Indiana Jones Die Gefiederte Schlange
- Автор: Хольбайн Вольфганг
- Язык: немецкий
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Indiana Jones Die Gefiederte Schlange». Краткое содержание книги:
«Das war eine Meisterleistung«, sagte er anerkennend.»Phantastisch gemacht, Joana.«
Das Mädchen hob zitternd den Kopf und blickte ihn aus Augen an, die dunkel vor Furcht waren.»Das war pures Glück«, murmelte es.»Weiter nichts.«
«Auf jeden Fall leben wir noch«, sagte Horten.»Ohne dich hätten wir es nie geschafft.«
«Ohne sie«, sagte José böse,»wären wir gar nicht hier!«
Joana zuckte mit den Schultern, setzte sichtbar zu einer geharnischten Antwort an und beließ es dann bei einem abermaligen Achselzucken.
«Hört auf zu streiten«, sagte Norten.»Versuchen wir lieber, von hier wegzukommen.«
«Mit dieser Maschine kommen wir nirgendwo mehr hin«, sagte Joana.»Die Tanks sind völlig leer.«
Norten machte eine verneinende Geste.»Ein paar Kilometer flußabwärts liegt ein Laden«, sagte er.»Sie haben auch Benzin. Wir können dort auftanken.«
Joana wollte widersprechen, aber Norten fuhr mit leicht erhobener, aber sehr eindringlicher Stimme fort.»Sie werden nicht aufgeben, Joana. Sie werden eine Weile brauchen, aber sie werden uns verfolgen, glaub mir.«
Und das war das letzte Wort, das sie aus ihm herausbekamen, bis das Flugzeug mit der Strömung den Fluß hinabgetrieben war und sie den Laden erreicht hatten, von dem er gesprochen hatte.
Wie sich herausstellte, hatten sie diesmal gleich in doppelter Hinsicht Glück: Der Besitzer des kleinen Ladens, in dem es mit Ausnahme eines komplett ausgestatteten Unterseebootes offensichtlich wirklich alles zu kaufen gab, war sowohl anwesend als auch bereit, ihnen gegen einen völlig überhöhten Preis genug Treibstoff zu verkaufen, daß sie die Tanks der Cessna füllen konnten. Und Joana, die die Zeit, die Indiana und Norten brauchten, die scheinbar bodenlosen Tanks des Flugzeugs mit Zwanzig-liter-Kanistern aufzufüllen, dazu ausgenutzt hatte, das Flugzeug im Schein einer Taschenlampe zu untersuchen, erklärte zufrieden, daß die Maschine offensichtlich keinen ernsthaften Schaden genommen hatte; sah man von den fast zwei Dutzend kleiner Blasrohrgeschosse ab, die in Tragflächen und Heck steckten.
«Ich denke, nun ist der Moment der Wahrheit gekommen«, sagte Indiana, als sie alle wieder ins Flugzeug gestiegen waren und Joana den Motor startete. Er wandte sich mit einem auffordernden Blick an Norten, aber der Professor schüttelte nur den Kopf.
«Zuerst sollten wir uns über unser Reiseziel unterhalten«, sagte er.»Wir müssen einen Ort finden, an dem sie uns nicht aufspüren.«
«Wie wäre es mit dem Mond?«fragte Indiana spöttisch.
Aber Norten blieb ernst.»Was muß noch passieren, damit Sie begreifen, daß diese Männer gefährlich sind, Dr. Jones?«
«Oh, ich glaube, das habe ich schon begriffen«, antwortete Indiana im gleichen Tonfall, während er abwechselnd Norten und José regelrecht mit Blicken durchbohrte.»Ich bin nur noch nicht ganz sicher, wer gefährlicher ist — diese Wilden oder Sie und Ihr sauberer Freund da.«
José blickte ihn haßerfüllt an, sagte aber nichts, und Norten antwortete:»Wenn Sie das Gefühl haben, daß wir eine Gefahr für Sie darstellen, Dr. Jones, dann liegt das einzig und allein an der Tatsache, daß Sie sich ständig in Dinge einmischen, die Sie nichts angehen. Hätten Sie José in New Orleans den Anhänger ausgehändigt und wären Ihrer Wege gegangen, wäre rein gar nichts passiert.«
«Mir nicht«, sagte Indy böse.»Aber Joana, nicht wahr?«
«Wir hätten sie schon beschützt«, erwiderte Norten ärgerlich.
«Das habe ich gesehen«, sagte Indiana böse.»Einer dieser Kerle hätte sie um ein Haar umgebracht.«
Joana ließ den Motor etwas schneller drehen und lenkte die Cessna wieder in die Flußmitte hinaus.»Das beste wäre«, sagte sie,»wir fliegen zur Küste. Ich habe keine große Erfahrung in Nachtflügen. Aber ich denke, wenn ich an der Küste entlangfliege, werde ich Havanna schon wiederfinden.«
«Eine gute Idee«, sagte José.»Nur, daß wir nicht nach Havanna fliegen werden.«
Indiana blickte ihn stirnrunzelnd an. José lächelte, griff in die Jackentasche und zog einen zerknitterten Zettel heraus, den er Joana reichte.
