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In Sklavenketten auf Gor

Электронная книга - «In Sklavenketten auf Gor». Краткое содержание книги:

In Sklavenketten auf Gor - Judy Thornton wird von der Erde nach Gor verschleppt, wo man sie zur Sklavin macht. Skrupellos setzt ihr Herr Clitus Vitellius sie für seine Ränkespiele ein, denn er soll im Auftrag der mächtigen Stadt Ar die Salerische Konföderation schwächen.
Aber dann findet Judy heraus, daß ihre Enführung kein Zufall war und sie in Wahrheit als hilflose Schachfigur in einem viel größeren Intrigenspiel dient. Will sie überleben, muß sie auf die Hilfe jenes Mannes vertrauen, den sie von ganzem Herzen haßt: Clitus Vitellius.
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Ich beobachtete, wie die Tarnkämpfer in der Ferne verschwanden. Als wir uns noch auf der großen Straße nach Ar befanden, hatte mich Tup Löffelhändler schon zweimal auf fliegende Tarnkämpfer aufmerksam gemacht, bei denen es sich vermutlich um Boten handelte. Marlenus von Ar und andere Ubars verständigten sich gewöhnlich auf diesem Wege. Ich stieg aus dem Wasser. Mein Herr reichte mir ein Handtuch, und ich rieb mich trocken. Anschließend gab mir Tup Löffelhändler einen Kamm, den ich langsam durch das Haar zog. Dabei starrte ich immer wieder auf die Mauern von Turmussteine. Sie waren hoch und furchteinflößend. In diesen Mauern würde ich einen neuen Herrn finden.

Die letzte Nacht hatten wir in einem nahegelegenen Dorf verbracht, wo Löffelhändler einen Freund hatte.

Als ich mit Kämmen fertig war, reichte mir mein Herr ein einfaches sackähnliches Gewand, das keine Ärmel und auch keinen Beinansatz hatte und meine Vorzüge daher besonders aufreizend zur Geltung brachte. Zuletzt wickelte mir mein Herr eine Kette aus einfachen Holzperlen um den Hals.

Dann trat er vor mich hin. »Du bist schön, Dina«, stellte er fest.

»Vielen Dank, Herr.«

»Komm«, sagte er und wandte sich ab. Ich folgte ihm.

Wir bogen auf die Straße nach Turmussteine ein. Eine Ahn später hatten wir das große Tor erreicht. Die weißen Mauern ragten hoch über mir auf. Ihre Höhe betrug mehr als achtzig Fuß, und ich kam mir sehr klein vor. Die Mauern waren mit sechs Türmen bewehrt – zwei am Tor und je einer an den vier Ecken der Festung. Plötzlich wäre ich am liebsten geflohen. Doch wohin?

In dem mächtigen Tor öffnete sich ein kleines Fenster.

»Tup Löffelhändler«, sagte mein Herr.

Der Wächter schien ihn zu kennen. »Sei gegrüßt, Löffelhändler«, sagte er.

»Ich will ein Mädchen verkaufen«, sagte mein Herr.

»Willkommen«, sagte die Stimme.

Das Tor ging auf, und wir traten ein.

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»Ich gebe dir vier Kupfertarsks für sie«, sagte der Soldatenführer.

»Zehn«, forderte Löffelhändler.

»Sechs«, sagte der Soldat.

»Gemacht!«

Mein Körper tat mir weh. Meine Handgelenke waren gefesselt. Ich war nackt – und hatte soeben den Besitzer gewechselt.

Der Hauptmann hatte mich gründlich untersucht. Seiner Berührung hatte ich nicht widerstehen können.

»Sie muß wohl noch ein bißchen gezähmt werden«, sagte er. »Das schaffen wir aber schon.«

Tup Löffelhändler erhielt sein Geld und ging.

»Sieh mich an«, sagte der Hauptmann.

Ich öffnete die Augen.

»Du bist jetzt ein turisches Mädchen«, stellte er fest.

»Ja, Herr«, erwiderte ich. Für sechs Kupfertarsks war ich verkauft worden. Dies war mein Wert auf Gor.

Mein neuer Herr ging zu seinem Tisch und nahm einen offenen Sklavenkragen aus einer Schublade. Das Gebilde unterschied sich von den üblichen goreanischen Kragen: es handelte sich um einen turischen Kragen. Üblicherweise bestehen die Kragen aus einem flachen gebogenen Band mit Scharnier, das den Hals des Mädchens eng umschließt. Der turische Kragen aber sitzt wesentlich lockerer und erinnert an einen aufklappbaren Halsring.

Der Mann warf den Ring auf den Tisch. Ich sah zu, wie er klirrend landete. Noch hatte ich keinen Sklavenkragen getragen und hatte plötzlich Angst. Ich würde das Ding nie wieder loswerden!

Mit einem ominösen Klicken schloß sich der Kragen um meinen Hals.

