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Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern

Электронная книга - «Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern». Краткое содержание книги:

Noch immer wütet auf Krynn der mörderische Krieg zwischen den Heerscharen des Guten und des Bösen. Die Übermacht der tyrannischen Drachenkönigin Takhisis zwingt die Ritter von Solamnia, sich auf Burg Vingaard zurückzuziehen. Huma, einer der Ritter, erkennt in letzter Minute, daß sich sein bester Freund von Paladin, dem Gott des Lichts, abgewandt hat und auf Vingaard in dunkle Machenschaften verstrickt ist. Aber der Kampf gegen den Verräter ist nur ein weiterer Teil von Humas gefährlicher Prüfung...
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Die Erbauer des Forts hatten so gut wie möglich vorgesorgt. Huma stellte fest, daß es nah genug am Wald lag, der den Rittern Wild und Brennholz lieferte, aber weit genug im Freien, um jeden Feind zu zwingen, bei einem eventuellen Überfall weit über das offene Feld heranrücken zu müssen. Ein kleiner Fluß und ein tiefer Brunnen dienten der Wasserversorgung. Später sollte Huma herausfinden, daß die Ritter auf einem befestigten Stück Land hinter dem Fort sogar ihr eigenes Getreide anbauten. Wieder mußte Huma über die Unterschiede zwischen den Rittern hier und in Solamnia staunen.

Taggin wies Buoron an, die beiden unverzüglich zu ihm zu bringen, sobald sie satt und sauber waren. Magus erklärte rigoros, daß er mit niemandem sprechen würde, ohne vorher in Ruhe ausgeschlafen zu haben. Der Kommandant runzelte angesichts der Arroganz des Magiers die Stirn, sah jedoch die Notwendigkeit ein.

Huma erwachte durch die Vorbereitungen der Männer zu einem Ausritt. Er blickte kurz zu Magus, der sich unruhig hin und her warf, und blinzelte dann aus dem Fenster. Die Sonne ging gerade unter. Eine Anzahl voll bewaffneter Ritter ritt aus dem Tor, zumeist zusätzlich zu ihren normalen Waffen mit beschwerten Netzen ausgerüstet. Für eine Patrouille waren es sehr viele Reiter.

Er sah Buoron an der Tür vorbeikommen und gab ihm ein Zeichen. Der Ritter winkte ihm zu und kehrte um. Huma begann, sich anzukleiden. Dann trat Buoron ein.

»Geht es dir jetzt besser?« Der andere Ritter sprach leise.

»Viel besser. So lange habe ich seit Wochen nicht geschlafen.« Huma schwieg, bis er sich ganz angezogen hatte. Dann gingen er und Buoron nach draußen. Inzwischen waren die letzten Reiter losgezogen, und die Tore wurden geschlossen.

Huma zeigte auf die Tore. »Wozu die starke Patrouille? Regen sich die Oger?«

Buoron schüttelte den Kopf. »Ich zweifle allmählich daran, daß sie das je tun werden. Nein, es ist eher ein hiesiges Problem. Wir treiben ein bißchen Handel mit den Qualinesti-Elfen, auch wenn sie wie die meisten ihrer Art lieber für sich bleiben.

Einer von denen, die uns regelmäßig aufsuchen, erzählte uns von einem Ungeheuer, das sich hier in der Gegend herumtreibt.« Der bärtige Ritter lächelte. »Wir wollten sie fragen, was sie so weit von ihrem eigenen Land entfernt hier machten, aber das hätte unhöflich gewirkt und unsere Beziehungen unnötig strapaziert. Statt dessen haben wir uns bedankt und selber Nachforschungen angestellt.«

»Habt ihr das Tier gesichtet?«

»Wir nennen es einfach das Ungeheuer. Es ist gewandt, vielleicht sogar ein Ogerkundschafter. Dreimal ist es uns entwischt. Sie glauben aber, daß sie es heute nacht bis in seinen Schlupfwinkel verfolgen können. Mit etwas Glück fängt es die Patrouille lebend.«

»Wozu?«

»Wenn es ein Spion ist, hat es vielleicht Informationen. Wenn es ein Tier ist, will Taggin es trotzdem sehen. Die Qualinesti sind seinetwegen besorgt; der Kommandant will den Grund dafür erfahren.«

Fürst Taggin beendete gerade seine täglichen Geschäfte, als Buoron Huma zu ihm brachte. Der betagte Ritter begrüßte den Besucher herzlich – Protokoll war hier draußen unwichtig –, doch er wirkte nervös.

»Du weißt nicht, wie es gegenwärtig steht?«

Huma schüttelte den Kopf. »Nein. Es hieß, wir sollten uns neu formieren. Mehr weiß ich nicht.«

»Aha.« Taggin starrte ihn durchdringend an. Nach einer Weile sagte der alte Mann: »Wir können nichts tun. Es wird das beste sein, den Männern die Neuigkeiten gleich morgen früh zu verkünden, Buoron.«

Buoron, der die ganze Zeit schweigend dagestanden hatte, zögerte nicht. »Das werde ich tun, Fürst Taggin.«

»Gut.« Der Kommandant räumte seinen Arbeitstisch frei. »Du kannst gehen, Buoron.«

Huma drehte sich ebenfalls um, doch Taggin hielt ihn zurück. »Du nicht, Ritter Huma. Ich muß dich noch einiges fragen. Nimm bitte Platz.«

Es fiel kein Wort mehr, bis Buoron gegangen war. Huma fühlte sich in Taggins Gegenwart unbehaglich, besaß jedoch genügend Disziplin, um sich nichts anmerken zu lassen. Taggin klopfte rhythmisch mit den Fingern auf den Tisch. Nachdem er seine Gedanken geordnet hatte, stellte er seine Frage.

