Die Familie ohne Namen
- Автор: Верн Жюль Габриэль
- Язык: немецкий
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die Familie ohne Namen». Краткое содержание книги:
»Ich habe die beste Hoffnung, Johann, daß die nationale Sache bald siegen werde!. Diesen Sieg wird sie vor Allem Ihrer Opferfreudigkeit, Ihrem Muthe und dem Feuereifer verdanken, den Sie den Anhängern derselben eingehaucht haben. Dann haben Sie das Recht auf deren Erkenntlichkeit.
- Auf ihre Erkenntlichkeit, Clary de Vaudreuil? antwortete Johann, der mit rascher Bewegung von ihrer Seite weg trat. Nein. Nimmermehr!
- Niemals?. Wenn die französischen Canadier, welche Sie, nur Sie, wieder befreit haben, von Ihnen erwarten, daß Sie an ihrer Spitze bleiben.
- So würde ich das abschlagen.
- Das werden Sie nicht können!.
- Ich würde es abschlagen, sage ich Ihnen!« wiederholte Johann in so bestimmtem Tone, daß Clary nichts mehr darauf zu erwidern wagte. Dann fuhr er mit weicherer Stimme fort:
»Clary de Vaudreuil, wir können die Zukunft nicht voraussehen; ich hoffe jedoch, daß die Ereignisse sich zum Vortheile unserer Sache wenden werden.
Für mich aber wäre es das Beste, ich fiele bei der Vertheidigung derselben auf dem Schlachtfelde.
- Fallen. Sie!. rief das junge Mädchen, dem die schönen Augen feucht wurden. Fallen auf dem Schlachtfelde, Johann!. Und Ihre Freunde?.
- Freunde!. Ich. und Freunde!« stieß Johann hervor.
Seine Haltung und Erscheinung war dabei ganz die eines Unglücklichen, den ein ganzes Leben voll Schmach in den Bann der Menschheit gethan hat.
»Johann, nahm Fräulein de Vaudreuil wieder das Wort, Sie haben einst entsetzlich gelitten und leiden noch immer sehr schwer. Und was Ihre Lage noch schmerzlicher macht, ist, daß Sie sich Niemand anvertrauen können. nein, nicht anvertrauen wollen. Nicht einmal mir, die so gern an Ihren Schmerzen Antheil nähme!. Nun wohl, ich werde zu warten wissen und verlange von Ihnen nichts weiter als das Eine. an meine Freundschaft zu glauben.
- Ihre Freundschaft!«. murmelte Johann.
Er wich dabei einige Schritte zurück, als ob schon seine Freundschaft allein dieses reine junge Mädchen hätte beflecken müssen.
Und doch der einzige Trost, der ihm geholfen hatte, diese schreckliche Existenz zu ertragen, war es nicht der, den ihm die schöne Vertraulichkeit Clarys de Vaudreuil gewährte? Während jenes kurzen Aufenthaltes in der Villa Montcalm hatte er es ja gefühlt, wie die warme Theilnahme, die er ihr einflößte und für sie selbst empfand, sein ganzes Herz erfüllte. Doch nein! Es war unmöglich!. Der Unglückselige!. Wenn Clary jemals erfuhr, wessen Sohn er war, so mußte sie ihn entsetzt von sich stoßen. Ein Morgaz!. Wie er seiner Mutter schon gesagt, wollten sie ja, wenn Joann und er diesen letzten Versuch überlebt, auch verschwinden. Ja! Hatte sie nur erst ihre Pflicht erfüllt, so wollte die unglückliche Familie sich so weit zurückziehen, daß man nie wieder von ihr konnte sprechen hören.
Schweigend und in trauriger Stimmung kamen Clary und Johann nach der Farm zurück.
Gegen vier Uhr entstand vor dem großen Thore lautes Lärmen. Der Planwagen fuhr ein. Schon von fern von den Freudenrufen der Gäste begrüßt, brachte derselbe gleichzeitig mit Herrn de Vaudreuil auch den Meister Nick und seinen jungen Schreiber nach der Farm.
Ah, welcher Empfang ward da dem liebenswürdigen Notar von Montreal - ein Empfang, den er übrigens vollkommen verdiente - zu Theil! Wie schätzte man sich glücklich über seinen Besuch auf der Farm zu Chipogan!
»Herr Nick. guten Tag, Herr Nick! riefen die Aelteren, während die Jüngeren ihn umringten und die Kleinsten ihm an den Beinen hinaufkletterten.
- Ja, liebe Freunde, ich bin's! erwiderte er lächelnd. Ich bin es leibhaftig und kein Anderer! Aber ruhig, ruhig! Es ist doch nicht nöthig, meinen Rock zu zerreißen, um Ihnen das zu beweisen.
- 's ist gut nun, Kinder! rief Catherine.
- Wahrhaftig, fuhr der Notar fort, ich bin entzückt, Sie Alle und ebenso mich bei meinem werthen Kunden, Thomas Harcher, zu sehen.
- Lieber Herr Nick, antwortete der Farmer, wie liebenswürdig von Ihnen, sich so belästigt zu haben!
