Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #4
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L». Краткое содержание книги:
»Ich habe bezahlt und bezahlt«, knurrte Dädalus. »Ich habe alles verloren. Ich werde in der Unterwelt leiden, davon gehe ich aus. Aber bis dahin …«
Er hob die Schriftrolle des Jungen hoch, musterte sie für einen Moment und schob sie in seinen Ärmel.
Du verstehst mich nicht, sagte Athene mit kalter Stimme. Du wirst jetzt und für immer bezahlen.
Plötzlich brach Dädalus voller Qualen zusammen. Ich spürte, was er spürte. Ein brennender Schmerz schloss sich um meinen Hals wie ein Kragen aus vor Hitze schmelzendem Metall – es verschlug mir den Atem und mir wurde schwarz vor Augen.
Ich erwachte in der Dunkelheit und meine Hände umklammerten meine Kehle.
»Percy?«, rief Grover von der anderen Couch herüber. »Alles in Ordnung?«
Ich zwang mich, ruhig zu atmen. Ich wusste nicht, was ich antworten sollte. Ich hatte soeben gesehen, wie der Mann, den wir suchten, Dädalus, seinen eigenen Neffen ermordet hatte. Natürlich stimmte da etwas nicht. Der Fernseher lief. Blaues Licht flackerte durch das Zimmer.
»Wie … wie spät ist es?«, krächzte ich.
»Zwei Uhr morgens«, sagte Grover. »Ich konnte nicht schlafen. Ich schaue eine Natursendung.« Er schniefte. »Wacholder fehlt mir.«
Ich rieb mir den Schlaf aus den Augen. »Ach, na ja … du siehst sie ja bald wieder.«
Grover schüttelte traurig den Kopf. »Weißt du, welcher Tag heute ist, Percy? Ich habe es eben im Fernsehen gesehen. Der dreizehnte Juni. Sieben Tage, seit wir das Camp verlassen haben.«
»Was?«, fragte ich. »Das kann doch nicht stimmen.«
»Im Labyrinth vergeht die Zeit schneller«, erinnerte Grover mich. »Als du zum ersten Mal mit Annabeth unten warst, habt ihr doch geglaubt, nur ein paar Minuten weg gewesen zu sein, oder? Aber es war eine Stunde.«
»Ach ja«, sagte ich. »Richtig.« Dann begriff ich, was er da sagte, und wieder fühlte mein Hals sich glühend heiß an. »Deine Frist beim Rat der Behuften Älteren.«
Grover steckte die Fernbedienung in den Mund und nagte das Ende ab. »Ich bin zu spät dran«, sagte er mit dem Mund voll Kunststoff. »Wenn ich zurückkomme, werden sie meine Sucherzulassung einkassieren. Ich werde nie wieder losziehen dürfen.«
»Wir werden mit ihnen reden«, versprach ich. »Wir bringen sie dazu, dass sie dir mehr Zeit geben.«
Grover schluckte. »Darauf werden sie sich niemals einlassen, Percy. Die Welt liegt im Sterben. Es wird jeden Tag schlimmer. Die Wildnis … ich kann geradezu spüren, wie sie dahinschwindet. Ich muss Pan finden.«
»Das wirst du auch, Mann. Auf jeden Fall.«
Grover sah mich aus traurigen Ziegenaugen an. »Du warst immer ein guter Freund, Percy. Was du heute getan hast – die Tiere auf der Ranch vor Geryon zu retten –, das war umwerfend. Ich – ich wünschte, ich könnte mehr so sein wie du.«
»Hey«, sagte ich. »Sag das nicht. Du bist genauso sehr ein Held …«
»Nein, bin ich nicht. Ich versuch es ja immer wieder, aber …« Er seufzte. »Percy, ich kann nicht ins Camp zurückkehren, ohne Pan gefunden zu haben. Das kann ich einfach nicht. Das verstehst du doch, oder? Ich kann Wacholder nicht mehr ins Gesicht sehen, wenn ich versage. Ich kann mir nicht einmal mehr selbst ins Gesicht sehen.«
Seine Stimme war so unglücklich, dass es wehtat, ihm auch nur zuzuhören. Wir hatten zusammen eine Menge durchgemacht, aber er hatte sich noch nie so fertig angehört.
»Uns fällt schon was ein«, sagte ich. »Du hast nicht versagt. Du bist doch der Superziegenknabe, oder? Das weiß Wacholder. Und ich weiß es auch.«
Grover schloss die Augen. »Superziegenknabe«, murmelte er niedergeschlagen.
Nach langer Zeit nickte er ein. Ich war noch wach und sah zu, wie das blaue Licht der Natursendung über die ausgestopften Tierköpfe an Geryons Wänden flackerte.
Am nächsten Morgen gingen wir zur Viehsperre und nahmen Abschied.
»Nico, du könntest mitkommen«, platzte es aus mir heraus. Ich nehme an, ich dachte an meinen Traum und daran, wie sehr der junge Perdix mich an Nico erinnert hatte.
