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Indiana Jones Die Gefiederte Schlange

Электронная книга - «Indiana Jones Die Gefiederte Schlange». Краткое содержание книги:

Als Indiana Jones einen verschollenen Freund in einem Andendorf endlich findet, ist dieser dem Tod nahe und übergibt ihm ein mysteriöses goldenes Amulett. Bald stellt sich heraus, daß dieser Anhänger zum rituellen Schmuck des Oberpriesters der Maya gehört und seinem Träger gewaltige magische Kräfte verleihen kann. Doch das Geschenk bringt Indiana Jones kein Glück: Einige Indios heften sich an seine Fersen, die zu allem entschlossen scheinen …
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Indiana verscheuchte den Gedanken und sah zum Fluß hinüber. In dem rasenden Flackern der Blitze wirkte das Flugzeug unheimlich und riesig; wie ein bizarrer, metallener Vogel, der träge mit den Flügeln schlug. Aber zu Indianas Überraschung schien es völlig unbeschädigt zu sein — die Angreifer hatten entweder die Mühe gescheut, es zu zerstören, oder sie wollten es einfach wiederhaben. Letztendlich gehörte es ihnen ja auch.

«Glaubst du, daß du starten kannst?«schrie er, während sie im Zick-Zack über den großen Vorplatz auf die Cessna zurannten.

«Nein!«schrie Joana zurück.»Unmöglich. Aber wir kommen trotzdem damit weg.«

Sie machte keine Anstalten, ihre Behauptung zu erklären — aber es hätte auch sehr wenig Sinn gehabt.

Die nächsten Minuten wurden zu einem wahren Spießrutenlauf. Das Gewitter und der unheimliche Feuersturm hatten sie die Angreifer draußen im Busch beinahe vergessen lassen — aber diese hatten sie nicht vergessen. Sie versuchten nicht, Indiana und das Mädchen mit ihren Blasrohren niederzustrecken — was bei den herrschenden Lichtverhältnissen und vor allem dem Wind ohnehin schwerlich möglich gewesen wäre —, aber sie waren offensichtlich auch nicht gewillt, sie entkommen zu lassen.

Indiana sah sich plötzlich einer riesenhaften, grellbunt geschminkten Gestalt gegenüber, die nur mit einem Lendenschurz, einem gewaltigen Federbusch auf dem Kopf und einer beinahe ebenso gewaltigen Axt in der rechten Hand bekleidet war. Er duckte sich instinktiv unter dem Beil hindurch, verlor auf dem regennassen Gras den Halt, schlug der Länge nach hin und riß dem Indio dabei mehr aus Versehen die Beine unter dem Leib weg. Der Maya stürzte, und als er sich in die Höhe stemmen wollte, versetzte ihm Joana einen gezielten Fußtritt unter das Kinn, der ihn die Augen verdrehen und bewußtlos ein zweites Mal zu Boden gehen ließ.

Aber es war noch nicht vorbei. Ein zweiter Riese tauchte aus der Dunkelheit auf und warf sich mit weit ausgebreiteten Armen auf Indiana und das Mädchen, fünfzehn oder zwanzig Schritte, bevor sie das Wasserflugzeug erreicht hatten. Der Anprall riß sie beide von den Füßen. Indiana versuchte, den Schwung des Sturzes auszunutzen, um den Angreifer über sich hinwegzuschleu-dern, aber der Indio schien die Bewegung vorausgeahnt zu haben. Statt ihm den Gefallen zu tun und im hohen Bogen über seinen Kopf zu fliegen, packte er im Gegenteil Indianas Fuß und verdrehte ihn so hart, daß er vor Schmerz aufbrüllte und sich krümmte.

Wieder war es Joana, die ihn rettete. Sie versetzte dem Maya einen Tritt vor die Kniescheibe. Der war zwar längst nicht kräftig genug, den Mann wirklich zu Fall zu bringen; wahrscheinlich tat er ihm nicht einmal wirklich weh. Aber er reichte, ihn für einen Moment abzulenken. Und diese Sekunde reichte Indiana.

Während der Maya mit einem zornigen Knurren herumfuhr und ausholte, um dem Mädchen eine Ohrfeige zu versetzen, zerrte Indiana die Peitsche vom Gürtel und schlug zu.

Es war ein Zufallstreffer, aber er tat seine Wirkung. Die Peitschenschnur wickelte sich um das Gesicht des Maya, traf seine Augen und blendete ihn. Der Indio brüllte auf, riß die Hände an den Kopf und stolperte nach vorn, als Indiana mit aller Macht am Peitschenstiel zerrte. Der sprang gleichzeitig in die Höhe und riß das rechte Knie hoch. Es landete zielsicher auf der Kinnspitze des Maya, der in diesem Moment nach vorn stürzte.

«Los jetzt!«schrie Joana, während Indiana noch mit schmerzverzerrtem Gesicht dastand und sein geprelltes Knie massierte.»Da kommen noch mehr!«

Indiana sparte sich die Mühe, sich herumzudrehen. Statt dessen humpelte er los, so schnell er konnte.

