In Sklavenketten auf Gor
- Автор: Норман Джон
- Год: 1978
- Язык: немецкий
- Переводчик: Thomas Schluck
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «In Sklavenketten auf Gor». Краткое содержание книги:
Aber dann findet Judy heraus, daß ihre Enführung kein Zufall war und sie in Wahrheit als hilflose Schachfigur in einem viel größeren Intrigenspiel dient. Will sie überleben, muß sie auf die Hilfe jenes Mannes vertrauen, den sie von ganzem Herzen haßt: Clitus Vitellius.
»Sei gegrüßt, Teela«, sagte ein Mädchen, das mir aus der Taverne ins Freie gefolgt war.
Wie ich trug sie Glöckchen am linken Bein, ein kurzes Seidengewand und den Halskragen. Sie hieß Bina. Wir standen barfuß auf der Brücke.
Bran Loort, der einst in Tabukfurt gelebt hatte, schleppte einen niedrigen Tisch in die Taverne. Für Unterkunft und Essen und einen Tarsk die Woche verrichtete er allerlei Arbeiten im Lokal. Wir hatten uns hingekniet, weil er ein freier Mann war. Dabei fragte ich mich insgeheim, ob er wirklich frei war. Er wirkte bedrückt. Er schlief nachts in der Taverne, weil er hier beschäftigt war. Doch hatte er sich nie mit einem der Mädchen abgegeben. Ich fürchtete, daß er dazu gar nicht in der Lage war. Ich mußte an die Niederlage denken, die Thurnus ihm beigebracht hatte, und an die Herausforderung eines nackten, gefesselten Mädchens, die er nicht hatte annehmen können. »Ich kann nicht«, hatte Bran Loort geflüstert und sich wie ein geprügelter Hund davongeschlichen. Hier in Ar hatte ich ihn wiedergetroffen.
»Du bist das einzige Mädchen, das ich hier kenne«, sagte Bina. »Wir beide waren Sklavinnen von Clitus Vitellius. Wir haben schon einmal eine Kette miteinander geteilt. Ich möchte deine Freundin sein.«
Ich betrachtete Bina, auch Sklavenperle genannt. »Auch du bist die einzige Freundin, die ich hier habe«, sagte ich.
Das Mädchen umarmte mich.
»Rein mit euch!« sagte Busebius hinter uns. »Glaubt ihr, ich habe euch gekauft, damit ihr wie freie Frauen in der Gegend herumsteht und die frische Luft genießt?«
»Nein, Herr!« riefen wir und eilten ins Lokal. Ich war länger in der Taverne als Bina, fast zwanzig Tage lang, während sie erst vor sechs Tagen zu uns gekommen war. Es gab insgesamt zweiundzwanzig Skla vinnen und Tänzerinnen im Glockenring.
Die neunzehnte Stunde war bereits vorbei. Die Taverne war gut besucht. Die Musik hallte laut durch den großen Raum. Unsere beste Tänzerin, ein schlankes blondes Erdenmädchen, das Helen genannt wurde, zog die Gäste des Busebius in ihren Bann.
»Paga!« rief ein Mann, und ich eilte zu ihm.
»Paga!« forderte ein anderer. Ich sprang auf und huschte zu ihm und bediente ebenfalls. Noch nie, so wollte mir scheinen, hatten sich so viele Gäste in der Taverne gedrängt.
Ich rannte zum Tresen, wo Busebius mein Metallgefäß in einem großen Bottich mit Paga füllte.
»Paga! Paga!« hörte ich. Mir blieb nicht einmal die Zeit, den Riemen des Gefäßes wieder richtig auf meine Schulter zu schieben.
In diesem Augenblick wurde die Tür der Taverne aufgestoßen. Die Musik stockte. Helen erstarrte. Alle Augen richteten sich auf die Tür. Mein Herz schien einen Schlag auszusetzen.
Mehrere eindrucksvoll wirkende Männer standen im Eingang, Krieger, die nicht aus Ar stammen konnten. Ihr Anführer, der barhäuptig gekommen war, aber Umhang und Medaillon trug, bedeutete den Musikern weiterzuspielen. Sofort klang die Melodie wieder auf, und Helen setzte ihren Tanz fort.
Der Anführer der neuen Gäste zog langsam die Handschuhe aus und steckte sie sich in den Gürtel. Seine Augen musterten Helen, dann mich. Er war unglaublich groß und gutaussehend. Ich hoffte, daß ich mich ihm von meiner besten Seite zeigte.
Er wandte sich zu Busebius um, der zu ihm eilte.
»Wer ist denn das?« hörte ich einen Mann fragen.
Bina stand in meiner Nähe. Sie zitterte am ganzen Körper. Sie hatte das Medaillon des Fremden gelesen.
Busebius führte die Besucher in eine Ecke der Taverne, auf eine erhobene Plattform, von der sich der ganze Raum überschauen ließ.
»Kennst du sie nicht?« antwortete jemand auf die Frage.
»Nein«, sagte der erste Mann.
