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In Sklavenketten auf Gor

Электронная книга - «In Sklavenketten auf Gor». Краткое содержание книги:

In Sklavenketten auf Gor - Judy Thornton wird von der Erde nach Gor verschleppt, wo man sie zur Sklavin macht. Skrupellos setzt ihr Herr Clitus Vitellius sie für seine Ränkespiele ein, denn er soll im Auftrag der mächtigen Stadt Ar die Salerische Konföderation schwächen.
Aber dann findet Judy heraus, daß ihre Enführung kein Zufall war und sie in Wahrheit als hilflose Schachfigur in einem viel größeren Intrigenspiel dient. Will sie überleben, muß sie auf die Hilfe jenes Mannes vertrauen, den sie von ganzem Herzen haßt: Clitus Vitellius.
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»Du hast ein gutes Auge für Sklavinnen«, meinte der Leutnant neidisch, woraufhin Borchoff nur grinste.

»Ja, sie ist von Natur aus Sklavin.«

Manchmal lag ich nachts in meiner Nische und weinte vor Scham.

Inzwischen waren wir neunundzwanzig Mädchen in Turmussteine. Fünf Mädchen waren an durchreisende turische Händler verkauft worden, doch zugleich waren nach und nach sechs andere Mädchen hinzugekommen. Auf diese Weise blieb der Bestand erhalten, und die Männer hatten Abwechslung.

Sucha hatte mir versichert, daß ich nicht verkauft werden würde, denn ich sei etwas Besonderes.

Wir Mädchen arbeiteten als Vergnügungssklavinnen, da wir aber zugleich die einzigen Mädchen in der Festung waren, wurden wir auch für sonstige Arbeiten herangezogen, zum Saubermachen, Kochen und Nähen. Alles in allem konnten wir uns aber nicht bekla gen. Wir durften lange schlafen und am frühen Nachmittag mit der schweren Arbeit aufhören, damit wir für den Abend ausgeruht waren.

Ich war längst nicht mehr das jüngste Mädchen in den Sklavenquartieren. Wer neu zu uns kam, wurde automatisch am unteren Ende der Rangordnung eingereiht; wenn es darüber Diskussionen gab, ging Sucha mit ihrer Peitsche dazwischen. Wir übrigen gehorchten Sucha, die in unserem Kreis für Ordnung sorgte, was mir gefiel. Ohne Suchas strenge Hand wäre es mir bei meinen Leidensgenossinnen viel schlimmer ergangen.

»Fleisch, Dina« rief ein anderer Mann, und ich eilte zu ihm, um ihn zu bedienen. Ich trug rote Seide, ein goldenes Halsband, das sich um meinen Sklavenkragen zog, und Glöckchen.

Ich sah Sucha in den Armen eines Leutnants liegen, der sie begierig küßte.

Ich kniete vor dem Mann, der mich gerufen hatte.

»Bist du taub?« fragte er. Offenbar hatte ich erst auf seinen zweiten Ruf reagiert.

»Gib mir Fleisch«, forderte er.

Ich hielt ihm die Platte hin, und er spießte sich ein scharf gewürztes Stück auf; es war das letzte auf der Platte.

»Holt den Gefangenen!« rief Borchoff in diesem Augenblick. Er war der Anführer der Soldaten in Turmussteine.

Am Nachmittag dieses Tages hatte ich mich oben auf den Mauern der Festung aufgehalten. Mir war aufgetragen worden, die Wächter mit Wasser zu versorgen. Ich war einen Augenblick lang stehengeblieben und hatte auf die weiten Felder hinausgeschaut. Bis zum Boden waren es gut achtzig Fuß.

»Hast du etwa die Absicht, in den Tod zu springen?« fragte ein Soldat, der hinter mir stehenblieb. Ich kannte ihn von den abendlichen Festen.

»Nein, Herr«, erwiderte ich. »Ich bin ja keine freie Frau.« Dann reichte ich ihm einen Becher Wasser aus der Verrhaut, die über meiner Schulter hing.

Es war heiß auf den Mauern. Die Steine waren heiß unter meinen bloßen Füßen. Ich trug eine schlichte braune Arbeitstunika.

Mit den Blicken suchte ich die Pfosten ab, die sich auf den Mauern erhoben. Zwischen ihnen waren feine Drähte gespannt, die sich in der lauen Brise des heißen Nachmittags sanft bewegten. Es handelte sich um Tarndrähte, die verhindern sollten, daß Tarns in den Hof einer Festung einflogen. Tarndrähte und Tarnnetze gehören zu den goreanischen Verteidigungsanlagen.

»Herr«, sagte ich.

»Ja?«

»Was ist das für eine Staubwolke?« fragte ich und deutete auf die Straße.

»Sie haben ihn«, sagte der Soldat neben mir.

Zwei behäbige Tharlarion näherten sich der Burg. Auf ihren Rücken saßen zwei Krieger mit Lanzen. Weitere Krieger, acht Mann aus der Burg, folgten dem Zug. Zwischen den Tharlarion taumelte ein Mann an einer Kette, die zwischen den Steigbügeln der beiden mächtigen Reittiere gespannt worden war. Sein Haar schimmerte dunkel. Man hatte ihm die Handgelenke auf dem Rücken zusammengebunden.

