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Электронная книга - «Die Familie ohne Namen». Краткое содержание книги:

1825 wird eine franko-kanadische Verschwörung gegen die englische Regierung in Kanada verraten. Aber der Verräter verzweifelt an seiner Schuld und erschießt sich. Nun setzt die Familie alles daran, dieses Verbrechen zu sühnen, bis ihr guter Name wieder hergestellt ist. In spannenden Episoden schildert uns Verne das Schicksal der beiden Söhne des Verräters, die für ein freies Kanada kämpfen -bis zum bitteren Ende. Ein Abenteuerroman vor historischem Hintergrund, bei dem auch die kanadischen Indianer eine wichtige Rolle spielen.
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»Ja, wahrhaftig, sagte jetzt auch der Notar, der sich nach dem jungen Manne umwandte; ich erkenne Sie wieder, mein Herr!. Sie waren ja unser Gesellschafter bei jener Fahrt, wo ich mit meinem Schreiber den Omnibus benützte - es war gegen Anfang September - um nach der Villa Montcalm zu gehen.

- Gewiß bin ich das, Herr Nick, antwortete Johann, und Sie dürfen glauben, daß ich Sie, ebenso wie unseren jungen Poeten, auf der Farm von Chipogan mit größtem Vergnügen wiederfinde.

- Ah, mit einem jungen Poeten, dessen Gedicht in der Freundes-Lyra durch ehrenvolle Erwähnung ausgezeichnet wurde. Entschieden ist es ein Schoßkind der Musen, den ich die Ehre habe, in meiner Expedition sitzen zu sehen, um Acten zu kritzeln.

- Nehmen Sie meinen herzlichsten Glückwunsch, junger Freund, sagte Johann. Ich habe Ihre reizenden Schlußworte:

Mit Dir entstehn, Du Wandelflamme, Mit Dir vergehn, Du irrend Licht! keineswegs vergessen.

- O, Sie sind zu gütig!« antwortete Lionel sehr stolz wegen der Lobsprüche, die seine noch im Gedächtnisse eines wirklichen Kenners verbliebenen Verse ihm einbrachten.

Mit der Wahrnehmung dieses Austausches von Höflichkeiten fühlten sich Herr und Fräulein de Vaudreuil wegen des jungen Proscribirten völlig beruhigt. Meister Nick erzählte ihnen dann noch, unter welchen Umständen sie sich auf dem Wege von Montreal nach der Insel Jesus getroffen, und Johann wurde ihm wieder als Adoptivsohn der Familie Harcher vorgestellt. Diese gegenseitigen Erklärungen endigten mit den gewohnten Händedrücken.

Inzwischen rief Catherine mit befehlerischem Tone:

»Nur schnell, Thomas!. Schnell!. Ihr werdet auch niemals fertig!. Die beiden Toddys! Willst Du denn Herrn Nick und Herrn Lionel gar vor Durst sterben lassen?.

- Ist schon Alles bereit, Catherine, Alles fix und fertig. Mach' Dir nur keine Sorge!.«

Und auf der Schwelle erscheinend, lud Thomas Harcher den Notar ein, ihm ins Eßzimmer zu folgen.

Wenn Meister Nick sich hierzu nicht bitten ließ, so galt das bezüglich Lionels noch viel weniger.

Im Eßzimmer nahmen sie Einer neben dem Anderen Platz an einem großen Tische mit vielen buntfarbigen Tassen darauf, neben welchen schöne weiße Servietten lagen, und stärkten sich mit dem bewußten Toddy - ein sehr angenehmes Getränk, das aus Wachholder, Zucker und Zimmt besteht und dem gewöhnlich ein appetitlicher Imbiß beigegeben wird. Diese Zulage versprach denn zu erlauben, daß Beide die Essensstunde, ohne Gefahr schwach zu werden, abwarten konnten.

Hierauf beschäftigte sich Jedermann mit den letzten Vorbereitungen zu dem großen Feste des nächsten Tages, von dem in der Farm zu Chipogan gewiß sehr lange gesprochen werden sollte.

Meister Nick ging unablässig von Einem zum Andern. Er hatte ein freundliches Wort für Jeden, während Herr de Vaudreuil, Clary und Johann sich, unter den Bäumen des Gartens lustwandelnd, von ernsten Dingen unterhielten.

Gegen fünf Uhr versammelten sich Alle, Anverwandte und Gäste, im großen Saale zur Unterzeichnung des Heiratscontractes. Selbstverständlich mußte Meister Nick bei dieser wichtigen Feierlichkeit den Vorsitz führen, und es läßt sich gar nicht wiedergeben, mit welcher Würde und tabellionistischen Grazie er sich dieser Aufgabe entledigte.

