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Indiana Jones und das Schiff der Götter

Электронная книга - «Indiana Jones und das Schiff der Götter». Краткое содержание книги:

Indiana Jones — eine Legende lebt weiter! Im Jahr 1939 entdeckt das amerikanische Forschungsschiff Poseidon in der Nähe von Grönland einen riesigen schwimmenden Eisberg — und auf ihm einen halbverrückten Wissenschaftler. Einige Monate später machte sich ein internationales Forscherteam von New York aus in einem Zeppelin auf den Weg, um das Geheimnis dieses Eisbergs — genannt Odinsland — zu lüften. Und natürlich kann man bei einer so riskanten Expedition auf die Mithilfe von Indiana Jones nicht verzichten! Doch nach einem gefahrvollen Flug und einer noch katastrophaleren Landung muß das Team feststellen, daß irgend jemand seine Forschungstätigkeit auf Odinsland mit allen Mitteln zu vereiteln sucht…
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«Sie können auch nicht schlafen, wie?«fragte er, als sich Indiana zu ihnen setzte. Indiana schüttelte den Kopf, nickte Morton flüchtig zu und sagte erst dann:»Nein. Ich fürchte, die Luftfahrt ist nicht unbedingt mein Metier.«

«Meines auch nicht«, meinte Morton gequält.

Indiana sah ihn fragend und überrascht an, und Morton fügte erklärend hinzu:»Ich weiß, daß es lächerlich klingt. Immerhin bin ich Seemann und mein ganzes Leben nicht seekrank gewesen. Aber an Bord dieses fliegenden Ungetüms hier beginne ich zu begreifen, was so mancher auf meinem Schiff mitgemacht haben muß.«

Indiana lachte leise und schüttelte ablehnend den Kopf, als Bates ihm eine Zigarette anbot. Nachdenklich blickte er aus dem Fenster. Draußen herrschte tiefste Nacht, und der Himmel hatte sich wieder bewölkt, so daß auch die Sterne nicht mehr zu sehen waren. Aber tief, sehr tief unter dem Schiff sah er ein schwaches Glitzern. Sie befanden sich über dem offenen Meer. Offensichtlich hatte die Dra-gon während der Nacht beigedreht und Kurs nach Norden genommen, auf den Ozean hinaus.

«Wie lange werden wir brauchen?«

Bates zuckte mit den Schultern.»So genau kann man das nicht sagen«, antwortete Morton.»Vielleicht, zwei, drei Tage, vielleicht aber auch eine Woche. Das kommt darauf an, wie weit der Berg abgetrieben ist und ob wir ihn auf Anhieb finden oder nicht.«

«Reizende Aussichten«, knurrte Indiana.

Morton lächelte.»Mit etwas Glück dauert es ja nur ein paar Tage«, sagte er.

«Ja, und wenn nicht, dann sind wir auch auf ein paar Monate eingerichtet«, fügte Indiana hinzu. Morton sah ihn fragend an, und auch Bates runzelte die Stirn.

Indiana deutete mit der Hand zur Decke hinauf.»Ich war ein paarmal oben«, sagte er.»Quinn und die Hunde sind in den Lagerräumen untergebracht, wissen Sie. Und dabei ist mir aufgefallen, daß dieses Schiff vollgestopft mit Vorräten ist.«

Bates überraschte dies nicht.»Immerhin kann es sein, daß wir lange auf diesem Eisberg bleiben müssen«, meinte er.»Wenn dieses Schiff wirklich dort ist…«

«Das ist es«, sagte Morton ernst. Er beobachtete Bates und Indiana bei diesen Worten genau.

«Niemand zweifelt daran, daß Sie es gesehen haben«, stellte Indiana hastig richtig.»Aber es ist…«Er suchte einen Moment vergeblich nach Worten und rettete sich schließlich in ein verlegenes Lächeln.»Nun, selbst — oder gerade — mir als Wissenschaftler fällt es schwer, so etwas zu glauben. Ich habe eine Menge erstaunlicher Dinge gesehen, aber so etwas war noch nicht dabei.«

Morton nickte. Er lächelte flüchtig, aber er sah gleichzeitig auch verletzt aus, und Indiana konnte das verstehen.»Glauben Sie mir, Doktor Jones«, antwortete er.»Mir ging es genauso. Aber ich schwöre, bei allem, was mir heilig ist, daß ich dieses Schiff gesehen habe. Es ist dort.«

«Waren Sie an Bord?«fragte Indiana.

Morton schüttelte den Kopf.»Leider nein. Es war nicht möglich, heranzukommen. Und davon abgesehen, hatten wir andere Probleme.«

«Van Hesling?«

Morton nickte. Ein Schatten huschte über sein Gesicht.

«Was meinen Sie damit?«fragte Jones.

