Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #4
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L». Краткое содержание книги:
»Aber das geht nicht«, sagte Annabeth. »Die Schmiede!«
Grover musterte sie traurig. »Ich muss, Annabeth. Verstehst du das nicht?«
Sie machte ein verzweifeltes Gesicht, als ob sie das alles überhaupt nicht verstehen könnte. Die Spinne war fast nicht mehr zu sehen. Aber ich dachte an mein nächtliches Gespräch mit Grover und wusste, was wir zu tun hatten.
»Wir trennen uns«, sagte ich.
»Nein!«, sagte Annabeth. »Das wäre viel zu gefährlich. Wie sollen wir uns denn wiederfinden? Und Grover kann nicht allein losziehen.«
Tyson legte Grover die Hand auf die Schulter. »Ich – ich gehe mit ihm.«
Ich traute meinen Ohren nicht. »Tyson, bist du sicher?«
Der große Bursche nickte. »Ziegenknabe braucht Hilfe. Wir werden Gott finden. Bin nicht wie Hephaistos. Vertraue Freunden.«
Grover holte tief Atem. »Percy, wir finden uns wieder. Wir haben noch immer den Empathielink. Aber ich muss einfach gehen.«
Ich machte ihm keinen Vorwurf. Das war sein größtes Ziel. Wenn er auf dieser Reise Pan nicht fand, würde der Rat ihm keine weitere Chance geben.
»Ich hoffe, du hast Recht«, sagte ich.
»Ich weiß, dass ich Recht habe.« Ich hatte ihn noch nie so zuversichtlich erlebt, außer vielleicht, wenn er die Überzeugung vertreten hatte, dass Käse-Enchiladas besser schmecken als Hähnchen-Enchiladas.
»Sei vorsichtig«, mahnte ich. Dann sah ich Tyson an. Er schluckte ein Schluchzen hinunter und verpasste mir eine Umarmung, die meine Augen aus ihren Höhlen quetschte. Dann verschwanden er und Grover im Tunnel aus Baumwurzeln und verloren sich in der Finsternis.
»Das ist schlecht«, sagte Annabeth. »Uns aufzuteilen ist eine wirklich miese Idee.«
»Wir sehen sie wieder«, sagte ich und versuchte, zuversichtlich zu klingen. »Und jetzt weiter. Sonst läuft die Spinne uns davon.«
Es dauerte nicht mehr lange, dann wurde es heiß im Tunnel. Die Luft fühlte sich an wie in einem Ofen. Der Tunnel senkte sich und ich hörte ein lautes Dröhnen wie das eines metallenen Flusses. Die Spinne jagte weiter, dicht gefolgt von Annabeth.
»He, warte«, rief ich ihr zu.
Sie schaute sich zu mir um. »Ja?«
»Was hat Hephaistos da vorhin gesagt … über Athene?«
»Sie hat geschworen, niemals zu heiraten«, sagte Annabeth. »Wie Artemis und Hestia. Sie gehört zu den jungfräulichen Göttinnen.«
Ich blinzelte. Ich hatte das über Athene nie gehört. »Aber dann …«
»Wie es kommt, dass sie Halbgottkinder hat?«
Ich nickte. Vermutlich lief ich rot an, aber ich hoffte, es war so heiß, dass Annabeth das nicht bemerkte.
»Percy, weißt du, wie Athene auf die Welt gekommen ist?«
»Sie ist in voller Rüstung der Stirn des Zeus entsprungen oder so.«
»Genau. Sie wurde nicht auf normale Weise geboren. Sie wurde buchstäblich aus Gedanken geboren. Ihre Kinder kommen auf dieselbe Weise zur Welt. Wenn Athene sich in einen Sterblichen verliebt, dann ist das rein intellektuell, so, wie sie in den alten Geschichten Odysseus geliebt hat. Es ist eine geistige Begegnung. Sie würde dir sagen, dass das die reinste Art von Liebe ist.«
»Dein Dad und Athene … du bist also nicht …«
»Ich war ein Gehirnkind«, sagte Annabeth. »Im wahrsten Sinne des Wortes. Athenes Kinder entspringen den göttlichen Gedanken unserer Mutter und der sterblichen Kreativität unseres Vaters. Wir gelten als Geschenk, als Segen von Athene für die Männer, denen sie ihre Gunst gewährt.«
»Aber …«
»Percy, gleich ist die Spinne verschwunden. Soll ich dir wirklich bis ins Detail erklären, wie ich geboren worden bin?«
»Äh … nein. Ist schon gut.«
Sie grinste. »Hab ich mir gedacht.« Und sie rannte los. Ich folgte, wusste aber nicht, ob ich Annabeth je wieder mit denselben Augen sehen würde. Ich beschloss, dass manche Dinge besser ein Geheimnis blieben.
Das Dröhnen wurde lauter. Nach einem weiteren Kilometer oder so erreichten wir eine Höhle von der Größe eines riesigen Stadions. Unsere spinnige Begleitung hielt inne und rollte sich zu einer Kugel zusammen. Wir hatten die Schmiede des Hephaistos erreicht.
