In Sklavenketten auf Gor
- Автор: Норман Джон
- Год: 1978
- Язык: немецкий
- Переводчик: Thomas Schluck
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «In Sklavenketten auf Gor». Краткое содержание книги:
Aber dann findet Judy heraus, daß ihre Enführung kein Zufall war und sie in Wahrheit als hilflose Schachfigur in einem viel größeren Intrigenspiel dient. Will sie überleben, muß sie auf die Hilfe jenes Mannes vertrauen, den sie von ganzem Herzen haßt: Clitus Vitellius.
»Wenn du mit Thandar aus Ti sprichst«, sagte Bina, »würden wir beide ausgepeitscht – mehr käme dabei nicht für uns heraus.«
»Dieses Risiko gehe ich ein.«
»Nein.«
Hinter dem Rücken holte sie zwei durch eine Kette verbundene Armreifen hervor. Ehe ich reagieren konnte, schnappte der Stahl um mein Handgelenk zu. Ich wehrte mich nach Kräften, doch schon hatte sie das andere Armband um eine Eisenstange gelegt. Blitzschnell warf sie mir ein Netz über den Kopf und begann mich zu fesseln und zu knebeln. Ich war so verblüfft über die plötzliche Entschlossenheit der kleinen Sklavin, daß mein Zorn erst erwachte, als es schon zu spät war.
»Bina!« rief von draußen eine Stimme. »Teela!«
»Ich komme!« rief Bina. Dann warf sie mir einen Handkuß zu und eilte aus dem Zimmer.
Vergeblich versuchte ich mich zu befreien. Die erste Stunde des nächsten Tages war angebrochen, als Bina zurückkehrte. Sie strahlte.
Vorsichtig nahm sie mir den Knebel aus dem Mund und löste die Netzfesseln.
»Thandar ist fort«, sagte sie und lächelte.
»Du hast ihm nichts gesagt?«
»Nein, natürlich nicht.«
»Du bist ein Dummkopf!«
»Von den sechs Mädchen hat er mich erwählt«, sagte sie stolz. »Ich allein durfte ihm den Paga einschenken.«
»Sechs?«
»Als du krank wurdest«, sagte sie lachend, »hat Busebius uns noch Helen geschickt.«
Verträumt nahm mir Bina die Armreifen ab. »Und mich hat er schließlich auch mit in die Nische genommen«, sagte sie und schloß die Augen. »Oh, wie schön er ist! Ich habe ihm gut gedient. Und welche Freude er mir geschenkt hat! Es war unglaublich! Welches Glück, daß ich nicht seine Gefährtin geworden bin.«
»Das verstehe ich nicht.«
»Dann hätte ich heute nicht seine Sklavin sein können! Ich werde mein ganzes Leben an diese Nacht denken.«
Ich senkte den Blick, als mir einfiel, mit welcher Wonne auch ich einmal die Sklavin des Clitus Vitellius gewesen war.
»Teela!« sagte plötzlich eine Stimme. Busebius war eingetreten.
»Ja, Herr?«
»Fühlst du dich besser?«
»Ja, Herr.«
»Warum bist du dann nicht draußen und servierst Paga?« »Paga!« rief ein Mann, und ich eilte zu ihm.
Es waren nicht mehr viele Gäste in der Taverne. In spätestens einer Ahn würden wir schließen. Einige Mädchen hatten sich bereits zurückziehen dürfen.
Der Gast saß mit einem zweiten Mann beisammen. Er hielt mir seinen Becher hin.
Ich kniete vor ihm und schenkte ein.
»Mir auch«, sagte der andere.
Ich streckte die Arme aus, da blitzte es plötzlich auf, und zwei Armreifen schlössen sich um meine Handgelenke.
Erschrocken blickte ich auf. »Nein!« rief ich.
»Haben wir dich endlich!« Ich versuchte die Hände zurückzuziehen, doch die Kette war bereits straff gezogen worden.
»Wir haben dich wirklich lange gesucht«, verkündete die zweite Stimme.
»Ich habe dich für zwei Tarsks an diese Herren verkauft«, sagte Busebius und machte sich daran, mir die Sklavenglocken vom Bein zu lösen. Dann schob er einen Schlüssel in das Schloß meines Kragens, öffnete ihn und legte ihn ebenfalls auf den Tisch. »Sie gehört euch, ihr Herren«, sagte er.
»O nein!« hauchte ich.
Busebius machte kehrt.
»Du gehörst jetzt uns«, sagte der Mann.
»Tötet mich nicht!« flehte ich.
»Wir müssen gehen«, sagte der zweite Mann.
Die beiden nahmen mich in die Mitte und zerrten mich aus der Taverne.
Es waren die beiden Männer, die zu mir gekommen waren, als ich nackt und an einen Felsen gekettet in der Wildnis Gors erwachte. Damals hatten sie vorgehabt, mich umzubringen.
In Todesangst marschierte ich zwischen den beiden in die goreanische Nacht hinaus.
15
Ich wurde vor die hochherrschaftliche Gestalt auf dem Thronsessel geführt.
»Dies ist deine Herrin«, sagte einer der Männer und deutete auf die verschleierte Frau, die über mir thronte.
