In Sklavenketten auf Gor
- Автор: Норман Джон
- Год: 1978
- Язык: немецкий
- Переводчик: Thomas Schluck
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «In Sklavenketten auf Gor». Краткое содержание книги:
Aber dann findet Judy heraus, daß ihre Enführung kein Zufall war und sie in Wahrheit als hilflose Schachfigur in einem viel größeren Intrigenspiel dient. Will sie überleben, muß sie auf die Hilfe jenes Mannes vertrauen, den sie von ganzem Herzen haßt: Clitus Vitellius.
Thurnus senkte seinen Kelch. Stille herrschte auf dem Dorfplatz.
»Ich bitte dich statt dessen, weiter deine Sklavin sein zu dürfen«, fuhr das Mädchen fort.
»Warum?«
»Ich habe in deinen Armen gelegen, Thurnus«, sagte sie. »In deinen Armen kann ich nur Sklavin sein. Es würde dich entehren – in deinen Fellen kann ich mich nur wie eine Sklavin verhalten.«
»Ich verstehe«, sagte der Kastenführer von Tabukfurt leise.
»Die Liebe, die ich für dich empfinde«, fuhr das Mädchen fort, »ist nicht die Liebe einer freien Gefährtin, sondern die einer Sklavin, so tief und unterwürfig, daß sie nur aus einem Sklavenherzen kommen kann.«
Das Fest nahm seinen Fortgang. Dunkle Wolken ballten sich am Himmel zusammen. Immer wieder wurden die Monde verdeckt.
Mir wurde der Kopf schwer. Plötzlich schreckte ich hoch, als vor mir ein Klicken ertönte. Jemand hatte mir Stahlreifen um die Arme gelegt.
Ich hob den Blick und schaute in die Augen Tup Löffelhändlers. »Steh auf, kleine Vulo«, sagte er. »Du gehörst jetzt mir.«
Mir war seltsam zumute. So einfach hatte ich den Herrn gewechselt!
Ich sah mich um. Das Fest ging seinem Ende entgegen. Die meisten Dorfbewohner hatten sich bereits in ihre Hütten zurückgezogen. Einige lagen betrunken am herunterbrennenden Feuer.
In unserer Nähe befanden sich Thurnus und einige seiner Mädchen.
»Ich habe dich Tup Löffelhändler geschenkt«, sagte Thurnus zu mir.
»Ja, Herr«, flüsterte ich und kniete nieder.
»Du wurdest ihm als Zahlung für das Pulver versprochen, das er einer Dorfbewohnerin gab«, fuhr Thurnus fort. »Das Pulver wurde verwendet, obgleich es nicht die gewünschte Wirkung hatte. Die betreffende Person kann leider keine eigenen Geschäfte mehr tätigen, da sie bedauerlicherweise Sklavin geworden ist – daher überlasse ich dich ihm als Zahlung für das Pülverchen.«
»Ja, Herr«, antwortete ich und ballte die Fäuste in den Handschellen. Ich war der Preis für eine Portion Pulver! Mein Zorn entflammte. »Das Pulver war doch aber wertlos!« sagte ich schmollend.
»Du aber auch, hübsche kleine Dina«, sagte Thurnus und warf lachend den Kopf in den Nacken. Dann wandte er sich an Sandalenschnur. »Ich ernenne dich zu meiner Lieblingssklavin. Du wirst in meiner Hütte schlafen.«
»Deine Sklavin ist dir sehr dankbar, Herr«, erwiderte sie.
»Außerdem bist du Erstes Mädchen im Dorf.«
»Wie der Herr befiehlt«, sagte sie.
Radieschen, Verrschwanz und Rübchen eilten zu ihr und umarmten und küßten sie. »Wir sind ja so glücklich!« sagte Rübchen.
»Du kannst aufstehen, Dina«, sagte Tup Löffelhändler zu mir, »und dich von deinen ehemaligen Käfiggefährtinnen verabschieden.«
Die Mädchen kamen zu mir und wünschten mir alles Gute. Ich erwiderte ihre Wünsche.
Als letzte umarmte mich Sandalenschnur. »Ich wünsche dir alles Gute, Dina«, sagte sie.
»Ich wünsche dir alles Gute, Herrin«, antwortete ich. Ich nannte sie Herrin, denn sie war das Erste Mädchen ihres Herrn.
Thurnus trat vor mich hin, legte mir die Hand auf den Kopf und schüttelte ihn hin und her.
Ich blickte zu ihm auf. Tränen standen mir in den Augen.
»Das Dorf«, sagte er, »ist nicht der richtige Ort für dich, Dina. Die Tage sind zu lang, die Arbeit ist zu mühsam.« Er musterte mich von Kopf bis Fuß. »Du hast den Körper einer Vergnügungssklavin«, fuhr er fort. »Dein Platz ist zu den Füßen eines Mannes.«
»Ja, Herr«, sagte ich.
»Komm, Sklavin«, sagte Tup Löffelhändler und nahm mich am Arm. Ich widersetzte mich dem Druck seines Arms.
»Ich wünsche dir alles Gute, Herr«, sagte ich zu Thurnus.
»Du kannst ja nic ht mal einen Pflug ziehen«, stellte er fest.
»Ich bin ein armseliger Sklaven-Bosk«, sagte ich.
»Du bist nicht der Bosk«, sagte er, »sondern die Wiese.« Errötend senkte ich den Kopf. »Ich wünsche dir alles Gute, kleine Sklavin«, sagte Thurnus.
