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Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin

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Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin
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Wieder brach ihr auf der Stirn der Schweiß aus. Die Geschichte kostete sie zu viel Energie.

»Ist schon gut«, sagte ich. »Versuch jetzt, dich ein bisschen auszuruhen.«

»Du verstehst das nicht, Percy. Hermes hatte Recht. Wenn ich mit ihm gegangen wäre, hätte ich ihn vielleicht umstimmen können. Oder … oder … ich hatte ein Messer. Luke war unbewaffnet. Ich hätte …«

»Ihn umbringen können?«, fragte ich. »Du weißt, dass das nicht richtig gewesen wäre.«

Sie kniff die Augen zu. »Luke sagte, Kronos werde ihn als Sprungbrett benutzen. Genau so hat er es ausgedrückt. Kronos würde ihn benutzen und noch mächtiger werden.«

»Das hat er auch getan«, sagte ich. »Er hat Lukes Körper übernommen.«

»Aber was, wenn Lukes Körper nur ein Übergang ist? Was, wenn Kronos sogar noch mächtiger werden will? Ich hätte ihn aufhalten können. Ich bin schuld an diesem Krieg.«

Ich kam mir vor, als wäre ich wieder im Styx und löste mich langsam auf. Ich dachte an den vergangenen Sommer, als der zweiköpfige Gott Janus Annabeth geweissagt hatte, dass sie eine wichtige Entscheidung würde treffen müssen – und das war geschehen, nachdem Luke sie aufgesucht hatte. Auch Pan hatte etwas zu ihr gesagt: Du wirst eine wichtige Rolle spielen, auch wenn es vielleicht nicht die Rolle ist, die du dir vorgestellt hast.

Ich hätte sie gern nach der Vision gefragt, die Hestia mir gezeigt hatte, über ihre Zeit damals mit Luke und Thalia. Ich wusste, dass sie irgendwie mit meiner Weissagung zusammenhing, aber ich verstand nicht, wie.

Ehe ich den Mut dazu fassen konnte, wurde die Tür geöffnet und Connor Stoll trat auf die Terrasse.

»Percy.« Er schaute zu Annabeth hinüber, als wolle er vor ihr nichts Schlimmes sagen, und ich konnte ihm ansehen, dass er schlechte Nachrichten brachte.

»Mrs O’Leary ist gerade mit Grover zurückgekommen. Ich glaube, du solltest mit ihm reden.«

Grover nahm im Wohnzimmer einen Imbiss ein. Er war für die Schlacht gekleidet, in einen Brustpanzer aus Baumrinde und geflochtenen Zweigen, und seine Holzkeule und seine Rohrflöte hingen an seinem Gürtel.

Die Demeter-Hütte hatte in der Hotelküche ein richtiges Büfett zustande gebracht – alles von Pizza bis zu Ananaseis. Leider verzehrte Grover stattdessen die Möbel. Er hatte bereits das ganze Polster eines eleganten Sessels abgeknabbert und machte sich jetzt über die Armlehne her.

»Lass das, du Dussel«, sagte ich. »Wir haben dieses Zimmer nur geliehen.«

»Mä-hä-hä.« Sein ganzes Gesicht war voller Polsterkrümel. »Tut mir leid, Percy. Es ist nur … Louis-Seize-Möbel. Einfach köstlich. Und ich esse immer Möbel, wenn ich …«

»Wenn du nervös bist«, sagte ich. »Ja, weiß ich. Also, was ist los?«

Er ließ sich auf die Hufe fallen. »Ich habe das mit Annabeth gehört. Wird sie …?«

»Sie wird wieder gesund. Sie ruht sich nur noch aus.«

Grover holte tief Luft. »Das ist gut. Ich habe die meisten Naturgeister in der Stadt mobilisiert – na ja, zumindest die, die mir überhaupt zuhören.« Er rieb sich die Stirn. »Ich hatte keine Ahnung, dass Eicheln so wehtun. Jedenfalls helfen wir, so gut wir können.«

Er erzählte mir von den Scharmützeln, die sie erlebt hatten. Die meiste Zeit hatten sie sich im Norden der Stadt versteckt, wo wir nicht genug Halbgötter postiert hatten. An den seltsamsten Stellen waren Höllenhunde gesichtet worden, sie waren per Schattenreise hinter unseren Linien gelandet, und die Dryaden und Satyrn hatten sie vertrieben. Ein junger Drache war in Harlem aufgetaucht und ein Dutzend Waldnymphen war umgekommen, ehe das Monster endlich besiegt worden war.

Während Grover noch redete, kam Thalia mit zwei ihrer Adjutantinnen herein. Sie nickte mir düster zu, ging hinaus, um nach Annabeth zu sehen, und kam wieder herein. Sie hörte zu, während Grover seinen Bericht beendete – und die Einzelheiten wurden immer schlimmer.

