Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #4
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L». Краткое содержание книги:
»So, ihr Jungspunde«, sagte der Lehrer dann. »Was ist der richtige Name eurer Art?«
»Meeresdämonen«, bellte einer von ihnen.
»Nein. Sonst jemand?«
»Telchinen«, knurrte ein weiteres Monster.
»Sehr gut«, sagte der Lehrer. »Und was führt uns her?«
»Rache!«, riefen mehrere.
»Ja, ja, aber warum?«
»Zeus ist böse«, sagte ein Monster. »Er hat uns in den Tartarus geworfen, nur weil wir Magie benutzt haben.«
»Genau«, sagte der Lehrer. »Nachdem wir so viele der besten Götterwaffen hergestellt hatten. Den Dreizack des Poseidon, zum Beispiel. Und natürlich – von uns stammt auch die gefährlichste Waffe der Titanen! Dennoch hat Zeus uns verstoßen und diesen Tollpatschen von Zyklopen sein Vertrauen geschenkt. Deshalb übernehmen wir jetzt die Schmieden des Usurpators Hephaistos. Und bald werden wir auch die Schmieden auf dem Meeresgrund kontrollieren, in der Heimat unserer Ahnen.«
Ich umklammerte mein Kugelschreiberschwert. Diese fauchenden Dinger wollten Poseidons Dreizack hergestellt haben? Worüber redeten die eigentlich? Ich hatte von Telchinen nie auch nur gehört.
»Und deshalb, Jungspunde«, sagte jetzt der Lehrer, »wem dienen wir?«
»Kronos!«, riefen alle.
»Und wenn ihr zu großen Telchinen herangewachsen seid, werdet ihr dann Waffen für seine Armee schmieden?«
»Ja!«
»Hervorragend. Und jetzt haben wir euch ein wenig Schrott gebracht, an dem ihr üben könnt. Wollen mal sehen, wie erfinderisch ihr seid.«
Ich hörte Bewegungen und erregte Stimmen, die sich meiner Lore näherten. Ich machte mich bereit, die Kappe von Springflut zu drehen. Die Plane wurde zurückgeschlagen. Ich sprang auf, mein Bronzeschwert erwachte in meinen Händen zum Leben und ich sah vor mir eine Bande von … Hunden.
Na ja, jedenfalls hatten sie Hundegesichter, mit schwarzen Schnauzen, braunen Augen und spitzen Ohren. Ihre Körper waren glatt und schwarz wie die von Meeressäugetieren, mit kurzen Stummelbeinen, die halb Flosse waren und halb Fuß, und menschenähnlichen Händen mit scharfen Krallen. Wenn man eine Ziege, einen Dobermann und einen Seelöwen kreuzte, würde man ungefähr das erhalten, was ich hier vor mir sah.
»Ein Halbgott«, fauchte einer.
»Auffressen!«, schrie ein anderer.
Aber weiter kamen sie nicht, denn ich beschrieb mit Springflut einen großen Bogen und die gesamte erste Reihe aus Monstern zerfiel zu Staub.
»Zurück!«, brüllte ich die anderen an und versuchte, gebieterisch zu klingen. Hinter ihnen stand der Lehrer – ein eins achtzig großer Telchine mit gebleckten Dobermannzähnen. Ich gab mir alle Mühe, ihn in Grund und Boden zu starren.
»Nächste Lektion, Leute«, verkündete ich. »Die meisten Monster lösen sich in Luft auf, wenn sie von einem Schwert aus himmlischer Bronze getroffen werden. Diese Veränderung ist absolut normal und ihr werdet sie gleich erleben, wenn ihr nicht ZURÜCKWEICHT!«
Zu meiner Überraschung hatte das seine Wirkung. Die Monster wichen zurück, aber es waren mindestens zwanzig. Die Angstnummer würde nicht lange ziehen.
Ich sprang aus der Lore und schrie: »SCHULFREI!«, dann stürzte ich zum Ausgang.
Die Monster setzten hinter mir her und bellten und knurrten. Ich hoffte, dass sie auf ihren Stummelbeinchen und Flossen nicht schnell laufen konnten, aber sie watschelten überraschend zügig voran. Den Göttern sei Dank, dass es eine Tür zum Tunnel gab, der in die Haupthöhle führte. Ich knallte sie zu und drehte dann den Griff, um sie zu versperren, aber ich glaubte nicht, dass das meine Verfolger lange aufhalten würde.
Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Annabeth war irgendwo hier draußen, aber unsichtbar. Unsere Aussichten auf eine geheime Erkundungsmission hatten sich in Luft aufgelöst. Ich rannte auf die Plattform in der Mitte des Lavasees zu.
»Annabeth!«, schrie ich.
