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Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L

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Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
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Tyson lachte und klatschte in die Hände. Der Vogel landete auf Tysons Schulter und zupfte liebevoll an seinem Ohr.

Hephaistos sah ihn an. Der Gott sah noch immer übellaunig aus, aber ich glaubte, in seinen Augen ein freundlicheres Zwinkern zu entdecken. »Ich habe das Gefühl, du hast mir etwas zu sagen, Zyklop.«

Tysons Lächeln verschwand. »J-ja, gnädiger Herr. Uns ist ein Hunderthändiger begegnet.«

Hephaistos nickte und wirkte nicht überrascht. »Briareos?«

»Ja. Er – er hatte Angst. Wollte uns nicht helfen.«

»Und das macht euch Sorgen.«

»Ja!« Tysons Stimme zitterte. »Briareos müsste stark sein! Er ist älter und größer als die Zyklopen. Aber er ist weggerannt.«

Hephaistos grunzte. »Es hat eine Zeit gegeben, in der ich die Hunderthändigen bewundert habe. Damals, während des Ersten Krieges. Aber Leute, Monster, sogar Götter ändern sich, junger Zyklop. Man kann ihnen nicht vertrauen. Sieh dir nur meine liebende Mutter an, Hera. Die hast du doch kennengelernt, oder? Sie lächelt dir ins Gesicht und sagt, wie wichtig Familie ist, stimmt’s? Hat sie aber nicht daran gehindert, mich vom Olymp zu stoßen, als sie meine Visage gesehen hat.«

»Aber ich dachte, Zeus hat Ihnen das angetan«, sagte ich.

Hephaistos räusperte sich und spuckte in einen bronzenen Spucknapf. Er schnippte mit den Fingern und der mechanische Falke flog zurück zur Werkbank.

»Das ist die Version der Geschichte, die Mutter gern erzählt«, knurrte er. »Lässt sie sympathischer wirken, oder? Wenn an allem mein Dad schuld sein soll. Tatsache ist, meine Mutter liebt Familien, aber nur einen bestimmten Typ von Familie. Die perfekte Familie. Mich hat sie nur einmal angesehen und … na, ich passe da nicht ins Bild, oder?«

Er rupfte eine Feder aus dem Rücken des Falken und der gesamte Automat fiel auseinander.

»Glaub mir, junger Zyklop«, sagte Hephaistos. »Du kannst anderen nicht vertrauen. Vertrauen kannst du nur dem Werk deiner eigenen Hände.«

Mir kam das wie eine ganz schön einsame Lebensweise vor. Und ich hatte nicht gerade großes Vertrauen zum Werk des Hephaistos. In Denver hatten seine mechanischen Spinnen Annabeth und mich einmal fast umgebracht. Und im vergangenen Jahr hatte eine defekte Talos-Statue Bianca das Leben gekostet – noch eins von den kleinen Projekten des Hephaistos.

Er richtete seinen Blick auf mich und kniff die Augen zusammen, als ob er meine Gedanken lesen könnte. »Ach, der da mag mich nicht«, sagte er nachdenklich. »Keine Sorge, daran bin ich gewöhnt. Und worum möchtest du mich bitten, kleiner Halbgott?«

»Das wissen Sie doch schon«, sagte ich. »Wir müssen Dädalus finden. Es geht um einen gewissen Luke, er arbeitet für Kronos. Er sucht nach einer Möglichkeit, sich im Labyrinth zu orientieren, damit er unser Camp überfallen kann. Wenn wir Dädalus nicht vor ihm finden …«

»Und du, mein Junge, weißt es auch schon: Die Suche nach Dädalus ist Zeitverschwendung. Er wird euch nicht helfen.«

»Wieso nicht?«

Hephaistos zuckte mit den Schultern. »Die einen werden von Bergen gestoßen. Die anderen … nun ja, der Weg, auf dem wir lernen, niemandem zu vertrauen, ist noch schmerzhafter. Bitte mich um Gold. Oder um ein flammendes Schwert. Oder einen magischen Hengst. Das alles kann ich dir problemlos geben. Aber den Weg zu Dädalus? Das ist ein teurer Spaß.«

»Sie wissen also, wo er ist«, sagte Annabeth dringlich.

»Es ist nicht weise, nach ihm zu suchen, Mädchen.«

»Meine Mutter sagt, Weisheit entspringt aus der Suche.«

Hephaistos kniff abermals die Augen zusammen. »Und wer ist deine Mutter?«

»Athene.«

»Das passt.« Er seufzte. »Feine Göttin, diese Athene. Schande, dass sie Ehelosigkeit gelobt hat. Na gut, Halbblut. Ich kann dir sagen, was du wissen willst. Aber das hat seinen Preis. Du musst mir einen Gefallen tun.«

»Wird erledigt«, sagte Annabeth.

