Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #4
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L». Краткое содержание книги:
Die Scheinwerfer wurden immer greller. Die Augen der Sphinx funkelten in vollständigem Schwarz.
»Na dann, meine Liebe«, sagte das Monster gelassen, »wenn du den Test nicht bestehen willst, fällst du durch. Und da wir nicht gestatten können, dass Kinder hier hängenbleiben, wirst du GEFRESSEN werden.«
Die Sphinx fuhr ihre Krallen aus, die wie rostfreier Stahl funkelten. Sie schlug auf das Podium ein.
»Nein!«, brüllte Tyson. Er ist immer stocksauer, wenn jemand Annabeth bedroht, aber ich konnte trotzdem nicht fassen, dass er so tapfer war, vor allem, wo er doch so eine schlimme Erfahrung mit einer Sphinx gemacht hatte.
Er erwischte die Sphinx im Sprung und sie krachten seitlich in einen Knochenhaufen. Das gab Annabeth gerade Zeit genug, um zur Besinnung zu kommen und ihr Messer zu ziehen. Tyson rappelte sich auf, sein Hemd war in Fetzen gerissen. Die Sphinx knurrte und hielt Ausschau nach einer Angriffsfläche.
Ich zog Springflut und trat vor Annabeth.
»Mach dich unsichtbar«, sagte ich zu ihr.
»Ich kann selbst kämpfen!«
»Nein!«, schrie ich. »Die Sphinx hat es auf dich abgesehen. Also überlass sie uns!«
Wie um zu beweisen, dass ich Recht hatte, stieß die Sphinx Tyson zur Seite und versuchte, sich an mir vorbeizudrängen. Grover bohrte ihr einen Wadenknochen ins Auge. Sie kreischte vor Schmerz. Annabeth setzte ihre Mütze auf und war verschwunden. Die Sphinx sprang auf die Stelle, an der sie gestanden hatte, rappelte sich dann aber mit leeren Pfoten wieder auf.
»Nicht fair«, heulte die Sphinx. »Geschummelt!«
Da Annabeth nicht mehr zu sehen war, wandte die Sphinx sich jetzt mir zu. Ich hob mein Schwert, aber ehe ich zuschlagen konnte, riss Tyson den Auswertungsapparat des Monsters aus dem Boden und warf ihn auf den Kopf der Sphinx, womit er ihren Haarknoten ruinierte. Der Apparat landete in Scherben überall um sie herum.
»Mein Auswertungsapparat!«, schrie sie. »Ohne meine Testergebnisse bin ich keine verdiente Heldin!«
Die Gitterstäbe hoben sich von den Ausgängen. Wir alle stürzten zum Tunnel auf der anderen Seite des Raumes. Ich konnte nur hoffen, dass Annabeth das auch tat.
Die Sphinx machte sich an die Verfolgung, aber Grover hob seine Rohrflöte und fing an zu spielen. Plötzlich fiel den Bleistiften ein, dass sie einmal zu Bäumen gehört hatten. Sie sammelten sich um die Pfoten der Sphinx, bekamen Wurzeln und Zweige und wickelten sich um die Beine des Monsters. Die Sphinx konnte sie zerreißen, aber wir hatten auf diese Weise gerade genug Zeit erkauft.
Tyson zog Grover in den Tunnel und das Gitter knallte hinter uns zu Boden.
»Annabeth«, schrie ich.
»Hier!«, sagte sie direkt neben mir. »Weiter!«
Wir rannten durch die dunklen Tunnel und hörten hinter uns das Gebrüll der Sphinx, die sich über die vielen Tests beschwerte, die sie jetzt per Hand würde auswerten müssen.
Ein klarer Fall von Selbstzündung
Ich glaubte, wir hätten die Spinne verloren, aber dann hörte Tyson ein leises Klirren. Wir bogen um einige Kurven, liefen etliche Male im Kreis und fanden die Spinne endlich, die mit ihrem winzigen Kopf gegen eine Metalltür schlug.
Die Tür sah aus wie ein altmodischer U-Boot-Einstieg – oval, mit Metallnieten um den Rand und einem Rad als Klinke. Wo der Einstieg hätte sein sollen, befand sich eine riesige grünlich angelaufene Messingplatte, in deren Mitte ein griechisches Eta eingestanzt war.
Wir tauschten einen Blick.
»Bereit zur Begegnung mit Hephaistos?«, fragte Grover.
»Nein«, gab ich zu.
»Doch«, sagte Tyson begeistert und drehte das Rad.
Kaum war die Tür offen, als die Spinne auch schon hineinjagte, dicht gefolgt von Tyson. Wir anderen schlossen uns mit nicht ganz so großer Eile an.
Der Saal war riesig. Er sah aus wie eine Autowerkstatt, mit mehreren hydraulischen Hebebühnen. Auf einigen standen Wagen, auf anderen seltsamere Dinge: ein bronzener Hippalektryon, dessen Pferdeschwanz entfernt worden war und aus dem ein Bündel Drähte heraushing, ein Metalllöwe, der an ein Ladegerät angeschlossen zu sein schien, und ein griechischer Kampfwagen, der nur aus Flammen bestand.