Daraufhin wandte sich der Hauptmann ab und bewegte eine Glocke. Ein Wächter erschien. »Laß Sucha kommen«, ordnete mein Herr an. »Wir haben ein neues Mädchen.«

Ich hockte vor seinem Tisch. Mein Herr setzte sich wieder und begann zu schreiben – vielleicht trug er mich und den gezahlten Preis in seine Bücher ein. Unauffällig berührte ich den runden schimmernden Stahlkragen mit den Fingern.

Ein leises Klirren ertönte. Neben mir erschien eine Frau. Vier Reihen kleiner Glocken hingen an ihrem linken Fußgelenk. Eine Peitsche stieß mich in die Seite.

»Steh auf!« sagte sie. Das Mädchen trug ein kurzes gelbes Seidengewand. Sein dunkles Haar war mit einem gelben Seidenband zurückgebunden.

Ich gehorchte.

»Eine Dina«, stellte die Frau fest.

Sie trug das übliche Kajira-Zeichen deutlich sichtbar am Bein.

»Ich bin Sucha«, sagte die Sklavin. »Wie bist du bisher genannt worden?«

»Dina«, antwortete ich.

Sucha blickte zu dem Hauptmann hinüber. »Den Namen können wir behalten«, entschied er.

»Folge mir, Dina«, befahl Sucha und machte kehrt.

Wir gingen durch einen langen Korridor, bogen ab und passierten nacheinander mehrere Gänge. Dabei kamen wir an zahlreichen Lagerräumen vorbei, die mit Gittertüren verschlossen waren. Einmal wurde vor uns eine schwere Eisentür geöffnet, an der ein Wächter stand. Dahinter erstreckten sich Korridore mit weiteren Warenlagern.

»Halt!« sagte Sucha schließlich. »Dies ist der Eingang zu den Unterkünften der Sklavinnen.«

Wir standen vor einer kleinen, soliden Eisentür.

»Tritt ein«, forderte mich Sucha auf.

Ich drückte den Griff der Tür nieder, ließ mich auf die Knie sinken und kroch durch die niedrige Öffnung. Sucha folgte mir.

Drinnen standen wir auf, und ich sah mich erstaunt um. Der Raum war hoch und hell; er enthielt zahlreiche schmale weiße Säulen und war mit kostbaren Wandbehängen ausgestattet; Kacheln schimmerten in sattem Purpur, ein Schwimmbecken war in den Boden eingelassen, an einigen Wänden befanden sich schimmernde Mosaiken. Dargestellt waren Szenen mit Skla venmädchen, die ihren Herren zu Diensten waren. Durch hohe vergitterte Fenster strömte Licht herein. Hier und dort lagen Mädchen am Becken, die offenbar nichts zu tun hatten. Sie musterten mich abschätzend.

»Ein schönes Zimmer«, sagte ich.

»Knie nieder!« befahl Sucha.

Ich gehorchte.

»Du bist Dina«, sagte sie. »Du bist jetzt Sklavin in der Feste Turmussteine. Es handelt sich um eine Kaufmannsfestung, die unter dem Banner und Schild Turias steht.«

Daß die Burg unter dem Banner Turias stand, war nicht nur eine Abgrenzung zu den Burgen anderer Städte, sondern in erster Linie zu den ›freien Burgen‹, die ohne Bindung an eine bestimmte Stadt auf eigene Rechnung von der Kaufmannskaste unterhalten werden. Diese Kaste arbeitet auch in anderer Hinsicht gewissermaßen international. Sie organisiert die großen Jahrmärkte, die viermal im Jahr in der Nähe des Sardargebirges stattfinden. Außerdem ist die Kaufmannskaste für gewisse freie Hafenstädte an der Küste des Thassa und einige Inseln zuständig. In einer ›freien Burg‹ kann der Lagerraum von jedem angemietet werden. In einer Bannerburg, die von einer bestimmten Stadt geführt wird, haben die Händler und Bürger der betreffenden Stadt natürlich Vorrechte oder sogar Exklusivität. Daß Turmussteine außerdem noch unter dem Schild Turias stand, besagte, daß sich hier eine turische Garnison befand. Es kommt durchaus vor, daß eine Kaufmannsfestung das Banner einer Stadt führt und von jener Stadt bewacht wird, in deren Bereich sie steht. Turmussteine jedoch war ganz turisch.

»Die Garnison umfaßt hundert Mann und fünf Offiziere«, fuhr Sacha fort. »Außerdem haben wir zwanzig Mann zusätzliches Personal – Arzt, Träger, Schriftgelehrte und so weiter.«

Die anderen Mädchen umringten Sucha und mich. Die meisten waren nackt. Alle trugen turische Sklavenkragen.

»Ein neues Mädchen für die Seide.«

»In Turmussteine sind wir achtundzwanzig Mädchen«, erläuterte Sucha. »Wir kommen aus neunzehn Städten.

»Sie ist hübsch«, sagte eine Sklavin.

Ich lächelte.

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