»Wir haben zwanzig Satyrn verloren, als wir bei Fort Washington auf Riesen gestoßen sind«, sagte er mit zitternder Stimme. »Fast die Hälfte waren Verwandte von mir. Die Flussgeister haben die Riesen am Ende ertränkt, aber …«

Thalia schulterte ihren Bogen. »Percy, Kronos’ Truppen sammeln sich noch immer an allen Brücken und Tunneln. Und Kronos ist nicht der einzige Titan. Eine meiner Jägerinnen hat einen Riesen in goldener Rüstung gesehen, der auf dem Jersey-Ufer eine Armee antreten ließ. Ich bin nicht sicher, wer er ist, aber er strahlt eine Macht aus, wie es nur ein Titan oder Gott kann.«

Ich dachte an den goldenen Titanen aus meinem Traum – der Titan, der auf dem Berg Othrys in Flammen aufgegangen war.

»Spitze«, sagte ich. »Sonst noch gute Nachrichten?«

Thalia zuckte mit den Schultern. »Wir haben die U-Bahn-Tunnel nach Manhattan abgeriegelt. Meine besten Trapperinnen haben das übernommen. Offenbar wartet der Feind mit dem Angriff auf heute Nacht. Ich glaube, Luke …« Sie ertappte sich bei dem Versprecher. »Ich meine, Kronos braucht nach jedem Kampf Zeit zum Regenerieren. Er fühlt sich noch immer nicht so ganz wohl in seiner neuen Form. Es zehrt sehr an seiner Kraft, die Zeit hier in der Stadt zu verlangsamen.«

Grover nickte. »Außerdem sind die meisten von seinen Kämpfern nachts stärker. Nach Sonnenuntergang sind sie wieder da.«

Ich versuchte, klar zu denken. »Okay. Irgendwas Neues von den Göttern?«

Thalia schüttelte den Kopf. »Ich weiß, Artemis wäre hier, wenn sie könnte. Und Athene ebenfalls. Aber Zeus hat ihnen befohlen, bei ihm zu bleiben. Das Letzte, was ich gehört habe, ist, dass Typhon das Flusstal von Ohio verwüstet. So gegen Mittag müsste er die Appalachen erreicht haben.«

»Dann bleiben uns bestenfalls zwei Tage, ehe er hier sein wird«, sagte ich.

James Mason räusperte sich. Er hatte so still dagestanden, dass ich seine Anwesenheit im Zimmer fast vergessen hatte.

»Percy, noch etwas«, sagte er. »Kronos ist auf der Williamsburg Bridge auftgetaucht, als ob er genau wüsste, dass du da sein würdest. Und er hat seine Truppen auf unsere schwächsten Punkte angesetzt. Sobald wir die verstärkt haben, hat er seine Taktik geändert. Er hat den Lincoln Tunnel, wo die Jägerinnen so zahlreich vertreten waren, kaum mehr beachtet. Er hat nur unsere schwächsten Stellen angegriffen, als ob er Bescheid wüsste.«

»Als ob er Insiderinfos hätte«, sagte ich. »Der Spion.«

»Was für ein Spion?«, wollte Thalia wissen.

Ich erzählte ihr von dem Silberanhänger, den Kronos mir gezeigt hatte, dem Kommunikationsgerät.

»Das ist übel«, sagte sie. »Sehr übel.«

»Es könnte jeder sein«, sagte Jake. »Wir waren alle dabei, als Percy die Befehle erteilt hat.«

»Aber was sollen wir machen?«, fragte Grover. »Jeden Halbgott filzen, bis wir den Sensenanhänger gefunden haben?«

Alle sahen mich an und warteten auf eine Entscheidung. Ich durfte ihnen meine Panik nicht zeigen, obwohl alles so hoffnungslos wirkte.

»Wir kämpfen weiter«, sagte ich. »Wir können uns nicht zu sehr mit diesem Spion aufhalten. Wenn wir uns gegenseitig misstrauen, zerfleischen wir uns nur. Ihr wart letzte Nacht umwerfend. Ich könnte mir keine tapferere Armee wünschen. Lasst uns einen Wachplan aufstellen und ruht euch aus, wann immer ihr könnt. Vor uns liegt eine lange Nacht.«

Die Halbgötter murmelten zustimmend. Sie verteilten sich in der Suite, um zu schlafen oder zu essen oder ihre Waffen zu reparieren.

»Percy, du auch«, sagte Thalia. »Wir behalten alles im Auge. Leg dich hin. Du musst heute Nacht gut in Form sein.«

Ich widersprach nicht allzu sehr, suchte mir das nächstgelegene Schlafzimmer und fiel in das Himmelbett. Ich dachte, ich wäre zu aufgedreht, um zu schlafen, aber mir fielen sofort die Augen zu.

In meinem Traum sah ich Nico di Angelo allein in den Gärten des Hades. Er hackte gerade ein Loch in eins von Persephones Blumenbeeten, und ich ging nicht davon aus, dass die Göttin sich darüber freuen würde.

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