Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #5
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin». Краткое содержание книги:
Seine Freundin, die Empusa, fauchte mich an. Sie hatte sicher gehört, dass ich im vergangenen Sommer zwei ihrer Schwestern vernichtet hatte.
»Meine Liebe«, sagte Herr Smoking zu ihr. »Mach es dir doch kurz da drüben gemütlich, ja?«
Sie ließ seinen Arm los und schwebte zu einer Parkbank hinüber.
Ich warf einen Blick auf den bewaffneten Halbgott hinter dem Smokingtypen. Ich hatte ihn mit seinem neuen Helm nicht erkannt, aber es war mein alter Kumpel Ethan Nakamura, der Verräter. Seine Nase sah nach unserem Kampf auf der Williamsburg Bridge aus wie eine zermatschte Tomate. Das besserte meine Stimmung.
»Hallo, Ethan«, sagte ich. »Gut siehst du aus.«
Ethan starrte mich wütend an.
»Kommen wir zur Sache.« Der Smokingtyp streckte die Hand aus. »Ich bin Prometheus.«
Ich war zu überrascht, um ihm die Hand zu schütteln. »Der Feuerklauer? Der Typ, der an den Felsen gekettet war, mit den Geiern?«
Prometheus schnitt eine Grimasse. Er berührte die Schrammen in seinem Gesicht. »Bitte, erwähne die Geier nicht. Aber es stimmt, ich habe den Göttern das Feuer gestohlen und es deinen Vorfahren gegeben. Im Gegenzug ließ der allgütige Zeus mich an einen Felsen schmieden und in alle Ewigkeit foltern.«
»Aber …«
»Wie ich befreit worden bin? Das hat Herkules erledigt, schon vor Äonen. Du siehst also, warum ich eine Schwäche für Helden habe. Einige von euch können durchaus zivilisiert sein.«
»Anders als deine derzeitige Gesellschaft«, sagte ich.
Ich sah Ethan an, aber Prometheus glaubte offenbar, ich hätte die Empusa gemeint.
»Ach, Dämonen sind gar nicht so schlimm«, sagte er. »Sie dürfen nur keinen Hunger bekommen. Aber jetzt, Percy Jackson, wollen wir verhandeln.«
Er winkte mich zu einem Picknicktisch und wir nahmen Platz. Thalia und Grover standen hinter mir.
Der blaue Riese lehnte seine weiße Fahne gegen einen Baum und begann halbherzig, den Spielplatz zu erkunden. Er trat auf das Klettergestell und zerbrach die Stangen, aber er schien nicht wütend zu sein. Er runzelte nur die Stirn und sagte: »Oha.« Dann trat er in den Springbrunnen und zerbrach das Betonbecken. »Oha.« Das Wasser gefror, wo sein Fuß es berührte. Allerlei ausgestopfte Tiere hingen an seinem Gürtel – so riesige, wie man sie an Schießbuden gewinnen kann. Er erinnerte mich an Tyson, und die Vorstellung, gegen ihn kämpfen zu müssen, machte mich traurig.
Prometheus beugte sich vor und faltete die Hände. Er sah ernst, gütig und weise drein. »Percy, deine Position ist geschwächt. Noch einem Angriff kannst du nicht standhalten, das weißt du.«
»Das werden wir ja sehen.«
Prometheus sah gequält aus, als ob ihm mein Schicksal wirklich wichtig wäre. »Percy, ich bin der Titan der Voraussicht. Ich weiß, was passieren wird.«
»Und außerdem der Titan des listigen Ratschlags«, warf Grover ein. »Betonung auf listig.«
Prometheus zuckte mit den Schultern. »Wohl wahr, Satyr. Aber ich habe im letzten Krieg zu den Göttern gehalten. Ich habe zu Kronos gesagt: Du hast nicht die Kraft. Du wirst verlieren. Und ich hatte Recht. Du siehst also, ich suche mir immer den Sieger aus. Und diesmal unterstütze ich Kronos.«
»Weil Zeus dich an einen Felsen geschmiedet hat«, sagte ich.
»Zum Teil, ja. Ich will Rache, das streite ich gar nicht ab. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum ich zu Kronos halte. Es ist die klügere Wahl. Ich bin hier, weil ich dachte, dass du der Vernunft vielleicht zugänglich bist.«
Er zeichnete mit dem Finger eine Karte auf den Tisch. Dort, wo er den Beton berührte, tauchten goldene Linien auf und leuchteten. »Das hier ist Manhattan. Wir haben hier, hier, hier und hier Armeen stehen. Wir wissen, wie viele ihr seid. Wir sind zwanzigmal mehr.«
»Euer Spion hält euch auf dem Laufenden«, sagte ich.
