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Indiana Jones Die Gefiederte Schlange

Электронная книга - «Indiana Jones Die Gefiederte Schlange». Краткое содержание книги:

Als Indiana Jones einen verschollenen Freund in einem Andendorf endlich findet, ist dieser dem Tod nahe und übergibt ihm ein mysteriöses goldenes Amulett. Bald stellt sich heraus, daß dieser Anhänger zum rituellen Schmuck des Oberpriesters der Maya gehört und seinem Träger gewaltige magische Kräfte verleihen kann. Doch das Geschenk bringt Indiana Jones kein Glück: Einige Indios heften sich an seine Fersen, die zu allem entschlossen scheinen …
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Bentleys Lippen verzogen sich zu einem dünnen, amüsierten Lächeln.»Das habe ich auch nicht erwartet«, sagte er.»Nein — meine Beweggründe sind anderer Natur. Ich gestehe, es hat lange gedauert, bis Norten mich überzeugt hat, als er nach Gregs Tod zu mir kam und mir die ganze Geschichte erzählte. Aber in der Zwischenzeit habe ich so viel Erstaunliches erlebt, daß ich ihm glaube. Was den Professor angeht — er ist durch und durch Wissenschaftler — wie Sie, Dr. Jones. Er will nur wissen. Ich glaube, ich brauche Ihnen das nicht erklären. Er kann gar nicht anders, als dieses Geheimnis zu lüften.«

«Und Sie?«

«Ich möchte verhindern, daß diese Kräfte in falsche Hände geraten«, antwortete Bentley.»Sie kennen José besser als ich. Sie wissen, daß er verrückt genug wäre, sich selbst zum neuen Herrscher oder auch Gott der Maya auszurufen. Haben Sie eine ungefähre Vorstellung davon, was dann geschehen würde?«

Indiana versuchte zu lachen, aber das Geräusch, das er dann wirklich zustande brachte, war eher ein lächerliches Quietschen.»Verkaufen Sie mich nicht für dumm, Bentley«, sagte er schwach.»Sie wollen mir doch nicht im Ernst einreden, daß Sie Angst vor ein paar Mayas mit Steinschwertern und Zaubersprüchen haben.«

«Natürlich nicht«, antwortete Bentley ruhig.»Weder die Vereinigten Staaten noch irgendein anderes Land müßte Angst vor ihm haben. Aber er könnte trotzdem großen Schaden anrichten. Es könnte Tote geben. Hunderte, wenn nicht Tausende oder Zehntausende von Toten.«

«Denken Sie daran, was auf der Hacienda geschehen ist«, fügte Norten hinzu.

Indiana glaubte den beiden kein Wort. Ihre Erklärungen klangen einleuchtend, aber vielleicht klangen sie sogar ein bißchen zu einleuchtend für seinen Geschmack.

«Deshalb haben wir versucht, diese Anhänger zurückzubekommen, Dr. Jones«, fuhr Bentley nach einer langen, lastenden Pause fort.»Und deshalb sind Sie hier. Mit dem Anhänger von José besitzen wir jetzt elf der ursprünglich zwölf Stücke. Die Wahrscheinlichkeit, daß der richtige darunter ist, ist also nicht schlecht.«

«José wird Ihnen seinen kaum freiwillig geben«, vermutete Indiana.

«Kaum«, bestätigte Bentley. Er lächelte.

«Und Sie haben auch kaum die Möglichkeit, ihn mit Gewalt an sich zu bringen«, fuhr Indiana fort.»Sie haben es selbst gesagt — Sie brauchen ihn.«

«Vielleicht«, sagte Norten.»Vielleicht aber auch nicht. Das kommt ganz auf Sie an.«

«Auf mich?«

Bentley nickte.»Vielleicht brauchen wir Perez ja gar nicht. Wir brauchen nur jemanden, der den Eingang zum Tempel finden kann.«

«Und Sie glauben, ich wäre dieser Jemand?«

«Sie waren schon einmal dort«, erinnerte Norten.»Zusammen mit Greg.«

«Ich war in der Nähe dieses Vulkans«, bestätigte Indiana.»Aber wir sind nicht sehr weit gekommen. «Er sah ihn durchdringend an.»Sie wissen, was geschehen ist. Vielleicht wollte Greg mir wirklich den Weg zu diesem Tempel zeigen. Aber wenn, dann hat er es nicht mehr geschafft.«

«Ich bin sicher, Sie können ihn finden, wenn Sie es wollen«, erwiderte Norten ruhig.»Und sowohl Commander Bentley als auch ich würden uns in Ihrer Begleitung sehr viel sicherer fühlen als in der eines unberechenbaren Wahnsinnigen.«

Indiana schwieg eine ganze Weile. Sein Blick wanderte über die neun winzigen goldglänzenden Anhänger, die sich glichen wie ein Ei dem anderen, dann wieder über die Gesichter der beiden Männer auf der anderen Seite des Tisches und dann noch einmal über die Amulette. Etwas an der Geschichte der beiden störte ihn, aber er wußte noch nicht, was. Und zumindest in einem Punkt hatten sie recht: José war verrückt. Verrückt und unberechenbar.

