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Indiana Jones Die Gefiederte Schlange

Электронная книга - «Indiana Jones Die Gefiederte Schlange». Краткое содержание книги:

Als Indiana Jones einen verschollenen Freund in einem Andendorf endlich findet, ist dieser dem Tod nahe und übergibt ihm ein mysteriöses goldenes Amulett. Bald stellt sich heraus, daß dieser Anhänger zum rituellen Schmuck des Oberpriesters der Maya gehört und seinem Träger gewaltige magische Kräfte verleihen kann. Doch das Geschenk bringt Indiana Jones kein Glück: Einige Indios heften sich an seine Fersen, die zu allem entschlossen scheinen …
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«Commander Bentley, nehme ich an?«

Norten nickte. Mit einer erklärenden Geste deutete er auf den Mann hinter dem Schreibtisch und sagte:»Darf ich vorstellen: Commander Bentley Norten. Ein … alter Freund von mir.«

Indiana wollte eine Frage stellen, aber Bentley stand mit einer fließenden Bewegung hinter seinem Schreibtisch auf und bewies damit, daß er tatsächlich so groß war, wie Indiana angenommen hatte; er überragte sowohl ihn als auch Norten um mehr als eine Handspanne.

«Aberbitte, Dr. Jones, nehmen Sie doch Platz«, sagte er.»Ich kann mir vorstellen, daß Ihnen eine Menge Fragen auf der Zunge brennen. Es redet sich bequemer im Sitzen. «Er deutete auf eine kleine Sitzgruppe neben der Tür, wartete, bis Indiana und Norten Platz genommen hatten, und trat dann zu einem Schrank, aus dem er eine Whisky-Flasche und drei Gläser herausnahm.»Sie nehmen doch einen Drink mit mir?«

Indiana war nicht nach Trinken zumute. Aber er nickte trotzdem und ließ es zu, daß Bentley die drei Gläser einschenkte und ihm über den Tisch hin zuschob, trank aber nicht, sondern drehte seines nur unschlüssig in den Fingern.

«Sie sind also Indiana Jones«, begann Bentley das Gespräch.»Greg hat viel von Ihnen erzählt — aber ich muß gestehen, daß ich Sie mir anders vorgestellt habe.«

«Und wie?«fragte Indiana, während er sehr vorsichtig am Inhalt seines Glases nippte.

Bentley zuckte mit den Schultern und nahm selbst einen gewaltigen Schluck Whisky.»Anders eben«, sagte er.»Aber ich kann nicht sagen, daß ich enttäuscht wäre. «Er unterbrach sich für einen Moment und wandte sich an Norten.»Wie ist es auf der Ha-cienda gelaufen?«

«Gar nicht gut«, gestand Norten.»Wir hatten eine Menge Ärger.«

Bentley deutete mit einer Kopfbewegung auf Indiana.»Mit ihm?«

«Nein. Im Gegenteil«, sagte Norten.»Ohne Dr. Jones — und vor allem Joana — wäre ich jetzt wahrscheinlich nicht hier. Die Indios haben uns aufgespürt.«

Bentley wirkte ein bißchen erschrocken.»So schnell?«

«So schnell«, bestätigte Norten.»Ich war selbst überrascht. Ich vermute, daß sie José und Anita gefolgt sind. Es würde mich nicht wundern, wenn sie früher oder später auch hier auftauchen.«

«Selbst wenn«, sagte Bentley abwertend,»hier sind wir sicher.«

Er wandte sich wieder an Indiana.»Aber ich glaube, wir sind Ihnen jetzt einige Erklärungen schuldig, Dr. Jones.«

«Das glaube ich allerdings auch. «Indianas Stimme war eisig. Sein Blick wanderte zwischen den Gesichtern der beiden hin und her. Er war verwirrt, um es vorsichtig auszudrücken. Nach den seelischen Wechselbädern, die der Tag gebracht hatte, wußte er schlicht und einfach nicht mehr, was er von Norten und Bentley halten sollte.

«Bevor wir Ihnen Ihre Fragen beantworten, Dr. Jones«, begann Bentley,»möchte ich Sie bitten, mir den Anhänger auszuhändigen.«

«Welchen Anhänger?«erkundigte sich Indiana harmlos.

Bentley verzog das Gesicht, als hätte er auf einen Stein gebissen.»Ich bitte Sie, Dr. Jones«, sagte er.»Ersparen Sie sich und uns die Peinlichkeit, sich von einem der Matrosen untersuchen zu lassen. Ich weiß, daß Sie den Anhänger bei sich tragen, den Greg Ihnen gegeben hat.«

«Selbst wenn das so wäre«, antwortete Indiana kalt,»dann hat er ihn mir gegeben, damit ich ihn seiner Tochter aushändige — nicht Ihnen.«

Bentley lächelte dünn.»Sie können ihn selbstverständlich auch erst Joana geben, und die gibt ihn dann uns«, sagte er.»Wenn Ihnen Ihre Zeit für solch alberne Spielchen nicht zu schade ist …«Er zuckte mit den Achseln und sah Indiana fragend an.

«Ich habe ihn nicht«, sagte Indiana stur.