Das Mädchen nahm ihn entgegen, überflog die darauf gekritzelten Zahlen stirnrunzelnd und warf José einen fragenden Blick zu.»Was ist das?«
«Das sind Längen- und Breitenmaße, mein Kind«, sagte José.
«Das sehe ich selbst«, erwiderte Joana ärgerlich.»Aber was soll ich damit?«
«Dorthin fliegen, Kleines«, sagte José fröhlich.»An dieser Position erwartet uns ein Boot, auf dem wir vor diesen schießwütigen Steinzeitmenschen sicher sein werden.«
«Ich habe nicht vor, dort hinzufliegen«, sagte Joana ernst.»Aber ich setze Sie gern hier ab und Sie können dorthin schwimmen.«
«Das glaube ich nicht«, erwiderte José und griff abermals in die Tasche.
«Ach?«fragte Indiana lauernd.»Und wieso nicht?«
«Weil ich ein Argument habe, das euch beide ganz bestimmt umstimmen wird«, sagte José, zog einen großkalibrigen Revolver aus der Tasche und drückte den Lauf unsanft gegen Indianas rechtes Nasenloch.
USS SARATOGA 10 Seemeilen östlich von Kuba
Der Flug dauerte bis lange nach Mitternacht. Und daß Joana das, was José als Boot bezeichnet hatte, schließlich fand, lag weniger an ihren nautischen Fähigkeiten als mehr daran, daß sich das Schiff gute zehn Meilen von der Küste Kubas entfernt auf hoher See aufhielt und sämtliche Positionslichter gesetzt hatte. Das Flugzeug wasserte eine halbe Meile vom Schiff entfernt und legte die restliche Strecke auf seinen Schwimmkufen zurück. Noch bevor sie dem Schiff auch nur nahe gekommen waren, flammte an Deck ein starker Scheinwerfer auf, dessen Strahl die Cessna erfaßte und nicht mehr losließ.
Indiana blinzelte geblendet und überlegte einen Sekundenbruchteil, daß dies wahrscheinlich die letzte Chance war, die er hatte, sich herumzudrehen und José den Kinnhaken zu verpassen, den er ihm zugedacht hatte; und nicht erst seit dem Augenblick, in dem er die Pistole gezogen und auf ihn gerichtet hatte.
Aber er tat es nicht. José hatte die Waffe zwar schließlich aus seinem Gesicht genommen, die Hand mit der Pistole aber so auf den Schoß gelegt, daß er nur abzudrücken brauchte, um ihm durch die Rückenlehne des Sitzes hindurch eine Kugel in den Rücken zu jagen. Indiana wäre selbst bereit gewesen, dieses Risiko in Kauf zu nehmen — aber die Gefahr, daß sich ein Schuß löste und in der Enge der Kabine Joana traf, war einfach zu groß. Er verlieh José im Geiste einen weiteren Minuspunkt — die er allesamt bei passender Gelegenheit in körperliche Gewalttätigkeiten einzutauschen gedachte — und entschied sich, auf eine bessere Gelegenheit zu warten.
Und außerdem näherten sie sich in diesem Moment dem Schiff, und was Indiana im bleichen Mondschein sah, das verblüffte ihn viel zu sehr, als daß er auch noch einen weiteren Gedanken an José verschwendet hätte.
Schon aus der Luft war ihm das Schiff riesig vorgekommen.
Aber das stimmte nicht.
Es war nicht riesig. Es war gigantisch.
Er hatte eine Yacht erwartet oder allenfalls etwas wie einen alten Bananendampfer, irgendeinen Seelenverkäufer, dessen Kapitän José für ein Schmiergeld gekauft hatte. Aber was vor ihnen auf dem Wasser lag, riesig und finster und so massig wie eine schwimmende Stadt, das war kein Seelenverkäufer — es war ein Kriegsschiff der US-Navy! In riesigen, in der Dunkelheit fast unheimlich leuchtenden Lettern prangte der Name USS SARATOGA am Bug. Seiner Größe nach zu schließen, mußte es sich mindestens um einen Kreuzer handeln, wenn nicht um ein Schlachtschiff. Was um alles in der Welt ging hier vor?
Joana schaltete den Motor ab, als sie sich noch zwanzig Meter vom Schiff entfernt befanden. Es war ein sehr großes Schiff — eines jener gewaltigen Schiffe, wie man sie normalerweise nur in Hollywood-Filmen oder als verschwommenen Schemen am Horizont zu sehen bekam. Das Deck war voller Männer, einer kleinen Armee, von denen nicht einer unbewaffnet war, wie Indiana voller Unbehagen erkannte.