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In Sklavenketten auf Gor

Электронная книга - «In Sklavenketten auf Gor». Краткое содержание книги:

In Sklavenketten auf Gor - Judy Thornton wird von der Erde nach Gor verschleppt, wo man sie zur Sklavin macht. Skrupellos setzt ihr Herr Clitus Vitellius sie für seine Ränkespiele ein, denn er soll im Auftrag der mächtigen Stadt Ar die Salerische Konföderation schwächen.
Aber dann findet Judy heraus, daß ihre Enführung kein Zufall war und sie in Wahrheit als hilflose Schachfigur in einem viel größeren Intrigenspiel dient. Will sie überleben, muß sie auf die Hilfe jenes Mannes vertrauen, den sie von ganzem Herzen haßt: Clitus Vitellius.
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Zitternd lag ich zu seinen Füßen.

»Mädchen 128!« rief er ins Publikum. Ein Helfer reichte ihm ein Stück Papier. »128«, las er gereizt vor, »ist braunhaarig und braunäugig. 51 Horts groß, 29 Steine schwer. Ihre Maße sind 22 Horts, 16 Horts und wieder 22 Horts, Arm- und Fußreifen Größe zwei, Kragenweite 10 Horts. Sie kann nicht lesen und ist praktisch unausgebildet. Sie kann nicht tanzen. Ihr Brandzeichen ist die Dina, die Sklavenblume. Sie hat durchstochene Ohrläppchen.« Er blickte auf mich herab und versetzte mir einen leichten Tritt. »Steh auf, Sklavin!« befahl er. Hastig gehorchte ich.

Niedergeschlagen sah ich mich um. Im Fackelschein erblickte ich die Sitzbänke, die wie in einem Amphitheater halbkreisförmig vor mir aufstiegen. Es befanden sich Gänge an der Seite und zwei in der Mitte. Männer aßen und tranken auf ihren Plätzen. Hier und dort erblickte ich verschleierte Frauen, die mich intensiv musterten.

»Irgendwelche Gebote?« fragte der Auktionator.

»Sechs Tarsks!« rief ein Mann aus der Menge.

»Sie trägt die Dina!« sagte der Auktionator. »Möchtet ihr nicht dieses hübsche Ding besitzen? Als eure Sklavin, die jeden eurer Befehle befolgt?«

»Zehn Tarsks!« rief ein unglaublich dicker Mann.

Ich erschauderte.

Auf Geheiß des Auktionators wanderte ich auf dem Block hin und her. Ich gab mir größte Mühe, hatte ich doch Angst vor seiner Peitsche.

»Seht, mit welcher Anmut sie sich bewegt!« rief der Auktionator. »Beachtet die Geschmeidigkeit ihrer Gestalt, ihren aufrechten Gang, die stolze Kopfhaltung! Für ein paar Kupfertarsks kann sie euer sein!«

»Vierzehn!« bot ein Mann.

»Vierzehn!« antwortete der Auktionator. »Aber kann das Haus diese kleine Schönheit für bloße vierzehn Tarsks aus seinen Klauen lassen? Nein, werte Herren!«

»Fünfzehn«, bot ein anderer.

»Fünfzehn«, bestätigte der Auktionator. Ich wußte, daß Rask aus Treve mich für fünfzehn Kupfertarsks an einen Sklavenhändler verkauft hatte. Dieser hatte mich für zwanzig Kupfertarsks an das Haus des Publius weiterveräußert. Zweifellos war das dem Auktionator bekannt; die Zahl mußte irgendwo auf meinen Unterlagen stehen.

Der Auktionator sah mich an. »Mädchen«, sagte er leise und drohend. »Ob du nun verkauft wirst oder nicht, die heutige Nacht verbringst du noch in unseren Gehegen. Begreifst du, was das heißt?«

»Ja, Herr«, flüsterte ich.

Er war nicht zufrieden mit den Geboten. Wenn ich keinen Preis brachte, der das Haus zufriedenstellte, stand mir eine schlimme Nacht bevor.

»Auf den Boden mit dir, kleine Dina«, sagte er. »Wir wollen die Käufer mal etwas anheizen.«

»Ja, Herr«, sagte ich.

Und nun führte er mich durch eine geschickt arrangierte Folge von Positionen, die meine Vorzüge zur Geltung bringen sollten. Angstvoll befolgte ich jedes der herausgebellten Kommandos, bis ich schließlich schweratmend und schweißbedeckt wieder zu seinen Füßen lag.

»Na, wie lautet das Gebot!« rief er.

»Zwanzig Tarsks!« rief ein Mann.

»Zwanzig«, bestätigte der Auktionator und hieß mich aufstehen. Sägespäne klebten an meinem nackten Körper.

»Einundzwanzig!«

Ich atmete auf. Der Gewinn war klein, doch ich würde dem Haus des Publius wenigstens keinen Verlust bringen.

»Noch Gebote?« fragte der Mann neben mir.

Die Menge schwieg.

»Es will mir scheinen«, sagte der Auktionator, »als müßten wir dieses kleine Prachtstück für nur einundzwanzig Kupfertarsks ziehen lassen.«

Er drehte mich herum, als wollte er mich zur Treppe schicken, aber dann rief er mich im letzten Augenblick zurück.

»Leg die Hände ins Haar«, sagte er, »und nimm sie erst herunter, wenn du die Erlaubnis dazu erhältst.«

Ich gehorchte. Mit einer Hand faßte er mich am Nacken und drehte mich zur Menge um.