»Das ist die Delegation der Salerischen Konföderation.«
»Der Anführer?«
»Thandar aus Tu«
Plötzlich verstand ich Binas Erregung. Thandar aus Ti, ein Angehöriger der Kriegerkaste, ein Mann aus den vier Städten der Salerischen Konföderation, war fünfter Sohn des Ebullius Gaius Cassius, ebenfalls Krieger, Administrator von Ti, ein hoher Offizier der Konföderation. Vor längerer Zeit war Lady Sabina, Tochter des Kaufmanns Kleomenes aus der Festung von Saphronicus, ihm in die Freie Gefährtenschaft versprochen worden. Räuber hatten die Hochzeitskarawane überfallen, hatten die Mitgift geraubt und Lady Sabina und andere entführt. Lady Sabina war zur Sklavin gemacht worden, woraufhin die Allianz zwischen der Festung von Saphronicus und der Salerischen Konföderation nicht zustandegekommen war. Im Augenblick herrschte sogar Zwietracht zwischen den beiden Staaten.
»Wie schön er ist«, hauchte Bina. Meines Wissens hatten sich Thandar aus Ti und Lady Sabina nie von Angesicht gesehen. Ihre Gefährtenschaft war als Staatsangelegenheit arrangiert worden.
Bina, Sklavenperle genannt, starrte auf den Mann.
»Er sieht wirklich gut aus«, sagte ich.
»Ich habe durchstochene Ohren!« klagte Bina. Nie konnte sie hoffen, die Gefährtin eines solchen Mannes zu werden.
Thandar aus Ti und seine fünf Begleiter gaben bei Busebius ihre Bestellungen auf. Vermutlich wollten sie essen und Wein trinken.
Thandar von Ti blickte in unsere Richtung, und wir knieten nieder. Es war eine große Ehre für uns, daß ein Mann seines Standes uns auch mit einem Blick bedachte.
Thandar von Ti wandte sich wieder ab.
Ich belächelte die Ironie der Situation. Er hatte zwei ganz gewöhnliche Sklavinnen gesehen – doch eine der beiden war einst Lady Sabina gewesen, seine Verlobte.
In Binas Augen standen Tränen.
Busebius eilte herbei. Er winkte uns und vier weitere Mädchen zu sich. »Beeilt euch, Sklavinnen«, sagte er. »Ihr sechs bedient die Herren. Begebt euch in das Vorbereitungszimmer und zieht eure besten Sachen an.«
Busebius machte kehrt, um seine Anordnungen in der Küche zu geben. Der erste Wein mußte schnellstens serviert werden, zusammen mit den dazu passenden Brot- und Käsesorten.
Wir hasteten in das kleine Umkleidezimmer und machten uns ans Werk. Gleich darauf steckte Busebius den Kopf durch den Türspalt. »Ohrringe!« sagte er. »Geschmeide!« Er warf uns blitzenden Schmuck zu und verschwand wieder.
Ich befestigte goldene Ringe an meinen Ohren und hängte mir Ketten um den Hals. Neben mir bereitete sich Bina vor.
Als sich die anderen Mädchen umgezogen und frisches Make-up aufgelegt hatten, hielt mich Bina zurück.
»Ich weiß, was du vorhast«, sagte sie. »Aber das darf nicht sein.«
»Was soll das?« Woher konnte sie wissen, was ich plante?
Bina baute sich zwischen mir und der Tür auf. Die anderen Mädchen waren bereits verschwunden.
»Aus dem Weg!« sagte ich. »Willst du, daß wir ausgepeitscht werden? Oder fürchtest du, daß mich Thandar von Ti netter findet als dich?«
»Nein«, sagte sie. »Teela, das ist es nicht. Ich bin keine freie Frau und fürchte deine Konkurrenz nicht. Aber ich kenne dich. Du bist keine Goreanerin. Ich ahne, wie du denkst.«
Ich starrte sie verblüfft an.
»Du willst ihm sagen, wer ich war. Du hoffst, daß er mich dann befreit – und dich gleich mit, weil du ihm die Wahrheit gesagt hast.«
Ich schwieg.
Sie drehte den Kopf hin und her. »Ich habe durchstochene Ohrläppchen! Du entehrst ihn nur, wenn du ihm meinen jetzigen Zustand zeigst.«
»Möchtest du denn deinen Kragen nicht loswerden?«
»Ich möchte Thandar aus Ti keine Schande machen«, antwortete sie leise. »Ich möchte ihm nur dienen, ohne daß er weiß, wer ich bin – liebevoll, als das, was ich bin, als hübsche Pagasklavin.«
»Du bist ja verrückt! Wir lassen Thandar aus Ti darüber entscheiden.
»Nein, Teela«, sagte sie fest. »Ich habe bereits entschieden.«
»Aus dem Weg«, sagte ich. »Ich will doch nur unser Bestes!«
»Das mag wohl sein«, meinte sie. »Aber du verstehst uns nicht. Du weißt nicht, wie Goreaner denken.«
»Ich möchte frei sein!« rief ich.