Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #5
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin». Краткое содержание книги:
»Tapfer gekämpft, Percy Jackson«, sagte er. »Aber jetzt ist es Zeit, dich zu ergeben … oder das Mädchen stirbt.«
»Percy, nicht!« Annabeth stöhnte. Ihr Hemd war von Blut durchtränkt. Ich musste sie hier herausholen. »Blackjack!«, rief ich.
Blitzschnell kam der Pegasus herabgeschossen und schlug die Zähne um die Riemen von Annabeths Rüstung. Sie jagten über den Fluss davon, ehe irgendjemand reagieren konnte.
Kronos fauchte. »Bald, sehr bald, werde ich mir eine Pegasussuppe kochen. Aber vorerst …« Er stieg ab und seine Sense funkelte im Licht der Morgendämmerung. »Vorerst werde ich mich mit einem weiteren toten Halbgott zufriedengeben.«
Ich fing seinen ersten Hieb mit Springflut ab. Die Wucht erschütterte die ganze Brücke, aber ich hielt ihm stand. Kronos’ Lächeln wurde unsicher.
Mit einem Schrei trat ich ihm die Beine weg. Die Sense klapperte über den Boden. Ich stach nach unten, aber er rollte sich zur Seite und kam wieder hoch. Seine Sense flog zurück in seine Hände.
»Aha.« Er musterte mich und lächelte leicht irritiert. »Du hast also den Mut gehabt, den Styx zu besuchen. Ich musste Luke ganz schön unter Druck setzen, um ihn zu überreden. Wenn du mir stattdessen meinen Wirtskörper geliefert hättest … aber lassen wir das. Ich bin trotzdem noch stärker als du. Ich bin ein TITAN!«
Er stampfte mit dem Sensengriff auf die Brücke auf und eine Welle purer Macht schleuderte mich rückwärts. Autos drehten sich um sich selbst; Halbgötter – sogar Lukes eigene Leute – wurden von der Brücke gefegt. Die Brückenkabel bebten und ich rutschte ein ganzes Stück auf Manhattan zu.
Unsicher kam ich auf die Füße. Die restlichen Apollo-Leute hatten das Ende der Brücke erreicht, außer Michael Yew, der auf einem Brückenkabel hockte, nur wenige Meter von mir entfernt. Sein letzter Pfeil lag an der Bogensehne.
»Hau ab, Michael«, schrie ich.
»Percy, die Brücke!«, rief er. »Sie gibt schon nach!«
Zuerst verstand ich nicht, was er meinte. Dann schaute ich nach unten und sah Risse im Boden. Teile der Straße schmolzen im griechischen Feuer. Die Brücke war vom Stoß des Kronos und von den explodierenden Pfeilen übel zugerichtet.
»Zerstöre sie«, schrie Michael. »Nutze deine Macht!«
Es war eine durchgeknallte Idee – das konnte eigentlich nicht funktionieren –, aber trotzdem bohrte ich Springflut in die Brücke. Die magische Klinge versank bis zum Griff im Asphalt. Salzwasser schoss aus dem Riss, als ob ich einen Geysir getroffen hätte. Ich zog die Klinge heraus und der Spalt wurde größer. Die Brücke bebte und fing an, zu zerfallen. Stücke von Hausgröße fielen in den East River. Kronos’ Halbgötter schrien entsetzt auf und wichen zurück; einige wurden umgeworfen. Innerhalb weniger Sekunden klaffte zwischen Kronos und mir ein fast zwanzig Meter breiter Spalt in der Williamsburg Bridge.
Die Schwingungen verebbten. Kronos’ Leute krochen zum Rand des Spalts und schauten die über vierzig Meter hinab in den Fluss.
Aber wir waren noch nicht sicher. Die Brückenkabel waren unversehrt. Kronos’ Leute könnten sich daran entlanghangeln, wenn sie mutig genug waren. Und vielleicht kannte Kronos ja einen magischen Trick, um den Abgrund zu überbrücken.
Der Titanenherrscher sah sich die Sache an. Er schaute zur aufgehenden Sonne hoch, dann lächelte er über den Abgrund hinweg. Er hob die Sense zu einem spöttischen Gruß. »Bis heute Abend, Jackson.« Er schwang sich auf ein Pferd, wirbelte herum und galoppierte zurück nach Brooklyn, gefolgt von seinen Kriegern.
Ich drehte mich um, um Michael Yew zu danken, aber meine Worte blieben mir in der Kehle stecken. Ein Stück von mir entfernt lag ein Bogen auf der Straße. Sein Besitzer war nirgendwo zu sehen.
»Nein!« Ich durchsuchte die Trümmer auf meiner Seite der Brücke und starrte in den Fluss hinab. Nichts.
