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In Sklavenketten auf Gor

Электронная книга - «In Sklavenketten auf Gor». Краткое содержание книги:

In Sklavenketten auf Gor - Judy Thornton wird von der Erde nach Gor verschleppt, wo man sie zur Sklavin macht. Skrupellos setzt ihr Herr Clitus Vitellius sie für seine Ränkespiele ein, denn er soll im Auftrag der mächtigen Stadt Ar die Salerische Konföderation schwächen.
Aber dann findet Judy heraus, daß ihre Enführung kein Zufall war und sie in Wahrheit als hilflose Schachfigur in einem viel größeren Intrigenspiel dient. Will sie überleben, muß sie auf die Hilfe jenes Mannes vertrauen, den sie von ganzem Herzen haßt: Clitus Vitellius.
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»Ja«, flüsterte Bran Loort.

»Nimm sie!« forderte Thurnus den anderen auf. »Ich gebe dir meine Erlaubnis dazu. Los, mach schon!«

»Ich kann nicht«, flüsterte Bran Loort kaum hörbar. Er war ein geschlagener Mann.

Bran Loort wandte sich von mir ab und näherte sich dem Tor des Dorfes. Man öffnete es für ihn. Er verließ Tabukfurt.

»Wer will, kann ihm folgen!« sagte Thurnus zu den jungen Männern, die sich mit ihm zusammengetan hatten.

Doch keiner machte Anstalten, ihrem Rädelsführer zu folgen.

»Aus welchem Dorf seid ihr?« fragte Thurnus.

»Tabukfurt!« lautete die mürrische Antwort.

»Und wer ist Kastenführer in Tabukfurt?« wollte Thurnus grinsend wissen.

»Thurnus.«

»Geht in eure Hütten«, befahl er. »Ihr unterliegt der Strafe unserer Kaste.« Die Jünglinge verschwanden aus dem Kreis am Feuer. Vermutlich wurden sie für ein Jahr zur Feldarbeit verurteilt.

Melina hatte sich ebenfalls zurückgezogen. Sie war in der Hütte verschwunden, die sie mit Thurnus teilte.

»Wir wollen ein Fest feiern!« entschied Thurnus. Jubelgeschrei wurde laut.

»Aber zuerst, mein lieber Thurnus«, sagte Melina, die in der Tür der Hütte erschienen war, »trinken wir auf den Sieg des Abends.«

Schweigen trat ein.

Sie trug einen Metallkelch in der Hand. Langsam und feierlich kam sie die Treppe herab und näherte sich ihrem Gefährten.

Sie hielt ihm den Kelch hin. »Trink, edler Thurnus, mein Schatz«, sagte sie zu ihm. »Ich bringe dir den Trank des Sieges.«

Plötzlich erkannte ich ihren Plan. Melina war eine raffinierte Frau. Sie hatte damit gerechnet, daß Bran Loort und seine jungen Freunde über Thurnus siegen würden. Doch für den Fall, daß sie es nicht schafften, hatte sie Tup Löffelhändle r, dem Hausierer, ein Pülverchen abgekauft. Hätte Bran Loort gesiegt, wäre ich ihm übergeben worden. Gleichzeitig war ich Tup Löffelhändler versprochen worden – als Bezahlung für das Pulver, sollte es wirken. In beiden Plänen war die Skla vin Dina der Preis, mit dem Melina diese Dienste erkaufte. Hätte Bran Loort gesiegt, wäre ich an ihn gefallen und Löffelhändler hätte sein Pulver unbenutzt zurückerhalten. Doch jetzt mußte sich der Trank beweisen, und sobald die erwünschte Wirkung eintrat, fiel ich dem Hausierer anheim. Melina hatte gut geplant.

»Trink, mein Schatz«, sagte sie.

Thurnus ergriff den Kelch.

Ich versuchte zu schreien, brachte aber keinen Laut heraus. Ich wehrte mich gegen meine Fesseln. Ich bin sicher, daß mir die Augen aus den Höhle n quollen. Doch niemand beachtete mich. Der Knebel saß zu fest.

»Nicht trinken, Herr!« wollte ich schreien. »Der Trank ist vergiftet!«

Thurnus hob den Kelch an die Lippen. Dann hielt er inne.

»Trink!« forderte Melina.

»Es ist unser gemeinsamer Sieg«, sagte Thurnus fest. »Trink du zuerst.«

Melina erholte sich schnell von ihrer Verblüffung. »In erster Linie ist es dein Sieg«, sagte sie.

»Trink du zuerst, mein Schatz.«

»Zuerst du!« sagte sie.

»Trink!« Thurnus’ Stimme hatte jede Freundlichkeit verloren. Melina wurde bleich. Zögernd griff sie nach dem Kelch.

»Ich halte den Kelch«, sagte Thurnus. »Trink.«

»Nein«, sagte sie und senkte die Hände. »Es ist Gift darin.«

Thurnus lächelte. Dann legte er den Kopf in den Nacken und leerte den Kelch.

Verblü fft starrte Melina ihn an.

»Sei gegrüßt, werte Dame«, sagte Tup Löffelhändler, der in diesem Augenblick zwischen den Hütten erschien.

