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Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern

Электронная книга - «Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern». Краткое содержание книги:

Noch immer wütet auf Krynn der mörderische Krieg zwischen den Heerscharen des Guten und des Bösen. Die Übermacht der tyrannischen Drachenkönigin Takhisis zwingt die Ritter von Solamnia, sich auf Burg Vingaard zurückzuziehen. Huma, einer der Ritter, erkennt in letzter Minute, daß sich sein bester Freund von Paladin, dem Gott des Lichts, abgewandt hat und auf Vingaard in dunkle Machenschaften verstrickt ist. Aber der Kampf gegen den Verräter ist nur ein weiterer Teil von Humas gefährlicher Prüfung...
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Wohin auch immer der Ritter und der Zauberer reisten, der Schreckenswolf würde ihnen folgen.

15

Die Berge türmten sich gewaltig vor ihnen auf, ohne die beklommenen, kleinen Geschöpfe an ihrem äußersten Rand zu beachten. Aus der Entfernung waren die Berge berauschend gewesen; aus der Nähe waren sie überwältigend. Nicht einmal Magus sagte etwas. Sie starrten nur noch nach oben.

Diese Berge hier waren alt, viel älter als viele ihrer Gegenstücke im Norden oder gar im Osten. Mehr als ein Gipfel verschwand in der Wolkendecke und demonstrierte so seine unglaubliche Höhe. Die Zeit hatte allen Bergen so zugesetzt, daß manche von ihnen den Schalen riesiger Meeresbewohner ähnelten. Der ständig gegenwärtige Wind, der zehnmal so stark blies wie in den Ebenen, erfüllte die Luft mit fast menschlichen Schreien, wenn er durch das Gebirge blies.

»Sargas«, flüsterte Kaz. Niemand tadelte ihn wegen des leisen Ausspruchs.

Natürlich war es Magus, der ihre Ergriffenheit brach. Unruhig rutschte er auf seinem Pferd herum, während sein Blick die meiste Zeit auf die Gipfel im Herzen des Gebirges geheftet war. »Wir erreichen nichts, wenn wir hier mit offenem Mund hockenbleiben. Bist du bereit, weiterzureiten, Huma?«

Huma blinzelte. »Ja. Ich denke, wir sollten es wagen. Kaz?«

Der Minotaurus schaute lange zu den Gipfeln empor, um schließlich zu lächeln. »Ich bin mit solchem Gelände recht gut vertraut, mein Freund. Ich habe keine Bedenken.«

»Wir warten hier drei Tage auf euch, nur zur Vorsicht«, teilte ihnen Buoron mit.

Magus rümpfte die Nase und sah verächtlich zur Seite. »Das ist nicht nötig.«

»Wir tun es trotzdem. Was du davon hältst, ist ohne Belang.«

»Dann laßt uns aufbrechen«, schaltete sich Huma ein. Er hatte den dringenden Wunsch, alles hinter sich zu bringen – wenn das möglich war.

»Einverstanden.« Magus trieb sein Pferd vorwärts.

»Huma«, sagte Buoron düster, wobei er die Hand ausstreckte. Sein Gesicht glich sehr den Bergen vor ihnen – schroff, aber auf seine Art bemerkenswert. »Möge Paladin über dich wachen.«

»Und auch über dich.«

Die anderen Ritter nickten Huma zum Abschied zu. Der junge Ritter sah nicht zurück, als er losritt, weil er fürchtete, daß der Wunsch, von einer vielleicht absurden Mission abzulassen, übermächtig werden könnte. Magus und Kaz gegenüber ließ er sich seine Furcht jedoch nicht anmerken. Ein Ritter wie Bennett wäre mit der Bereitschaft in die Berge geritten, im Notfall der Drachenkönigin höchstpersönlich zu trotzen. Huma wußte, daß er dazu nie fähig wäre, doch er würde sich bemühen, mit Anstand weiterzureiten.

Viel zu bald erreichten sie das Hochgebirge. Sie waren von Gipfeln, von phantastischen Wänden und Hindernissen umringt, die nur darauf zu warten schienen, sie einzuschließen und jede Spur der winzigen Geschöpfe zu tilgen, die es gewagt hatten, sie zu bekrabbeln.

»Berge wie diese machen mir immer klar, wie sich ein Insekt vorkommen muß«, bemerkte Kaz.

Vor ihnen lachte Magus abfällig. »Das sind doch bloß große Felsbrocken. Am Anfang natürlich eindrucksvoll, aber sie haben nicht mehr Ehrfurcht verdient als ein kleiner Bachkiesel.«

»Dann hast du die Berge noch nicht wirklich kennengelernt. Gib acht, damit sie dich nicht unter ihrer Unbedeutsamkeit begraben.«

Ein Schrei erhob sich irgendwo vor ihnen aus der Bergkette. Es war ein rauher, räuberischer Schrei, und alle drei Reiter sahen sich hastig um.

Als sich nach einigen Sekunden noch nichts gezeigt hatte, wandte sich Kaz an Magus. »Was war das? Kennst du diesen Laut?«

Der Magier hatte seine Fassung wie auch seine Arroganz wiedergewonnen. »Ein Vogel vielleicht. Vielleicht sogar ein Drache. Es würde mich nicht überraschen, wenn es hier welche gäbe.«

»Hier?« Huma kamen plötzlich Visionen von großen, roten Drachen, die auf die hilflose Gruppe herunterstießen. Magus konnte sie vielleicht eine Zeitlang aufhalten, aber weder Kaz noch Huma würden wirklich eine Chance haben. Mit einem Breitschwert konnte man gegen die gepanzerte Haut eines Drachen wenig ausrichten.

