In Sklavenketten auf Gor
- Автор: Норман Джон
- Год: 1978
- Язык: немецкий
- Переводчик: Thomas Schluck
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «In Sklavenketten auf Gor». Краткое содержание книги:
Aber dann findet Judy heraus, daß ihre Enführung kein Zufall war und sie in Wahrheit als hilflose Schachfigur in einem viel größeren Intrigenspiel dient. Will sie überleben, muß sie auf die Hilfe jenes Mannes vertrauen, den sie von ganzem Herzen haßt: Clitus Vitellius.
Vergeblich versuchte ich die Sklavenglöckchen von meinem Bein zu entfernen. Ein Mädchen hastete an mir vorbei und bog in einen anderen Flur ein. Ich sah mich um und entdeckte eine Stahltür. Ich glitt durch die Öffnung, die nicht bewacht war. Hinter der Tür lag ein Gang. Keuchend lief ich weiter, wobei die Glocken an meinem Bein laut klirrten. Schließlich öffnete ich eine Tür und erblickte einen weiteren Gang; hier brannte eine Lampe, die an einer Kette hing. Diesen Gang hatte ich schon einmal gesehen. Hier war ich an meinem ersten Tag in der Festung entlanggeführt worden. Der Gang war gesäumt von Gittertüren. Ich zerrte an den Türen, hielt dann aber inne. Es war sicher nicht ratsam, sich hier zu verstecken. Hier lagen die Schätze der Festung, die sich die Räuber nicht entgehen lassen würden. Ich mußte mich nach einem Versteck zwischen weniger wertvollen Gütern um sehen. Ich erinnerte mich, daß sich diese Lager weiter unten am Korridor befanden, hinter einer Gittertür. Ich hastete den Gang entlang und erreichte die Tür, an der kein Wächter mehr stand. Doch auch weiter unten im Gang waren alle Türen verschlossen. Verzweifelt zerrte ich an den Gitterstäben. Erschrocken sah ich mich um. Schaute zufällig jemand in den Gang, mußte er mich sofort sehen, ein halbnacktes, verängstigtes Sklavenmädchen. Es mußte doch ein Versteck geben!
Ich lief weiter und erreichte schließlich die Tür zu Borchoffs Büro. Vorsichtig blickte ich in den Raum und machte die Tür hinter mir zu. Gleich darauf hörte ich laute Schritte auf dem Korridor, der an der anderen Tür des Zimmers vorbeiführte. Schwerter rasselten, ein Mädchen schrie auf. »Fessle sie und bring sie zum Startplatz!« sagte ein Mann.
»Du kannst ihr deine Spange anlegen«, erwiderte ein anderer. »Ich nehme die nächste.«
Stimmen schwirrten durcheinander.
Plötzlich versuchte jemand die Tür zu öffnen, hinter der ich stand; sie verschloß den zweiten Zugang zu Borchoffs Büro – zum Glück war der Schlüssel umgedreht. Tritte dröhnten; der Fremde versuchte die Tür einzutreten. Ich sah Holz splittern und eine Hand durch die Öffnung greifen, um den Riegel zu öffnen. Ich machte kehrt und floh auf dem Wege, auf dem ich gekommen war.
Hinter einer Ecke hielt ich keuchend inne. Am meisten störten mich die Glöckchen an meinem Fußgelenk, die jede meiner Bewegungen hörbar machten. Mit einem Werkzeug hätte ich den Ring vielleicht aufbrechen können, doch mit bloßen Händen konnte ich mir keine Hoffnungen machen.
Da kam mir der Gedanke, daß sich im Vorbereitungszimmer der Sklavinnen ja vielleicht der Schlüssel zum Glockenring finden ließ. Dieser Schlüssel wurde in einem flachen Holzkasten aufbewahrt, zu dem nur Sucha einen Schlüssel hatte. Wenn dieser Kasten verschlossen war, ließ er sich jedenfalls leichter öffnen, als der Reif um meinen Fuß.
Ich eilte weiter und erreichte nach wenigen Sekunden die kleine Eisentür, durch die ich zum erstenmal die Quartiere der Sklavinnen betreten hatte.
Vorsichtig drückte ich die Klinke nieder.
Ich spähte durch den Türspalt. Auf der anderen Seite des Raums wurde ein Mädchen an den Haaren fortgezerrt. Ein Mann hob sie sich auf die Schulter und verschwand damit um eine Ecke.
Ich riß ein Stück von meiner Seidentunika ab und stopfte es in den Türspalt, damit die Eisentür nicht hinter mir ins Schloß fiel. Dann eilte ich in den kle inen Raum, in dem sich die Sklavinnen schön machten. Hier war alles durcheinander. Offenbar waren hier mehrere Mädchen gefangengenommen worden. Der Schlüsselkasten war zerbrochen; vermutlich hatten Fremde darin nach Schmuck gesucht. Überall lagen Schlüssel herum, die ich hastig an dem Glockenring ausprobierte.
Draußen wurde Geschrei laut. Sulda rannte vorbei. Ich duckte mich in eine Ecke.
Das Mädchen wurde auf der anderen Seite des Schwimmbeckens gestellt. »Gebt mir keine Spange!« rief sie und schrie auf. Gleich darauf wurde sie von einem Krieger hinausgetragen. Endlich fand ich den richtigen Schlüssel. Der Glockenreif fiel zu Boden.
Erleichtert verließ ich das Zimmer, huschte um das Schwimmbecken und lauschte an der niedrigen Tür, durch die ich hereingekommen war. Doch hier ging es nicht weiter. Auf der anderen Seite näherten sich Schritte. Ich machte kehrt und floh zu den Gittertüren, die den Haupteingang zu den Sklavinnenquartieren bildeten.