Ein Dutzend Werkbänke waren von kleineren Gegenständen bedeckt. Werkzeug hing an den Wänden. Jedes hatte an der Wand seinen Platz, aber nichts schien am richtigen Ort zu liegen. Der Hammer hing dort, wo der Schraubenzieher hingehört hätte. Die Nagelpistole hing dort, wo die Stichsäge hätte hängen sollen.
Unter dem nächststehenden hydraulischen Lift, auf dem ein 98er Toyota Corolla stand, ragten zwei Beine hervor – die untere Hälfte eines Mannes in verdreckter grauer Hose und Schuhen, die noch riesiger waren als Tysons. Ein Bein steckte in einer metallenen Schiene.
Die Spinne verschwand sofort unter dem Wagen und das Hämmern verstummte.
»Sieh an, sieh an«, dröhnte eine tiefe Stimme unter dem Corolla. »Was haben wir denn da?«
Der Mechaniker schob sich auf seinem Rollbrett hervor und setzte sich auf. Ich hatte Hephaistos auf dem Olymp einmal kurz gesehen und hielt mich für vorbereitet, aber bei seinem Anblick musste ich doch schlucken.
Ich vermute, er hatte sich fein gemacht, als ich ihn auf dem Olymp gesehen hatte, oder er hatte Magie angewandt, um ein bisschen weniger abschreckend zu wirken. Hier in seiner eigenen Werkstatt war es ihm offenbar egal, wie er aussah. Er trug einen mit Öl und Dreck verschmierten Blaumann. »Hephaistos« war auf die Brusttasche gestickt. Die Metallschiene ächzte und klapperte, als er aufstand, und seine linke Schulter lag tiefer als seine rechte, deshalb sah er immer schief aus, selbst wenn er aufrecht stand. Sein Kopf war missgestaltet und viel zu groß und er schien immer ein mürrisches Gesicht zu machen. Sein schwarzer Bart dampfte und zischte; immer wieder brachen in den Barthaaren kleine Feuer aus und verloschen dann wieder. Seine Hände waren so groß wie Baseballhandschuhe, aber im Umgang mit der Spinne legte er eine überraschende Geschicklichkeit an den Tag. Er zerlegte sie innerhalb von zwei Sekunden und setzte sie dann wieder zusammen.
»So«, murmelte er vor sich hin. »Viel besser.«
Die Spinne schlug in seiner Handfläche einen glücklichen Purzelbaum, schoss einen metallenen Faden an die Decke und schwang sich daran von dannen.
Hephaistos starrte uns übellaunig an. »Euch hab ich doch nicht gemacht, oder?«
»Äh«, sagte Annabeth. »Nein, Sir.«
»Gut«, knurrte der Gott. »Schlampige Arbeit.«
Er musterte Annabeth und mich. »Halbblute«, grunzte er. »Könnten natürlich auch Automaten sein, aber wohl eher nicht.«
»Wir sind uns schon einmal begegnet, Sir«, sagte ich.
»Ach, wirklich?«, fragte der Gott zerstreut. Ich hatte das Gefühl, dass ihm das alles ziemlich egal war. Er wollte lieber herausfinden, wie mein Kiefer funktionierte, ob mit einem Scharnier oder einem Hebel oder wie auch immer. »Na, wenn ich dich bei unserer ersten Begegnung nicht zu Brei gehauen habe, muss ich das jetzt wohl auch nicht tun.«
Er sah zu Grover hinüber und runzelte die Stirn. »Satyr.« Dann sah er Tyson an und seine Augen funkelten. »Na, ein Zyklop. Gut, gut. Wieso treibst du dich mit dieser Bande herum?«
»Öh«, sagte Tyson und starrte den Gott verwundert an.
»Ja, gut gesprochen«, sagte Hephaistos zustimmend. »Hoffentlich habt ihr einen guten Grund dafür, dass ihr mich stört. Die Aufhängung bei diesem Corolla ist keine Kleinigkeit, müsst ihr wissen.«
»Sir«, sagte Annabeth zögernd. »Wir suchen Dädalus. Wir dachten …«
»Dädalus?«, brüllte der Gott. »Diesen alten Schurken? Untersteht euch!«
Sein Bart ging in Flammen auf und seine schwarzen Augen glühten.
»Äh, doch, Sir, bitte«, sagte Annabeth.
»Hmpf. Ihr verschwendet eure Zeit.« Er betrachtete stirnrunzelnd etwas, das auf seiner Werkbank lag, und humpelte hinüber, hob einen Klumpen aus Federn und Metallplatten hoch und machte sich daran zu schaffen. Nach wenigen Sekunden hielt er einen Falken aus Silber und Bronze in der Hand. Der Falke breitete seine Metallflügel aus, zwinkerte mit seinen Augen aus Obsidian und flog eine Runde durch die Werkstatt.