Plötzlich stöhnte ich unter seiner Berührung auf. »Halt, Herr! Nicht, Herr!« rief ich entsetzt.

»Winde dich, kleine Dina«, zischte er. »Winde dich!«

Ich schrie auf.

»Hast du wirklich geglaubt, wir würden uns mit einem Gewinn von nur einem Kupfertarsk zufriedengeben? Hältst du uns für so dumm, ein Mädchen für zwanzig zu kaufen und für einundzwanzig zu versteigern? Meinst du nicht, daß wir unser Handwerk verstehen?«

Endlich ließ er los. Ich sank vor ihm auf die Knie.

»Vierzig Kupfertarsks!« rief ein Mann aus dem Publikum. »Für die Taverne der Zwei Ketten.«

»Die Vergnügungsseide bietet fünfzig Tarsks!«

Man hatte mich hereingelegt. Der Auktionator hatte mich überrascht. Ohne Vorwarnung hatte er mich gezwungen, mich als Sklavin darzubieten, unbeabsichtigt, spontan, hilflos.

»Der Juwelenring bietet siebzig!« rief eine Stimme.

Der Auktionator hatte vorzüglich gearbeitet. Er hatte der Menge den höchstmöglichen Preis eines bestimmten Markts entrungen, ehe er zur Überraschung des Publikums wie auch des Mädchens ihre latenten Fähigkeiten als Sklavin enthüllte. Der Goreaner will wissen, was er kauft – und wenn er eine Sklavin kauft, will er sie ganz.

»Achtzig Kupfertarsks!«

Ich glaubte meinen Ohren nicht zu trauen.

»Der Silberkäfig bietet fünfundachtzig!«

»Fünfundachtzig!« wiederholte der Auktionator. »Möchte jemand mehr bieten?«

»Der Glockenkragen«, vernahm ich, »bietet einen Silbertarsk.«

Stille trat ein.

Zitternd blickte ich zu Boden. Die letzten Gebote waren von Pagatavernen gekommen. Ich hatte eine ungefähre Ahnung, wie mein Leben als Pagasklavin aussehen würde. Solche Mädchen mußten die Gäste bedienen und zufriedenstellen; ihre Liebesdienste waren in dem Preis für einen Kelch Paga mit eingeschlossen.

»Steh auf, kleine Dina«, sagte der Auktionator.

Ich gehorchte. Vorsichtig strich ich mir das Haar zurück und unterdrückte das Schluchzen, das in mir aufstieg.

»Die Taverne zum Glockenkragen bietet einen Silbertarsk. Möchte jemand höher gehen?«

Niemand bot mehr.

»Verkauft an den Glockenkragen für einen Silbertarsk!« sagte der Auktionator.

Er stieß mich zur Treppe. Mit unsicheren Schritten stieg ich in die Tiefe.

»Mädchen 129!« hörte ich ihn rufen.

Am Fuße der Treppe packte mich ein Mann des Auktionshauses am Handgelenk und zerrte mich zu einer Kette. Er machte mich hinter dem letzten Mädchen fest. Ich war verkauft worden.

14

»Paga, Herr?« fragte ich.

Er winkte mich fort.

Glockenklirrend wandte ich mich ab und sah mich um. Das Mädchen auf der Tanzfläche war gut. Wir hatten erst die sechzehnte Stunde, der Abend hatte kaum begonnen. Einige Männer schauten dem Mädchen zu, das sich aufreizend zur Musik einer einzelnen Flöte bewegte.

»Paga!« rief ein Mann.

Ich eilte zu ihm. Das große bronzene Pagagefäß trug ich an einem Riemen über der Schulter.

Ich kniete nieder und schenkte ein. Dann ging ich mitsamt dem Pagagefäß zur Tür der Taverne, um draußen ein wenig frische Luft zu schnappen. Als Pagamädchen war ich gewissermaßen in den Preis für die Getränke mit eingeschlossen; trotzdem kamen viele Gäste nur, um zu trinken oder sich mit Freunden zu unterhalten. Busebius, mein Herr, schien mit mir nicht unzufrieden zu sein. Offenbar war sein Geld in mir gut angelegt. Mehr als die anderen Mädchen war ich von den Gästen mit in die Nischen genommen worden, um ihnen zu Gefallen zu sein. Es gab inzwischen Gäste, die nur meinetwegen kamen. Auf diese Weise belebte ich den Umsatz.

Vor dem Gebäude atmete ich tief ein. Es war uns gestattet, ab und zu einen Moment im Freien zu verbringen.

Ich stand unter dem Schild des Glockenkragens.

»Sei gegrüßt, Teela«, sagte ein Passant.

»Sei gegrüßt, Herr«, antwortete ich.

Ich war Teela, Pagasklavin im Glockenkragen. Das stand jedenfalls auf dem Stahlkragen, der sich um meinen Hals schmiegte. Ich blickte über die Brücke auf die hoch aufragenden Türme und Zylinder und auf die untergehende Sonne hinter den Mauern von Ar. Ich sah die Silhouetten schmaler Brücken vor dem Himmel und Gestalten, die sich darauf bewegten. Tief darunter fuhren Karren und Wagen durch die Straßen, gezogen von Tharlarion. Ich hob den Blick. Etliche Tarnkämpfer patrouillierten am Himmel. Ich dachte an Clitus Vitellius.

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