Indiana Jones Die Gefiederte Schlange
- Автор: Хольбайн Вольфганг
- Язык: немецкий
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Indiana Jones Die Gefiederte Schlange». Краткое содержание книги:
Trotzdem — als Indiana nach einigen Minuten aufhörte, Unsinn zu faseln, sagte er nur:»Ich erwarte Sie in ein paar Minuten unten im Salon, Dr. Jones. Ich war ohnehin auf dem Weg zu Joana und Ihnen. Es gibt ein paar Dinge, über die wir reden müssen. «Er hob rasch die Hand und machte eine abwehrende Bewegung.»Machen Sie sich keine Mühe. Ich gehe selbst und sage Joana Bescheid.«
Indiana blickte ihm betroffen nach, wünschte Joana in Gedanken die Pest an den Hals und überlegte einen Moment lang ernsthaft, ob er Josés Nase wieder in den Zustand vom heutigen Vormittag zurückversetzen sollte, als er dessen schadenfrohes Grinsen bemerkte. Dann kam er zu dem Schluß, daß dieser Trottel die Mühe gar nicht wert war, drehte sich auf der Stelle um und polterte die Treppe in den Salon hinunter.
Das Zimmer war als einziger Raum im ganzen Haus hell erleuchtet. Im Kamin brannte ein gewaltiges Feuer, und auf einer Anzahl kleiner Tische, die scheinbar wahllos im Zimmer verteilt waren, flackerte mehr als ein Dutzend Kerzen. Keine der Petroleumlampen, von denen es auch genug gegeben hätte, brannte. Und Indiana begriff auch, warum das so war. Sollte das Haus angegriffen werden und es zum Kampf kommen, konnte eine einzige, umgeworfene Petroleumlampe die ganze Hacienda in Brand stecken. Und auch das Feuer diente nicht der Erzeugung von Wärme — die Nacht war so warm, daß man auch im Freien hätte schlafen können —, sondern einzig dem Zweck, gewisse vorwitzige Indianer daran zu hindern, über das Dach und durch den Kamin ins Haus einzudringen; groß genug war er auf jeden Fall. Indianas Hochachtung für die Umsicht, mit der Norten vorgegangen war, mischte sich mit einem Anflug von neuerlichem Mißtrauen. Entweder Professor Norten hatte eine gewisse Erfahrung darin, belagert zu werden — oder er war nicht das, was er ihn und Joana und wahrscheinlich auch Greg hatte glauben machen wollen.
Wie am Tage standen auch jetzt an zweien der großen Fenster mit Gewehren bewaffnete Männer. Indiana nickte ihnen flüchtig zu; erntete aber nur einen eisigen Blick und beeilte sich, sich auf den am weitesten vom Kamin entfernten Platz niederzulassen. Trotzdem strahlte das Feuer eine unangenehme Wärme aus. Das und … noch etwas.
Im ersten Augenblick versuchte Indiana, das Gefühl zu ignorieren, aber es war zu stark. Fast gegen seinen Willen drehte er den Kopf und blickte in die lodernden Flammen. Es war Feuer, brennendes Holz, weiter nichts, und doch … Irgend etwas am Tanz der Flammen war falsch. Sie zuckten und hüpften, bebten und wanden sich wie …
Unsinn!
Mit einem Ruck drehte er den Kopf wieder weg und begann nervös, mit den Fingerspitzen auf die Lehne des Sessels zu trommeln, bis Norten und in seiner Begleitung auch Joana und José zurückkamen. Joana bedachte ihn mit einem eisigen Blick, aber in Josés Augen glitzerte es noch immer schadenfroh.
Norten betrachtete abwechselnd Indiana und Joana einen Moment lang, nachdem er sich gesetzt hatte. Aber er sagte nichts von alledem, was Indiana befürchtet hatte, sondern kam übergangslos zur Sache.»Ich habe über unser Gespräch von heute mittag noch einmal nachgedacht, Dr. Jones«, sagte er.
Der sah ihn fragend an.
«Ich glaube, in einem Punkt haben Sie recht«, fuhr Norten fort.»Ich glaube zwar nach wie vor nicht, daß es sich bei diesen Männern dort draußen um mehr als ein paar Strauchdiebe handelt. Aber ich fürchte, es sind eine Menge Strauchdiebe. Und offensichtlich kommt es ihnen auf ein paar Menschenleben mehr oder weniger nicht an.«
«Das ist mir nicht entgangen«, sagte Indiana.