Ich schrie vor Zorn und Trauer. Mein Schrei hallte in der morgendlichen Stille über die ganze Stadt. Ich wollte gerade Blackjack herbeipfeifen, damit er mir bei der Suche helfen könnte, als das Handy meiner Mom klingelte. Das Display meldete einen Anruf von Finklestein & Co – vermutlich ein Halbgott, der mit einem geliehenen Telefon anrief.
Ich drückte auf die grüne Taste und hoffte auf gute Nachrichten. Aber natürlich lag ich da falsch.
»Percy?« Silena Beauregard schien geweint zu haben. »Plaza Hotel. Komm schnell her und bring einen Heiler aus der Apollo-Hütte mit. Es geht um … es geht um Annabeth.«
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Ich schnappte mir Will Solace aus der Apollo-Hütte und befahl seinen restlichen Geschwistern, weiter nach Michael Yew zu suchen. Wir borgten uns von einem schlafenden Motorradfahrer eine Yamaha FZI aus und fuhren in einem Tempo, das meiner Mom einen Herzanfall beschert hätte, zum Plaza Hotel. Ich war noch nie Motorrad gefahren, aber es war auch nicht schwieriger, als einen Pegasus zu reiten.
Unterwegs fielen mir jede Menge leere Sockel auf, auf denen sonst Statuen standen. Plan 23 schien zu funktionieren. Ich wusste nicht, ob das gut oder schlecht war.
Wir brauchten nur fünf Minuten zum Plaza – einem altmodischen weißen Steinhaus mit blauem Giebeldach an der Südostecke des Central Park.
Taktisch gesehen war das Plaza nicht das optimale Hauptquartier. Es war nicht das höchste Gebäude in der Stadt und lag auch nicht sonderlich zentral. Aber es hatte einen gewissen altmodischen Charme und im Laufe der Jahre hatte es eine Menge berühmter Halbgötter beherbergt, wie die Beatles und Alfred Hitchcock, also fühlte ich mich irgendwie in guter Gesellschaft.
Ich brauste mit der Yamaha an den Kantstein und hielt am Springbrunnen vor dem Hotel.
Will und ich sprangen ab. Die Statue oben auf dem Springbrunnen rief: »Na, super. Auf euer Motorrad soll ich wohl auch noch aufpassen?« Die menschengroße Bronzefigur trug nur eine Bronzedecke um die Beine und hielt einen Korb voller Metallfrüchte in der Hand. Ich hatte noch nie auf sie geachtet, aber sie hatte ja auch noch nie mit mir gesprochen.
»Sollst du Demeter darstellen?«, fragte ich. Ein Bronzeapfel segelte über meinen Kopf.
»Immer halten mich alle für Demeter!«, beschwerte sie sich. »Ich bin Pomona, die römische Obstgöttin, aber das interessiert dich wahrscheinlich nicht mal! Niemand interessiert sich für die B-Götter. Wenn die B-Götter dich interessieren würden, hättest du in diesem Krieg bessere Karten! Dreimal hoch auf Morpheus und Hekate, sage ich!«
»Pass auf die Karre auf«, sagte ich zu ihr.
Pomona fluchte auf Latein und warf weiter mit Obst, während Will und ich auf das Hotel zurannten.
Ich war noch nie im Plaza gewesen. Das Foyer war beeindruckend, voll mit riesigen Kronleuchtern aus Metall und ohnmächtigen Reichen, aber ich achtete nicht weiter darauf. Zwei Jägerinnen zeigten uns den Weg zu den Fahrstühlen und wir fuhren zu den Penthousesuiten hoch.
Die oberen Stockwerke waren vollständig von Halbgöttern belegt. Camper und Jägerinnen waren auf den Sofas eingeschlafen, wuschen sich in den Badezimmern, zerrissen Seidenvorhänge, um ihre Wunden zu verbinden, und stopften sich mit Snacks und Limo aus der Minibar voll. Zwei Grauwölfe tranken aus den Toiletten. Ich war erleichtert, zu sehen, dass so viele von meinen Freunden die Nacht überlebt hatten, aber alle wirkten total erschlagen.
»Percy!« Jake Mason klopfte mir auf die Schulter. »Wir haben Berichte über …«
»Später«, sagte ich. »Wo ist Annabeth?«
»Auf der Terrasse. Sie lebt noch, Mann, aber …«
Ich schob mich an ihm vorbei.
Unter anderen Umständen wäre ich von dem Ausblick der Terrasse begeistert gewesen. Ich schaute genau auf den Central Park hinab. Es war ein klarer, sonniger Morgen, perfekt für ein Picknick oder einen Spaziergang oder eigentlich für so gut wie alles, außer gegen Monster zu kämpfen.
Annabeth lag in einem Ruhesessel. Ihr Gesicht war bleich und schweißüberströmt. Obwohl sie in mehrere Decken gehüllt war, zitterte sie. Silena Beauregard tupfte ihre Stirn mit einem feuchten Lappen ab.