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Indiana Jones und das Schiff der Götter

Электронная книга - «Indiana Jones und das Schiff der Götter». Краткое содержание книги:

Indiana Jones — eine Legende lebt weiter! Im Jahr 1939 entdeckt das amerikanische Forschungsschiff Poseidon in der Nähe von Grönland einen riesigen schwimmenden Eisberg — und auf ihm einen halbverrückten Wissenschaftler. Einige Monate später machte sich ein internationales Forscherteam von New York aus in einem Zeppelin auf den Weg, um das Geheimnis dieses Eisbergs — genannt Odinsland — zu lüften. Und natürlich kann man bei einer so riskanten Expedition auf die Mithilfe von Indiana Jones nicht verzichten! Doch nach einem gefahrvollen Flug und einer noch katastrophaleren Landung muß das Team feststellen, daß irgend jemand seine Forschungstätigkeit auf Odinsland mit allen Mitteln zu vereiteln sucht…
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Von Ludolf starrte weiter ins Leere und schwieg.

«Auf jeden Fall«, fuhr Browning fort,»haben Professor van Hes-ling und auch noch einige andere Überlebende des Schiffsuntergangs — wenn es einer war — Odinsland erreicht. Offensichtlich ist es ihnen gelungen, dort mehrere Monate lang zu überleben. Wie, weiß niemand. Am 20. Dezember des vergangenen Jahres jedenfalls fing der Funker der POSEIDON einen verstümmelten SOS-Ruf auf, der das Schiff schließlich nach Odinsland führte. Kapitän Morton und eine Rettungsmannschaft betraten den Eisberg, aber sie fanden zuerst keine Überlebenden. Nur ein völlig zerstörtes Zelt und die Überreste einer Funkanlage.«

Er nahm ein zweites Foto aus dem Stapel heraus und ließ es herumgehen. Das Bild zeigte die letzten Überreste des Lagers, auf die Mor-ton und die Matrosen gestoßen waren.

Browning wartete geduldig, bis alle das Foto in Ruhe begutachtet hatten, bevor er fortfuhr.»Kapitän Morton, sein Erster Offizier und eine Rettungsexpedition untersuchten daraufhin den Eisberg. Und wie Sie alle wissen, fanden sie einen Überlebenden. Professor van Hesling. Aber sie fanden noch etwas.«

Diesmal war die dramatische Pause, die er einlegte, noch etwas länger. Und er konnte auch der Versuchung nicht widerstehen, die nächsten drei Fotos ganz langsam aus dem Stapel herauszuziehen und mit der Rückseite nach oben vor sich auszubreiten, wie ein Pokerspieler, der ein Full House auf der Hand hat und es genießt, den Moment noch hinauszuzögern, wo er es aufdeckt.»Professor van Hesling hat ganz offensichtlich nicht mit den wenigen Vorräten überlebt, die an Bord des Rettungsbootes gewesen sind. Kapitän Morton fand ihn in einer Höhle im Inneren des Eisbergs.«

«Und er fand auch noch etwas anderes, nehme ich an«, sagte Indiana Jones. Brownings theatralisches Gehabe begann ihm allmählich auf die Nerven zu gehen. Und nicht nur ihm, wie die Blicke der anderen deutlich machten.

Browning nickte.»Das ist richtig. Aber bevor ich Ihnen zeige, was sie gefunden haben, möchte ich eines ganz klarstellen: Kapitän Mor-ton besitzt unser absolutes Vertrauen. Er ist ein durch und durch integerer Mann, und seine Besatzung ist über jeden Zweifel erhaben; schließlich handelt es sich nicht um einen Bananendampfer, sondern um ein Forschungsschiff, das im Auftrag der US-Regierung unterwegs war.«

«Und was haben Sie nun so Spannendes gefunden?«fragte Erikson ungeduldig.

«Das hier.«

Morton drehte die drei Bilder um und reichte sie an den Dänen weiter. Erikson nahm sie, fächerte sie in der Hand auseinander — und riß erstaunt die Augen auf. Auch sein Kollege Baldurson, der neben ihm saß und sich neugierig vorgebeugt hatte, um über seine Schulter sehen zu können, stieß einen überraschten Laut aus, starrte Browning und dann Morton eine Sekunde lang fassungslos an und begann dann hastig und in seiner Muttersprache auf seinen Kollegen einzureden, wobei er heftig gestikulierend auf die Bilder deutete.

Es dauerte eine Weile, bis sich die beiden so weit beruhigt hatten, daß sie wenigstens zwei der drei Bilder an die anderen weiterreichten. Und was Indiana auf dem Foto sah, das schließlich bei ihm anlangte, das ließ ihn die ungläubige Erregung der beiden Dänen durchaus verstehen.

Das Bild war von wesentlich besserer Qualität als das erste, das Browning ihm gezeigt hatte. Die Aufnahme war gestochen scharf, und sie zeigte das Innere einer wahrhaft gigantischen Eishöhle. Der Durchmesser war schwer zu schätzen, da es keinen Vergleichsmaßstab gab, aber wenn die Zahlen stimmten, die Morton vorhin genannt hatte, dann mußte sie den Großteil des Inneren von Odinsland beanspruchen. Und eigentlich war es keine richtige Höhle, sondern ein gewaltiger, nahezu perfekt kreisrunder Schacht, der bis auf den Meeresboden hinabreichte. Auf seinem Grund war ein riesiger runder See zu erkennen, und auf diesem See…

«Das ist unmöglich!«rief Erikson im Brustton der Überzeugung. Browning schwieg.