Es gab keinen Boden, nur brodelnde Lava viele Hundert Meter unter uns. Wir standen auf einer Felskante, die sich um die gesamte Höhle zog. Ein Netzwerk aus Metallbrücken führte kreuz und quer hindurch. In der Mitte befand sich eine riesige Plattform mit allen möglichen Maschinen, Kesseln, Essen und dem größten Amboss, den ich je gesehen hatte – einem hausgroßen Eisenblock. Auf der Plattform bewegten sich Geschöpfe – mehrere seltsame dunkle Gestalten, sie waren zu weit weg, um Details zu erkennen.
»An die können wir uns nie im Leben anschleichen«, sagte ich.
Annabeth hob die Metallspinne auf und steckte sie in die Tasche. »Ich schon. Warte hier.«
»Moment mal«, sagte ich, aber ehe ich weiterreden konnte, hatte sie schon ihre Yankees-Mütze aufgesetzt und war unsichtbar geworden.
Ich wagte nicht, hinter ihr herzurufen, aber die Vorstellung, dass sie sich ganz allein der Schmiede näherte, behagte mir gar nicht. Wenn diese Wesen da hinten spüren konnten, dass eine Gottheit sich näherte, war Annabeth dann in Gefahr?
Ich schaute zurück in den Tunnel. Ich hatte schon jetzt Sehnsucht nach Grover und Tyson. Schließlich beschloss ich, dass ich dort nicht stehen bleiben konnte. Ich kroch am Rand des Lavasees entlang, in der Hoffnung, von einer anderen Stelle besser sehen zu können, was in der Mitte vor sich ging.
Die Hitze war entsetzlich; im Vergleich dazu war Geryons Ranch das reine Winterwunderland. Ich war vollständig in Schweiß getränkt. Meine Augen brannten vom Rauch. Ich kroch weiter und versuchte, nicht zu dicht an den Rand zu kommen, bis ein Karren auf Metallrädern mir den Weg versperrte. Es war eine Art Lore, wie man sie in Bergwerken benutzt. Ich hob die Plane an und stellte fest, dass die Lore zur Hälfte mit Metallschrott gefüllt war. Ich wollte mich schon daran vorbeiquetschen, als ich vor mir Stimmen hörte, vermutlich aus einem Seitentunnel.
»Reinbringen?«, fragte die eine.
»Ja«, sagte die andere. »Film ist fast zu Ende.«
Ich geriet in Panik. Ich hatte keine Zeit, zurückzukriechen. Es gab kein Versteck, außer … der Lore. Ich kletterte hinein und zog die Plane über den Kopf, in der Hoffnung, dass niemand mich gesehen hatte. Für den Fall, dass ich kämpfen müsste, schloss ich die Finger um Springflut.
Die Lore schlingerte vorwärts.
»Oi«, sagte eine schroffe Stimme. »Das wiegt ja ’ne Tonne.«
»Das ist himmlische Bronze«, sagte die andere Stimme. »Was hast du denn erwartet?«
Ich wurde weitergezogen. Wir bogen um eine Ecke und das Echo der Räder an den Wänden sagte mir, dass wir durch einen Tunnel in einen kleineren Raum gelangt waren. Ich hoffte, dass ich nicht in einen Schmelztiegel geschüttet werden würde. Wenn sie die Lore umkippten, würde ich mir sehr schnell den Weg freikämpfen müssen. Ich hörte eine Menge plappernder Stimmen, die nicht menschlich klangen – irgendwas zwischen dem Bellen von Seehunden und dem Knurren von Hunden. Es gab auch noch andere Geräusche – einen altmodischen Filmprojektor und eine blecherne Erzählerstimme.
»Stellt es einfach da hinten ab«, befahl eine neue Stimme von der anderen Seite des Raumes her. »Bitte, Jünglinge, konzentriert euch auf den Film. Danach wird noch genug Zeit für Fragen sein.«
Die Stimmen verstummten und ich konnte den Film hören.
Wenn ein junger Meeresdämon heranwächst, sagte der Erzähler, dann kommt es zu Veränderungen im Körper des Monsters. Ihr merkt vielleicht, dass eure Reißzähne länger werden, und ihr verspürt das plötzliche Verlangen, menschliche Wesen zu verschlingen. Diese Veränderungen sind absolut normal und geschehen bei allen jungen Monstern.
Erregtes Fauchen füllte den Saal. Der Lehrer – ich nahm an, dass es sich um einen Lehrer handelte – bat um Ruhe, und der Film ging weiter. Das meiste verstand ich nicht, und ich wagte nicht unter der Plane hervorzuschauen. Der Lehrer redete über Wachstumsschübe und Akneprobleme, die durch die Arbeit in den Schmieden hervorgerufen wurden, und über die richtige Flossenhygiene, und dann war Schluss.