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Indiana Jones Die Gefiederte Schlange

Электронная книга - «Indiana Jones Die Gefiederte Schlange». Краткое содержание книги:

Als Indiana Jones einen verschollenen Freund in einem Andendorf endlich findet, ist dieser dem Tod nahe und übergibt ihm ein mysteriöses goldenes Amulett. Bald stellt sich heraus, daß dieser Anhänger zum rituellen Schmuck des Oberpriesters der Maya gehört und seinem Träger gewaltige magische Kräfte verleihen kann. Doch das Geschenk bringt Indiana Jones kein Glück: Einige Indios heften sich an seine Fersen, die zu allem entschlossen scheinen …
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Das Bett ächzte hörbar und preßte Indiana und Joana noch fester gegen den Boden, als Anita heftig den Kopf schüttelte.»Nein«, sagte sie.»Du mußt dich getäuscht haben.«

José blieb noch einen Moment unschlüssig stehen und lauschte, ging aber dann zum Bett zurück und ließ sich schwer auf die Matratze sinken.»Wahrscheinlich hast du recht«, sagte er.»Komm — wenden wir uns angenehmeren Dingen zu.«

Indiana riß ungläubig die Augen auf, und auch Joana blinzelte irritiert. Die Matratze bog sich noch stärker durch und preßte sie beide so fest gegen den Boden, daß sie kaum noch Luft bekamen, als José sich über ihnen herumdrehte, um sich seiner Frau zuzuwenden.

«Jetzt nicht«, sagte Anita beinahe grob.

«Wieso denn nicht?«fragte José. Seine Stimme klang scharf.

«Mir … ist nicht danach«, antwortete Anita.»Und ich bin durstig.«

«Dann trink etwas«, antwortete José.»Auf dem Nachttisch steht eine ganze Karaffe mit Wasser.«

«Ich möchte kein Wasser«, erklärte Anita.»Du könntest mir ein Glas Wein holen.«

«Später«, sagte José.»Hinterher.«

Die Matratze quietschte und bewegte sich weiter, und Indiana hatte das Gefühl, langsam, aber unbarmherzig in den Boden hineingestampft zu werden. Dann hörte er José einen unwilligen Laut ausstoßen und sich aufrichten.»Verdammt, was ist los mit dir?«fragte er barsch.»Zier dich nicht so!«

«Ich habe Kopfschmerzen«, antwortete Anita im gleichen, unwilligen Ton.

«Kopfschmerzen, so?«schnappte José böse.»Paß mal auf, Schätzchen. Dir tut gleich noch sehr viel mehr weh, wenn du dich noch weiter so zickig anstellst.«

«Ich sage ja gar nicht, daß ich nicht will«, antwortete Anita.»Aber ich möchte gern ein Glas Wein. Sei lieb und hol es mir. Und bring dir auch etwas zu trinken mit.«

Sekundenlang antwortete José gar nicht. Dann hörten sie, wie er mit einem ärgerlichen Knurren aufstand, wobei er sich so heftig auf der Matratze abstützte, daß eine der Sprungfedern durch Indianas Jacke stach und sich tief in seine Magengrube bohrte.»Weiber!«maulte José. Aber er ging gehorsam zur Tür, riß sie auf und schmetterte sie hinter sich wieder ins Schloß.

Indiana kroch hastig unter dem Bett hervor und richtete sich auf, während sich Joana auf der anderen Seite in die Höhe stemmte und abwechselnd ihn und Anita mit Blicken regelrecht durchbohrte.

«So ist das also!«begann Joana.»Ich wußte doch, daß …«

«Nicht jetzt!«unterbrach sie Indiana. Mit zwei Schritten war er bei der Tür, preßte das Ohr gegen das Holz und lauschte eine Sekunde. Als er nichts hörte, öffnete er sie, spähte vorsichtig durch den Spalt auf den Gang hinaus und schlüpfte schließlich hindurch. Rasch überquerte er den Korridor, öffnete die Tür zu seinem eigenen Zimmer und trat ein.

Mit einem erleichterten Seufzer wollte er sie hinter sich wieder zudrücken, aber er kam nicht einmal dazu, die Bewegung halb zu Ende zu führen. Die Tür wurde so wuchtig aufgestoßen, daß er zwei Schritte vorwärts stolperte und halb über sein Bett fiel, als Joana hereingestürmt kam.

«So ist das also!«sagte sie noch einmal.»Deshalb hatte sie es so eilig, mich loszuwerden. Und ich habe mich schon gefragt, wo du bist! Ich habe dich überall gesucht, weil ich mich bei dir entschuldigen wollte! Ich muß verrückt gewesen sein!«

Indiana richtete sich unsicher auf dem Bett auf und setzte zu einer Antwort an, aber Joana ließ ihn gar nicht zu Wort kommen.

«Und ich dumme Kuh habe wirklich gedacht, daß es nur deine guten Manieren sind! In Wahrheit hatte der Herr etwas Besseres vor, nicht wahr? Wahrscheinlich sind wir gar nicht wegen des Anhängers hier, sondern wegen dieser dummen Kuh dort drüben!«

«Sie ist keine dumme Kuh«, unterbrach sie Indiana, aber Joana hörte gar nicht zu.