»Wer ist das, Herr?« fragte ich.

»Das wissen wir nicht«, antwortete der Soldat. »Wir haben aber erfahren, daß er sich über die Burg erkundigt hat – über unsere Verteidigungsanlagen und so weiter.«

»Was soll mit ihm geschehen?« wollte ich wissen.

»Zweifellos wird er bald das Brandzeichen tragen und in die Sklaverei verkauft. Ich beneide ihn nicht.«

Ich beobachtete den Mann, der einen stolzen Gang hatte. Mir war bekannt, daß es auf Gor auch männliche Sklaven gab, doch ich hatte noch keinen gesehen.

»Bring den Männern Wasser, Sklavin«, sagte der Soldat in diesem Augenblick.

»Ja, Herr.« Ich nahm von dem Soldaten den Becher zurück und eilte auf der Mauerkrone entlang, um auch die anderen zu bedienen.

Als ich später die Treppe hinunterstieg und den Hof zwischen den Mauern erreichte, öffnete sich gerade das mächtige Tor, und die Gruppe mit dem Gefangenen ritt in die Burg. Die Torflügel schlossen sich wie der. Borchoff, Hauptmann der Festung, sah sich den Gefangenen an. Neugierig hielt ich mich im Hintergrund und verfolgte die Szene; der leere Wasserbeutel hing schlaff auf meiner Schulter.

Der Mann war sonnengebräunt.

Er hatte kräftige Muskeln. Stolz stand er zwischen den beiden großen Reittieren und schien keine Mühe zu haben mit der Last der Ketten.

Es machte mir Freude, zur Abwechslung einmal einen Mann als Gefangenen zu sehen. Um die Handgelenke trug er schwere Armreifen. Ich trat näher heran. Die Wächter scheuchten mich nicht fort.

»Wie heißt du?« wandte sich Borchoff an den Mann.

»Daran erinnere ich mich nicht«, lautete die Antwort.

Daraufhin wurde er von einem der Wächter geschla gen.

»Mit welcher Absicht«, fragte Borchoff weiter, »hast du dich nach unseren Verteidigungsvorkehrungen erkundigt?«

»Das ist mir entfallen.«

Wieder ein Schlag. Die Hiebe waren grausam; trotzdem zuckte er kaum zusammen.

Borchoff wandte dem Mann den Rücken zu, um sich von einem der Tharlarionreiter berichten zu lassen, wie der Mann gefangen worden war.

Ich näherte mich dem Mann noch mehr. Niemand störte sich daran.

Als er mich ansah, errötete ich. Meine kurze Sklaventunika verdeckte mich kaum, und ich trug einen Kragen. Goreanische Männer haben eine Art, Frauen anzusehen, die wahrhaft erniedrigend ist. Ich kam mir splitternackt vor. Unwillkürlich wich ich einen Schritt zurück.

Borchoff wandte sich um. »Dina, du darfst ihn ein wenig necken«, sagte er.

»Ich warne dich«, sagte der Gefangene. »Beleidige mich nicht dadurch, daß du mich von einer Sklavin verhöhnen läßt.«

»Tu’s!« befahl Borchoff und wandte sich ab.

In stummem Zorn richtete sich der Gefangene auf. Plötzlich kam ich mir sehr mächtig vor. Er war hilflos. Auf einmal war ich wütend auf alle Männer wegen der Dinge, die sie mir angetan hatten. Dieser Mann nun war Goreaner, und noch eben hatte er mich gemustert, als wäre er mein Herr und ich seine Sklavin.

»Ja, Herr«, sagte ich zu Borchoff, dem Hauptmann der Festung.

Dann näherte ich mich dem Gefangenen, der den Blick abwandte. »Hat der Herr Angst vor einer Skla vin?« fragte ich und fuhr ihm sanft mit den Fingerspitzen über die Schulter. »Du bist doch so groß und stark«, fuhr ich fort. »Und siehst gut aus. Warum nimmst du mich nicht in die Arme und küßt mich, wie eine Sklavin geküßt werden muß? Findest du mich nicht attraktiv?«

Er schwieg.

»Oh«, machte ich, »du trägst ja Ketten!« Ich küßte seinen Arm. Der Fremde war gut zehn Zoll größer als ich und sicher doppelt so schwer.

»Dina möchte dich erfreuen, Herr«, flüsterte ich. Mit den Zähnen zerrte ich an seiner Tunika und legte seine Brust frei. Dann strich ich ihm mit den Fingern darüber. »Du solltest dich von Dina verwöhnen lassen«, sagte ich. »Vielleicht trägst du bald ein Brandzeichen, dann bist du nichts weiter als ein Sklave.«

»Ich werde nie Sklave sein«, sagte er, und ich sah ihn verwirrt an. Doch er würdigte mich keines Blickes.

Ich nahm das Mittelteil seiner Tunika zwischen die Zähne.

»Nein, Sklavin«, sagte er streng.

Erschrocken zuckte ich zurück.

»Geh, Dina«, sagte Borchoff und drehte sich wieder um.

Ich kehrte in das Quartier der Sklavinnen zurück, um mich dort auf die Pflichten des Abends vorzubereiten. »Holt den Gefangenen!« rief Borchoff nun und stand hinter seinem Tisch auf.

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