Jetzt lachte Hephaistos doch tatsächlich – ein Dröhnen wie das eines riesigen Blasebalgs, mit dem ein Feuer geschürt wird.

»Ihr Heroen«, sagte er. »Macht immer so leichtfertige Versprechungen. Erfrischend!«

Er drückte auf einen Knopf auf seiner Werkbank und an der Wand öffneten sich Metallblenden. Dahinter kam entweder ein riesiges Fenster oder ein Großbildfernseher zum Vorschein, ich war mir da nicht sicher. Wir sahen einen grauen, von Wäldern umgebenen Berg. Es musste ein Vulkan sein, denn aus seinem Gipfel stieg Rauch auf.

»Eine meiner Schmieden«, sagte Hephaistos. »Ich habe viele, aber das war immer eine meiner liebsten.«

»Das ist der Mount St. Helens«, sagte Grover. »Da gibt es wunderbare Wälder.«

»Du warst da schon mal?«, fragte ich.

»Auf der Suche nach … du weißt schon, Pan.«

»Moment«, sagte Annabeth mit einem Blick auf Hephaistos. »Sie haben gesagt, es war eine Ihrer Lieblingsschmieden. Was ist passiert?«

Hephaistos kratzte sich den schwelenden Bart. »Na ja, dort ist das Ungeheuer Typhon gefangen. Saß früher unter dem Ätna, aber als wir nach Amerika umgezogen sind, wurde seine Kraft stattdessen unter dem Mount St. Helens festgemacht. Großartige Energiequelle, aber ein wenig gefährlich. Besteht immer die Chance, dass er entkommt. Im Moment gibt es jede Menge Ausbrüche, das Ding schwelt die ganze Zeit. Die Rebellion der Titanen macht ihn nervös.«

»Was sollen wir tun?«, fragte ich. »Gegen ihn kämpfen?«

Hephaistos schnaubte. »Das wäre Selbstmord. Die Götter sind doch selbst vor Typhon geflohen, als er noch frei war. Nein, betet, dass ihr ihn niemals sehen müsst, geschweige denn gegen ihn kämpfen. Aber in letzter Zeit habe ich Eindringlinge in meinem Berg wahrgenommen. Jemand oder etwas benutzt meine Schmieden. Wenn ich hingehe, ist alles leer, aber ich sehe doch, dass sie benutzt worden sind. Da ist etwas … Uraltes. Etwas Böses. Ich will wissen, wer es wagt, in mein Territorium einzudringen, und ob er den Plan hat, Typhon zu befreien.«

»Wir sollen für Sie feststellen, wer das ist«, sagte ich.

»Jawoll«, sagte Hephaistos. »Seht nach. Vielleicht spüren sie euer Kommen nicht. Ihr seid keine Gottheiten.«

»Schön, dass Ihnen das aufgefallen ist«, murmelte ich.

»Geht und versucht, so viel wie möglich herauszufinden«, sagte Hephaistos. »Und dann berichtet mir davon und ich sage euch, was ihr über Dädalus wissen müsst.

»Na gut«, sagte Annabeth. »Wie kommen wir dorthin?«

Hephaistos klatschte in die Hände und die Spinne ließ sich von den Dachbalken herab. Annabeth zuckte zusammen, als sie zu ihren Füßen landete.

»Mein Geschöpf wird euch den Weg zeigen«, sagte Hephaistos. »Durch das Labyrinth ist es nicht weit. Und versucht, am Leben zu bleiben, ja? Menschen sind viel zerbrechlicher als Automaten.«

Wir kamen gut voran, bis wir die Baumwurzeln erreichten. Die Spinne jagte vor uns her und wir hielten gut Schritt, aber dann entdeckten wir einen Nebentunnel, der direkt in die Erde gegraben war und von dicken Wurzeln gehalten wurde. Grover erstarrte.

»Was ist los?«, fragte ich.

Er rührte sich nicht und starrte mit offenem Mund in den dunklen Tunnel. Seine Locken raschelten in der Brise.

»Los«, sagte Annabeth. »Wir müssen weiter.«

»Das ist der Weg«, murmelte Grover ehrfurchtsvoll. »Das ist es.«

»Welcher Weg?«, fragte ich. »Du meinst … zu Pan?«

Grover sah Tyson an. »Riechst du es nicht?«

»Erde«, sagte Tyson. »Und Pflanzen.«

»Ja! Das ist der Weg. Ich bin mir sicher!«

Vor uns lief die Spinne immer weiter durch den steinernen Gang. Noch ein paar Sekunden, und wir würden sie aus den Augen verlieren.

»Wir kommen zurück«, versprach Annabeth. »Auf dem Rückweg zu Hephaistos.«

»Dann wird der Tunnel nicht mehr da sein«, sagte Grover. »Ich muss ihm folgen. So eine Tür bleibt nicht offen.«

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