Nico schüttelte den Kopf. Ich glaube, wir hatten im Haus auf der Dämonen-Ranch alle nicht gut geschlafen, aber Nico sah schlimmer aus als alle anderen. Seine Augen waren rot und sein Gesicht kreideweiß. Er hatte sich in einen schwarzen Umhang gewickelt, der sicher Geryon gehört hatte, denn er war sogar für einen Erwachsenen drei Nummern zu groß.
»Ich brauche Zeit zum Nachdenken.« Er wollte mir nicht in die Augen schauen, aber ich konnte ihm anhören, dass er noch immer wütend war. Die Tatsache, dass seine Schwester meinetwegen aus der Unterwelt gekommen war und seinetwegen nicht, schien ihm ziemlich gegen den Strich zu gehen.
»Nico«, sagte Annabeth. »Bianca will doch einfach nur, dass es dir gut geht.«
Sie legte ihm die Hand auf die Schulter, aber er wich aus und trottete die Straße hoch zum Haus. Vielleicht bildete ich es mir ein, aber der Morgennebel schien beim Gehen an ihm zu kleben.
»Ich mache mir Sorgen um ihn«, sagte Annabeth zu mir. »Wenn er wieder anfängt, mit Minos’ Geist zu reden …«
»Das kommt schon in Ordnung«, sagte Eurytion überzeugt. Der Hirte hatte sich schick gemacht. Er trug neue Jeans und ein sauberes Cowboyhemd und hatte sich sogar den Bart gestutzt. Er hatte Geryons Stiefel übernommen. »Der Junge kann hierbleiben und seine Gedanken sammeln, solange er will. Ihm passiert hier nichts, das verspreche ich.«
»Was ist mit Ihnen?«, fragte ich.
Eurytion kratzte Orthos unter dem einen Kinn und dann unter dem anderen. »Von jetzt an wird auf dieser Ranch alles ein wenig anders laufen. Kein heiliges Schlachtvieh mehr. Ich könnte mir Teigtaschen mit einer Füllung aus Sojabohnen vorstellen. Und ich werde mich mit diesen fleischfressenden Pferden anfreunden. Könnte sie vielleicht zum nächsten Rodeo melden.«
Bei dieser Vorstellung bekam ich eine Gänsehaut. »Na, viel Glück.«
»Jep.« Eurytion spuckte ins Gras. »Und ihr wollt die Werkstatt des Dädalus suchen?«
Annabeths Augen leuchteten auf. »Können Sie uns vielleicht helfen?«
Eurytion musterte die Viehsperre und ich hatte das Gefühl, dass die Sache mit Dädalus’ Werkstatt ihm unangenehm war. »Keine Ahnung, wo die ist. Aber Hephaistos müsste es wissen.«
»Das hat Hera auch gesagt«, sagte Annabeth. »Aber wo können wir Hephaistos finden?«
Eurytion zog etwas unter seinem Hemdkragen hervor. Es war ein Anhänger – eine glatte Silberscheibe an einer silbernen Kette. Die Scheibe wies in der Mitte eine Vertiefung auf, wie ein Daumenabdruck. Er reichte Annabeth das Halsband.
»Hephaistos kommt ab und zu her«, sagte Eurytion. »Sieht sich die Pferde und so was an, damit er nach ihrem Abbild bronzene Automaten herstellen kann. Beim letzten Mal habe ich ihm, na ja, einen Gefallen getan. Er wollte meinem Dad Ares und Aphrodite einen kleinen Streich spielen. Zum Dank hat er mir diese Kette gegeben. Hat gesagt, wenn ich ihn je brauche, dann führt die Scheibe mich zu seiner Schmiede. Aber nur einmal.«
»Und jetzt wollen Sie sie mir geben?«, fragte Annabeth.
Eurytion wurde rot. »Ich brauche die Schmiede nicht zu finden, junge Dame. Hab hier genug zu tun. Drück einfach auf den Knopf, und schon bist du unterwegs.«
Annabeth drückte auf den Knopf und die Scheibe erwachte zum Leben. Sie bekam acht metallene Beine. Annabeth kreischte auf und ließ sie fallen, was Eurytion sehr verwirrte.
»Eine Spinne!«, schrie Annabeth.
»Sie hat, äh, ein wenig Angst vor Spinnen«, erklärte Grover. »Diese alte Unstimmigkeit zwischen Athene und Arachne.«
»Ach.« Eurytion sah verlegen aus. »Tut mir leid, junge Dame.«
Die Spinne lief zur Viehsperre und verschwand zwischen den Gitterstäben.
»Beeilt euch«, sagte ich. »Dieses Dings wartet nicht auf uns.«
Annabeth hatte keine große Lust, die Verfolgung aufzunehmen, aber uns blieb keine Wahl. Wir verabschiedeten uns von Eurytion, Tyson riss die Viehsperre aus dem Loch und wir ließen uns wieder ins Labyrinth fallen.
Ich wünschte, ich hätte die mechanische Spinne an die Leine nehmen können. Sie lief so schnell durch die Tunnel, dass ich sie die meiste Zeit nicht einmal sehen konnte. Wenn Tyson und Grover kein so hervorragendes Gehör gehabt hätten, dann hätten wir nie gewusst, in welche Richtung sie davoneilte.