In Bentleys Augen blitzte es ärgerlich, und Indiana fügte ruhig hinzu:»Wenn Sie darauf bestehen, rufen Sie einfach einen Ihrer Männer und lassen mich durchsuchen.«

«Wo ist er?«fragte Norton scharf.»Sie haben ihn Joana nicht gegeben. Jedenfalls behauptet sie das.«

«Sie können sie ja auch durchsuchen lassen«, sagte Indiana ruhig.»Falls Sie ihr nicht glauben. Der Anhänger befindet sich an einem sicheren Ort.«

Bentley seufzte tief.»Sie machen es uns nur unnötig schwer, Dr. Jones«, sagte er.»Wir stehen auf Ihrer Seite.«

«Ach?«sagte Indiana spöttisch.

«Hast du ihm nichts erzählt?«fragte Bentley Norten.

Norten schüttelte den Kopf.»Nein. Ich hielt es für … zu gefährlich.«

Bentley musterte Indiana einen Moment lang aus seinen dunklen, durchdringenden Augen, dann sagte er:»Ich denke, wir können das Risiko eingehen. Dr. Jones ist ein Mann von untadeligem Ruf.«

Schweigend und sehr schnell stand Bentley auf und ging zu einem Panzerschrank, der neben dem Schreibtisch in die Wand eingelassen war. Seine Finger stellten die Kombination ein, er öffnete die Tür, nahm etwas heraus und kam zum Tisch zurück. Vor Indianas überrascht geweiteten Augen legte er acht völlig identische, goldene Quetzalcoatl-Anhänger auf die Tischplatte.

«Das wären dann zehn — mit dem, den Dr. Jones besitzt«, sagte er, nachdem er sie pedantisch und mit beinahe mathematischer Präzision nebeneinander ausgerichtet und selbst die Ketten geradegezogen hatte.»Hat José die beiden anderen?«

Norten schüttelte den Kopf und nahm einen weiteren Schluck Whisky.»Ich fürchte, nein«, sagte er.»Einen hat er bei sich.«

«Und der zwölfte?«

«Ich fürchte, den haben die Indios«, antwortete Norten.

Auf Bentleys Gesicht erschien ein zugleich erschrockener wie auch zorniger Ausdruck, und Norten deutete auf Indiana und sagte:»Zumindest behauptet er das.«

«Ist das wahr?«fragte Bentley. Seine Stimme klang ein ganz kleines bißchen kälter und weniger freundlich als bisher.

«Ja«, sagte Indiana.»Es war Joanas Anhänger. Sie haben uns überfallen, als ich mich mit ihr in der Anwaltskanzlei in New Orleans getroffen habe.«

«Und Sie konnten es nicht verhindern?«

Indiana unterdrückte im letzten Moment ein schrilles Lachen.

«Ich konnte mit Mühe und Not verhindern, daß sie uns beide umbringen«, sagte er.»Und hätte ich gewußt, wie sich die Dinge entwickeln, dann hätte ich ihnen den zweiten auch noch gegeben.«

Nortens Gesicht verdüsterte sich, aber Bentley hob rasch und beruhigend die Hand und schenkte sich ein weiteres Glas Whisky ein. Indiana schüttelte den Kopf, als er mit einer fragenden Geste die Flasche hob.

«Ich kann Ihren Zorn verstehen, Dr. Jones«, sagte er.»Aber er ist unberechtigt, glauben Sie mir. Wenn Sie die Wahrheit kennen, dann werden Sie verstehen, warum Professor Norten so handeln mußte, wie er gehandelt hat.«

«Sie meinen — uns belegen, uns in Lebensgefahr gebracht und uns entführt?«

«Ich hatte keine andere Wahl«, verteidigte sich Norten.»José ist unberechenbar. Er ist nicht nur verrückt, er ist auch völlig gewissenlos.«

«Haben Sie sich deshalb mit ihm verbündet?«

«Wir haben uns mit ihm verbündet, Dr. Jones«, antwortete Bentley,»weil wir nach Gregs Tod einen ortskundigen Mitarbeiter brauchten.«

«Ortskundig?«

«José Perez ist in einer kleinen Stadt in der Nähe von Piedras Negras geboren und aufgewachsen«, sagte Norten.»Wußten Sie das nicht?«

Indiana schüttelte verblüfft den Kopf. Noch mehr als diese Eröffnung verblüffte ihn allerdings der Name der Ortschaft. Piedras Negras — das war die Stadt in Yucatan, in der Greg und er zu ihrer letzten, verhängnisvollen Expedition aufgebrochen waren. Trotzdem sagte er:»Ich dachte, Sie selbst seien Spezialist für südamerikanische Kultur?«

«Das bin ich auch«, antwortete Norten mit Stolz in der Stimme.»Ich war mehrfach selbst in Yucatan, aber es ist in diesem Fall leider nicht damit getan, ein paar alte Mayadialekte zu sprechen und ihre Kultur zu kennen, Dr. Jones. Sie waren mit Greg selbst dort. Sie wissen, wie schwierig und vor allem unübersichtlich das Gelände ist. Und dazu kommt noch, daß das, was wir suchen, sorgsam versteckt wurde. Ohne einen Mann mit echten Ortskenntnissen hätten wir keine Chance gehabt.«

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