Prometheus lächelte verlegen. »Jedenfalls werden unsere Truppen jeden Tag mehr. Heute Nacht wird Kronos angreifen. Ihr werdet überwältigt werden. Ihr habt tapfer gekämpft, aber ganz Manhattan könnt ihr einfach nicht halten. Ihr werdet euch ins Empire State Building zurückziehen müssen. Dort werdet ihr vernichtet. Ich habe es gesehen. Es wird wirklich passieren.«
Ich dachte an das Bild, das Rachel in meinem Traum gezeichnet hatte – eine Armee unten vor dem Empire State Building. Ich erinnerte mich an die Worte des jungen Orakels in meinem Traum: Ich sehe die Zukunft nur voraus. Ich kann sie nicht ändern. Prometheus hörte sich dermaßen überzeugend an, dass es schwer war, ihm nicht zu glauben.
»Das werde ich nicht zulassen«, sagte ich.
Prometheus wischte sich einen Fussel von seinem Smoking. »Mach dir eins klar, Percy. Du kämpfst hier noch einmal den Trojanischen Krieg. In der Geschichte wiederholen sich die Muster. Sie tauchen wieder auf, genau wie Monster. Eine große Belagerung. Zwei Armeen. Der einzige Unterschied ist, dass ihr diesmal die Verteidiger seid. Ihr seid Troja. Und du weißt, wie es den Trojanern ergangen ist, oder?«
»Ihr wollt also ein hölzernes Pferd in den Fahrstuhl des Empire State Building quetschen?«, fragte ich. »Viel Glück.«
Prometheus lächelte. »Troja wurde vollständig zerstört, Percy. Das willst du hier doch nicht erleben. Ergebt euch, und New York wird verschont werden. Deinen Leuten wird Amnestie gewährt. Ich garantiere persönlich für deine Sicherheit. Soll Kronos doch den Olymp einnehmen. Wen interessiert das schon? Typhon wird die Götter sowieso vernichten.«
»Klar, sicher«, sagte ich. »Und ich soll glauben, dass Kronos die Stadt verschonen würde.«
»Er will nur den Olymp«, beteuerte Prometheus. »Die Macht der Götter ist an ihre Thronsitze gebunden. Du hast ja gesehen, was aus Poseidon geworden ist, als sein Unterseepalast angegriffen wurde.«
Mein Magen zog sich zusammen, als ich daran dachte, wie alt und hinfällig mein Vater ausgesehen hatte.
»Ja«, sagte Prometheus traurig. »Ich weiß, das war hart für dich. Wenn Kronos den Olymp zerstört, dann werden die Götter dahinwelken. Sie werden so schwach werden, dass sie leicht zu schlagen sind. Kronos würde das lieber erledigen, während Typhon die Olympier im Westen ablenkt. Ist viel leichter. Weniger Tote. Aber mach dir nichts vor, du kannst uns bestenfalls ein wenig aufhalten. Übermorgen wird Typhon in New York eintreffen, und du wirst nicht die geringste Chance haben. Spätestens dann werden die Götter und der Olymp vernichtet werden, aber es wird viel unappetitlicher sein. Und viel, viel schlimmer für dich und deine Stadt. Und egal wie, am Ende werden die Titanen herrschen.«
Thalia schlug mit der Faust auf den Tisch. »Ich diene Artemis. Die Jägerinnen werden bis zum letzten Atemzug kämpfen. Percy, du nimmst diesen Schleimer doch wohl nicht ernst, oder?«
Ich dachte, Prometheus würde sich auf sie stürzen, aber er lächelte nur. »Dein Mut ehrt dich, Thalia Grace.«
Thalia erstarrte. »Das ist der Nachname meiner Mutter. Ich benutze ihn nicht.«
»Wie du willst«, sagte Prometheus lässig, aber ich konnte sehen, dass er sie getroffen hatte. Ich hatte noch nie Thalias Nachnamen gehört. Irgendwie ließ sie das fast normal wirken. Weniger geheimnisvoll und mächtig.
»Jedenfalls«, sagte der Titan, »müssen wir keine Feinde sein. Ich habe der Menschheit immer schon geholfen.«
»Das ist doch nichts als Minotaurusdung«, sagte Thalia. »Als die Menschheit den Göttern die ersten Opfer gebracht hat, hast du sie dazu überredet, dir den größten Teil zu geben. Du hast uns das Feuer gebracht, um den Göttern eins auszuwischen, und nicht, weil wir dir wichtig waren.«
Prometheus schüttelte den Kopf. »Du verstehst das nicht. Ich habe geholfen, euer Wesen zu formen.«
Ein zappelnder Tonklumpen tauchte in seinen Händen auf. Er knetete daraus ein Männlein mit Beinen und Armen. Das Männlein hatte keine Augen, kroch aber auf dem Tisch herum und stolperte über Prometheus’ Finger. »Ich flüstere den Menschen auch seit Anbeginn eurer Existenz ins Ohr. Ich stehe für eure Neugier, euren Entdeckergeist, euren Erfindungsreichtum. Hilf mir, euch zu retten, Percy. Tu es, und ich werde der Menschheit ein neues Geschenk machen. Eine neue Offenbarung, die euch so weit voranbringen wird wie damals das Feuer. Einen solchen Fortschritt könnt ihr mit den Göttern nicht machen. Sie würden es niemals erlauben. Das hier könnte für euch ein neues Goldenes Zeitalter werden. Oder …« Er ballte die Faust und zermatschte den Tonmann zu einem Pfannkuchen.