Diesmal schienen die alten Maya-Götter (oder auch pures Glück) ausnahmsweise einmal auf ihrer Seite zu sein, denn sie erreichten die Cessna, ohne von einem weiteren Indianer angegriffen oder von einem Pfeil getroffen worden zu sein. Hastig kletterte Indiana neben Joana in die Kabine und schaltete die Innenbeleuchtung ein, während das Mädchen bereits die Instrumente kontrollierte und den Motor zu starten versuchte.

«Das ist Wahnsinn!«flüsterte Indiana. Das Flugzeug zitterte und bebte unter den Hieben des Windes, und die unaufhörlich zuckenden Blitze verwandelten die Welt draußen in ein bizarres Bild aus absoluter Dunkelheit und grellweißem, blendendem Licht, in dem er seine Umgebung mehr ahnen als wirklich sehen konnte.»Du hast keine Chance, das Ding hochzubekommen!«

«Das habe ich auch nicht vor«, antwortete Joana und drückte erneut auf den Anlasser. Der Motor spuckte, drehte ein paarmal schwerfällig durch, ging wieder aus — und erwachte dann mit einem dumpfen Grollen zum Leben. Der große Propeller vor der Frontscheibe der Kabine verwandelte sich in ein wirbelndes Rad aus Schatten.

Indiana blickte mit klopfendem Herzen nach draußen. Die Ha-cienda brannte lichterloh, und vor den zuckenden Flammen waren die Schatten zahlreicher Menschen zu erkennen, die in ein wildes Handgemenge verstrickt waren. Immer wieder blitzte das Mündungsfeuer von Pistolen und Gewehren auf, aber das Heulen des Sturmes und das unablässige Donnergrollen verschluckten jeden anderen Laut. Vielleicht war es gerade das, was den Anblick des Kampfes so gespenstisch erscheinen ließ.

«Was hast du eigentlich vor?«schrie er.

Joana antwortete nicht, sondern hantierte mit verbissenem Gesichtsausdruck an den Kontrollen herum. Das Flugzeug zitterte und begann zu ächzen, als Joana die Umdrehungszahl des Motors langsam erhöhte.

Fast widerwillig setzte sich die Cessna in Bewegung. Indianas Herz machte einen erschrockenen Hüpfer und schien direkt unterhalb seines Kehlkopfes weiterzuhämmern, als etwas mit einem fürchterlichen Scharren an der Unterseite der Schwimmkufen entlangschrammte. Dann kam die Maschine frei und glitt schneller auf die Hacienda zu.

«Da kommen Onkel Norten und deine Freunde«, schrie Joana und machte eine Kopfbewegung zu dem brennenden Gebäude.»Hilf ihnen herein.«

Tatsächlich hatten sich drei der Schatten aus dem Kampfgetümmel gelöst und rannten im Zick-Zack und mit weiten Sprüngen auf das Wasserflugzeug zu. Ein halbes Dutzend anderer Schatten verfolgte sie, und Indiana sah, wie Norten sich mehrmals im Laufen umdrehte und Schüsse auf sie abgab, augenscheinlich jedoch nicht traf. Dafür nahm der Kampf vor der Ha-cienda jetzt rasch an Heftigkeit ab. Offenbar hatten es die Indios nicht auf Nortens Männer abgesehen, sondern einzig und allein auf ihn. Oder auf etwas, was er bei sich trug.

Schaudernd dachte Indiana noch einmal an jenen schrecklichen Sekundenbruchteil zurück, in dem Joana und er über den Abgrund gesprungen waren. Die klopfenden Schmerzen in seinem Bein erinnerten ihn nachhaltig daran, daß die Feuerschlange keine Einbildung gewesen war. Aber wieso hatte sie ihn nicht in die Tiefe gezerrt wie den Mann, der vor seinen Augen gestorben war? Sie hatten ihn doch schon gehabt. Er hatte die Berührung ihres lodernden Körpers gespürt, ebenso wie den eisigen Griff der uralten Mächte, die sie erschaffen hatten. Ein einziger winziger Ruck noch, und Joana und er …

Und dann wußte er die Antwort.

Die Erklärung war so einfach, daß er sich für einen Moment verblüfft fragte, wieso er nicht schon längst darauf gekommen war. Er …

Der Gedanke entschlüpfte ihm wie eine glitschige Schlange, die sich zwischen seinen Fingern hindurchwand und davonkroch, ehe er sie fassen konnte, und zurück blieb ein Gefühl tiefer Enttäuschung.

Eine Handbewegung von Joana riß ihn in die Wirklichkeit zurück.

Norten, Anita und José hatten den Bach erreicht und rannten jetzt heftig gestikulierend neben der Cessna her, die immer schneller wurde. Indiana öffnete die Tür, streckte den Arm heraus und schüttelte den Kopf, als José als erster nach seiner Hand greifen wollte. Statt dessen ergriff er Anitas ausgestreckten Arm und zog sie mit einem kräftigen Ruck zu sich herein. Erst dann half er Norten und als letztem José, in die Kabine zu klettern. Sie quetschten sich auf die schmale hintere Sitzbank.

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