Ich mußte ein Versteck finden! Leichtfüßig eilte ich durch den Gang.
Plötzlich kamen vor mir zwei Männer aus einem Seitengang. Sie führten Tupa in ihrer Mitte.
Ich machte kehrt und floh in die andere Richtung. Aber dort waren zwei weitere Männer aufgetaucht, vermutlich die beiden, die ich durch die kleine Eisentür gehört hatte.
Ich saß in der Falle! Verängstigt drückte ich mich gegen die Wand.
Sie kamen näher. »Es ist Dina«, sagte einer von ihnen.
»Laß sie gehen«, meinte der andere.
Dann trafen die vier Männer zusammen und gingen gemeinsam weiter, Tupa mitnehmend.
Schweratmend stand ich an der Wand, ratlos, erschrocken. Sie hatten sich gar nicht um mich gekümmert!
Das verstand ich nicht. Wollten sie mich nicht? War ich für sie nicht geeignet? Sollte ich als freie Frau zurückgelassen werden?
Am anderen Ende des Korridors erblickte ich plötzlich die Gestalt eines großen, gutaussehenden Mannes, der von der Aura des Befehlshabers umgeben war.
Es war Rask aus Treve. Ich machte kehrt und floh. Verängstigt hockte ich in der dunklen Ecke. Ich sah keinen Ausweg mehr. Eine Lampe näherte sich. Ich hatte das Gefühl, in der Falle zu sitzen.
Vor mir befand sich ein verschlossenes Gittertor. Ich konnte nicht weiter.
Er hob die Lampe und leuchtete in die Ecke, in der ich kauerte.
»Sei gnädig zu einer armen Sklavin, Herr«, flüsterte ich.
Er stellte die Lampe auf den Boden und fesselte mir die Hände auf dem Rücken.
Ich hatte ihn gereizt und verspottet, ich hatte mir auf seine Kosten einen Spaß gemacht. Jetzt trug ich seine Fesseln, jetzt war ich allein mit ihm in einem dunklen Korridor tief unter der Festung.
Ich blinzelte ins Licht.
Er nahm einen Gegenstand aus seinem Beutel und hielt ihn mir hin. »Weißt du, was das ist?« fragte er.
Es erinnerte an ein winziges ovales Blatt aus Metall. Am breiteren Ende befand sich eine kleine Öffnung, in der ein kurzer Draht steckte. Auf dem Blatt machte ich ein Zeichen und kleine Buchstaben aus.
»Kennst du dieses Zeichen?«
»Nein, Herr.«
»Es ist das Zeichen von Treve – und hier steht mein Name. Mit diesen Spangen kennzeichnen wir bei unseren Überfällen die Beute.«
Ich kauerte vor ihm an der Wand. Er ergriff mein linkes Ohrläppchen, durchstach es mit dem Draht, drehte die Enden zusammen und schuf auf diese Weise eine winzige Schleife, in der das Silberblatt baumelte.
»Es wird mir eine Freude sein, dir meine Spange anzuhängen«, hatte er gesagt. Jetzt endlich verstand ich, was damit gemeint war.
»Du kommst mir nicht mehr ganz so unverschämt vor wie am Anfang«, sagte er.
»Nein, Herr«, erwiderte ich schluchzend.
Er hatte mir das Ohrläppchen durchstochen! Im Gegensatz zur Erde, wo so etwas nur eine Mode ist, bedeutete ein durchstochenes Ohrläppchen für eine goreanische Sklavin höchste Erniedrigung – sie zählte damit zu den gemeinsten aller Sklavinnen.
Ich blickte Rask aus Treve entsetzt an. Er lachte, wußte er doch genau, was er mir angetan hatte.
»Macht dir deine Rache Spaß, Herr?« fragte ich.
»Du hast meine Rache noch gar nicht zu spüren bekommen, hübsche kleine Sklavin«, sagte er und beugte sich über mich.
Doch gleich darauf hob er den Kopf. »Rauch«, sagte er.
Auch ich spürte das Beißen in der Nase.
»Die Festung brennt«, sagte er. »Hoch mit dir, Skla vin!«
Ich kämpfte mich mühsam hoch.
Unsere Flucht führte durch bereits brennende Säle. Wir erstiegen steile Treppen, erreichten nach wenigen Ehn das Dach eines Gebäudes und gingen von dort über eine schmale Brücke auf eine der Mauerbrüstungen. Hier warteten mehrere Tarns, die großen wilden Sattelvögel Gors. Ich sah Flammen durch eines der Dächer züngeln. Es war eng auf der Mauer. Beute wurde auf den Sätteln der Vögel festgebunden. An den Sattelknöpfen baumelten kostbare Gefäße. Mädchen standen neben den geflügelten Ungeheuern. Sie waren mit Handfesseln an den Steigbügeln festgemacht. Hinter einigen Tieren lagen Tarnkörbe an langen Seilen. In ihnen wurden weitere Schätze und auch Mädchen verstaut. Männer stiegen hastig in die Sättel. Unten im Hof sah ich Borchoff und die Besatzung der Festung. Man hatte die Soldaten gefesselt. Freigelassene Tharla rion liefen nervös zwischen den Gebäuden herum, und die Männer mußten sehen, daß sie nicht zertrampelt wurden. Ich wurde am Arm fortgezerrt. »Wir müssen uns beeilen, Hauptmann«, rief einer der Männer.