»Pst!« Eine unsichtbare Hand legte sich über meinen Mund und zog mich hinter einen großen Bronzekessel. »Willst du uns umbringen lassen?«
Ich fand ihren Kopf und nahm ihr die Yankeemütze ab. Sie nahm schimmernd vor mir Gestalt an und runzelte die Stirn, ihr Gesicht war von Asche und Schmutz überzogen. »Percy, was ist los?«
»Wir kriegen Gesellschaft!« Ich erzählte ihr in aller Eile über den Aufklärungsunterricht für Monster. Sie machte große Augen.
»Ach, das sind sie also«, sagte sie dann. »Telchinen. Das hätte ich wissen müssen. Und sie machen … na ja, sieh selbst.«
Wir lugten über den Kesselrand. Mitten auf der Plattform standen vier Meeresdämonen, aber diese waren ausgewachsen und mindestens drei Meter groß. Ihre schwarze Haut glänzte im Feuerschein, während sie arbeiteten; Funken stoben auf, als sie abwechselnd ein langes Stück glühendes Metall zurechthämmerten.
»Die Klinge ist fast fertig«, sagte jemand. »Sie muss nur noch einmal mit Blut gekühlt werden, um die Metalle zu legieren.«
»Wird gemacht«, sagte eine zweite Stimme. »Sie soll noch schärfer werden als zuvor.«
»Was ist das bloß?«, flüsterte ich.
Annabeth schüttelte den Kopf. »Sie reden von Metalllegierung. Ich frage mich …«
»Sie haben über die mächtigste Titanenwaffe gesprochen«, sagte ich. »Und sie … sie haben gesagt, sie hätten den Dreizack meines Vaters hergestellt.«
»Die Telchinen haben die Götter verraten«, sagte Annabeth. »Sie haben schwarze Magie praktiziert. Ich weiß nicht genau, was sie getan haben, aber Zeus hat sie in den Tartarus verbannt.«
»Mit Kronos.«
Sie nickte. »Wir müssen hier weg.«
Kaum hatte sie das gesagt, als die Tür des Klassenzimmers aufgerissen wurde und junge Telchinen herausquollen. Sie fielen übereinander und versuchten festzustellen, in welche Richtung ihr Angriff gehen sollte.
»Setz deine Mütze wieder auf«, sagte ich. »Und hau ab!«
»Was?«, schrie Annabeth. »Nein. Ich lass dich nicht allein!«
»Ich habe einen Plan. Ich werde sie ablenken. Du kannst die Metallspinne nehmen – vielleicht führt sie dich zurück zu Hephaistos. Du musst ihm sagen, was hier vor sich geht!«
»Aber die werden dich umbringen!«
»Mir passiert schon nichts. Und außerdem bleibt uns nichts anderes übrig.«
Annabeth starrte mich an, als ob sie mich schlagen wollte. Und dann tat sie etwas, das mich noch mehr überraschte. Sie küsste mich.
»Sei vorsichtig, Algenhirn.« Sie setzte die Mütze auf und war verschwunden.
Ich hätte vermutlich den Rest des Tages dort verbracht, die Lava angestarrt und versucht, mich an meinen Namen zu erinnern, aber die Meeresdämonen rissen mich zurück in die Wirklichkeit.
»Da!«, schrie einer. Die gesamte Telchinenklasse stürzte über die Brücke auf mich zu. Ich rannte zur Mitte der Plattform und überraschte die vier älteren Dämonen so sehr, dass sie die rot glühende Klinge fallen ließen. Sie war an die eins achtzig lang und gekrümmt wie ein Halbmond. Ich hatte schon viele beängstigende Dinge gesehen, aber dieses unvollendete Was-auch-immer machte mich einfach fertig vor Angst.
Die älteren Dämonen hatten ihre Überraschung bald überwunden. Es gab vier Rampen, die von der Plattform führten, und noch ehe ich in irgendeine Richtung davonstürzen konnte, hatte jeder Dämon bereits einen Ausgang verstellt.
Der größte von ihnen fauchte. »Was haben wir denn hier? Einen Sohn des Poseidon?«
»Ja«, knurrte ein anderer. »Ich kann das Meer in seinem Blut riechen.«
Ich hob Springflut. Mein Herz hämmerte.
»Schlag einen von uns nieder, Halbgott«, sagte der dritte Dämon, »und die anderen werden dich in Fetzen reißen. Dein Vater hat uns verraten. Er hat unser Geschenk genommen und nichts gesagt, als wir in den Abgrund gestoßen wurden. Wir wollen zusehen, wie er in Stücke gehackt wird. Er und die anderen Olympier.«
Ich wünschte, ich hätte einen Plan. Ich wünschte, ich hätte Annabeth nicht belogen. Ich hatte sie in Sicherheit bringen wollen und hoffte, dass sie vernünftig genug war, um zu verschwinden. Aber jetzt wurde mir klar, dass ich hier vielleicht sterben würde. Für mich gab es keine Weissagungen mehr. Ich würde im Herzen eines Vulkans von einer Meute aus hundegesichtigen Seelöwen zur Strecke gebracht werden. Die jungen Telchinen hatten jetzt die Plattform erreicht, sie fauchten und warteten gespannt, was die älteren mit mir machen würden.