Bei dieser Gelegenheit wurden dem Brautpaare auch verschiedene Hochzeitsgeschenke dargebracht. Keinen der Brüder und Schwäger und keine der Schwestern und Schwägerinnen gab es, welche nicht für Rose Harcher und Bernard Miquelon einen kleinen Einkauf gemacht hätten. An werthvollen Schmuckgegenständen wie an verschiedenen, für den wirklichen Bedarf nützlichen Geräthen waren so viele vorhanden, wie die jungen Leute zur Einrichtung ihrer Wirthschaft nur irgend gebrauchen konnten. Rose dachte übrigens auch, nachdem sie Frau Miquelon geworden, nicht im Geringsten daran, Chipogan zu verlassen. Bernard und die Kinder, die ihnen doch sicherlich bescheert wurden, bildeten einen Zuwachs an Personal, der auf der Farm Thomas Harcher's wie immer willkommen geheißen wurde.

Wir brauchen nicht zu betonen, daß die kostbarsten Geschenke von Herrn und Fräulein de Vaudreuil herrührten. Da gab es für Bernard Miquelon eine ausgezeichnete Jagdflinte, welche mit der Lieblingswaffe Lederstrumpfs hätte wetteifern können; für Rose einen Halsschmuck, der sie noch reizender erscheinen ließ als sonst. Johann widmete der Schwester seiner wackeren Genossen ein zierliches Köfferchen mit Allem, was zum Nähen, zum Sticken und Stricken nöthig, ausgestattet war, ein Geschenk, welches jeder braven Hausfrau große Freude bereiten muß.

Bei jeder Gabe machten sich die Beifallsäußerungen der Anderen laut und Freudenrufe begleiteten wieder diesen Beifall. Diese verdoppelten sich aber, wie man leicht glauben wird, als Meister Nick mit feierlichster Miene den Verlobten die Trauringe ansteckte, welche er bei dem besten Juwelier in Montreal gekauft, und deren goldener Doppelreif schon ihre Namen eingravirt enthielt.

Hierauf wurde der Contract vorgelesen - mit lauter und verständlicher Stimme, wie es in der Amtssprache der Notare heißt. Eine gewisse Rührung erregte es allgemein, als Meister Nick verkündete, daß Herr de Vaudreuil, aus Freundschaft für seinen Abpächter Thomas Harcher und um dessen vortreffliche Verwaltung der Farm zu belohnen, der Mitgift der Braut die Summe von fünfhundert Piastern hinzugefügt habe.

Fünfhundert Piaster! Und vor einem halben Jahrhundert galt eine Braut, welche eine Mitgift von fünfzig Piastern besaß, schon für eine reiche Partie in ganz Canada.

»Jetzt, liebe Freunde, sagte Meister Nick, verschreiten wir zur Unterzeichnung des Ehecontracts - zuerst die Verlobten selbst, dann Vater und Mutter der Braut, hierauf Herr und Fräulein de Vaudreuil, und dann.

- Dann unterschreiben wir Alle!« erklang es so stürmisch, daß der Notar davon halb taub wurde.

So drängten sich denn auch bald Große und Kleine, Freunde und Verwandte heran, um Jeder seine Unterschrift unter das Actenstück, welches die Zukunft des jungen Ehepaares bestimmte, mit fester Hand zu geben.

Das kostete aber nicht wenig Zeit. Durch die freudige Aufregung im Pachthofe angelockt, traten auch zufällig Vorübergehende mit ein. Auch diese setzten ihre Unterschrift unter den Contract, dem noch Blatt für Blatt angeheftet werden mußte, wenn das so weiter ging. Es war auch kein besonderes Wunder, daß das ganze Dorf und selbst die halbe Grafschaft hier zusammenströmte, denn Thomas Harcher bewirthete ja seine Gäste nach deren Belieben mit den ausgezeichnetsten Getränken in reichlichem Maße, vorzüglich gleich mit ganzen Pinten eines vorzüglichen Whisky, der ebenso hurtig durch canadische Kehlen läuft, wie der St. Lorenzo ins Weltmeer.

Meister Nick fragte sich bald, ob diese Ceremonie denn gar kein Ende nehmen wollte. Und doch machte ihm die Sache Spaß, so daß er für Jeden ein Scherzwort hatte, während Lionel, der die Feder von dem Einen immer den Anderen reichte, die Bemerkung fallen ließ, man werde bald eine andere nehmen müssen, denn sie sei bei der unbegrenzten Reihe von Unterzeichnern nahezu unbrauchbar geworden.

»Nun, ists endlich vorbei? fragte Meister Nick nach einstündiger Mühewaltung.

- Noch nicht, rief Pierre Harcher, der in die Oeffnung des großen Thores getreten war, um zu sehen, ob Niemand mehr auf dem Wege wäre.

- Und wer kommt denn? fragte Meister Nick.

- Eine Anzahl Huronen!

- Lassen Sie die Leute eintreten, gleich, gleich! erwiderte der Notar erfreut. Ihre Unterschriften werden den Verlobten nicht minder zur Ehre gereichen. O, welch' ein Contract, liebe Freunde, welch' ein Contract! Ich habe gewiß schon hunderte in meinem Leben vollziehen lassen, doch keiner hat noch die Namen so vieler wackerer Leute auf seiner letzten Seite aufgewiesen!«

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