Trotzdem irritierte ihn der Gedanke, sich José im Federmantel eines Mayapriesters vorzustellen, wie er Menschenopfer zelebriert und Armeen voller mit Schwertern und Äxten bewaffneter Mayakrieger in den Kampf gegen den Rest der Welt schickt.

Er war sogar fast lächerlich.

«Kann ich darüber nachdenken?«fragte er.

Bentley nickte.»Selbstverständlich. Ich habe bereits eine Kursänderung befohlen, aber wir werden gut eineinhalb Tage brauchen, bis wir Yucatan erreichen. Spätestens bis dahin müssen Sie sich allerdings entschieden haben.«

«Und wenn ich es nicht tue?«erkundigte sich Indiana.

«Geschieht Ihnen auch nichts«, versprach Bentley.»Sie sind kein Gefangener, Dr. Jones. Wenn Sie darauf bestehen, setzen wir Joana und Sie im ersten Hafen ab, an dem wir vorbeikommen, und Sie gehen Ihrer Wege.«

«Einfach so?«erkundigte sich Indiana zweifelnd.

«Einfach so«, bestätigte Norten.»Das heißt — falls Sie das können. Falls Ihnen das Schicksal der überlebenden Mayas völlig egal ist. «Er lächelte überheblich.»Aber Sie wären nicht der Mann, für den ich Sie halte und als den Greg Sie mir immer wieder beschrieben hat, wenn Sie das könnten.«

Und damit hatte er ausnahmsweise einmal recht. Und im Grunde hatte Indiana sich bereits entschieden — wenn auch wahrscheinlich anders, als Norten und Bentley vermuteten.»Ich werde darüber nachdenken«, sagte er.

«Dein Vater hat mit mir niemals über diesen Professor Norten gesprochen«, sagte Indiana später, als er allein mit Joana in der weitläufigen Kabine war, die man ihr zugewiesen hatte.

Joana zuckte fast unbeteiligt mit den Achseln und blickte an ihm vorbei ins Leere. Unter dem frischen weißen Verband an ihrer Stirn sah ihr Gesicht sehr bleich aus. Sie wirkte sehr müde; und nicht nur in körperlicher Hinsicht. Sie hatte schweigend und mit großen Augen zugehört, während Indiana ihr berichtete, was er von Norten und Bentley erfahren hatte, aber er hatte regelrecht sehen können, wie etwas in ihrem Blick zerbrach, während er sprach. Er hatte auch fast sofort begriffen, was es war: Obwohl sie nur wenige Stunden auf Nortens Hacienda gewesen waren und Joana kaum mehr als einige Sätze mit ihm gewechselt hatte, hatte er doch gespürt, wie sehr das Mädchen dem Mann vertraute. Daß er sie so hintergangen, ja, benutzt haben sollte, das mußte ihr Vertrauen nicht nur in ihn, sondern in die ganze Welt erschüttert haben.

Vielleicht war es das erste Mal, dachte Indiana, daß sie diese schmerzliche Erfahrung gemacht hat: von einem Menschen, dem sie absolutes und blindes Vertrauen geschenkt hatte, betrogen worden zu sein.

«Vater hat nie viel über Onkel Norten gesprochen«, beantwortete sie seine Frage mit einiger Verzögerung.

Indiana unterdrückte ein Lächeln. Selbst jetzt nannte Joana Norten noch Onkel.

«Ich glaube, er war … so etwas wie sein Lehrer«, vermutete Indiana.»Obwohl ich mittlerweile nicht mehr sicher bin, wer hier von wem gelernt hat. «Er seufzte tief.»Du hast den Anhänger noch?«

Joana nickte und wollte aufstehen, aber Indiana winkte rasch ab.»Behalt ihn«, sagte er rasch.»Aus irgendeinem Grund scheinen sie dir zu trauen. Wenn ich ihn bei mir hätte, könnte mir … etwas zustoßen.«

«Jetzt … übertreibst du aber«, protestierte Joana schwach.»Onkel Norten ist kein Mörder.«

Darüber konnte man geteilter Meinung sein, dachte Indiana. Aber im Moment war es vielleicht klüger, das nicht auszusprechen.

«Du wußtest, daß dieser Anhänger etwas ganz Besonderes ist«, sagte Indiana nach einer Weile.

Joana nickte, ohne ihn anzusehen.

«Und du wußtest auch, warum es mehr als einen gibt.«

«Das stimmt«, gestand Joana nach einem abermaligen, langen Zögern.»Aber ich habe nie erfahren, was er wirklich ist. Das mußt du mir glauben, Indy.«

Indiana mußte sich beherrschen, um nicht plötzlich einen Schwall von Vorwürfen über Joana zu ergießen. Im Grunde, das wußte er sehr wohl, traf Joana weit weniger Schuld an der verfahrenen Situation als ihn. Sie war ein Mädchen, das keinerlei Erfahrung in solcherlei Dingen hatte. Aber er war kein Kind mehr. Er hätte ahnen müssen, daß es sich bei den kleinen Anhängern um mehr als bloße goldene Schmuckstücke handelte; und daß dies wieder einmal eine von den Geschichten werden würde, in der nichts so war, wie es auf den ersten Blick den Anschein hatte. Nein, dachte er, wenn es hier jemanden gab, den er beschimpfen sollte, dann war er es selbst.

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