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In Sklavenketten auf Gor

Электронная книга - «In Sklavenketten auf Gor». Краткое содержание книги:

In Sklavenketten auf Gor - Judy Thornton wird von der Erde nach Gor verschleppt, wo man sie zur Sklavin macht. Skrupellos setzt ihr Herr Clitus Vitellius sie für seine Ränkespiele ein, denn er soll im Auftrag der mächtigen Stadt Ar die Salerische Konföderation schwächen.
Aber dann findet Judy heraus, daß ihre Enführung kein Zufall war und sie in Wahrheit als hilflose Schachfigur in einem viel größeren Intrigenspiel dient. Will sie überleben, muß sie auf die Hilfe jenes Mannes vertrauen, den sie von ganzem Herzen haßt: Clitus Vitellius.
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»Wir müssen die Dunkelheit ausnutzen«, sagte ein Leutnant, »und vor Morgengrauen am Treffpunkt sein.«

»In den Sattel, Leutnant«, befahl Rask aus Treve grinsend.

Der Mann lächelte und bestieg die Leiter, die zu dem hohen Sattel des Riesentiers führte.

Tief unter uns war das große Burgtor aufgestoßen worden. Tharlarion stürmten ins Freie.

Ein Soldat packte mich an den Armen und führte mich zu einem der Tarnkörbe.

Unten im Hof hob Borchoff den Kopf. Rask aus Treve hob die Hand und grüßte ihn – ein Gruß zwischen Kriegern. Das Tor war offen. Borchoff und seine Männer waren zwar gefesselt, doch sie konnten sich in Sicherheit bringen.

Dann blickte Rask aus Treve in die Runde und vergewisserte sich mit schnellem Blick, daß bei den Männern und Tieren alles in Ordnung war.

Der Soldat hob mich in die Höhe und schob mich mit den Füßen voran durch eine lukenähnliche Öffnung in den Tarnkorb. Zuletzt drückte er meinen Kopf nach unten und zwängte mich auf diese Weise zwischen die anderen Mädchen. Ich hockte mich hin, konnte mich kaum bewegen. Ich blickte hoch und sah, daß die Tür geschlossen und zugeschnürt wurde. Ich kniete. Aufrecht stehen konnten wir in dem Korb nicht. Acht Mädchen waren in dem Korb gefangen, außerdem hatte man darin Seidenballen und Gold verstaut.

»Ho!« rief Rask von Treve.

Ich legte den Kopf an die Außenwand des Korbes.

»Ho!« antworteten die Männer aus Treve.

Der Mann, der mich in den Korb gesteckt hatte, stieg mit schnellen Bewegungen in den Sattel seines Tarn; die Leinen des Korbes führten zu den Steigbügeln des Vogels. Schwang sich der Vogel in die Luft, wurde der Korb ebenfalls mit angehoben. Der Tarnkämpfer wartete nur noch auf das Signal zum Abflug.

»Ho!« rief Rask aus Treve und zog am ersten Zügel seines Tarn.

»Ho!« antworteten seine Männer.

Der Tarn breitete die mächtigen Flügel aus und begann sie heftig zu bewegen. Die Spannweite dieser Flügel mochte dreißig Fuß und mehr betragen. Der rie sige Tarn verließ mit einem lauten Schrei die Mauern von Turmussteine. Die anderen Tiere folgten. Obwohl uns das Geflecht des Korbes schützte, spürten wir den Luftzug. Wäre jemand auf der Mauerbrüstung zurückgeblieben, hätten ihn die Windstöße vermutlich in die Tiefe geschleudert.

Einen Augenblick lang passierte gar nichts, dann strafften sich die Korbseile. Unser Tarnflieger zerrte den Korb über den Rand, gewann an Höhe, übersprang die Mauern der Burg und folgte den anderen. Als der Korb von der Mauer herab in den Hof zu stürzen schien, schrien wir alle auf, aber schon pendelten wir unter dem Tarn und fühlten uns in die Höhe geschwungen, als sollten wir zu den Monden Gors geschleudert werden.

Turmussteine blieb brennend unter uns zurück.

13

Die Sklaventunika wurde mir vom Leib gerissen. Ich schrie auf.

»Auf den Block mit dir, Sklavin!« befahl der Mann.

»Ja, Herr«, antwortete ich. Ein Peitschenstiel trieb mich zur Eile an.

Ich betrachtete die ausgetretenen Stufen, die spiralenförmig nach oben führten. Dann schaute ich zu den anderen Mädchen hinüber, zu denen auch Sulda und Tupa gehörten. Sucha und andere waren bereits verkauft worden.

Es waren zwanzig Stufen bis zum Sklavenblock.

Mein Haar war länger als auf der Erde, da ich es hier noch nicht geschnitten hatte. Es reichte mir bis zu den Schulterblättern.