Der Pfad schlängelte sich über Hänge und Gärten und um schroffe Ecken. Buoron hatte ihnen erzählt, daß Zwerge, die diese Gegend vor langem verlassen hatten, den Weg geschaffen hatten. Es war der einzige, der Reisenden eine gewisse Hoffnung bot, auf der anderen Seite anzukommen. Die Ritter näherten sich dem Gebirge so wenig wie möglich, nicht aus Angst, sondern weil sie wußten, daß sich selbst die paar Räuber, die in der Gegend ihr Unwesen trieben, von der Bergkette fernhielten.

Der kalte Wind erzeugte unheimliche Töne – wie die Rufe unvorstellbarer, fremder Tiere – und zerrte wild an Humas Mantel.

Magus ritt voran, weil nur er eine genaue Vorstellung davon hatte, wo sie hin wollten. Huma suchte nach einem Gipfel, der dem auf dem Wandteppich glich, während Kaz damit zufrieden war, einfach zu reiten und die anderen arbeiten zu lassen. Ihm war es ziemlich egal, wonach der Zauberkundige suchte. Seine eigene Gesundheit und die von Huma war alles, was für ihn zählte. Die Rote Robe konnte ruhig umkommen, wenn es nach Kaz ging.

Sie ritten um eine weitere Ecke und befanden sich plötzlich in einer Sackgasse. Magus fluchte. Kaz lachte trotz des finsteren Ausdrucks in den Augen des Zauberers.

Der Pfad lag unter Tonnen von Geröll begraben. Huma blickte hoch und sah eine neue Felsspalte an der Seite des einen Berges. Er versuchte, sich die Kraft vorzustellen, die einen solchen Erdrutsch verursachen konnte.

»Ich lasse mich nicht an der Nase herumführen!« schrie Magus, im Sattel stehend, die Berge an. Er fuhr zu den anderen beiden herum und sagte: »Ein Stückchen hinter uns gab es zwei Abzweigungen. Seht mal nach, ob eine davon dann diese Richtung einschlägt. Ich werde inzwischen überprüfen, ob wir hier irgendwie weiterkommen.«

Der Minotaurus hatte keine Lust, Anweisungen von Magus entgegenzunehmen, doch Huma beschwichtigte ihn. Es würde Kaz nichts helfen, wenn er sich jetzt mit dem Zauberer anlegte.

Während der Zauberkundige die Geröllawine untersuchte, ritten Huma und Kaz zurück. Die Pfade, von denen Magus gesprochen hatte, wirkten kaum benutzt, und einer war sogar von dem mickrigen Gestrüpp verdeckt, das überall in der Bergkette wuchs. Huma wählte den überwucherten Pfad.

Kaz brach auf, um den anderen Weg zu erforschen. Huma sah ihn verschwinden. Dann sprang er vom Pferd. Der Pfad war zu unsicher, und er wollte sich und das Pferd nicht in Gefahr bringen. Besser war es, das Tier zurückzulassen. Wenn sich der Weg weiter oben als gangbarer erwies, konnte er immer noch das Pferd holen und weiterreiten.

Er mußte sein Breitschwert benutzen, um den Pfad vom Dickicht zu befreien. Obwohl die einzelnen Pflanzen schwach waren, wuchsen sie so dicht, daß es ihm vorkam, als würde er sich durch dicke Heuballen arbeiten. Minutenlang mußte Huma ununterbrochen hacken, bevor er vorwärts kam.

Ein erster Blick verriet ihm, daß der steinige Pfad einen Weg nach oben nahm, der Reiten unmöglich und Gehen zu einer langsamen, erschöpfenden Tortur machte.

Unvermittelt stand er dann auf einem kleinen Abhang, der teilweise von der Vegetation verborgen wurde. Huma lächelte erleichtert. Dieser Pfad schien einen Bogen zu schlagen, um sich jenseits der Lawine mit dem ursprünglichen Weg zu treffen. Nach eingehender Untersuchung entschied Huma schließlich, daß der Pfad nicht nur passierbar war, sondern daß er sie auch direkter zu den Gipfeln führen würde, die Magus suchte. Es war auch, wie er erfreut feststellte, ein sehr viel windgeschützterer Weg. Der Ritter drehte um und schlug eine schnellere Gangart ein. Kaz hatte seine eigene Suche inzwischen sicher schon beendet. Er zweifelte auch daran, daß Magus mittlerweile einen Weg um die Geröllawine gefunden hatte. Humas Pfad war bestimmt die beste – und vielleicht einzige – Möglichkeit.

Er kam zu der Stelle, wo sich die zwei Hänge berührten, und stolperte über den steinigen Teil des Weges zurück. Huma trat um eine Ecke – und stand wie angewurzelt vor einer breiten Felswand. »Was –?« stammelte er mit verwundert hochgezogenen Augenbrauen. Er betrachtete die Formation und legte eine Hand auf die Oberfläche. Sie war nur zu echt. Er mußte irgendwo falsch abgebogen sein.

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