Norten ignorierte ihn.»Außerdem hat sich die Situation mit Joanas Ankunft geändert«, fuhr er ungerührt fort.»Da Greg tot ist, fühle ich mich jetzt für das Mädchen verantwortlich. Ich kann nicht riskieren, daß ihr etwas passiert. Ich bin also zu dem Schluß gekommen, daß wir versuchen sollten, hier herauszukommen.«
«Sie wollen nicht mehr auf Ihre Männer warten?«
«Es ist ganz und gar nicht sicher, daß sie wirklich schon morgen früh zurück sind«, erklärte Norten.»Das Vieh ist verladen, sie haben ihre Löhnung bekommen — es ist gut möglich, daß sie noch einen oder zwei Tage in der Stadt bleiben. Normalerweise habe ich nichts dagegen, wenn sie sich ein paar Tage amüsieren. Schließlich arbeiten sie auch das ganze Jahr über hart genug. Und selbst wenn — möglicherweise haben Sie recht, und diese Verrückten legen ihnen einen Hinterhalt. Nicht, daß ich glaube, sie könnten wirklich mit sechzig Bewaffneten fertig werden, aber es könnte eine Menge Tote und noch mehr Verletzte geben, und das möchte ich verhindern.«
«Und wie?«
Norten schwieg einen Moment. Dann wandte er sich an Joana:»Traust du dir zu, das Flugzeug bei Nacht zu starten?«
Joana sah ihn einen Moment lang verblüfft an, ehe sie nickte.»Das schon«, antwortete sie.»Aber nicht auf diesem Bach. Das wäre Selbstmord.«
«Der Fluß wird wesentlich breiter«, sagte Norten.»Nicht einmal zwei Meilen entfernt. Und auch tiefer.«
Joana überlegte einige Sekunden.»Ich könnte die Maschine treiben lassen«, sagte sie,»aber da ist noch ein Problem.«
«Ja?«
«Wir haben kaum noch Benzin.«
«Was heißt das genau: kaum noch?«
Joana zuckte mit den Schultern.»Das weiß ich nicht. Vielleicht für fünf Minuten, vielleicht für zehn — aber auf keinen Fall mehr.«
«Das reicht«, sagte Norten.»Es gibt eine Tankstelle, ungefähr zehn Meilen von hier. Sie liegt direkt am Fluß.«
«Zehn Meilen?«Joana dachte einen Moment lang angestrengt nach.»Das müßten wir schaffen.«
«Da ist noch ein kleines Problem«, wandte Indiana ein.
Aller Blicke wandten sich ihm zu.
«Wir sind heute mittag schon fast umgebracht worden«, erinnerte Indiana,»als wir gelandet sind. Sie glauben doch nicht im Ernst, daß die da in aller Ruhe zusehen, wie wir in die Maschine steigen und davonfliegen?«
«Im Flugzeug sind wir sicher«, behauptete Joana.»Wenn sie wirklich nur mit ihren Blasrohren bewaffnet sind …«
«Das sind sie«, versicherte Norten.»Wäre es anders, wären wir längst nicht mehr am Leben.«
«Dann können sie uns in der Maschine nichts tun«, fuhr Joana fort.»Außerdem kann ich selbst auf diesem Bach schneller fahren, als ein Mensch rennen kann.«
«Du kommst ja nicht einmal hin«, behauptete Indiana.
«Vielleicht schon«, sagte Norten.»Der Himmel bewölkt sich. Es würde mich nicht wundern, wenn wir in einer halben Stunde Regen haben. Auf jeden Fall wird es sehr viel dunkler werden.«
«Wie beruhigend«, sagte Indiana mit ätzendem Spott.»Der Bach war schon bei Tage kaum zu erkennen.«
«Was ist los mit dir, Indy?«fragte Joana scharf.»Hast du Angst?«
«Ja«, gestand Indiana unumwunden.»Du etwa nicht?«
«Die haben wir alle«, beendete Norten die Diskussion ärgerlich.»Aber wir können auch nicht einfach hierbleiben und darauf hoffen, daß ein Wunder geschieht.«
«Vor ein paar Stunden waren Sie noch ganz anderer Meinung«, sagte Indiana.
Norten druckste einen Moment herum.»Das stimmt«, gestand er.»Aber ich habe mich … eben anders entschieden.«
«Um genau zu sein«, verbesserte ihn Indiana,»Sie spüren, daß irgend etwas vorgeht, nicht wahr?«
Norten blickte ihn durchdringend an und schwieg.
«Sie spüren es genau wie ich«, fuhr Indiana fort. Er deutete auf José.»Und du auch. Jeder hier fühlt es. Das dort draußen sind keine Wegelagerer oder Strauchdiebe. Irgend etwas geht dort vor. Ich weiß nicht, was es ist, aber es macht mir angst. Und Ihnen auch, Professor Norten.«
«Und wenn?«fragte Norten mit unbewegtem Gesicht.
«Wenn«, sagte Indiana,»dann wäre dies vielleicht der passende Moment, mir endlich die Wahrheit zu sagen. «Er deutete auf die dünne Goldkette an Nortens Hals.»Es hat irgend etwas mit diesen Anhängern zu tun. Was sind sie? Wirklich nur Schmuckstük-ke? Oder magische Gegenstände?«