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Электронная книга - «Die Familie ohne Namen». Краткое содержание книги:

1825 wird eine franko-kanadische Verschwörung gegen die englische Regierung in Kanada verraten. Aber der Verräter verzweifelt an seiner Schuld und erschießt sich. Nun setzt die Familie alles daran, dieses Verbrechen zu sühnen, bis ihr guter Name wieder hergestellt ist. In spannenden Episoden schildert uns Verne das Schicksal der beiden Söhne des Verräters, die für ein freies Kanada kämpfen -bis zum bitteren Ende. Ein Abenteuerroman vor historischem Hintergrund, bei dem auch die kanadischen Indianer eine wichtige Rolle spielen.
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»Das ist weise, antwortete der Indianer, und da mein Bruder annimmt, so empfange er als Ehrenzeichen seiner Würde den Tomahawk des großen Häuptlings, der von Wacondah abgerufen wurde, in den glücklichen Gründen zu jagen - und diesen stecke er in seinen Gürtel!«

Meister Nick mußte wohl oder übel die Lieblingswaffe der Indianer annehmen, und da er keinen Gürtel hatte, legte er dieselbe in seiner Verwirrung jämmerlich auf die Schulter.

Die Abordnung ließ darauf das »Hugh« ertönen, das den Wäldern des Fernen Westen eigenthümlich und eine Art Beifallsruf der Indianersprache ist.

Was Lionel betrifft, so konnte er sich vor Freude kaum halten, obwohl sein Herr ganz besonders verlegen schien gegenüber einer Nothlage, die in der ganzen Collegenschaft der canadischen Notare das tollste Lachen hervorrufen mußte. Bei seiner poetisch veranlagten Natur sah er schon ihm Voraus, daß es ihm nun zufallen würde, die Großthaten der Mahogannis zu feiern, den Kriegsgesang der Sagamores in elegische Verse umzugießen - doch immer mit der Angst, daß er auf das Wort Tomahawk keinen Reim finden könnte.

Die Huronen wollten sich schon zurückziehen unter dem Bedauern, daß Meister Nick durch seine Obliegenheiten verhindert sei, die Farm zu verlassen, um ihnen zu folgen, als Catherine einen Einfall hatte, für den ihr der Notar keinen Dank wußte.

»Mahogannis, sagte sie, ein Hochzeitsfest ist es, das uns heute in der Farm von Chipogan vereinigt. Wollt Ihr in Gesellschaft Eures neuen Häuptlings mit dabei bleiben? Wir bieten Euch Gastfreundschaft, und morgen nehmt Ihr theil an dem Schmause, bei dem Nicolas Sagamore den Ehrenplatz einnehmen wird!«

Ein donnernder Beifall brach los, als Catherine diesen verbindlichen Vorschlag gemacht, und dieser dauerte nur noch länger an, als die Mahogannis jene Einladung angenommen hatten, die in so freundlicher Weise an sie gerichtet worden war.

Thomas Harcher hatte nun die Tafel auf fünfzig Gedecke mehr einzurichten, was ihn nicht besonders in Verlegenheit setzte, denn der Saal war groß und mehr als ausreichend für diesen Zuwachs an Tischgästen.

Meister Nick mußte sich zunächst ergeben, da er doch nichts Anderes machen konnte, und er empfing den Bruderkuß der Krieger seines Stammes, die er lieber zum Teufel gewünscht hätte.

Im Laufe des Abends tanzten die jungen Leute und gaben sich diesem Vergnügen, mit allen Beinen«, wie man in Canada sagte, hin, vorzüglich bei den französischen Rundtänzen, welche ein Liedchen mit dem Refrain:

Tanzen wir im Kreise Lustig unsere Weise Tanzen wir im Kreise! begleitete, doch auch bei dem raschen Schottisch, dessen Name sein Ursprungsland verräth und der zu Anfang dieses Jahrhunderts so allgemein beliebt war.

So ging der zweite Festtag in der Farm zu Chipogan zu Ende.

Zwölftes Capitel

Das Festmahl

Der große Tag war angebrochen - der letzte der sich aneinander reihenden Festlichkeiten der Taufe, der Abendmahlsfeier und der Hochzeit, welche die Gäste von Chipogan erfreut hatten. Die Trauung Rose Harcher's und Bernard Miquelon's sollte, nachdem sie am frühen Morgen durch den Standesbeamten geschlossen war, sofort in der Kirche eingesegnet werden. Am Nachmittage sollte dann das Hochzeitsmahl alle Gäste vereinen, deren Anzahl unter den uns bekannten Verhältnissen so ansehnlich zugenommen hatte. Es war auch hohe Zeit, daß das ein Ende nahm, denn sonst hätte die Grafschaft Laprairie oder gar der ganze Bezirk von Montreal an der gastlichen Tafel Thomas Harcher's Platz genommen.