Im ersten Moment war Indiana Jones durchaus geneigt, dem Dänen vorbehaltlos zuzustimmen. Denn was er sah, das war vielleicht nicht unmöglich, aber doch so phantastisch, daß es schwerfiel, es zu glauben: Am Rand des gewaltigen Sees, noch zu gut einem Drittel ins Eis der Höhlenwand eingebettet, befand sich ein Schiff. Nicht irgendein Schiff. Es war ein großes, offensichtlich ganz aus Holz gebautes Schiff mit einem breiten ausladenden Rumpf, einer niedrigen Reling, hinter der sich runde, bunt bemalte Schilde aufreihten, zwischen denen eine Anzahl schlanker Ruder hervorragten, und einem weit nach oben gezogenen Bug, der in einem geschnitzten Drachenkopf endete. Das einzige Segel, das schlaff von dem hohen Mast herabhing, war rot und grün gestreift, und statt des gewohnten Deck- oder Achteraufbaus gab es nur ein niedriges, ebenfalls rot und grün gestreiftes Zelt, das das gesamte hintere Drittel des Schiffes beanspruchte.

Es war ein Wikingerboot, ohne Zweifel.

«Unmöglich«, murmelte Erikson noch einmal.

«Genau das haben wir auch gedacht«, sagte Browning.»Um ehrlich zu sein, im allerersten Moment haben wir an einen schlechten Scherz geglaubt, trotz des guten Rufs, den Kapitän Morton und seine Besatzung genießen. Aber es gibt ein paar Punkte, die entschieden dagegen sprechen.«

Erikson warf das Foto mit einer fast angewiderten Geste aus der Hand und blickte abwechselnd Morton und Browning mit einer Mischung aus Verwirrung und ganz offener Feindseligkeit an.»So? Und welche?«

Browning antwortete nicht, sondern gab das Wort mit einer auffordernden Handbewegung an Morton weiter.

«Zum einen die Tatsache«, sagte Morton ruhig,»daß ich selber dort war in dieser Höhle und das Schiff gesehen habe. Zum anderen der Umstand, daß außer mir auch mein Erster Offizier und ungefähr zwanzig Besatzungsmitglieder das Schiff gesehen haben. Drittens das Foto, das Sie gerade selbst in Händen halten, Doktor Erikson. Und viertens Professor van Hesling. «Er warf dem deutschen Wissenschaftler einen Blick über den Tisch hinweg zu, den dieser auf seine gewohnte Art beantwortete: mit einem dümmlichen Grinsen. Indiana fiel auf, daß niemand van Hesling die Bilder gezeigt hatte, ja, daß man sogar sorgsam darauf achtete, daß er die Fotos nicht zu Gesicht bekam.

«Mit allem Respekt«, sagte Erikson,»aber der geschätzte Kollege van Hesling scheint mir im Moment kaum in der Lage zu sein, eine glaubwürdige Aussage zu machen.«

Morton nickte. Er wirkte nervös, aber Indiana hatte das sichere Gefühl, daß es nicht daran lag, daß er etwa befürchtete, man könnte ihm nicht glauben. Vielmehr schien es an der Erinnerung daran zu liegen, was er auf Odinsland gesehen — oder erlebt — hatte.

«Auch das ist richtig«, sagte Morton.»Aber als wir Professor van Hesling…«Er zitterte hörbar, und ein Ausdruck von Schmerz huschte kurz über sein Gesicht.»…fanden, da war er in dieser Höhle. Und er muß ganz offensichtlich auch auf dem Schiff gewesen sein, denn er trug die typische Kleidung eines Wikingers. Einen Fellmantel, ein Kettenhemd, Schwert, Helm — Sie können all diese Dinge persönlich in Augenschein nehmen, wenn Sie das wünschen. Sie befinden sich an Bord der Dragon.«

«Das werden wir«, knurrte Erikson grimmig.»Darauf haben Sie mein Wort.«

«Und wir würden gern auch mit einem der anderen Kollegen reden«, fügte Baldurson hinzu.»Wo ist zum Beispiel Ihr Erster Offizier? Wieso ist er nicht hier?«

«O’Shaugnessy«, sagte Morton leise.»Leider wird er Ihnen nichts mehr sagen können. Professor van Hesling hat ihn getötet.«

Für einen Moment breitete sich betretenes Schweigen am Tisch aus. Schließlich räusperte sich Browning und warf Morton einen auffordernden Blick zu, und der Kapitän fuhr, nun wieder etwas gefaßter, fort:»Ich verstehe Ihre Zweifel durchaus, meine Herren, aber ich gebe Ihnen mein Wort darauf, daß wir ganz genau das, was Sie auf diesen Bildern sehen, im Inneren des Berges gefunden haben.«

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