- O, ich wäre auch noch von weiter her gekommen, wenn's nöthig war, vom Ende der Welt, von der Sonne, den Sternen. ja, ja, Thomas, sogar von den Sternen.
- Eine zu große Ehre für uns, Herr Nick, ließ Catherine sich vernehmen, während sie ihren elf Töchtern ein Zeichen gab, dem Gaste ihre Reverenz zu machen.
- Und für mich das größte Vergnügen!. Ah, wie vortrefflich Sie sich conserviren, Frau Catherine!. Nein, das seh' nur Einer!. Wann werden Sie denn aufhören immer jünger zu werden, wie?.
- Niemals! Niemals! riefen gleichzeitig die vierzehn Stammhalter der Farmerin.
- Ich kann nicht umhin, ich muß Sie umarmen, Frau Catherine, fuhr Meister Nick fort. - Sie erlauben, wendete er sich erst dann an den Farmer, als er die Wangen seiner kräftigen Nachbarin schon herzhaft geküßt hatte.
- So viel es Ihnen Spaß macht, erwiderte Thomas Harcher, und auch noch etwas länger, wenn es Ihnen gefällt.
- Vorwärts, nun bist Du an der Reihe, Lionel, sagte der Notar zu seinem jungen Schreiber. Jetzt umarmst Du Frau Catherine.
- Herzlich gern! versicherte Lionel, der im Austausch auf seinen Kuß gleich deren zwei wiederbekam.
- Und jetzt, nahm Meister Nick wieder das Wort, hoff ich, daß die Hochzeit der reizenden Rose recht heiter werden wird, der lieblichen Rose, die ich, als sie noch klein war, so oft auf meinen Knien wiegte. - Ja, wo ist sie denn?
- Hier, Herr Nick, meldete sich Rose, blühend vor Gesundheit und froher Hoffnung.
- Ja, reizend, wahrhaftig, wiederholte der Notar, zu reizend, als daß ich sie nicht auf beide Wangen, die ihres Namens so würdig sind, küssen sollte.«
Das führte er denn auch in bester Form aus. Dieses Mal aber wurde Lionel zu dessen großem Leidwesen nicht eingeladen, ihm Folge zu leisten.
»Wo ist der Bräutigam? sagte da Meister Nick. Sollte er es zufällig vergessen haben, daß heute der Tag ist, wo wir den Heiratscontract unterzeichnen wollen?. Wo steckt er denn, der glückliche Bräutigam?
- Hier, hier bin ich, ertönte Bernard Miquelon's Stimme.
- Ah, der hübsche Bursche!. Der liebenswürdige junge Mann! rief Meister Nick. Ich muß ihm auch noch zu guter Letzt einen geben.
- Nach Belieben, Herr Nick, antwortete der junge Mann die Arme öffnend.
- Schön, schön, stichelte Meister Nick, den Kopf einziehend. Ich denke aber doch, Bernard Miquelon würde sich lieber einen Kuß von Rose gefallen lassen als von mir. Auf denn, Rose, umarme Du den zukünftigen Gatten an meiner Stelle -gleich!. nicht geziert!«
Etwas verlegen that Rose, unter dem Beifall der ganzen Familie, was er verlangte.
»Ei, da fällt mir ein, Herr Nick, Sie müssen doch wohl Durst haben, sagte Catherine, und Ihr Schreiber gewiß auch?.
- Großen Durst, meine liebe Catherine.
- Sehr viel Durst, setzte Lionel hinzu.
- Nun, Thomas, was guckst Du uns denn an? Geh' doch nach der Speisekammer. Einen guten Toddy für unseren Herrn Nick, Sapperment! Und einen nicht minder guten für seinen Schreiber. Muß ich denn Alles zehnmal sagen?«
Nein, es genügte schon ein einziges Mal, und der Farmer beeilte sich, begleitet von dreien seiner Töchter, nach der Speisekammer zu laufen.
Inzwischen hatte sich Meister Nick, als er Clarys de Vaudreuil ansichtig wurde, dieser genähert.
»Ah, mein liebes Fräulein, begrüßte er sie, bei meinem letzten Besuche in der Villa Montcalm hatten wir ein Rendez-vous in der Farm zu Chipogan verabredet, und ich schätze mich glücklich.«
Da wurden die Worte des Notars durch einen Ausruf Lionels unterbrochen, der alle Ursache hatte, verwundert zu sein; sah er sich doch plötzlich gegenüber dem jungen Unbekannten, der einige Wochen früher seine dichterischen Versuche so wohlwollend beurtheilt hatte.
»Da. dieser Herr. Herr.« rief er wiederholt.
Von lebhafter Unruhe ergriffen, sahen Herr de Vaudreuil und Clary einander an. Wie kam es, daß Lionel Johann kannte? Und wenn er ihn kannte, wußte er auch, was die Familie Harcher noch nicht wußte, das heißt, daß die Farm Johann ohne Namen, den die Beamten Gilbert Argall's im ganzen Lande suchten, Obdach gab?