Thurnus warf den leeren Kelch zur Seite. »Ein harmloser Trunk«, sagte er. »Tup Löffelhändler und ich haben als junge Männer zusammen Sleen gejagt. Dabei rettete ich ihm einmal das Leben. Nach dem Ritus der Sleenklauen sind wir verbrüdert.« Thurnus hob den Unterarm, an dem eine zackige Narbe sichtbar war. Löffelhändler machte es ihm nach; eine ähnliche Narbe war an seinem Arm zu sehen. Sie stammte von einer Sleenklaue, eingeritzt von Thurnus; dieselbe Klaue, geführt von Tup Löffelhändler, hatte Thurnus gezeichnet; das Blut der beiden hatte sich vermischt, obwohl der eine von Geburt Bauer, der andere Kaufmann war.

»Heute nun hat er mir das Leben gerettet«, fuhr Thurnus fort.

»Es freut mich, daß ich Gelegenheit dazu hatte«, rief Löffelhändler. »Du hast mich hereingelegt«, sagte Melina zu dem Hausierer, der ihr nicht antwortete.

»Es wäre besser gewesen«, sagte Thurnus, »du hättest den Kelch als erste geleert und es wäre wirklich Gift darin gewesen.«

»O nein, Thurnus«, flüsterte sie. »Bitte nein!«

»Bringt einen Käfig!« befahl Thurnus.

»Nein!« flehte sie.

»Und einen Sleenkragen!«

»Nein! Nein!«

Zwei Männer verließen die Gruppe.

»Lieber schere mir die Haare ab und schicke mich unehrenhaft in das Dorf meines Vaters zurück!« rief sie.

Mit einer heftigen Bewegung riß er ihr das Gewand vom Leibe und legte ihr den Sleenkragen um, den ein Mann gebracht hatte. Furchtsam blickte sie Thurnus an.

»In den Käfig mit dir, Sklavin!« sagte Thurnus.

»Thurnus!«

Er holte aus und versetzte ihr mit dem Handrücken einen heftigen Schlag auf den Mund. »In den Käfig, Sklavin!« forderte er.

»Ja – Herr«, flüsterte die Sklavin, die bis eben noch Melina geheißen hatte. Sie kroch in den Sleenkäfig, der in der Nähe aufgestellt worden war.

Sandalenschnur gab die Leinen der beiden Sleen an einen Mann weiter, eilte zum Käfig und ließ die Tür herabknallen. Die Umstehenden begannen zu jubeln.

»Wir wollen feiern!« rief Thurnus, Kastenführer von Tabukfurt. »Und macht ein Feuer heiß für das Brandzeichen einer Sklavin!«

Wieder brüllten die Dorfbewohner ihre Begeisterung hinaus.

In dem winzigen Käfig hockte die Sklavin, ihr Gesicht war vor Entsetzen entstellt. Bald würde sie das Sklavenzeichen tragen.

Männer und Frauen eilten herbei und begannen mit den Vorbereitungen für das Fest. Auf ein Zeichen von Thurnus hin befreiten mich Radieschen, Rübchen und Verrschwanz von meinen Fesseln. Sie nahmen mir den ekelhaften Knebel aus dem Mund.

Verr wurden gebraten, Pudding gekocht. Sa-Tarna-Brot wurde aus den Hütten geholt und erhitzt. Sul-Paga floß in Strömen.

Als das Fest seinem Höhepunkt entgegenging, wurde der Käfig geöffnet und die ehemalige freie Frau Melina herausgeholt. Man fesselte sie an den Pfahl, an dem ich vorhin noch gestanden hatte, und brandete sie. Anschließend wurde ihr das Haar abrasiert. Stöhnend hing sie in ihren Fesseln, während die Männer und Frauen an das Lagerfeuer zurückkehrten.

Zur Rechten Thurnus’ saß Tup Löffelhändler, auf seiner anderen Seite Sandalenschnur, die er am Nachmittag aus der Sklaverei entlassen hatte.

Ich blickte zum Himmel auf. Dunkle Wolken bewegten sich über uns. Die Luft schmeckte feucht.

In diesem Augenblick stand Thurnus auf und hob einen Kelch mit Paga. »Tup Löffelhändler«, sagte er, »ist nach dem Ritus der Sleenkralle mein Bruder. Ich trinke auf ihn!« Die Dorfbewohner machten es ihm nach.

Daraufhin stand Tup Löffelhändler auf. »Ihr habt heute Paga und Nahrung mit mir geteilt. Ich trinke auf die Gastfreundschaft von Tabukfurt!«

Die Anwesenden jubelten.

»Außerdem«, fuhr der Hausierer fort, »trinke ich auf einen Mann, der nicht meiner Kaste angehört, mit dem mich aber ein Band verbindet, das stärker ist als alle Kastengrenzen – auf Thurnus, Kastenführer von Tabukfurt!« Die Begeisterungsrufe klangen nun noch lauter.

Thurnus erhob sich von neuem. »Ich bitte diese freie Frau«, sagte er und deutete auf Sandalenschnur, »mich in Freier Gefährtenschaft zu akzeptieren!« Die Dorfbewohner gerieten außer sich vor Begeisterung.

»Thurnus«, sagte sie, »da ich jetzt frei bin, kann ich doch auch nein sagen, oder?«

»Richtig«, sagte Thurnus verwirrt.

»Dann, edler Thurnus«, sagte sie ruhig, »lehne ich deinen Vorschlag ab. Ich werde nicht deine freie Gefährtin.«

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