»Vielen Dank, Herr«, erwiderte ich.
Ich spürte Tup Löffelhändlers Finger an meinem Arm. »Wird es nötig sein, dich zu schlagen?« fragte er.
»Nein, Herr!« erwiderte ich erschrocken und folgte ihm.
Der Karren des Hausierers stand in der Nähe des Dorftors, das für uns geöffnet wurde.
Ich rechnete damit, hinter dem Wagen angebunden zu werden; zu meiner Überraschung führte mich mein Herr jedoch zwischen die Deichseln und band mich dort fest.
»Ich bin zu schwach, um den Karren zu ziehen, Herr«, sagte ich bedrückt.
Doch er sah mich nur an. Ich ergriff die Deichseln und drückte dagegen, stemmte die Füße in den Boden.
»Es geht nicht, Herr!« rief ich.
Im nächsten Augenblick schrie ich laut auf. Der Peitschenschlag auf den Rücken kam unverhofft. Mit einem Klageschrei verdoppelte ich meine Anstrengungen und setzte den Karren in Bewegung. Ich zog Tup Löffelhändlers Wagen durch das Tor auf den Weg, der von Tabukfurt fortführte.
In diesem Augenblick spürte ich einen Tropfen Regen auf der Haut. Es begann zu nieseln. Dicke Wolken wurden vom Wind über den Himmel gejagt. Ich spürte die Feuchtigkeit in meinem Haar und auf meinem nackten Körper. Der Regen wurde stärker, und ich rutschte immer wieder auf dem feuchten Boden aus. Löffelhändler half mir, indem er sich gegen den Wagen stemmte. Schließlich ging es nicht weiter. Der Hausie rer löste meine Fesseln und setzte sich zu mir unter den Wagen.
»Die Dürre ist vorbei«, stellte er fest.
10
Ich schwamm durch den Teich.
»Säubere dich gut, Dina«, sagte Tup Löffelhändler. »Du mußt ganz frisch sein.«
»Ja, Herr!« rief ich ihm zu.
Ich hatte am Beckenrand gekniet und mir das Haar gewaschen. Anschließend hatte ich mich im Becken reinigen dürfen.
Ich war nun schon zwei Wochen lang die Sklavin des Hausierers. Wir hatten mehrere Dörfer besucht und uns dabei allmählich Ar genähert. Es wurde Zeit, daß er sein Warenlager ergänzte. Ich war froh, daß er mich nicht an Bauern weiterverkaufte. Offenbar hatte er andere Pläne mit mir.
Meine Laune hatte sich gebessert, als wir die große Straße erreichten – eine breite, ziemlich glatte Fahrbahn. Hier machte es mir keine Mühe, die Karre zu ziehen. Ab und zu waren Dörfer zu sehen, da und dort waren Tavernen und Gasthäuser am Straßenrand. Es machte Spaß, die vorbeiziehenden Karawanen und die Bauern mit ihren Boskwagen zu beobachten. Vor den großen Tharla rion in den Karawanen hatte ich Angst. Diese Tiere trugen meistens mit Glöckchen verziertes Geschirr. Einmal kam uns eine ungewöhnlich große Sklavenkarawane entgegen – über vierhundert Wagen voller Mädchen. Es war die Karawane des großen Kaufmanns Mintar.
Die Straße nach Ar wird durch Pasangsteine unterteilt. Wir waren der Straße gefolgt, bis wir uns etwa zweihundert Pasang vor Ar befanden. Dann waren wir abgebogen und zwei Tage lang einer Nebenstraße gefolgt. Die Gegend hier war ziemlich bevölkert.
Tup Löffelhändlers Karren stand heute vor der Hütte eines Dorfbewohners, den er kannte.
Vom Teich aus konnte ich die hohen weißen Mauern der Handelsburg Turmussteine sehen, eines turischen Vorpostens, der die Genehmigung hatte, auf dem Herrschaftsgebiet Ars turische Waren zu lagern. Solche Lager sind auf Gor nicht ungewöhnlich. Sie dienen der Sicherung des Handels und haben keine militärische Funktion. Turia ist eines der größten Handelszentren Gors. Es liegt im tiefen Süden, in der gemäßigten Zone der südlichen Hemisphäre.
»Schau, Dina«, sagte Tup Löffelhändler und deutete nach oben.
Ich folgte seiner Geste und erblickte am Himmel über uns vier Tarnkämpfer. Sie trugen die gelben Banner des Waffenstillstands.
»Ich möchte wetten, daß sie nach Port Kar fliegen«, sagte mein Herr, »von wo sie mit dem Schiff nach Cos fahren werden.«
Ich hatte gehört, daß es zwischen Ar und Cos zu Auseinandersetzungen gekommen war, die auf die angebliche Unterstützung der Voskpiraten durch Cos zurückgingen. Der Vosk ist ein breiter Fluß, der in westlicher Richtung strömt und in ein ausgedehntes Delta übergeht, ehe er schließlich in das Thassa, das goreanische Meer, mündet. Die Feindseligkeiten hatten offenbar im wesentlichen wirtschaftliche Gründe, das Bestreben beider Städte, in den Gebieten, die an den Vosk grenzten, ein Handelsmonopol zu errichten. Ar beanspruchte das Südufer des Vosk; Cos und das andere große Meeres-Ubarat Tyros dagegen hatten seit jeher in diesen Gebieten Handel getrieben.