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Indiana Jones Die Gefiederte Schlange

Электронная книга - «Indiana Jones Die Gefiederte Schlange». Краткое содержание книги:

Als Indiana Jones einen verschollenen Freund in einem Andendorf endlich findet, ist dieser dem Tod nahe und übergibt ihm ein mysteriöses goldenes Amulett. Bald stellt sich heraus, daß dieser Anhänger zum rituellen Schmuck des Oberpriesters der Maya gehört und seinem Träger gewaltige magische Kräfte verleihen kann. Doch das Geschenk bringt Indiana Jones kein Glück: Einige Indios heften sich an seine Fersen, die zu allem entschlossen scheinen …
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Eine Tragfläche der Cessna schlug mit einem dumpfen Laut gegen die gewaltige Flanke des Kreuzers. Fast im gleichen Augenblick wurde eine Strickleiter zu ihnen heruntergelassen, und Sekunden später schon polterten Schritte auf den Tragflächen des kleinen Wasserflugzeuges! Ein Mann in der dunkelblauen Uniform der US-Navy band ein Tau um eine der Verstrebungen, ein zweiter kletterte geschickt auf eine der Schwimmkufen herunter und öffnete die Tür.

«Freu dich bloß nicht zu früh, alter Freund«, sagte José grinsend, als Indiana erleichtert aufatmete.

Und eine Sekunde später verstand Indy auch, was diese Worte bedeuteten. Das riesige, graugestrichene Schiffsungetüm und vor allem die Navy-Uniformen seiner Besatzung hatten ihn instinktiv Hilfe erwarten lassen — aber im Moment bestand diese Hilfe aus dem Lauf eines Gewehres, das in den Händen des Marinesoldaten lag und genau auf einen Punkt zwischen seinen Augen zielte.

Indiana schenkte José einen letzten bösen Blick, kletterte umständlich als erster aus der Kabine und handelte sich einen derben Stoß mit dem Gewehrlauf in den Rücken ein, als er eine Sekunde zu lange zögerte, nach der Strickleiter zu greifen und daran hinaufzusteigen.

Kräftige Arme griffen nach ihm und zogen ihn vollends an Deck des Kriegsschiffes, während die anderen hinter ihm die Strickleiter emporzuklettern begannen. Oben erwartete ihn ein halbes Dutzend weiterer Gewehrläufe, das sich drohend auf ihn richtete. Ein Soldat befahl ihm mit einer groben Geste, beiseite zu treten, und zwei unbewaffnete, dafür aber muskelbepackte Matrosen nahmen ihn in die Mitte. Einer von ihnen tastete ihn rasch und grob nach Waffen ab, wobei er die zusammengerollte Peitsche an seiner Seite offensichtlich nicht als eine solche betrachtete, denn er warf nur einen stirnrunzelnden Blick auf sie und ließ sie, wo sie war.

Nach und nach kletterten auch die anderen über die Strickleiter an Bord des Kriegsschiffes. Als erstes Joana, dicht gefolgt von Anita und José. Norten bildete den Abschluß. Indiana fiel auf, daß er von den Soldaten weit weniger grob als er und die anderen behandelt wurde. Erstaunlicherweise sogar zuvorkommender als José.

Und er war auch der einzige, der nicht nach Waffen durchsucht wurde. Zu Indianas Erstaunen wurde selbst José die Pistole abgenommen. Und auch die beiden Frauen wurden — dezent, und von zwei Matrosen, deren Ohren sich während der Prozedur dunkelrot färbten, aber sehr gründlich — nach Waffen abgetastet.

«Sie sind sauber, Lieutenant«, sagte einer der Matrosen schließlich.

Der mit Lieutenant Angesprochene nickte und deutete auf die Decksaufbauten, die sich in der Dunkelheit wie ein gewaltiges, stählernes Gebirge mit rechteckigen Graten und Winkeln hinter ihnen erhoben.»In Ordnung«, sagte er.»Dann folgen Sie mir bitte.«

Indiana rührte sich nicht von der Stelle.»Was zum Teufel geht hier vor?«fragte er ärgerlich.»Wer sind Sie, und wieso behandeln Sie uns wie Gefangene?«

«Das wird Ihnen alles unser Kapitän erklären«, sagte der Lieutenant. Mit einem dünnen Lächeln fügte er hinzu:»Und je eher Sie uns folgen, desto eher bekommen Sie auch Antworten auf Ihre Fragen.«

Indiana schenkte ihm einen bösen Blick, sagte aber nichts mehr, sondern trat rasch neben Joana und bedeutete ihr mit Blik-ken, zu tun, was der Mann von ihnen verlangte.

«Keine Sorge«, sagte er.»Jetzt kommt alles in Ordnung. «Er lächelte aufmunternd, griff in die Jackentasche und nahm ein sauberes Tuch heraus, mit dem er die kleine Rißwunde an Joanas Stirn betupfte.

Joana sah ihn verwirrt an.