Am nächsten Tage sollten sich Alle trennen; Herr und Fräulein de Vaudreuil wollten nach der Villa Montcalm zurückkehren. Johann gedachte die Farm zu verlassen, nach der er erst an dem Tage wieder einkehren würde, an dem er sich an die Spitze der reformistischen Partei stellte. Seine Gefährten vom »Champlain« setzten inzwischen ihr Geschäft als Waldläufer und Jäger fort, dem sie gewöhnlich während der Winterzeit oblagen und in Erwartung der Stunde, wo sie ihren Adoptivbruder wiedersehen würden, während die Familie sich den gewohnten Arbeiten in der Farm hingab. Die Huronen wollten nach der Ansiedlung von Walhatta zurückwandern, wo der Stamm sich dann anschickte, Nicolas Sagamore einen festlichen Empfang zu bereiten, wenn er erst eintraf, um am Herde seiner Ahnen die erste Friedenspfeife mit ihnen zu rauchen.

Der freundliche Leser weiß, daß Meister Nick von den ihm bereiteten Huldigungen ganz und gar nicht erfreut war. Schon entschlossen, seine Schreibstube bestimmt nicht gegen den Titel eines Häuptlings des Stammes zu vertauschen, hatte er darüber mit Herrn de Vaudreuil und Thomas Harcher gesprochen. Seine Befangenheit war eine solche, daß es schwierig war, nicht ein wenig über sein Abenteuer zu lachen.

»Sie scherzen, sagte er dann. Nun ja, man sieht eben, daß Ihnen kein Thron seine Stufen öffnet, um denselben zu besteigen.

- Mein lieber Nick, die ganze Angelegenheit dürfen Sie nicht zu ernst nehmen, antwortete dann Herr de Vaudreuil.

- Und wie soll ich sie anders aufnehmen?

- Die guten Leute werden auf ihrem Verlangen nicht bestehen, wenn sie einsehen, daß Sie sich gar nicht beeilen, sich nach dem Wigwam der Mahogannis zu begeben.

- O, da kennen Sie sie schlecht, rief Meister Nick. Sie und nicht darauf bestehen!. Die stöbern mich auch in Montreal auf! Sie werden mir zusetzen, daß ich Ihnen nicht entgehen kann. Sie belagern meine Thür!. Und was wird meine alte gute Dolly sagen?. Es ist gar nicht unmöglich, daß ich schließlich mit Mocassins an den Füßen und mit Federn auf dem Kopfe umherlaufe!«

Und der vortreffliche Mann, der eigentlich gar keine Lust zu lachen hatte, stimmte doch zuletzt in die Heiterkeit der Zuhörer ein.

Am schlimmsten war er aber doch bei seinem Schreiber daran. Aus schalkhafter Bosheit behandelte ihn dieser bereits, als habe er die Nachfolge des verstorbenen Huronen-Häuptlings schon angenommen. Er nannte ihn nicht mehr Meister Nick - Pfui! Er redete ihn nur noch in der dritten Person an, indem er sich der feierlichen Sprachweise der Indianer bediente. Und so wie es jedem Krieger in den Prairien zukommt, hatte er ihm die Wahl zwischen zwei Beinamen freigelassen, nämlich zwischen »Original-Horn« oder »Zarte Eidechse« - was doch mindestens den Namen »Falken-Auge« und »Lange Flinte« gleichkam.

Gegen elf Uhr trat im Hofe der Farm der Zug zusammen, der das Brautpaar begleiten sollte. Dieser wäre wahrlich werth gewesen, einen jungen Dichter zu begeistern, wenn Lionels Muse sich nicht eben mit mehr hochtrabenden Entwürfen beschäftigt hätte.

An der Spitze gingen Bernard Miquelon und Rose Harcher, einander an den kleinen Fingern führend und Beide bezaubernd und strahlend vor Freude; dann folgten Herr und Fräulein de Vaudreuil an der Seite Johanns; nach ihnen die Väter, Mütter, Brüder und Schwestern des jungen Ehepaares; endlich Meister Nick mit seinem Schreiber, geleitet von der Abordnung der Huronen. Der Notar hatte diese Ehre nicht abweisen können. Zum größten Leidwesen Lionels fehlte seinem Herrn nur das Costüm der Eingebornen, die Tätowirung des Körpers und die Bemalung des Gesichtes, um den Stamm der Sagamores würdig zu repräsentiren.

Die Feierlichkeit verlief mit dem ganzen Pomp, der die Stellung der Familie Harcher im Lande erheischte. Da gab es volltönendes Glockengeläute, Festgesang und Gebet, aber auch tüchtiges Knallen der Gewehre. Und gerade bei diesem geräuschvollen Flintenconcert betheiligten sich die Huronen mit einem Eifer und einer Uebereinstimmung, daß Nathaniel Bumpoo, der berühmte Freund der Mohikaner, ihnen seine Anerkennung nicht hätte versagen können.

Nachher kehrte der Zug wieder zur Farm zurück. Dieses Mal führte der junge Ehemann Rose Miquelon aber am Arm. Kein Zwischenfall hatte die Festlichkeiten des Vormittags gestört.

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