«Der Herr steht anscheinend nur auf ältere Damen!«fuhr sie aufgebracht fort. Sie kam einen Schritt näher und stemmte herausfordernd die Hände in die Hüfte.»Und ich reise um die halbe Welt mit dir, klaue ein Flugzeug, lasse mich fast von einer Schlange fressen, werde um ein Haar von einem Haufen Wilder vergewaltigt und entführt und zum Schluß noch beinahe erschossen — und das alles nur, damit Dr. Indiana Jones möglichst schnell ins Bett dieser schwarzhaarigen Schlampe kommt!«

«Ich war nicht in ihrem Bett«, sagte Indiana.

Joana wischte seine Antwort mit einer zornigen Handbewegung zur Seite.»Aber du wärst es gern gewesen, nicht? Fast tut es mir leid, daß ich nicht fünf Minuten später gekommen bin. Oder gar nicht — dann wäre nämlich José aufgetaucht und hätte dich mit seiner Frau erwischt.«

«Jetzt reicht es aber!«unterbrach sie Indiana. Mit einer ärgerlichen Bewegung stand er auf, packte sie an der Schulter und schüttelte sie.»Jetzt hör endlich mit diesem Unsinn auf! Es ist alles ganz anders, als du glaubst.«

Joana fegte seine Hand davon.»Natürlich!«sagte sie spöttisch.»Es ist immer ganz anders, als es aussieht, nicht wahr?«Sie lachte abfällig.»Ich weiß, ich bin ja nur ein dummes Kind, das nichts von alledem versteht.«

«Jedenfalls benimmst du dich im Moment so«, sagte Indiana.

In Joanas Augen blitzte es noch ärgerlicher auf.»Und ich wollte mich schon bei dir entschuldigen!«sagte sie.»Weißt du, daß ich dir fast geglaubt hätte?«

«Jetzt hör endlich auf«, sagte Indiana.»Du schreist noch das ganze Haus zusammen.«

«Und?«gab Joana schnippisch zurück.»Wäre es dir so peinlich, wenn man uns beide zusammen in einem Zimmer treffen würde?«Ihre Augen schleuderten kleine brennende Blitze in seine Richtung.»Dich zusammen mit dieser Anita in einem Bett zu finden, wäre dir offensichtlich nicht so peinlich gewesen.«

«Bitte, hör mir doch einfach nur eine Minute lang zu«, sagte Indiana, beinahe flehend.»Ich erkläre dir ja alles, aber …«

«Danke, Dr. Jones«, unterbrach ihn Joana.»Ich verzichte auf Ihre Erklärungen.«

«Dann sei wenigstens leise«, flehte Indiana.»Was soll dein Professor Norten bloß denken, wenn er dich hört — und in diesem Zustand sieht?«

«In diesem Zustand?«Joana blickte an sich hinab. Sie war nur mit einem weißen Herrenhemd bekleidet, das ihr zwar um mindestens fünf Nummern zu groß war, trotzdem aber kaum bis an ihre Oberschenkel hinabreichte. Einen Moment lang starrte sie ihn an, dann runzelte sie die Stirn und nickte.»Oh, ich verstehe. Du meinst, ich wäre unpassend angezogen. Das stimmt sogar. Das Hemd war sowieso für dich bestimmt, glaube ich. Hier — du kannst es haben!«

Und ehe Indiana es verhindern konnte, zog sie das Hemd mit einer raschen Bewegung über den Kopf, knüllte es zu einem Ball zusammen und warf es ihm ins Gesicht. In dem Bruchteil einer Sekunde, bevor das Geschoß Indiana traf, konnte er erkennen, daß sie darunter absolut nichts angehabt hatte.

«Gute Nacht, Dr. Jones«, sagte Joana, drehte sich auf der Stelle um und stolzierte hocherhobenen Hauptes aus dem Zimmer.

«Joana!«schrie Indiana verzweifelt, während er hinter ihr her stürzte.»Du kannst doch nicht …«

Aber sie konnte. Vollständig nackt, aber hocherhobenen Hauptes und so stolz wie eine Königin auf einem Galaempfang marschierte Joana aus seinem Zimmer und quer über den Flur davon.

Daß José und Professor Norten in genau diesem Moment nebeneinander die Treppe heraufkamen und sowohl sie als auch Indiana erblickten, der unter der Tür stehengeblieben war, Joana hilflos hinterhersah und das zusammengeknüllte Hemd noch in der Hand trug, hatte er zwar nicht direkt erwartet. Aber es überraschte ihn eigentlich auch nicht mehr besonders.

An Schlaf war in dieser Nacht nicht mehr zu denken. Norten hatte — beinahe zu Indianas Überraschung — zwar darauf verzichtet, ihn auf der Stelle umzubringen oder zumindest aus dem Haus zu werfen, aber sein Blick und der erstarrte Gesichtsausdruck, mit dem er sich seine gestotterten Erklärungsversuche anhörte, sagten sehr deutlich, daß sie sich über dieses Thema noch einmal und später und sehr viel gründlicher unterhalten würden.

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