«Sie blutet wieder«, sagte er.»Du solltest dir ein Pflaster geben lassen. «Gleichzeitig rieb er etwas heftiger über Joanas Stirn, so daß der winzige Riß nun wirklich wieder aufbrach und zu bluten begann. Joana verzog schmerzhaft das Gesicht, sagte aber nichts. Entweder, sie hatte verstanden, oder sie war viel zu verblüfft, um auch nur einen Laut von sich zu geben.

«Ist es schlimm?«erkundigte sich der Lieutenant und trat besorgt näher.

Indiana schüttelte den Kopf.»Nicht schlimm«, sagte er.»Aber wahrscheinlich ziemlich schmerzhaft.«

Der Offizier begutachtete die Schramme.»Unser Bordarzt wird sich sofort darum kümmern«, sagte er.

«Nimm solange mein Tuch«, sagte Indiana, lächelte aufmunternd und drückte Joana das zusammengerollte Taschentuch in die Hand. Für den Bruchteil einer Sekunde blitzte es verräterisch zwischen den Falten des weißen Stoffes auf, dann schloß Joana die Hand fester um das Tuch. Indiana warf einen raschen Blick in die Runde und registrierte befriedigt, daß offensichtlich keiner der anderen etwas gemerkt hatte.

Er war nicht einmal sicher, ob Joana wirklich verstanden hatte, was er tat. Sie sah vollständig verstört aus. Offensichtlich verstand sie so wenig wie er, was hier vorging — und damit schien sie nicht allein zu sein. Auch Anita wirkte erschrocken, und auf Josés Gesicht hatte sich ein zutiefst verwirrter, halb zorniger, halb auch bestürzter Ausdruck breitgemacht. Einzig Norten wirkte völlig gelassen, ja, beinahe zufrieden.

Flankiert von einem Dutzend bewaffneter Matrosen betraten sie das Innere des Schiffes. Indiana hatte damit gerechnet, zur Brük-ke hinaufgeführt zu werden, aber statt dessen bewegten sie sich über mehrere Treppen nach unten und schließlich einen langen, nackten Korridor aus Stahl entlang, an dessen Ende sich ein gepanzertes Schott befand, das von zwei Soldaten mit geschulterten Gewehren bewacht wurde. Ihr Führer beschied ihnen mit einer Geste, stehenzubleiben, klopfte an und trat hindurch. Er blieb eine geraume Weile fort, und als er zurückkam, deutete er nur auf Norten und Indiana.»Folgen Sie mir, meine Herren«, sagte er.

«He!«protestierte José.»Und was ist mit uns?«

«Wir haben bereits Quartiere für Sie vorbereitet«, antwortete der Lieutenant.»Sie werden alles Notwendige für Ihre Bequemlichkeit vorfinden. Und die beiden Damen auch.«

«Ich bleibe nicht allein«, protestierte Joana.

Der Lieutenant lächelte milde.»Sie brauchen wirklich keine Angst zu haben, Miss«, sagte er.»Ich verbürge mich für jeden einzelnen meiner Männer.«

Joana schüttelte trotzig den Kopf.»Ich will bei Indy bleiben«, sagte sie.

«Sie sind hier auf einem Kriegsschiff der US-Navy«, sagte der Offizier mit mildem Tadel.»Nicht auf einem Piratenschiff.«

«Bitte tu, was er sagt«, sagte Indiana leise. In Joanas Augen blitzte es schon wieder trotzig auf. Und er fügte hinzu:»Ich werde es kurz machen. In bin in ein paar Minuten bei dir.«

Dem Blick des Lieutenants nach zu schließen, bezweifelte der das. Aber er enthielt sich jeden Kommentars, öffnete das gepanzerte Schott ein wenig weiter und wiederholte seine auffordernde Handbewegung.»Bitte, treten Sie ein, Dr. Jones«, sagte er.»Commander Bentley erwartet Sie.«

Indiana trat gebückt durch die Tür und fand sich unversehens in einem überraschend behaglich eingerichteten Raum wieder, der weniger an eine Kajüte auf einem Kriegsschiff als mehr an ein luxuriös eingerichtetes Hotelzimmer erinnerte: Auf dem Boden lag ein weicher Teppich, und das nackte Grau der Stahlwände verbarg sich zum größten Teil hinter geschmackvollen Bildern und Drucken, mit denen der Bewohner dieser Kabine versucht hatte, ihr etwas von ihrer kalten Sachlichkeit zu nehmen. Auf einem kleinen Regal neben der Tür stand ein kunstvoll gefertigtes Modell der Mayflower, daneben ein kleines Schränkchen voller Bücher. Der Raum machte einen durch und durch wohnlichen Eindruck. Einzig das runde Bullauge in einer der Wände störte ein wenig.

Während Norten hinter im eintrat und der Lieutenant das Schott von außen wieder schloß, betrachtete Indiana interessiert den grauhaarigen, kräftig gebauten Mann, der hinter dem gewaltigen Schreibtisch saß und ihn mit unverhohlener Neugier musterte. Er trug eine dunkelblaue Kapitänsuniform mit schmalen, goldenen Streifen auf Schultern und Ärmeln und hatte das gleiche graue Haar und das gleiche, kantige Gesicht wie Norten. Aber trotz der Härte seiner Züge und des energischen Ausdrucks in seinen Augen wirkte er sympathisch.

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