»Was ist der Zweck deiner Reise?«

»Herr?«

Die Nervosität des alten Ritters war verschwunden. »Weich nicht aus, Huma. Wir sind nicht in Vingaard. Ich nagle dich nicht auf das fest, was du sagst. Es bleibt unter uns. Ich bilde mir gern etwas auf meine Menschenkenntnis ein, und ich traue dir trotz der Gesellschaft, in der du reist.«

»Danke, Herr.«

Taggin lächelte verlegen bei der Höflichkeitsfloskel. »Ich bin mir meines Rangs und vor allem meines Alters sehr wohl bewußt. Nenn mich bitte Taggin. Also, weshalb bist du hier? Es gibt hundert verschiedene Routen, die dich schon längst nach Vingaard zurückgebracht hätten. Warum nach Süden? Ist es der Magier? Trotz seines abstoßenden Auftretens glaube ich, daß ihr euch nahe steht.«

»Wir sind zusammen groß geworden.« Huma zögerte, seine Freundschaft mit Magus mehr als notwendig auszubreiten.

»So? Ungewöhnliche Kombination. Aber ein Mann ist schließlich mehr als Symbole oder Roben, seien sie weiß, rot oder gar schwarz.«

»Er ist kein schlechter Mensch, Fürst… – Taggin.«

Der Kommandant des Außenpostens lächelte leise. »Das habe ich auch nicht behauptet.«

Angesichts seines Verständnisses bröckelte Humas Zurückhaltung. »Er hat Angst um sein Leben, aber er hofft auch, diesen Krieg beenden zu können.«

»Was von beidem steht an erster Stelle?«

»Ich – « Huma versteifte sich. »Ich muß wohl zugeben, daß ihm sein Leben wichtiger ist.«

»Verständlich. Vorausgesetzt natürlich, daß es nicht zum Nachteil der Welt ist.«

Darauf hatte Huma keine Antwort.

Fürst Taggin stand auf und schritt durch das Zimmer. »Warum hast du beschlossen, dich ihm auf dieser – sagen wir vorläufig mal ›Mission‹ – anzuschließen? Aus reiner Freundschaft?«

»Ja. Nein. Beides.«

Der alte Ritter zog überrascht eine Augenbraue hoch. »Beides?«

Um seine Antwort zu erklären, mußte Huma Taggin erst von der Prüfung und ihren Auswirkungen auf Magus erzählen. Der Ritter der Rose hörte geduldig zu, als Huma ihm erzählte, daß Magus seinen eigenen Tod vorausgesehen hatte. Taggins Gesichtsausdruck veränderte sich kaum.

»Du bist sehr aufrichtig gewesen«, sagte der Kommandant, als Huma fertig war. »Ich möchte das erst verdauen und dann morgen früh wieder mit dir reden.«

Jetzt, wo es vorbei war, begann Huma zu schwitzen. »Ja, Herr. Danke.«

Taggin setzte sich auf seinen Stuhl. »Ich habe ein langes Leben hinter mir, Huma. Ich habe mehr gesehen, als du denkst. Ich möchte, daß du dir das heute nacht überlegst. Du kannst gehen.«

Huma salutierte und ging.

Draußen atmete er tief durch. Er stellte fest, daß Buoron auf ihn gewartet hatte.

»Du hast lange nichts gegessen«, sagte der bärtige Ritter schließlich. »Hast du Hunger?«

Huma lächelte dankbar. »Ich könnte schon etwas zu essen gebrauchen. Magus wahrscheinlich auch.«

»Der kann sich um sich selbst kümmern. Er ist schließlich ein Zauberer.«

Die Bemerkung saß tief. Huma sah sich zu den Ritterquartieren um. Schließlich entgegnete er: »Wahrscheinlich schläft er sowieso noch. Wenn er Hunger hat, wird er sicherlich aufwachen.«

»Gut.« Buoron führte ihn weg, und Huma sträubte sich nicht.

Die Nacht kam und ging wieder. Magus schlief weiter. Huma kam zu dem Schluß, daß der Zauberer gezielt seine Kräfte erneuerte. So wie er aussah, hätte Magus tot sein können, leichenblaß und fast ebenso starr. Huma hatte jedoch seinen Puls überprüft und nichts Ungewöhnliches feststellen können.

Als die erste Morgenstunde verstrichen war, verkündete der Posten laut die Rückkehr der Patrouille. Eilig liefen Männer zusammen, um die Tore zu öffnen, wobei sie wild über den Ausgang der Jagd spekulierten. Huma traf Buoron und schloß sich den anderen an. Taggin trat aus seinem Quartier und sah zu.

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