Den turischen Kragen trug ich nicht mehr. Ein männlicher Sklave hatte ihn mir abgefeilt. Auch befand sich die Spange Rasks aus Treve nicht mehr an meinem Ohr. Noch vor Morgengrauen war ich im Lager eines Sklavenhändlers dicht vor Ar verkauft worden. Fünfzehn Kupfertarsks hatte Rask aus Treve für mich erhalten.

»Beeil dich, Mädchen!« rief der Mann vom Fuße der Treppe. Um den Hals trug ich eine leichte Kette, an der sich eine ovale Scheibe befand. Darauf stand eine Nummer, meine Verkaufsnummer. Sucha, die lesen konnte, sagte, ich sei Nr. 128. Sie selbst war als 124. Mädchen versteigert worden.

Wir wurden im Auktionshaus des Publius verkauft, an der Straße der Brandzeichen in Ar. Es handelt sich um ein kleineres Auktionshaus, in dem gewöhnlich zweitklassige, billigere Sklavinnen angeboten werden, in größeren Mengen. Dem Haus fehlte das Prestige eines Auktionators wie Claudius oder des Curuleum. Trotzdem ist Publius gut besucht und steht in dem Ruf, daß man hier gut kaufen kann.

Acht Tage hatte ich in den Sklavengehegen verbracht und auf diesen Abend des Verkaufs gewartet. In dieser Zeit hatte man mich ärztlich untersucht und mir dabei eine Reihe von Spritzen gegeben, deren Zweck ich nicht kannte. Es handelte sich um ein sogenanntes Stabilisationsserum.

»Was ist denn das für ein Mittel?« hatte ich Sucha gefragt.

»Es erhält dich so, wie du bist«, antwortete sie. »Jung und hübsch.«

Ich hatte sie verblüfft angesehen.

»Sklavenherren und freie Personen erhalten das Stabilisationsserum natürlich ebenfalls – wenn es erforderlich ist.«

»Wenn es erforderlich ist?« fragte ich. »Gibt es denn Menschen, die das Mittel nicht brauchen?«

»Einige schon«, antwortete Sucha. »Es sind aber nur wenige – Abkömmlinge von Eltern, die mit dem Serum bereits gespritzt wurden.«

»Wieso das?«

»Ich weiß es nicht«, antwortete Sucha. »Die Menschen sind eben sehr verschieden.«

Offensichtlich handelte es sich um eine genetische Manipulation; das Stabilisationsserum beeinflußte den genetischen Kode, indem es womöglich gewisse Impulse des Verfalls neutralisierte und Prozesse einleitete, die einen Austausch von Materie ermöglichten, während Gewebe und Zellenstrukturen relativ konstant blieben. Das Altern war ein physikalischer Prozeß und ließ sich durch physikalische Eingriffe beeinflussen. Die goreanischen Ärzte hatten sich der Bezwingung einer bis dahin universalen Krankheit gewidmet, die auf der Erde das Alter genannt wurde. Eine generationenlange intensive Forschung hatte schließlich zu einem Durchbruch geführt und zu den inzwischen immer mehr verfeinerten Stabilisationsseren.

Verwirrt sah ich Sucha an. »Warum wird einer Skla vin ein so wertvolles Serum gespritzt?« fragte ich.

»Ist es denn wirklich so wertvoll?« fragte sie zurück. »Ja«, fuhr sie fort. »Du hast wahrscheinlich recht.« Sie nahm das Mittel als selbstverständlich hin, so wie Erdenmenschen in einer Routineimpfung nichts Besonderes mehr sahen. Sie kannte das Altern nicht. Die Alternative zum Serum war ihr gar nicht klar. »Warum sollte man das Serum nicht den Sklavinnen geben?« fragte sie. »Wünschen sich die Herren ihre Sklavinnen nicht gesund und fähig, ihnen gut zu dienen?«

Mit dem Serum hatte ich ein Geschenk erhalten, das ich auf der Erde nicht mit dem größten Reichtum hätte kaufen können, das selbst Milliardären verwehrt blieb.

Ich war unglaublich reich.

»Mädchen 128!« rief der Auktionator in diesem Augenblick oben auf dem Block.

Ich blickte hinauf. Der Auktionator trat an die Treppe und lächelte mich freundlich an. Dann streckte er mir die Hand hin. »Bitte«, sagte er.

Der Auktionsblock war rund und hatte einen Durchmesser von etwa zwanzig Fuß. Der Boden war mit Sägespänen bedeckt.

An der Hand führte er mich in die Mitte. »Sie ist schüchtern«, erklärte er der Menge.

Dann drehte er sich um und versetzte mir einige gezielte Hiebe mit der Peitsche.

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