehte sich weg, um sein Gesicht zu verbergen, aber ich konnte die Tränen in seinen Augen sehen. »Mir geht’s gut. Ich habe eine neue Familie. Ich brauche euch beide nicht.«
»Ich bin dein Vater«, sagte Hermes bittend.
»Ein Vater sollte bei seinem Kind sein. Aber du bist mir nie auch nur begegnet. Thalia, Annabeth, kommt jetzt. Wir gehen!«
»Mein Junge, geh nicht!«, rief May Castellan ihm nach. »Das Essen ist fertig!«