Es dauerte eine Weile, bis Morton antwortete. Und als er es tat, trat ein sonderbarer Ausdruck in seine Augen. Er sah Indiana an, aber gleichzeitig war es, als sähe er etwas ganz anderes. Und was immer es war, woran ihn die Worte erinnerten, es mußte eine sehr unangenehme, bittere Erinnerung sein.»Irgend etwas… war dort«, sagte er.»Ich weiß, es klingt verrückt, aber ich habe es einfach gespürt. Etwas… Böses umgibt diesen Berg.«

«Etwas Böses?«

Morton lächelte nervös.»Ich weiß, wie das in Ihren Ohren klingen muß, Doktor Jones. Immerhin sind Sie Wissenschaftler. Aber ich kann es nicht anders beschreiben. Und es erging allen an Bord so. Sie können jeden Mann der POSEIDON fragen: Sie alle haben es gefühlt. Dieser schwimmende Eisberg ist ein böser Ort.«

«Es muß schlimm gewesen sein dort«, meinte Bates mitfühlend.

Morton nickte abermals. Er hob die linke Hand, und Indiana merkte erst jetzt, daß drei seiner Finger steif waren.»Ein kleines Andenken an meine letzte Begegnung mit Odinsland«, sagte Morton.»Und ich habe noch Glück gehabt. Mein Erster Offizier und drei Mann der Besatzung sind tot.«

Indiana und auch Bates warteten darauf, daß er weitersprach, aber das tat Morton nicht. Statt dessen stand er plötzlich auf, starrte noch eine Sekunde aus dem Fenster in die Nacht hinaus und verabschiedete sich dann mit ein paar gemurmelten Worten. Indiana sah ihm nachdenklich hinterher, als er den Raum verließ.

«Ich bin gespannt, was wir wirklich dort finden werden«, sagte Ba-tes, als sie allein waren.

Indiana blickte ihn fragend an.

«Ich wollte es gerade nicht sagen, als Morton dabei war«, fuhr Ba-tes fort. Er sprach plötzlich leiser, und er tat es auch erst, nachdem er sich mit einem raschen Blick in die Runde davon überzeugt hatte, daß sie auch wirklich allein waren.»Aber ich war in einem dieser Laderäume, von denen Sie gesprochen haben. In manchen sind wirklich Vorräte.«

«Und in den anderen?«fragte Indiana.

Wieder zögerte Bates einen Moment mit der Antwort.»Waffen«, sagte er schließlich. Indiana hätte nicht überrascht sein dürfen, nach allem, was bisher geschehen war. Aber er war es trotzdem.»Waffen?«wiederholte er ungläubig.

Bates nickte und fuhr sich mit dem Handrücken unter dem Kinn entlang.»Die Dragon ist bis hierhin vollgestopft mit Waffen«, bestätigte er.»Und Lestrades sogenannte Besatzung ist auch keine Besatzung. Ich weiß ja nicht, was Browning auf diesem Eisberg wirklich zu finden glaubt, aber er muß einen verdammten Respekt davor haben.«

«Waffen?«wiederholte Indiana noch einmal.»Sind Sie sicher?«

«Hundertprozentig«, antwortete Bates. Und plötzlich grinste er wieder.»Wollen Sie sie sehen?«

Indiana zögerte. Er glaubte Bates. Der Marineflieger hatte überhaupt keinen Grund, ihn anzulügen, Und gleichzeitig wollte er nichts dringender, als sich mit eigenen Augen davon überzeugen, daß Bates die Wahrheit sprach. Aber andererseits war da immer noch das, was der Präsident zu ihm gesagt hatte. Vielleicht wurde es Zeit, sich einzugestehen, daß er den Ernst dieser Worte bisher noch gar nicht richtig begriffen hatte.

Trotzdem…

Er hob den Blick und sah Bates an.»Warum nicht?«

Sie standen auf, verließen den Aufenthaltsraum und stiegen über die schmale Eisentreppe nach oben. Bates gebot ihm mit einer Geste, still zu sein, und sah sich aufmerksam in alle Richtungen um, ehe er die ins Innere des eigentlichen Rumpfes führende Luke öffnete. Indiana wußte, daß seine Vorsicht nur zu berechtigt war. Bei der gereizten Stimmung, die ohnehin an Bord herrschte, wäre es ein gefundenes Fressen für Lestrade, Bates und ihn bis zum Ende ihrer Reise einzusperren, wenn sie ihm auch nur einen fadenscheinigen Vorwand dafür lieferten. Andererseits bestand kaum die Gefahr, daß man sie entdeckte. Es war mitten in der Nacht, und selbst wenn jemand sie beobachten sollte, konnte er immer noch behaupten, daß sie zu Quinn und den Hunden hatten gehen wollen.

Gebückt kletterte er hinter Bates durch die schmale Luke, ließ sie hinter sich wieder zugleiten — und erstarrte.

Sie waren nicht allein.

Rings um sie herum herrschte fast vollkommene Dunkelheit, an die sich ihre Augen erst allmählich gewöhnten, und das einzige, was er hörte, waren seine und Bates’ gedämpfte Atemzüge, sowie das ferne Dröhnen der Propellermotoren. Und trotzdem spürte er, daß noch jemand hier war. Ganz in der Nähe.

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