Aus kniender Position blickte ich empor. Ich trug eine kurze weiße Haustunika.
»Laßt uns allein«, sagte die Frau. Die beiden Männer zogen sich zurück.
»Sieh mich an, Judy«, befahl die Frau.
Meine Gedanken überschlugen sich. Ich konnte diese Frau nicht kennen – und doch redete sie mich an, als wäre sie mit mir bekannt. Sie hatte mich Judy genannt! Man hatte mich nie Judy genannt, seit ich die Erde verlassen hatte.
»Judy Thornton!« lachte die Frau. Ihr Lachen verriet mir, daß sie jung war, daß sie selbst nur ein Mädchen war, kaum älter als ich.
»Herrin?« fragte ich.
»Ist die Sklaverei dir schwer gefallen, hübsche Judy?« fragte sie.
»O ja, Herrin!« antwortete ich.
Lächelnd und mit einer anmutigen Geste hob die Frau ihren Schleier.
»Elicia!« rief ich. »Elicia Nevins!« Vor Freude begann ich zu weinen. Schluchzend warf ich mich in ihre Arme. Und sie umarmte mich. Ich vermochte mich nicht zu beherrschen. Meine Leiden waren zu Ende! Der Sklavenkragen war ausgestanden, die Angst vor der Peitsche war vorbei! »Ich liebe dich, Elicia!« rief ich. Mir winkte die Freiheit.
Doch die Frau stieß mich zurück. Verblüfft verlor ich die Balance und rutschte zu Boden.
»Es ist gut, wenn eine Sklavin ihre Herrin liebt«, sagte sie unnahbar.
»Mach keine Witze!« sagte ich.
»Bist du mir nicht dankbar?« fragte sie.
»O ja! Ich bin dir dankbar!«
»Nur gut, wenn eine Sklavin ihrer Herrin dafür dankbar ist, daß sie weiterleben darf.«
»Wie bitte?«
»Du warst schon immer ein Dummkopf«, sagte sie. »Ich habe mich oft gefragt, was die Jungen an dir fanden. Und deshalb bist du heute Sklavin.«
»Du willst mich doch nicht als Sklavin halten! Du stammst von der Erde?«
»Wir sind hier nicht auf der Erde.«
»Ich bitte dich, Elicia!«
»Es wird mir Spaß machen, dich als Dienstsklavin zu beherrschen.«
»O nein!« flehte ich.
»Schon auf der Erde hatte ich das Gefühl, daß du eine geborene Sklavin bist – und als ich dich dann bei der Auktion sah ...«
»Du warst da?« fragte ich entsetzt.
»Die ganze Zeit!«
Ich senkte beschämt den Kopf. »Warum hast du mich nicht gleich dort gekauft?«
»Dafür gibt es gute Gründe«, antwortete Elicia. »Es genügte zu wissen, wo du dich befandest und wo ich dich kaufen konnte.«
»Das verstehe ich nicht.«
»Ich wollte sichergehen, daß andere dir nicht folgten. Wir haben lange nach dir gesucht.«
»Du hast dir offenbar viel Mühe gegeben, eine einfache Dienstsklavin zu erwerben.«
»Dein Name ist Judy«, sagte sie und gab mir damit meinen Sklavennamen.
»Ja, Herrin.«
»Du wirst mich immer nur als Lady Elicia anreden oder als Herrin. Oh, welchen Spaß wird es mir machen, dich zu besitzen. Steh auf!«
Elicia nahm einen Sklavenkragen zur Hand, der neben dem Thronsessel gelegen hatte, und stand auf.
»Hier, siehst du die Schrift?« fragte sie.
»Ja, Herrin.«
»Ich weiß, daß du Analphabetin bist, und werde dir den Text daher vorlesen. ›Ich bin Judy. Der Finder möge mich der Lady Elicia von den Sechs Türmen Ars zurückbringen. ‹«
»Der Kragen trägt meinen Namen?« flüsterte ich.
»Ja«, sagte sie und blickte mich offen an. »Er wartet schon lange auf dich.«
»Es ist ein Zehn-Hort-Kragen«, sagte ich tonlos.
»Genau deine Größe«, lachte sie. »Deine Maße wurden genommen, als du bewußtlos warst«, fuhr sie lä chelnd fort. »Noch auf der Erde.«
»Wie bin ich denn hierhergekommen?«
»Bewußtlos, in einer Sklavenkapsel.«
Ich erschauderte.
»Weißt du, wer dich für die Sklaverei ausgesucht hat – aus vielen hundert anderen Mädchen?«
»Nein, Herrin.«
»Ich!«
»Aber warum, Herrin?«
»Weil ich Spaß daran hatte. Und weil ich dich als Sklavin besitzen wollte. Ich bin sicher, daß wir gut miteinander auskommen, nicht wahr, Judy?«
»Jawohl, Herrin.«
»Und jetzt bereite mir ein Bad.« In den Gemächern meiner Herrin Elicia Nevins entzündete ich das winzige Ölfeuer unter dem Badeofen und holte Wasser aus der Zisterne. Eine Dienstsklavin muß genau wissen, welche Temperatur ihre Herrin wünscht. Lady Elicia würde es mir nur einmal sagen.